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war es für die Frau von Lione seine maitresse, und die guteCalvinwnt bekam an der ächten statte nur falsche wieder. Essind kluge staats-leuthe, welche behaupten, daß dieser PrintzWilhelm alle seine streiche, so er wider Teutschland sein vatter-land angesponnen, und demselben, wie auch dem Kayser, seinemrechtmäßigen Herrn, würcklich beygebracht hat, alle aus dieserund dergleichen liebes-neigungen geflossen , und er dadurch seyverführet worden. A meldt de Ja Houjsaye , memoires tom. II.■ Calvinus, (Johannes) wurde zu Noyon in der Picardiean. i?oy. gebohrcn. Sein vatter war Gerhard Cauvin, Pro-cureur-General von der Grafschafft Noyon und Secretarius desBtßthums, welcher nebst diesem Johanne noch 5. andere lin-der gezeuget. Er ward von seinen eitern zu dem geistlichenstände gewiedmet, und hatte man bereits ein gewisses Bene-Bcium oder Präb ende in der Cathedral-kirche zu Noyon , undhernach das recht der Pfarre zn Pont 1 'Eveque vor ihn er-halten. Doch wurde dieser schluß geändert, indem sein vatterlieber wollte, daß er sollte ein Rechtsgelehrter werden, wozuauch kam, daß Robertus Olivetanus Calvinum bewog, diereligion etwas genauer zu untersuchen. Nachdem er einen gu-ten gründ seiner studien zu Paris geleget, wurde er nach Or,leans geschickt, die Rechte unter Petro Stelln zn studiren. Erbegab sich aber hernach nach Bourges , selbige unter Andrea Alciato zu conttnuiren. Hierbei) unterließ er dennoch nicht,die H. Schrift zu studiren, legte sich auch zu Bourges insonder-heit aus die Griechische spräche. Der tod seines vatters zwangihn auf eine kurtze zeit nach Noyon zurück zu kehren, worauser sich nach Paris begab, und daselbst seinen kractat über desSenecä buch de Clementia verfertigte. Er nennete sich vondieser zeit an Calvinum nach der Lateinischen redens-art. Imübrigen gleichwie er bereits die religion der Protestanten sichziemlich hatte gefallen lassen, also trug er kein bedrucken sichdenjenigen zu entdecken, welche zu Paris heimlich derselbenbeypflichteten. Nicolaus Copus, Rector der Universität zuParis , hielt eine rede, die er von Calvino hatte, welche aberdem Parlemente und der Sorbonne so übel gefiel, daß mandie Protestanten anfieng heftig zu verfolgen, und muste sichCalvinus selbst mit der flucht salviren. Er begab sich dero-wegen nach L-aintonge, woselbst er von Ludovico du Tilletwohl gehalten wurde, nachdem er vorher die Königin von Na-varra gesprochen, weiche sich angelegen styn ließ, die religions-verfolgung abzuwenden. Calvinus kehrte darauf an. 1554.wieder nach Paris , woselbst auch damals Servetus war , mitwelchem er eine conferentz halten wollte, wobey aber Ser-vctus nicht erschien. In eben diesem jähre fieng man aufsneue an die Protestanten heftig zu verfolgen , weswegen Cal-vinus Franckreich verließ, nachdem er vorher zu Orleans wi-der diejenigen, welche lehrten, daß die seelen der verstorbe-nen nach dem tode schliefen, einen tractat heraus gegeben.Er erwehlte Basel zu seinem aufenthalt, woselbst er sichauf die Hebräische spräche legte, auch mit Grynao und Capi-tone in genaue sreundschafft gerieth. Hieselbst gab er seineInstitutiones Christians Religionis heraus , die ihm keinen ge-ringen rühm zuwege gebracht, und welche er dem KönigeFräncisco I. dediciret, weil man bey den Teutschen Prote-stanten damals vorgab, daß die in Franckreich verfolgtenEvangelischen Enthusiasten wären. Über dieses buch hatPaulus Thurius folgendes distichon gesetzet: Prster Apo-ftolicas post Christi tempora chartas; Huic peperere libro ste-cula nulla parem. Nach diesem begab er sich zu der Hertzo-gin von Ferrara , welche sich zu dieser zeit der Protestantenin Italien sehr annahm. Er verließ aber dennoch bald die-sen ort, und gieng nach Franckreich, brachte daselbst seinefachen in richtigkeit, und beschloß, sich nebst ftinem bruderAntonio Calvino entweder