i6o bou
tion ertheilet. Als er sich an. 1467. mit auf der Versammlungder allgemeinen Stände des Reichs zu Tours befand, legte er soviel proben seiner geschicklichkeit daselbst ab , daß er zum Ertz-Bischoff dieser kirche erwehlt wurde, da ihm denn auch Ger-hard de Crussol an. 1468. dieses Ertz- Bißthum cedirte. AlsLudovicus XI. den Cardinal Balue nebst Wilhelmo vonHaran-court, Bischoff von Verdun, in arrest nehmen ließ, nahm sichder Ertz-Bischoffdiestr fache an, als die das gantze Corpus derGeistlichkeit betraft, und da seine Vorstellungen nichts verfan-gen wollten, drohete er mit dem bann. Im gegentheil ließ ihmdas Parlcment wissen, daß er mit dergleichen verfahren innehalten sollte, wofern er nicht seiner einkünfte wollte beraubetsevn. Der König aber brachte endlich diese fache selbst zu ende.Es schrieb auch dieser Ertz - Bischoff wider die PragmaticamSanctionem , und einen tfslCtslt von den Concordatis, der dieBeneficia betraf, mit welchem eiftr er sich bey dem Römischenstuhl dermassen rccommendirte, daß Sirtus IV. ihm den 19.nov. an. 148z. den Cardinals-Hut zuschickte. Er starb zu Arla-nes bey Tours, den S. jtll. an. 148?. t'rizon. Gall. Sammartb.Galt. Aubery , Cardin. Seiftet, hist. de Louis XII. &c.
Bourdeille , (Petrus de) der sonst unter dem nahmenBrantome bekannt ist , weil er weltlicher Abt von der AbtcyBrantome gewesen, war ein söhn Francisci de Bourdeille undAnna de Vivonne, ein brnder Francisci de Bourdeille, Bischoffsvon Periaueur, und des Herrn d'Ardellay. So bald er denschul-stand verlassen, trat er seine reisen an, und suchte bald imkriege, bald am Hofe sein glück, besähe Italien , Schottland ,Engelland, Spanien , Portugall, woselbst er in den Ritter-or-den Christi aufgenommen wurde, Maltha, Africa , Griechen land , rc. Er war auch willens, sich in den Maltheser-orden zubegeben, wovon ihn aber sein guter freund, Strozzi, abhielte.Letztlich kehrte er wieder nach Franckreich, da er zwar grosse re-putation erhielte, doch aber kerne weitere beförderung erlangte.Er starb um das jähr 1600. Seine Memoires der berühmtenGeneralen, ingleichen der berühmten wcibs-perfonen, sind langehernach in unterschiedenen voluminibus gedruckt worden; undwerden sowol wegen der schreib-art, welche für die zeit, dadieser mann gelebt, noch sehr gut und voller gcists ist, als in-sonderheit wegen der vielen wichtigen umständen von kriegs-staats - und hofs-geschäfften, die sonst nirgend anzutreffen, garwehrt gehalten. *
* Bourdeille, (Claudius von) Graf von Montresor, Kö-niglicher Französischer Rath und Abbe commendataire derAbteyen zu Brantome und Launoi, war der jüngste söhn Hen-rici von Bourdeille, Marquis von Archiac, Königlichen Staats-Raths, und Magdalenä von la Chatre. Er stund von jugendauf bey dem Hertzvge Gastone von Orleans , Ludovici XIII.bruder, in grossen gnaden, welcher ihn auch an. i6;6. mitzu rathe zog, da er, nebst dem Grafen von Soissons , den Car-dinal von Richelieu zu stürtzen suchte; allein da der Hertzogsich gleich hernach mit dem Cardinal versöhnet, ohne ihmsicherheit zu verschaffe», fand er sich genöthiget, einige jähreauf einem land-guth hinzubringen. Von dar rief man ihn an.1642. zurück, als der Hertzog, nebst dem Hertzvge von Bouil-lon und dem Marquis von Cinqmars, mit neuen anschlagenwider den Cardinal schwanger gieng, wiewol diese Heimlichkei-ten bald an den tag kamen, und den Marquis von Cinqmarsdas leben kosteten. Inzwischen begab sich der Graf von Mon-tresor nach Engelland, und muste geschehen lassen, daß manihn bey öffentlichem trompeten.schall citirte, und seine