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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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c a m 381

her die Britannier bey ihrer rebellion solche desto leichter ero-bern , die alten soldatcn tod schlagen, und die stadk in gründruiniren konnten. Hingegen fehlte es an andern prächtigen ge-bäude» nicht, worrinter sonderlich das theatmm und der lein-pel des Kaystrs Claudii sehens-würdig, die Britannier aber sa-hen solches als ein castell zu einer ewigen herrschafft, und dieColonie als den sitz der knechtschafft an, daher sie einen ausruheanfiengen, von welchem Tadtus, annal.XlV.31. Agric. 16. nach-zulesen ist. Einige halten Colchester , andre Maldon vor das al-te Oamaloclunum. CeUarius , not. orb. antiq. II. 4. §.59. Carnde -nus , Britann. p. 347. seqq.

* CAlMANL oder CAMANNI, CHAMANNI, war ehe-mals ein gewisses volck in Teulschland, von deren sitz man nichtseigentliches weiß. Sie sollen in Meisscn gewohnt haben. Eini-ge setzen sie an die Elbe in die gegend der stadt Torgau , mitwelchen fast Pirckheimerus ap. Schardium tom. I. rer. Germ.script. p. 86 . übereinstimmet, der sagt, daß sie das land, so heu-tiges tags Missen gcnennt werde, bis an den Melibocum be-sehen haben. Andre sttzen sie an die Saale , da die stadt Cam-burg, noch andre in die Laußnitz , da Camentz von ihnen sollseyn benennet worden. So sind auch die scribenten wegen ih-res Ursprungs nicht einig, denn Stelln, und die ihm folgen,machen sie zu einem Teutschen volck, und setzen sie oben inMeissen unter das gebürge und die stadt Chemnitz , welcheso viel als Chamanitz oder Camanitz heissen soll. Allein es istbekannt, daß Chemnitz ein Wendischer nähme sey, und einensteinbruch bedeute. Demnach ist Brotuffs meynung wol diebeste, welcher sie auch in diese gegend, nemlich zwischen derMulda und dem Böhmischen wald setzet, sie aber vor einentheil der Sorlen-Wenden ausgiebet, welches besser mit derstadt Chemnitz übereinstimmet, und mögen also diese völckergleichfalls ihren nahmen von den steinen haben. Sie sollennoch zu Kaysers Henrici V. zeiten unter diesem nahmen seynbekannt gewesen, wie denn diese völcker mit unter denjenigengewesen, welche GrafWiprecht von Groitsch gedachtem Kay-ser zu hülffe gebracht. Aibmi Messn, land-chron. IV. p. 49.seqq.

* (samara, eine stadt an der nördlichen küste der insul Can-dia, ehemals Crcta, wo der fluß Siomio in das meer fällt. Sieist schon bey den Alten bekannt gewesen, und auch ehemalsLato genennet worden, wie solches Stephanus aus dem Te-nione erweiset, ingleichen ist auch daselbst ein Bischöfflichersitz gewesen. Notit. eccles in Creta . Ceüuripts , not. orb. an-tiq. II. 14. §. 8;.

Lamarasse, eine stadt nebst dem titul einer Marggraf-schafft, in Catalonien in dem gebiethe von Lerida , 4. meilenvon Balaguer, gelegen. Sie ist in dem XVI. feculo durchheuralh von dem Hause Luna an das de los Cobos gekommen,siehe stobos. imbof. von Grand in Span .

* Lamarces, ein fluß auf der Guineischen küste im König-reich Benin in Africa , von dessen gegend an bis an das Ca-po Lopo Gonsuatcs die Portugiesen eine neue Afrikanische com-pagnie wegen des Schwartzen-Handels an. 1724. angeleget ha-ben.

* Lamareddin-Rhan, Kayser über die Mogolen, welcherseine tochter dem Tamcrlan zur ehe gab, nachdem er den Sul-tan Hussan überwunden, und sich Meister von Samarcan ge-macht hat. Sie waren beyde von Genghizkhans religion, undtod-seinde der Musulmänner, deswegen erhielte Tamerianalle hülff und volck von ihm, so er seine anschläg auszuführennöthig hatte, W Herbelot, bibl. Orient.