nach Straßburg oder nach Basel zu wenden. Er konnte aber wegen der kriegs-gefahr keinenandern weg finden, als durch Savoyen , und da er durchGenf reisen wollte, fügte es sich, daß ihn Wilhelm Farellfast nöthigte , die vocation zur Profeßione Theologia; daselbstanzunehmen. Es wurde ihm zwar auch eine Prediger-stelleangeboten , er schlug aber selbige aus, doch muste er endlichim aug. an. iz;6. beyde stellen acceptiren. Im folgendenjähre brachte er es dahin, daß das volck zu Gens ein von ihmaufgefetztes glaubens - bekänntnis beschwören muste. Weilauch bishcrv in dieser stadt grosse uneuügkeiten nn schwängegegangen, und selbige zu stillen alle seine und seiner collegenbcmühungcn vergeblich waren, wollten sie das H. Abendmahlnicht weiter administriren, bis diese streitigkeiten gäntzlichaufgehoben wären, inglcichcn wollte er die Verordnung desSynodi , so im Canton Bern gehalten worden, nicht anneh-men ,, und verlangte, daß man in dem Synodo , den manzu Zürich halten wollte, möchte gehöret werden. Hierüberwurden einige zu Genf schwürig , und nachdem Man das volckzusammen beruffen, wurde Calvino, Fareüo und einem an-dern Prediger anbefohlen, binnen zwey tagen die stadt zuräumen, weil sie das H. Abendmahl nicht hätten halten wol-len, welches an. 1548. geschehen. Hierauf begab sich Calvi-nus nach Straßburg , woselbst ihm Bucerus und Capito vielfreundjchaffr erzeigten; er stiftete auch allda eine Französischekirche, an welcher er den ersten Prediger abgab , und wurdeüber dieses zuin Profestore Theologia ; daselbst verordnet. Ei-nige jähre darnach wurde er von den Straßburgischen Theo-logis auf den Reichs-tag zu Regenfpurg und Worms geschickt,
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um zu versuchen, ob man die religions -streitigkeiten hebenkonnte, da er denn nebst Bucero mit Philippo Mclanchthoneeine Unterredung hielte. Unterdessen hatten die von Genf bey dem Straßburgischen Magistrat um ihn inständigst an-gehalten , daß er auf eine zeitlang das predig-amt bey ihnenverwalten dürfte, sie erhielten auch endlich, daß er ihnen gäntz-lich überlassen wurde. Derowegen kam er wiederum den i z.sept. an. 1541. zu Genfan. Seine erste arbeit war, daß erdie kirchen-disciplin in stand brachte und ein Consistorium an-richtete , welches macht hätte, die ungehorsamen zu bestra-fen. Dieses wollte vielen nicht gefallen. Nichts desto weni-ger wurde in einer Versammlung den 20. nov. an. 1542. diefache bestätiget, und weil Calvinus mit grossem ernst darü-ber hielt, bekam er dadurch viele feinde, woran er sich aberwenig kehrte. Er nahm sich auch der auswärtigen kirchenin Franckreich , Teutschland, Engelland und Polen an. Sol-ches that er zwar meistentheils durch schriften; doch war erauch gegenwärtig, wo es die noth erforderte, insonderheitreiste er an. 1556. nach Franckfurt, einige streitigkeilen da-selbst zu schlichten. Ob er gleich in den letzten jähren seineslebens mit kranckheit angefochten wurde, ließ er doch nichtsvon seinem eifer ab, bis er endlich den 27. may an. 1564.starb. Er wird von allen aufrichtigen scribenten als ein klu-ger , gelehrter, beredter, arbeitsamer und frommer mann ge-rühmet. Unter seinen vielen übrigen schriften sind die vor-nehmsten Commencarius in Genesin, und Über die meistenbiblischen bücher ; Harmonia trium Evangelistamm ; Con-ciones variae; Catechisinus Ecclesia; Genevensis; de CcenaDomini ; adversus Pighium Campensem liberi arbitrii asser-torem ; Instructio adversus errores Anabaptistarum, Liber-tinorum &c. Excusatio adversus acta Tridentinae Synodi ;de Necessitate reformandi Ecclesiam; Defensio orthodoxa;fidei adversus Michaelem Sevvetum &c. Eeza, in vita Cal-vini. Mafson , in vita Calvini. Slddan. Tbuan. hist. &Tei fler, addit, tom. I. p. 227. seq. Adam, in extr, Theol.Maimbourg , Calvinisme. Drelincourt , defensi de Calvin ,Morus, in orat, de laudibus Calvini, &c. Bayle.
