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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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und Vaur, zeugte. Derselbe war bey Francisco von Lothrin-gen Cammer-Jimcker , lind bekam mit Antomette von Harau-conrt, Frau von Marquieres, drey söhne, davon der astcste,Johannes, in seinem siebenden jähre verblichen , und der,ung-ste, Carolus, in dem 20. jähre seines alters zu L-allizzo geodtttworden; der mittclste aber, Henricus le Botiteiller von vcn-lis, Herr von Rancieres, Vineuil, Brin, Vaur und Mar-

quieres, insgemein der Graf von Vineuil genannt, an. 16;;.in der schlacht bey Rethel, als Oberster von einem regimentzuPferde, und Marechal de camp der Königlichen armeen, ge-blieben, und von Antomette des Armoifes nur zwey tochternachgelassen. Axfelme, hist. geneal. tom. VI. p. 250-268.

* Boutersheim , eine Herrfchafft in den Niederlanden ,welche Johann von Carfelar, Johannis II. Hertzogs zu Bra-bant natürlicher söhn, durch stinc gemahlm Amelberg von Du-venvorde, bekam. Seine beyde söhne waren Johannes, Herrvon Withem, und Henricus, Herr von Boutersheim, dessenenckel Henricus diese Herrfchafft wieder verkaufte. Johanmösöhn gleiches nahmens zeugte Fridencum, welcher Dielericovon Pallant und Henrico von Borscle an. 1466. die HerrschaftWithem verkaufte. Henrici von Borsele enckel Henrlcus kauf-te die Herrfchafft Boutersheim wieder an sich, empfieng an.1491. von dem König Philippo I. in Spanien den Ritter-ordendes güldenen Vliesses, und hatte zu seinem ur-enckel Johannemvon Withem, Herrn von Boutersheim, welcher mit seiner ge-inahlin Maria von Merode die Grafschafft Bergen op Zoom er-heurakhete. Das wapen dieser Herren war ein schild von vierfeldern. In zwey feldern hatten sie den Brabantischen schivar-tzen löwessim güldenen felde, und in den andern beyden einsilbern creutz im blauen felde. Aufdem gecronten schilde stundein wald-esels-kqpf mit güldenen und schwartzen helm-deckenumgeben. Sgener. histor. Insign. 111 . Euca Fürsten-saal,pag. 1040.

* Bouteroue, (Michael) von Chartres gebürtig, ein ge-lehrter Artzt, welcher zu ansang des XVII. feculi lebte, schriebeinige medicinische wercke, darunter ist : Pyretologia ; welcheser an. 162;. heraus gäbe. Moreri.

* Bouteroue, (Claudius) einFranzoS, war von Paris ge-bürtig , wurde auch allda Rath bey der Königlichen müntze,und starb nach dem jähr 1674. Man hat von ihm Recherchescurieuses des monnoyes de France depuis le conimencementde la Monarchie , in fol. welches werck wohl aufgenomnienworden, heut zu tage aber selten angetroffen wird.

