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er die gantze spräche nach den theilen des menschlichen leides ein-getheilt , in denen er alles , was die gantze natur in sich schließt,beysammen zu finden nieynte; weswegen er alles mit grosscinfleiß erwegte, was Plato in Timao, Aristoteles , Galenus ,Cicero , Celsus , Plinius , Lactantius und viele andre davongeschrieben, auch sich ein paar menschliche cörper von einem ge-schickten Anatomie» zergliedern ließ; aber nackgehcnds änderteer sich, und richtete alles nach der in der Cadbalistischen undPlatonischen Philosophie so berühmten siebenmahl und den siebenPlaneten ei», dabey er in resolvirung des Demosthenis, ausMangel der Griechischen spräche an. >540. Sturmium zu hülffenehmen muste. Doch gefiel Slurmio seine einrichtung garnicht, der auch hernach selber einen gantz andern weg gegan-gen , und überhaupt fanden sich viele, die die gantze fache nurvor eine pralerey hielten, damit Camillus von grossen Herrenund von seinen freunden blos gelb zu schneiden suchte; daher ergcnölhiget ward, sich theils in dem discurse von seinem Theatro,theils in einem Lateinischen getichte an Bembtnn zu vertheidi-gen. Als er zu Paris war, begegnete ihm ein sonderbarer zu-fall, den er selbst in seiner lclea del Theatro , unter dem titull’Antro, erzehlt. Er stand nebst vielen Cavaliern auf einemsaal des Rathhanfes la Tvurnelle, da sich ein löwe aus seinembehältnis los machte, auf diesen saal kam, und da alle andereleulhe aus schrecken davon liefen, dem Camillo, der eben zumfenster hinaus sahe, die pfote auf die achsel legte, und mit derzunge ihn anfieng zu lecken, auch, da sich derselbe umsähe, sichdeniüthig vor ihm niederlegte; woraus Camillus schloß, daßder löwe gewisse sonnen-kräffte in ihm wahrgenommen habe,dergleichen er in den äugen eines Hahnes zu finden, und sich da-her vor demselben zu demüthigen pflege. Er ist ohngefehr an.
gestorben. Seine schuften hat Thoinas Porcacchi in2. theilen zu Venedig an. 15 67. zusammen drucken lasse»; dar-innen befindlich ; Discorso in materia del suo theatro ; Lette-ra del rivolgimento dell’ huomo a Dio ; la Idea del theatro ;Trattato deÜe materie ; Trattato dell’ imitatione; due Ora-zioni; Rime e Lcttere diverse; la Topica overo dell’ elocutione;Discorso sopra l’idee d’Hermogene ; Esposizione sopra il primo& seeondo sonetto del Petrarca; la Grammatica ; denen nochbeyzufügen , Artihcio dello scrivere , e giudicare le ben scritteorazioni, come anco del oratore ; Con alcune considerazionisopra la Bucolica di Virgilio. Seine Lateinische getichte stehenin den deliciis Poctarum Italomm. Ghi.mi theatrum. Gaddiut ,de scriptoribus non eccles. Kraußi notse in Manutium.
* Laminäus, (Balihasar) aus Zelle gebürtig, war DoÄorJuris, und Professor Logic * , hernach Historiarum & Poeseos]u Franckfurt an der Oder, und starb an. i6iz. den 2z. april.Er hat Vindicias oppolitas ingruenti iterum in Marchia Bar-bariei , eine Otsttion de Vita & laudibus Lamb. Distelmejeri&c. gesthri.ben. Seemann. Teijjier , cat. bibl. P. II. p. 24.
Laminat«, ein fluß in Italien , siehe AUia.
Lamingen, ein kleiner fluß in Bündten, welcher oberhalbVettis in den wilden Alpen ob Galfeisen entspringt, für Vettisund Pfäffers die dafige warme gesundbrunnen und bäder vor-bey , auf Ragatz und nahe bey diefem ort in den Rhein lauft ,nachdenl er einen weg von zwey guten weilen zurück gelegt hat.Stumpf, üb. X. p. z2l. b. Gwer. üb. XIII. p. 210. *
Laminha, ein kleiner ort mit einem see-hafen in der Portu-giesischen provintz Entre Mülho e Douro , hart an dem ort, woder fluß Minho in das meer fällt. Er ist beydes durch die kunstund durch die natur bevestigt, indem er auf der einen feite denjetztgedachten Minho, auf der andern aber den kleinen flußCöiro , auch gute mauren, nebst einigen bastionen hat. Beydem eingange des flusses hat man auf einer kleinen insul, zu be-deckung der stadt, ein viereckigtes fort nebst einem halben mvndeangelegt. Philippus III. König in Spanien und Portugall,machte Michaelem von Menefts, Marggrafen von Villareal,zum Hertzoge von Caminha. Manuel de Paria y SouJ'a , epit. delas hill. Portuguesas P. III. c. 20. P. IV. c. 2. 10. Colmenar ,delic. de i’Esp. p. 701.