Calvinus, (Justus) siehe Baronius (Justus)
* Calvinus, (Johannes ) Prosi Luris zu Heidelberg , hat Le.xicon Juris, Franckfurt löoo. Medullam Lexici Juridici, ibid.1611. Paratit. Cod. Justinian. ib. 1612. Diatribas Juridicas tres,Herborn 1600. in 8. Orationem de Privilegiis & Honorib. Stu-diosor. ib. Propasdiam practicam Studii Politici & Juridici ,Franckf. 1595. in 8. und Themidem Hebraeo-Romanam, Han.159?. in 8. geschrieben. Hyde, bibl. Bodlej.
Calvisius , ein Römer, welcher unter dem Kayser Ti-berio an. lebte. Er klagte Agrippinam Neronis mutierauf anhalten der Juniä Sllanä an. Als aber selbige un-schuldig befunden ward, muste er ins elend gehen, dochward er eine zeitlang darnach wiederum nach Rom zurückeberuffen , Tadtm , lib. XIII. XIV. Es find auch noch zweyandere Calvisii gewesen , Calvisius Tellus und E. CalvisiusSabinus, Römische Bürgermeister.
Calvisius, ( Sethus X’etn Astronomus, Astrologus , Musicusund Poet, war zu Groschleben, einem dorfe nahe oey Sachsen-burg in Thüringen , an. 15 56. gebohren. Sein vatter war JacobKalwitz ein bauer daselbst. Als dieser frühzeitig gestorben,wurde er zur schule angehalten, und kam erstlich nach Fran-ckenhausen, von dar nach Magdeburg , muste aber an beydenorten sehr armselig leben , bis er endlich von der Music soviel begriffen, daß er sich nicht allein davon erhalten, sonder»auch so viel damit gesammelt, daß er auf die Universitätnach Leipzig ziehen können, woselbst er sich auf die Historieund Poesie geleget; und nachdem er einige beneficia dafeldsterlanget, mit unter diejenigen , so in der Pauliner - kirche diemusic bestellen, aufgenommen worden. Hernach wurde erPrassectus über die music in der schul-pforte, und nach IO.jähren übernahm er die direction von dem musicalifchen chorzn Leipzig. Ob ihm nun gleich von einigen stadten und derUniversität zriFranckfurt, ingleichen von der Academie zu Wit-tenberg, die Mathematische Profession war angeboten wor-den, so blieb er doch zu Leipzig , und starb daselbst an. 1617.im 62. jähre seines alters. An. 1605. gab er ein Opus Chro-nologicum heraus, welches Josephus Scaligcr allen andernschriften von dieser materie vorziehet. Seine übrigen schrif-ten sind Eormula Calendarii novi Calendario Gregoriano ex-peditior ; .Elenchus Calendarii Gregoriani ; Thesaurus Lati-ni sermonis; Exercitatio musica; &c. Jof. Scaliger , in can.isagog. & ep. zog. & 404. Vojjius, de scient, math. c. 68.
§. 20. Spizelim, in templo honoris. Ortgamu , in praes,elench. Quenstedt , in patriis vir. illustr. Freher.
Calumnia, eine göttin , welcher die Athcnienser altärewiedmetcn. Die Griechen nennten sie &i«ßob'»v. Apelles hat-te sie abgemahlt, und ward es unter seine allerbesten ge-mählde gezchlt, weil er alle ihre aufwarrer darinnen vor-gestellt hätte. Tbeopbraßui. Ludam«, de non temere credendacaiumnia. .
Calundbura , LaUenburg , e,ne statt , nebst einem schloßund amte, auf der mful Seeland , welche sich König Chri,stianus II. nebst der unweit davon gelegenen kleine» insulSamfoe, bedunge, als er auf die drey Nordische Königrei-che rcnunciren muste. spener. syll. hist. geneal .Humb. ,em.,,q.
Lalvo,
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