Bouteville, ( Franciscus von Montmorency, Graf von)ein jüngerer söhn Ludovici von Montmorency, Herrn von Bou-teviste und Precn, Grafen von Lusse, Gouverneurs von Sen-lis und Vice-Admirals von Franckreich, welcher ihn mit Char-totta Calharina, einer tochter und erbin des Grafen Carvli vonLusse in der Nleder-Normandie , gezeugt. Er war von einemhitzigen und unruhigen gemüthe, suchte seine gröste Vergnügungund ehre im duelliren, erlegte auf solche art unterschiedene Per-sonen, fand aber endlich seinen eigenen Untergang, und zwarauf eine schmähliche art, darinnen. Unter seinen vielfältigenHändeln werden sonderlich folgende angemerckt. Pontgibaut,«in jüngerer söhn aus dem Hanse Lude, ward an dem Oster-ta-ge, eben da er im begriff stunde zu communiciren, von ihmzu einem duell genöthiget. Den Grafen von Torigny, ausdem Hause Matignon, tödtete er in einem andern duell. Nach-gehends, als er sich mit einem, nahmens la Frette, schlug, bliebeiner von den secundanten auf dem platze. Hierauf sahe er sichdurch die Königliche duell-mandaten gezwungen, in die Spa­ nische Niederlande zu entweichen, aüwo er in seiner gewöhnli-chen lebens-art fortfuhr; dannenhero die Ertz-Hcrtzogin, wel-che sich bemühete, an dem Französischen Hose gnade vor ihnanszuwürcken, destoweniger ausrichten konnte. Indessen kamder Marguis von Beuvron, aus dem hause Harcourt, nachBrüssel , und wollte wegen der odgedachten entleibung des Gra-fen von Torigny revange von ihm haben. Wiewvl sie nundurch beb Marggrafen von Spinola sich znm schein vergleichenliessen, so ward dennoch die abrede zwischen ihnen genommen,daß sie einander noch mit dem degen in der saust sehen wollten.Bouteville, damit er gleichsam den König draviren möchte,kam zu solchem ende an. 1627. mcognito nach Paris , undschlug sich auf dem sogenannten Königlichen platze öffentlich mitdem crwehnten Marquis. Sie beyde konnten einander nichtsanhaben; sondern, nachdem sie sich zu der erde niedergerissen,und dergestalt gefasset hielten , daß ein jedweder seinen gegen-theil mit dem in der Hand habenden dolch hätte hinrichten kön-nen , gaben sie sich quartier. Allein des Bouteville secundant,Franciscus von Rosmadec, Graf von Chapelle, erstach hier-bey den Marquis von Bußi-Amboise, welcher den Marquis deBeuvron secundirt hatte. Nach dieser action machten steh Bou-tcville und Chapelle schleunig genug aufden weg, verspätigtensich aber zu Äitry en Partois, allwo der entleibte Bußi Gou-verneur gewesen war, und sielen daselbst denjenigen, welcheman ihnen nachgeschickt, in die Hände. Der Hertzog von Or-leans, der Printz und die Printzeßin von Conde, ingleichendie Hertzoge von Montmorency, von Angouleme und von Ven-tadour, wendeten allen ersinnlichen fleiß an, ihr leben, sonder-lich aber des Bvliteville seines , zu fristen. Allein der KönigHtstor. LexKon ii. Theil.

wollte durchaus an ihnen ein exempcl statuiren; und der Car-dinal von Richelieu , welcher damals dem Printzen von Condesonderlich gehaßig war, dessen gemahlin auch aus dem HauseMontmorency und des Bouteville nächste baas, stiftete ihneifrig dazu an; dannenhero sie, nach dem ausspruch des Par«lements zu Paris , auf dem platz la Greve öffentlich enthaup-tet wurden, wobey der Graf von Chapelle sich sehr christlich,Bouteville aber mehr großmüthig, als andächtig erwies. DeSletzter» gemahlin gebahr kurtz hernach einen söhn , welcher an.1695. gestorben, und unter dem nahmen des Marschalls vonLuxembourg sich sehr berühmt gemacht. Grammont , hist. liv.XVI. Hiß. du Minijlere du Card. de Richelieu , Mercure t'ran-cois de lan. 1627. Journal de Baffömpierre , tom. II. Btmard ,nist. de Louis XIII. livr. X. Le Vajfor , hist. de Louis XIII. liv. XXIV. *