güthereinzog. Jedoch da Ludovicus XIII. an. 164;. die äugen zuge-than, kam er wieder in sein vatterland; fand aber den Hertzogvon Orleans, ohngeachtet er demselben 22. jähr treu gedienet,gantz umgekehret, welches ihn veranlassete, seine bedienungennieder zu legen. Hierauf verursachte die Vertraulichkeit, so ermit dem Hertzvge von Beaumont, Francisco von Vendome, ge-pflogen, daß inan ihn an. 164;. den 3. sept. aus Paris rele-girte, dieses urtheil aber an. 1644. im apr. wiederum auf-hub; da er denn von der verwittibten Königin und dem Car dinal Mazarin wohl anfgenoinmen wurde. Allein da er an.1647. das geschmeide der Hertzogi» von Chevreuse , die sichnach Flandern rctiriret, auf einige tage in Verwahrung genom-men , brachte man ihn erst in die Bastille , und von dar aufdas schloß zu Vincennes , woselbst er >4. monate sitzen muste,bis ihn Maria von Lothringen, Damoiselle von Guise, an.1,647. los bat. Einige tage hernach wartete er der Königinund dem Cardinal Mazarin zu Amiens auf, bey welcher ge-legenheit ihm dieser letztere rieth, er sollte sich mit dem Abtvon la Riviere, der ihm viel leyds gethan, wieder versöhnen.Er hatte aber dazu keine ohren , sondern entschloß sich, liebernach gerade selbst den Hof zu meiden, da er denn sein lebenvollends in ruhe zubrachte, und an. i66z. den 2. jul. zu Pa ris das zeitliche gesegnete. Man hat unter dem nahmen vonMontresor Memoires in zwey kleinen vol. in 12. worinnenunterschiedliche ftme fachen, und unter andern von ihm eini-ge den Hertzog von Orleans und den Französischen Hof be-treffende fachen zu lesen. Memoires d’un Fainri du Dui d’Or-lean . Alemoires de Hetz , de Mw'Tenßer , de MotteviDe &c.passim. VaJJ'nr , hist. de Louis XIII .
* Bourdelin, < Claudius) ein Französischer Medicus, ge-bohren an. 1621. zu Ville-Franehe bcn Poon. Er begab sich inder jugend nach Paris , lernte daselbst Griechisch und Latei»
b 0 u
nifch , und legte sich hernach auf die Chymie und Medicin. Erbegab sich eine zeitlang von Paris nach Senlis , wo er bisan. 1668. blieb, da er nach Paris wieder zurück kam, weilihm in seiner abwestnheil eine stelle in der Academie der wif-senschaffcen aßignirek worden , wo er auf 52. jähr viele Lxpe.rimenta gemacht, und an. 1699. im 8°. jähre seines alkcrSgestorben. Er schrieb : Analysin Chymicam plantarum ,oleorum &c. Hiß. de 1 ’ Academie des Sctenc. an. 1699. AHnErud. an. 1704. p. 160. Aietiioires pour fertitr d l’hijhire deshommes lüujires &c. tom. VII. p. 98. Htßoire du Renouveüe.ment de 1 ’Academie Royale des Sciences &c. tom. II.
* Bourdelin, (Claudius) des vorigen söhn, war zu Gen«lis den 20. junii an. -667. gedohren, wurde von seinem vat«ter sehr sorgfältig in wissenschafften auferzogen., Daher er an.1692. als Doctor in der medicinischen Facultät aufgenommenwurde. Nachdem der Ryßwickische friede geschloffen war, thater eine reise nach Engelland, wo er in der Englischen Acade-mie der wissenschafften ein Associe Anatomiste wurde. An.170?. kaufte er sich die stelle eineö Leib-Medici der Hertzvginvon Burgund . Als an. 1708. der vornehmste Medicus die,ser Hertzogin, Bourdelot, mit tod abgieng , bat dieselbe, ohneBourdelins ansuchen, ihm bey dem Könige solche charge aus.Endlich starb er an der Wassersucht den 20. april an. 1711.Ausser den schriften, welche er als ei» mitglied der Academieder wissenschafften verfertiget, hat er nichts geschrieben. Hiß
tone de CAcademie des Sciences an. 1711. Alemoncs pourfir.vir ä fhiftoire des hommes tfuflres, tom. VII. p. ipj. Hißoirtde 1 'Academie Royale des ixscriptions U helles lestres , tom. III.