Laminieck, oder Kaminiec - Podolsky, die Haupt-stadt inOber-Podolien , an dem fluß Schmotryck , welcher nicht weitdavon in den Dniester fällt. Sie ist eine vortreflichc auf einemsteilen seifen gelegene vcstunq, welche von ietztgcdachtem flußund jenseit desselben von Hohen bergen rings umher umgebenwird. Sie hat auch eine veste citadclle auf dem gipfel des felsens.Es ist ein Bischöfflicher fitz, welcher unter den Ertz-Bischoffvon Lemberg gehöret, wie denn auch ein Armenischer Bischofsund ein Iesuiter-Lollegium daselbst befindlich. < 2 ie wird vorder Alten Clepidava gehalten , und glaubet man, daß sie vonden Dacis erbauet worden. Die Türcken haben diesen ort öftersvergeblich attaquiret, da er aber an. 1669. durch eine feucrS-brunst viel schaden erlitten hatte, und hierauf an. -672. von denTürcken anqegrissen wurde, gerieth er in ihre Hände, weil diePolen damals gleich in einem innerlichen krieg verwickelt, undüber diß solche stadt auch in einem Übeln defensions-stande war.An. 1687. blocquirten sie die Cosacken, und im folgenden scvt.war die Polnische armee willens sie anzugreiffen, allein da sichdie Türckische armee herannahete, mustcn sich beyde parteyendavon weg machen. An. 1688. hielt die Polnische armee diesenort einiger Massen dlocquiret, und an. 1639. liessen sich die Lit-thauischen und Polnischen trouppen davor nieder, undfiengenden r. aug. eine formale belagerung anmusten aber selbige »m
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folgenden ftpt. wieder aufheben, bis endlich in dem Carlowitzi-schen frieden die Türcken diesen ort wieder an Polen abtratest.
Cellarii Polonia. Starovo/ßii Polonia.
Lammitza oder Chaminitza, ein ort;. weilen von demGolfo di Patrasso gelegen. Vormals war cS eine ansehnlichestadt, welche einen Bischofs hatte, unter den Ertz-Bischoff vonPatrasso gehörig. Heutiges tages ist es nur ein kleiner flecken.Die Alten hielten davor, daß Olenus ein söhn des Vulcani , die-sen ort zuerst erbauet. P. Coronelli descript. Moreae.
Lamis, sind gewisse göben, welche die Japoneftr anbäten,und zwar vorncmlich die Bonzes oder Priester von der secreTencus. Diese götzcn stellen die vornehmsten Herren von Ja pan vor, die Bonzes bauen ihnen als göttern prächtige tempel,und ruffcn sie an, wenn sie kranck seyn, desgleichen um sieg wi-der ihre feinde. Kircheri China.