* Bouthillier, ein vornehmes geschlecht in Franckreich.Dionysius Bouthillier, gebürtig aus Angouleme , war ein be-rühmter Advocat, und zeugte mit Claudia Pacheco vier söhne.Dieselbewaren: 1.) Claudius, von dem hernach. 2.) Diony-stus Bouthillier, Herr von Rance, welcher folgende zwey söh-ne nachgelassen, a.) Armandum Johannem Bouthillier vonRance, den berühmten Abt von dem kloster la Trappe, vondem ein besonderer artickul handelt, h.) Henricum Bouthilliervon Rance, einen Maltheser-Ritter, so der Crone Franckreichvon jugend auf zur see gedienet, und an. 1701. Chef d'esca-dre, an. 1718. aber General -Lieutenant worden, welche chargeer an. 1720. niederlegte, und an. 1726. den 14.. mertz in dem 92.jähre seines alters starb. ;.) Victor Bouthillier war anfänglichBisthoff zu Boulogne, wurde aber hernach Ertz-Bischoff zuTours, und bey Gastone, Hertzoge von Orleans , oberster Almo-senier rc. worauf er an. 1670. ven 12. scpt. in seinem 74. jähredas zeitliche gesegnete. 4.) Sebastianus gieng, als BischoffzuAire, schon an. 1625. mit tobe ab. Obgedachter Claudius Bou-thillier , Ritter, Herr von Ponl-Iur-Seine und Foßigny, (vonwelchem gleichfalls besonders) war Königlicher Staats-8ecreta-rius, Ober-Intendant der Finantzen, und Groß-Schatzmeisterder Königlichen ordcn. Er starb an. 1651. den 27. mertz, undhinterließ von Maria von Bragelogne, die ihn an. 1606. ge.heurathel, und an. 167;. in ihrem 8;. jähre gestorben, eineneinzigen söhn Leon Bouthillier , Grafen von Chavigny und Bu,saiiLviö, welcher Königl. Minister und Staats-8'ecretarius,Groß-Schatzmeister der Königl. orden rc. gewesen, und an. 1652.den 11. oct. in dem 44. iahre seines alters durch den tob wegge,nommen worden, nachdem ihin seine gemahlin Anna Phely-peaur, Johannis Phelypeaux, Herrn von Villesavin, einzigetochter und erbin, die er sich an. 1627. beygeleget, 6. söhne und7. löchter gebohren. Dieselbe waren: 1.) Armandus Leon Bou-thillier, Graf von Chavigny, von dem hernach. 2.) Gasto Jo-hannes Baptist« Bouthillier von Chavigny, welcher Oberster beydem regiment von Piemont gewesen, und insgemein der Mar-quis von Chavigny gcnennel worden. ;.) Jacobus Leon Bort«thillier von Chavigny, MarquiS von Beaujeu, von dein unten.4.) Ludovicus Bouthillier von Chavigny, der an. 1694. als einMaltheser-Ritter gestorben. 5.) FranciscuS Bouthillier vonChavigny, Doctorfcec Sorbonne, Königlicher Rath und Al-moftnier, Bisthoff zu Troyes rc. welcher dieses Bißthum seinesältesten bruders söhne, Dionysio Francisco zu gefallen, an.1697. niederlegte, an. 171?. nach Ludovici XIV. wde, ein Mit-glied des Regierungs-Raths wurde, und an. 17)1. den 15. stpt.in dem 90. jähre seines alters das zeitliche gesegnete. 6.) Gihbertus Antonius Bouthillier von Chavigny, der an. 1694. alsGroß-Vicarius zu Troyes , sein leben beschlossen. 7.) LouiseFrancista Bouthillier von Chavigny, eine gemahlin des Mar-sthalls von Franckreich, Phtlippi Clerambanlt, Grafens vonPaluau, die an. 1722. gestorben. 8.) Anna Julia Bouthil-lier von Chavigny, starb an. 1694. als erste Aebrißin zu Jssy.9.) Maria Bouthillier von Chavigny, eine Nonne zu St. Antoi-ne des Champs in Paris . 10.) Elisabeth Bouthillier von Chavi-any, wurde an. 1694. nach ihrer ältesten schwester Aebtißin zuJssy. 11.) Henriette Bouthillier von Chavigny, war mit demStaats-8ecrecario, Ludovico Henrico von Lomenie, Grafen vonBrienne, vermählet, und starb an. 1664. in ihrem 27. jähre. 12.)Renata Bouthillier von Chavigny, eine gemahlin des Parlc-ments-Präsidenlen zu Rvlien, Johannis Beuzelin von Bosme-let, starb an. 1711. 68. jähr alt. ij.) Maria Bouthillier vonChavigny, wurde an. 1669. mit Nicolao Brulart, ersten Prä-sidenten bey dem Parlemenl zu Dijon , an. 1699. aber mit Au-gusto, Hertzoge von Choistnl, vermählet, und gieng an. 1728.den 11. jun. in ihrem 82. jähre zu Paris mit tobe ab.

I. Armandus Leon Bouthillier, Graf von Chavigny, Herrvon Pont-ftir-Seine, der älteste söhn Leon Bouthillier , Gra-fens von Chavigny , und Anna Phelypeaux, war Reqlieten-meister, und starb an. 1684. nachdem er mit Elisabetha Bos-suet, die an. 1717. den 7. may verschieden, folgende 5. kindergezeuget hatte: 1.) Armandum Victorem Bouthillier, Grafenvon Chavigny, von dem hernach. 2.) Claudium FrancistumBouthillier von Chavigny, der an. 170;. den 14. merb, alsOberster des regiments von Auvergne, Brigadier der Königli-chen armeen und Jnspector von der insantcrie, zu Guastalla ge-storben. ,.) Ludovicum Bouthillier von Chavigpy, Marquisvon Pont-stir-Seine, der ehemals bey dem infanterie-regimentvon Quercy Oberster gewesen, an. 1722. von der oberwehntenP Mar-