* Bourdelin , (Frairciscus ) gedohren zu Senlis denjnlii an. 1668. sollte sich nach dem erempel und auf befehl fei,nes vatters auf die Chnmie und Pharmaceutic legen, hatte aberim geringsten keine tust dazu, daher ihm endlich fein valtererlaubte sich der Rechksgelehrsamkeit zu wiedmen. Allein erhatte vielmehr sich in sinn gesctzet , mit der zeit bey einigennegotiationen sich gebrauchen zu laffen , und trieb dahero dieItaliänische, Spanische, Engellandische, Teutsche und so garauch die Arabische spräche, nebst der Historie und Politic , an-statt, daß er, wie sein vatter meynte, die Iurisprudentz hätte er-griffen. Eben derselbe wollte ihm auch kaum erlauben, mitdem Herrn von Bonrepos als Gesandtschafftü-8ecretarius nachCovpenhagen zu gehen, wie er denn auch in der that die tustdaselbst nicht vertragen konnte , und nicht allein sehr schwachzurücke kam , sondern auch dabey seine stimme fast aantz undgar verlohren hatte. Nach der Hand kaufte ihm sein valterdie bediennng eines Raths bey dem Chatelct, die er auch an.trat, ließ aber seine begierde zu reisen noch nicht fahren, obergleich seinen zweck hiertnn niemals recht erhalten konnte, undwurde folgends auch zu einem mitglied in die Academie de,inscriptions & heiles lettres aufgenommen. Er war willens,des Cudworthj Intellectual system ins Französische zu überstze»,starb aber darüber den 24. may an. 1717. nachdem er kurtzvorher geheurathet halte. Nk-err-n, mem. tom. VII.
Bourdelot, eIohannesi Advocat im Parlcment zu Paris und Requelenmeister bey der Königin Maria de Mcdiccs, warvon gutem geschlecht, legte sich auf die htudia humaniora, unddie Rechtsgelehrsamkeit. An. > 627. war er Advocat im Par.lemcnl zu Paris , als ihn die Königin Maria de Mcdiccs zuihrem Requelenmeister machte, und weil er sich nicht verheu-ralhct hatte, nahm er seiner schwester-sohn, Petrum Michon,zu sich, und ließ ihn auftrziehen, der auch den nahmen Bourdc,lot annehmen muste. Er starb an. i6;8- Er hat den Helioko-rum übersetzt , und an. 1619. drucken lassen. Ferner hat erLuciani Opera mit einer Lateinischen Version und notis herausgegeben ; auch hat man von ihm einen Commentarium überPetronium, Invenalem, ». a. Sein jüngerer brnder, EdmundBourdelot , war in der Medicin, Philosophie, und erkauntnisvon dein Ursprünge der nahmen, worauf man zu derselben zeitviel hielte, wohl erfahren. Er war an. 1620. Leib - Medicusbey Ludovico XIII. und starb gleichfalls noch unverhcurathetvor seinem bruder. Cohmesiiu, in Gallia. Hendresch, &c.
Bourdelot, (Petrus) siehe Michon.
* Bourdelot, ( Petrus Bonnet) ordentlicher Artzt König-Ludwigs XIV. und erster Artzt der Hertzogin von Burgund ,starb an. 1709. in einem alter von 94. jähren. Sem eigent-licher geschlechts-nahmc war Bonnet. Aber Joh. Bourdelot,dessen anmerckungen über den Pctronius bekannt sind, hartedem Abt Michon, seiner schwester soh», eine sehr schöne bidlio-theck und erbschafft hinterlassen, mit diesein beding, daß er dennahmen Bourdelot führen sollte. Diestr hinterliesse solche aufgleiche bedingnis, Petro Bonnet, welcher ebenfalls seiner schwe«stcr söhn gewesen. Er war ein guter Artzt , anbey auch inder Litteratur nicht unerfahren. Man hat von ihm nützlicheanmerckungen über die ssibliotheque Choiiie de Mr. Colomies,welche sich in der neuen editlon zu Paris an. 17;!. befinden.Ferner hat er geschrieben hinterlassen : Catalogue de tous le»Iivres de Medecine imoritnes, avec une critique ahregee, &la vie des Auteurs. Man schreibet ihm auch mit recht z» al,les, was gut seyn mag, m den schriften seines bruders, welcheran. 172;. verstorben. Das erste ist: Ilistoire de Ja Mufique.Das andere : Ilistoire de la Dante sacree & profane, avec unsupplement de l’Histoire de la Muiique, & le parallele de laPoesie & de la Peinture. Mimoires du tems.
* Lour-