* Lamarelli, (Franciscus) von Vicenza , ein berühmterRechtsgelehrtcr, welcher in der mitte des XV. saeculi gelebet,unter dem Papstthum Urbani VIII. Er hat sich aber sowolseiner guten lehr-art, als schönen wercken halben rühm erwor,

den. Johanne! ImferiaUs , in Musieo histor.

Lamargue, lat. Camaria oder Castra Mariana , oder Cam-pus Marianus , eine gewisse gegend in der Grafschafft Provencean den grentzen von Languedoc , Wischen den ausflüssen derRhone unterhalb Arles gelegen. Man schätzet solche auf 7.meilen lang. Dardey ist sie von sonderbarer fruchtbarkeit, undhat eine so temperirte lufl, daß das viel) den gantzen Winterüber auf dem fclde bleiben kan. Es soll allhier der RömischeBürgermeister C. Marius sein wohlverschantztes lager angele-get, und seine meist annoch junge und neugeworbene soldatcn inangesicht des feinds exerciri haben, ehe er A. U. 652. die Cim-brer geschlagen. Sinceri itinerar. Gall. *

Lamarina , eine stadt in Sicilien», im Val äi Noto süd-wärts am wasser Frascularo unfern dessen einfluß in das meergelegen. Sie ist nach Eusebir bericht A.U. 1 ; o.Olymp.CCCCXLV.erbauet worden. Die Syracuser verstörten sie 5 0. jähr hernach;sie ward aber von einem , nahmens Hipponas, wieder erbauet.Seit dem ist sie gäntzlich ruiniret worden, und daher hat eingewisser fluß in Sicilien seinen nahmen bekommen. Jedochist sie noch immer berühmt wegen desjenigen, was ihreneinwohnern, bey gelegcnheit einiger stinckenden Moräste, die ih-nen beschwerlich waren, ehemals begegnet. Denn nachdemsie das Oraeuluin deshalber um rath gefraget, bekamen sie ziirantwort, daß wenn sie selbige austrockneten, wurden sie destomehr ungelegcnheit haben. Sie aber hielten diese antwortfür lächerlich, und leerten die moräste aus; aber dadurch

gaben sie ihren feinden gelegcnheit in die stadt hinein zu kom-men. Daher ist das sprüchwort entstanden: movere, Cama-rinam, welches gesaget wird, wenn man selbst ein Unglück übersich ziehet. Herodotus, lib. VII. Thucydides, lib. VI, & VII.Diodor. Sicul. lib. XIV. l'alyb.Xx b. II. Strabo , üb. VI, P/in, lib.III. c. 8. Eraßnus, in adag. Alberti Sicil.

Lamarintha , siehe Laceres.

* Lamasei, (Andreas) ein mahler, war zu Bevaque, drey-zehen meilen von Spoleto gebürtig. Er war ein lehrjünger desDominiquln und Andr. Sacchr. Er mahlete sehr angenehmund furlreflich. Die vornehmsten kirchen zu Rom sind mit sei-ner arbeit gezieret, in welcher stadt er auch an. 1649. starh.

Abcedario Pittorico. Feiibien.

. Lamata , oder Carmon , vor diesem Lharax genennet,eine alte Persische stadt, welche in dem Chusistanischen , auf demGolfo von Balfera, nicht ferne von dem einflusse des Euphratsgelegen. Maty, Dictionnaire .

Lamb oder Ramb , Cambus , ein fluß in Ober-Oesterreich,welcher an den Böhmisthen grentzen entspringet, und sich unter-halb Crems in die Donau ergießt.

Lambadagi, des Taca schüler, bezauberte die Japoneser,und lehrte sie den teufel anbäten, worinnen ihm Cucudao br-hülflich war. Kircberi China.

