b r «
Brandaon, (Antonius ’i ein gelehrter Cistcrcienser- Mönchzu Aicobaza in Portugall, und Königlicher Nistoriograpkns, wel-cher sich mit der continuation der Monarquia Lusitana, die Bern-hardus de Brito angefangen, einen grossen nahmen, undnicht unbillich erworben, weil man keine bessere Historievon Portugall als die steinige hat. Es sind aber nicht mehrvon ihm vorhanden, als terceira und qnarta parte da Monar-quia Lusitana, zu Lisabona an. 16,2. «n fol. gedruckt, die vondem Grafen Henrico bis auf den König Alfonsum III. gehen.
An tonn bibl. Hisp. tom. 1 . p. 82. & 314.
* Brandaon, (Frantz) auch Brandano genannt, wardzu Alcobaza an. 1601. gebohrcn, und trat an. 1618. in denCistcrcienser - orden. Nachdem er in demfelben verschiedeneamter verwaltet, ward er zweymal General. Er folgte sei-ner mutler bruder in der stelle eines Königlichen Portugiesi-schen Historiographi, und schrieb den fünften und sechsten theilder Monarchia Lusitanica, welche an. 1630. und an. 1672. ge-druckt worden. Er starb zu Lisabona an. 1683. Mim. äePmt.
* Brandeck , ein adeliches ausgestorbenes geschlecht inSchwaben . An. 1231. hatte Volmer von Brandcck mit demkloster Alfperspach wegen des flcckens Dornheim einen streit.Crußu, P. III. annal. Suev. II. 9. Johann von Brandcck ver-kaufte an. 1323. einige güther bey Wascn gelegen dem klosterAlfperspach. Crufitu, 1 . c. IV. 6. An. 1330. schloß Hermannvon Brandeck zu Oberndorff einen kauf-contracl wegen einesgüthgens zu Firnfal. Crtßut, 1. c. V. 2. An. 1339. schenckteGerhild Vollmars von Brandeck Hinterlassene wittwe, dem klo-ster Alfperspach ir. ß. Heller jährlicher einkünfte, um vor ihrenverstorbenen gemahl alle jähre seel-messen zu lesen, Crufi ,< ,1 . c. V. 3. An. 1321. starb Volmer von Brandeck , und liegtnebst zwey gemahlinnen in gedachtem Alsperspach begraben.Crußw, 1 . c. X. Hang von Brandeck war unter KönigFrancisco in Franckreich Oberster, und hielte sichln der schlachtvon Pavia wohl, allein da er starck bleßiret war, muste er sichdoch endlich ergeben, und that hernach dem Kayser im König-reich Neapoli gute dienste, wie er denn 'unter andern thatenan. 1328. die (labt Nola einnahm. Spanqenb. Adel-spiegel,XI. 39. Volmer von Brandeck auf Sterneck suchte an. 1543. diesoldaten zu werben, welche die Ritterfchafft vom Schwartzwaldedem Kavfer Carolo V. wider die Türckcn zu hülffe zu schickenversprochen hatte. Crufim , 1. c. lib. XI. c. 19. Auch wird die-se familie von Brandeck unter die Wohlthäter best klosters Be-lenhausen gerechnet. Crußus, 1. c . lib. XI. c. 17.
Brandete, Kit. Brandesium, eine kleine Böhmische stadtund schloß im Kaurzimmer kreis an der Elbe, drey meilen vonPrag gelegen. Sie ist von Boleslao 8«vo an. 941. erbauetworden, und gehörte vor dem zur Königlichen Cammer, wardaber von Rudolpho II. von derselben befreyet. Dieser Kayserpflegte sich oft daselbst aufzuhalten > und legte einen schönengarten an dem schlösse an , wobey eine mumie ausgegrabcn ,und eine grübe von terra stgillata gefunden worden. Esliegt noch ein ort dieses nahmens im Königgrätzer kreis, ander Orlitz, ohnweit Chorznie. Zeilen topogr. Bohem. p. 13.Jialbin. miscell. dec. I. lib. III. c. 7. §. 3. p. 74. & L. 8. §. 2.p. 88. vogtens jetzt!. Böhmen , p. 82.