Lamisards, sind von den Carholifchen Franzosen , die so-genannte ncu-bekchrte, oder Reformirte, in den Sevennischengebürgen, genennet worden, welche zu ausgange des XVII.und sonderlich zu anfange des XVIII. saeculi die Waffen ergriffen,und sich mit gemalt bey dem entzogenen exercitio der Protestan tischen religion zu mainteniren. Es ist aber diese benennungvon dem Lateinischen Wort camisia , oder camisium , oder vondem Französischen chemise , d. i. ein Hemde, entsprungen,weil nemlich die obgedachte leuthe mehrcnthcils blutarm gewe-sen, und fast weiter nichts, als das blosse Hemd auf dem leibegehabt; oder noch wahrscheinlicher, von dem wort camisade,welches einen unversehenen nächtlichen Überfall bedeutet, als inwelchen gemeiniglich die, so andere überfallen, um sich von demfeinde zu unterscheiden, weisse hemder über ihre kleidcr anzu-ziehen pflegen. Gewiß ist, daß diese Sevenols , sonderlich beyansang des kriegs dergleichen camisades sehr viel gebrauchthaben. *
Lamma, ein frauenzimmer in Galatien , welches Sina-tum einen mann von grossem ansehen in dieser landschafft Heu.rathete. Hierüber entrüstete sich Sinorix, welcher fich in dieCamma heftig verliebet hatte, dermassen , daß er Sinatumumbringen ließ. Als nun darauf die wittwe in der göttin Dia-na tempel ihre zuffuchl nahm , um den Verlust ihres gemahls z»beweinen, bemühete sich Sinorix ihre liebe zu qewinncn; die-se stellte fich auch, als ob sie nicht ungeneigt wäre ihn zu heu-rathen, ließ ihn derowegen zu sich in den tempel kommen, dieVerlobung zu vollxtchen, allwo sie ihm aber einen becher mitgift reichte. Als nun Sinorix selbigen halb ausgetruncken ,nahm sie die andere helfte, und bezeugte, daß sie nünmehro ih-ren tod nichts achtete, nachdem sie die an ihrem gemahl Sina-is verübte Mordthat gerochen. Plutarch . de virtut. mulierum.
* Lamman, (Joh.) ein Doctor Juris , war anfangs in sei-ner geburts-stadt Braunschweig Secretarius , hernach aber beyzo. jähr Rath und Syndici,s daselbst. Er war sonderlich inden Orientalischen sprachen erfahren, und starb an. 1649. inseinem 6z. jähre, Nachdem er Collegium Politico-Juridicum ,s. Disp. de Jurib. Majest. zu Giessen 1612. in 4. gedruckt, alsauch in manuscripto : Extrakt der Hanseatischen Recesse, dieRethnteyer heraus geben wollen, hinterlassen. Wirte, biogr.
* Lammarata, (Philippus) gebürtig von Palermo in Si-cilien, war allda erstlich Blut-vogt, und Rath ben der erstenAppellations-Cammcr, nachwärts Königlicher Richter bey demobersten Gericht, und endlich, da es die äusserste noth erforderte,General über sämtliche Siciltanische trouppen mit einem unum-schränckten gemalt. So viele mühsame bedienungen haben ihndoch nicht gehindert, eines und das andre werck an den tag zugeben, als: Juridicum discrimen inter Episcopos, Abbates& Reguläres &c ; Patrocinium D. Berardi Ferro &c; Propugna-culum veritatis &c; Responsa Decisiva tom. II. Resoonsa Le-galia. Er starb zu Palermo den 4. dec. 167;. Gross allgem.Holl. Lericon.
Lammaret, ein kleiner ort an den küsten der Französischen provintz Bretagne , gantz nahe bey Brest , welcher sonderlichdadurch bekannt worden, daß an. 1694. den 18. jun. die Engli sche flotte in der bay, so daselbst formiret wird, mit unglückli-chem succeß eine landung versucht.
Lämmer, eine adeliche familie in Bayern , welche seit an.1042. den turniern beygewohnet. Ulrich war zu des KayserSFriderici II. zelten ein berühmter kriegs-held. Hildebrand leb-te um das jähr 1146. dessen söhn Gerhard auf Cammersrcuthbey dem Kayftr Ludovico Bavaro in grossen gnaden gestanden.George, ein enckel des letzter», that sich um das jähr 1460.und Johann zu des Kayscrs Maximiliani 1 . zeiten, in dem krie-ge hervor. Christophorus, ein söhn Viti, hat gegen die mit-te des XVII. foculi gelebct, und sich mit der natürlichen toch-ter Hertzogs Wilhelmi in Bayern vermahlet. Buce’. stemm.Germ. P. IV. Spangenb. Adelst).
Lammer-Gerichte, ist das oberste und letzte Gerichte imH Röm. Reiche, welches vormals zu Speyer war, und vondem Kayftr Maximiliano 1 . und den Reichs-Standen an. 1495.acstiftct worden, dependirel auch sowol von dem Kayftr alsden Reichs-Ständcn, und spricht sowol in fachen der Ständeals dero Unterthanen in deren nahmen das recht. Es ist nachabschaffung des faust-rechts, dadurch ein jeder mit gemalt einegeraume zeit sein recht behauptet hatte, angerichtet worden.Einige wollen einen ältern Ursprung behaupten, doch ist das