Lambaja oder Guzurate, eine stadt und Königreich inOst-Indien unter dem gebiethe des grossen Moguls. Ein theilvon diesem Königreich ist eine yalb-insul zwischen den meer-busenvon dem fluß Indus und Cambaja, und das andere theil istvestcs land , so sich nach Decan zu erstrecket. Die Haupt-stadt istAmedebad oder Aniadabad; die andern sind: Cambaja, Su-rate, Baroch, Diu, rc. Die stadt Cambaja liegt am ende desmeer-busens, der von ihr seinen nahmen hat, allwo sich derfluß Cararr darein ergießt. Das gantze Königreich hat auchvon ihr seine benennung: wie dann selbige so considerabel ist,daß man sie insgemejn das Indianische Cairo oder auch dasBenjanische Paradies nennet. Sie hat starcke mauren mit ia,thoren, die Häuser sind groß und wohl gebauet, und die gantzestadt ist sehr reich und treibet vortrefliche Handlung. Guzurateist eine provintz von diesem lande, und so ansehnlich, daß auchdas gantze land darnach pfleget genennet zu werden. Die ein-wohner jmd entweder Heyden oder Mahometaner, lieben diegelehrsamkeit, bedienen sich allerhand waffen und sind sehrsinnreich. Das land hat grossen Überfluß an allerley waaren,die man aus Indien bringet, und hat ertz-gruben, darinnenman carniolen, diamanten und andere edelgesteine findet.Es hat auch allerhand korn-früchte, thiere, baumwollen, anis,opium, öl, serffe, zucker, wie auch manufacturen zu verferti- -gung allerley zeuges,cattun,tapeten, cabinet, rc. welche alle vonden einwohnern, welche man für die geschickteste kaufleuthe vonIndien hält, verkauft werden. Dieses Königreich ist durchdie Handlung dergestalt in aufnehmen gekommen, daß es über30. herrliche handels-städte hat, und sagt man, daß ehemalsdessen jährliche einkünfte sich auf20. Millionen gotdes belauffdn,auch wären zu derselbigen zeit Könige daselbst gewesen, die gros-se armeen zu seid führen können. Ums jähr Christi 1345. maß.te sich Achobar dieses Königreichs in währender Minderjährig-keit des MadofHer an, welcher nicht über 12. iatji· alt war,als sein vatter Mahnmed ihm die crone hinterließ. Denn weildie Reichs-Stande revoltirten, fand sich des jungen KonigSVormund, Chamet-Chan gemußigt, den grossen Mogol umschütz anzuruffen, woftr er ihm die stadt Amadabat verhieß.Daraufkam Achobar, der grosse Mogol, mit einer mächtigenarmee in Guzurate. Allein, an statt dem jungen Könige.Madof Her und seinem Vormunde zu helffen, bemächtigte ersich des gantzen Königreichs, und führte den jungen Printzennebst seinem Vormunde mit sich gefangen hinweg. Der grosseMogol läßt das Königreich Guzurate durch einen Vice-König re-gieren , welcher gemeiniglich zu Amadabat residirt, woselbst ereinen weit prächtigern Hofals einiger König in Europa halten ,soll. Dieses Königreich hat sich vor keinen feinden zu furch-ten , ausser daß die gebürge gewissen so genannten Radias oder ,kleinen Fürsten zu schlupf-lochern dienen, welche sich vom rau-be nehren, den ihre Unterthanen aus des grossen Mogols gebie-the ivcgführen. Olearius. Barbosa. Linschot. Majfaus, hist. Ind. Mandelslo Jndian. reise. Sanfon. Schultzens Ostind. reis . BaU

drei Malabar. p. 2.

* (sambalu, eine stadt, welche die meisten Geograph! die.Haupt-stadt im Catayischen nennen, und dafürhalte,,, dieses Ca-tay sen eine der haupt-provintzen der Tartarey. Man hat abernun durch nähen, bericht in erfahrung gebracht, daß Camba-lu und Peking eine und die nemliche stadt, und Catay der nörd-liche theil von China sey. Man hat zu Lisabona den profilvon dieser stadt in kupfer gestochen oder sonsten abgezeichnet,mit folgender Überschrift : Via della Citada de Cambalu inTartaria. Es befindet sich unter, andern planen oder abzeichnun-qcn andrer Orientalischen städten, deren sammlung dorten indem Alfandegue oder kaufhaus liegt. Obiger irrthum ist vonden Holländern entdecket worden, da sie ihre reise nach China thaten, so hat auch der ?. Kircher , in seinen reist - be-schreibuugen uns den nähern bericht ettheilet, daß Pekina ,die Hauptstadt des nordischen China , die nemliche sey, welche