Brandenburg , ein schloß und Ober-amt im KönigreichPreussen am frischen Haff, wo die Pregel hinein fällt. Esist an. 1268. von Marggraf Otto zu Brandenburg angelegt,an. 1320. von den Polen zerstöret, doch nachgchends viel schö-ner und vester gebauet worden. Das dabey gelegene städtleingleiches nahmens aber wird nur meistens von fischern bewoh-net, obschon die gegend ziemlich fruchtbar, und das vornehm-ste Ober-amt hier ist , dessen Hauptmann der Land-Raths-Vi-redor zu seyn pfleget, preußische und Brandenburgischestaats - geographie, P. 1 . p. 80.
Brandenburg , Neu-Srandenburg, eine stadt am Tol-len-see in dem Mecklendurgistchen, iwey meilen von Stargard ,davon die benachbarte gegend der Brandenburger - Werdergenennet wird.
Brandenburg , die stadt, welche der Marck Brandenburgden nahmen gegeben , liegt in der Miktelmarck an der Havel ,welcher fluß die stadt in Alt-vnd Neu-Brandenburg theilet,und samt der grossen see, die er hier zu sich nimmt, fast anden meisten orten umgiebt. Unter den vielen herlettungen desWorts, da es so viel als Branibor, Waldeshut, (weil Bor einwald, und Brani die befthützunq bedeuten soll) oder Brinni-burg, Hclmstadt, oder Leynbmg , ein berq- schloß bedeutensoll, ist die letzte, so von Eccardm («) behauptet wird, ziemlichwahrscheinlich, wiewol auch nicht zu verwerffen, wenn Abel (b)die benennung von BrennuS herführet, welches er aber für keinNomen proprium ausgiebt, wie andere, sondern glaubt, daß esüberhauvt einen König oder Heerführer bedeute; gleichwie erauch den bey der stadt gelegenen Herlunger - berg nicht von derPrisgauischen familie dieses nahmens herleiten will, weil Ca-rolus M. der dieselbe hieher gesetzt haben soll, niemals weitgekommen, sondern spricht, es heisse so viel als der Herren,oder Herrlcinberg, weil er etwan von eines Regenten oder Bren-nt söhnen angebauet und bewohnt worden. Eben dieser Abelführet auch dasjenige an, was am wahrscheinlichsten von denalten besitzern dieser stadt, und des daher benennten landes, denGallis Senonibus und Wenden, kan gesagt werden. Kayser Hen,ttctiS Auceps hat die stadt zuerst an. 923. oder 27. erobert,und das Marggraflhum wider die Wenden angelegt; welche
b r a 189
den Marggrafen viel zu schaffen gemacht, so daß bald diesebald jene in besitz gewesen, bis endlich Marggraf Albertus Ur-ins mit des Ertz - Bischosts zu Magdeburg und anderer Fürstenhülffe sich derselben an. 1137. zum letzten mal bemächtiget,und sie beständig auf seine Nachfolger gebracht. Nachgchendshat die stadt sonderlich zu den zeiten MarggrafJodoci an. 1383.einen verderblichen krieg mit den Magdeburgern gehabt, auchim 30. jährigen kriege viel ausgestanden, da sie an. 1626. vonden Dänen, an. 1627. von den Kayserlichen, an. 1631. von denSchwedischen, an. 1636. von den Sächsischen, an. 1639. aufSneue von den Schweden eingenommen worden, welche sie baldverlassen, aber an. 1641. im begriffwaren, selbige von neuenanzugreiffen, als eben der stillstand mit dem Churfürsten Fri,derico Wilhelmo geschlossen ward. Durch solche zufalle hatdie stadt von ihrem anselzen gar viel verlohrcn, sich aber den»noch ziemlich wieder erholet. Sie hat ausser dem Dom vierkirchen, darinnen geprediget wird, und zwey stadt-fchulen, wo-zu an. 1704. noch die Ritter-schule gekommen, welche das Ca-pitul angelegt. Es befindet sich daselbst ein L-chöppen - stuhl,der vor zelte» sehr berühmt gewesen. Die stadt hat ihre gröstenahrung von der fischerey, doch ist die gegend auch an körn undwein nicht unfruchtbar. Es ist an diesem orte ein Bißthum ge.wesen, welches von dem Kayser Ottone I. oder, wie anderewollen, von Henrico I. gestiftet , aber an. 1363. eingezogen ,und der Chur Brandenburg einverleibt worden. Das Dom-Cavitul befindet sich noch daselbst. Die Bischöffe sind nacheinander folgender Massen gefolget:
1 Dulim, an. 960.
2 Dictmarus oder Dedilo, ward an. 978. von seinen eige-
nen leuthen umgebracht.
; Volckmarus. Unter (einer regierung fielen an. 982. dieWenden ein; er retirirte sich, die kirche ward geplündert,und des vorhergehenden Bifchoffs corper übel tractirt.
4 Wigo, hat bis ohngcfehr 1013. regiert.
3 Luso, lebte an. 1020. zur zeit der zerstörnng, welche der
stadt Brandenburg von den Wenden, und deren Köni-ge Mistevojv widerfahren.
6 Johannes 1 . Scotus, vielleicht, weil er ein Scholtländer
gewesen, lebte bis an. 106g.
7 Dielericus I.
8 Dielericus II. an. 1070.
9 Tanquardus, an. 1073.
10 Volckmarus II. an. 108°.
11 Hartbertus, an. m8.
12 Ludolphus, au. 1134. da er den H. Norbertum zu Mag deburg
begraben helffen.
iz Wigbertus oder Wigerus, an. 1141. war vorher Abt aufdem Harlunger - berge, und nahm die kirche St. Gott-hard zur Calhedral-kirche, die nachgchends zu St. Pe-ter genennet ward.
14 Willinarus ober Wilmarus, bis an. 1162.
13 Sigfridus, bis an. 1179. ward nachgchends Ertz - Bi-
16 Waldemar, lebte an. 1190.
17 Alerius, an. 1192.
18 Nortbertus, an. 1200.
19 Baldewin.
20 Sigfridus II.
21 Genehardus, Gerhardus, war Decanus gewesen. Das
Capital hatte Ludolphnm und Wichmannum im Vor-schlag , weil aber keiner weichen, oder mit dem aus-sprucd des Maqdcburgischcn Ertz-Bischoffs Alberti zufrie-den seyn wollte, so bekam gedachter Genehardus, alsder dritte mann, das Bißthum an. 1221.
22 Rutgerus hat an. 1249. daS kloster Leheim consirmirt.
23 Otto, an. 1232.
23 Fridericus, an. 1316.
27 Ludovicus bis an. 134;.
28 Stephanus.
29 Henricus I. bis an. 1331.
30 Dietericus III. aus dem geschlechte derer von Schulen-
burg, bis an. 1393.
31 Henricus II. bis an. 1406. aus dem geschlechte derer von
Bodendick, hat an. 1396. Zigeser von dem hause An-halt an das Stift gebracht.
32 Henningus, bis an. 1413. aus dem geschlechte derer von
Breda», hat mit den Magdeburgern krieg geführt, wo-bey aber nicht viel blut vergossen worden.
33 Johannes IV. bis an. 1420. aus dem geschlecht von Wal.
bau, hat dem Condlio zu Costnitz bevgewohnet.
34 Fridericus II. von Graveneck , hatte sich etliche jähr vorher
um das Stift Augspurg vergebens bemühet, hat auchzu Brandenburg nicht lange gesessen.
33 Stephanuö ll. seiner wird von an. 1423. bis 1433. gedacht.
36 Dietericus IV. an. 1460. bis 1476.
37 Arnoldus sitzt von an. 1476. bis 1486.
38 Joachimus von Breda», bis an. 1306.
39 Hieronymus, eines Schultzen söhn aus dem dorfe Gram schütz
, nicht weit von Groß - Glogau in Schlesien,Doctor Theologie, Pastor zu Cokbus , ChurfürstlicherRath, und endlich Bischoff zu Brandenburg , worzu er
an.