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vebft seinem söhne in vcrhafft genommen, weil man ihn beschul-digt, daß er einen aufruhr in «Schottland zu erregen gesucht, undCarole 11 . nach dem leben getrachtet. Ob nun wol einer derwider ihn bestellten zeugen bey der confrontation eydlich versicher-te, daß er nichts wider ihn vorzubringen hätte, Campbell auchselbst seine Unschuld auf eine unverwerflichc weise darlhat, undvon den geschwornen Richtern losgesprochen ward , kain erdennoch nicht los , sondern ward an. 168;. von dem Schotti-schen Parlement aufs neue angeklagt, und erhielt zwar das leben,ward aber seiner güther verlustig erklärt, von welchen der Grafvon Melfort, dem ste der Hof fthon längst versprochen gehabt,besitz nahm. Er starb kurtz hernach im 80. jähre seines altcrs.Burnet, mem. des dein. revol. d’Angleterre 578· 611. 676. 677.
Campeche, ist eine wohlgebanele stadt, in der AmerikanischenhalbinsnlPucatan,nebst einem guten Hafen an dcmMexicanlichenGolfo. Von ihr wird ein bekanntes holtz zum färben benennet.
Campeggi , ein berühmtes geschlecht in Italien , daraus vielvornehme leüthe entsprossen sind. Ngolinus Campeggl lebte mdem XIII. foculo, da ihn die zu Pisa zu ihrem General crwehl-ten. Einer von seinen nachkonnnen, Bartholomaus, war wegenseiner frömmigkeit und gelehrsamkcit berühmt. Er lebte am en-de des XIV. feculi, und verließ freywillig sein vattcrland , da-mit er nicht der partev der Guelphen folgen dürste. Er wandteaber seine zeit auf dieRechtsgelehrsamkeit,darinnen er es sehr weitbrachte. Doch übertraf ihn darinnen sein söhn Johannes , dermit grossen, rühm zu Padua und an andern orten lehrete, auchunterschiedene schristen hinterließ, als: Consilia; de Statuds; deImmunitate; de Dote &c. Er ließ nach sich nebst dem Lauren-tio, dessen hernach soll gedacht werden, und 2. tvchtern , Rudol-phum, einen General der Venetianern, Johannen, Baptistam,Bischoff von Majorca , der auch wegen seiner gelchrsamkeil be-rühmt ist, und Alexandrum. Dieser letztere wurde mit grossersorgfalt anferzogen, und hatte die geschicktesten leulhe zu seinenlehrmcistcrn, als Lazarum Bonamicum , Petrun, Porhanuinund Antonium Bernhardt, daher er bald die wichtigsten ämteran dem Römischen Hofe und in der kirche erlanget. Paulus III. machte ihn zu seinen, Cammer-Clerieo, gab ihm auch andere be-förderungen, und an. 1541. machte er ihn zum Bischoff von Bo-nonien. Da das Concilium von Trident in diese stadt verlegetwurde, versammleten sich die Bischöffe bey diesem Alexandro,und seinem brudcr Johanne Baptist«, und es befunden sich da-mals s. Bischöffe allhicr aus diesem geschlechte, so alle nahe an-vcrwandten des Eardinals Laurentii Eampeggi waren. Alexan-der war auch Vice - Legat zu Avignon , und wurde endlich vonJulio III. im nov. an. ,5;-. zum Cardinal gemacht; starb aberim jähre daraufden 2;. scpt. an. 1^4. im 48. jähre seines al-ters. Im XVII. sieculo war der Graf Rudolphus Campegglsowo! wegen seiner Rechtsgelehrsamkeit als auch wegen seinerPoesie berühmt. Er starb den rg. iun. an. 1624., und hinterließII. tomos seiner gestellte. Thomas Campeggi, von dem ein eignerartickul folget, war Bischoff zu Feltri, und lebte im XV. fecu-lo. CamiÜus Campeggi ein Dominicaner-Monch, von Pavia gebürtig, machte sich auf dein Tridentinischen Condlio bekannt,und war ein berühmter Prediger.
* Campcggius, (Laurentius) ein berühmter Cardinal imXVI. Ikcufo. Er war von Bononien und ein söhn des vorher-gedachten Johannis Cainpeggi. Er legte sich anfänglich auf dieRechtsgelehrsamkeit, und war Professor Juris zu Padua , soll auchvcrheurathct gewesen seyn, und sich erst nach dem tobe seinersrauen in den geistlichen stand begeben haben,da er denn von un-ten auf bis zur Cardinals-würde gestiegen. Der Papst Julius II. machte ihn zum Auditor di Ruota und zum Bischöffe von Feltri.Leo X . gab ihn, das Gouvernement von Parma und Florentzauchaii. 1317. den Eardinals-Hut. An. 1518. ward er nachEugellaild geschickt, war aber so übel versehen, daß ihm der Car-dinal Wolsey tuch geben muste, seine leuthe zu bekleiden, wie erihm denn auch, seinen cinzug ansehnlich zu machen, etliche bela-dene maul-esel liehe. Weil aber die kästen, die sie trugen, nur le-dig waren, und einige davon bey dem einzuge abfielen und auf-svrunqcn,ward der Legat dem volcke zum gelachter. Er war auchmit seinem anbringen nicht angenehm. Denn er war geschickt,die zehnden zum Turckcn - kriege von der Geistlichkeit zu erheben,und die klöstcr nsbst dem Cardinal Wolsey zu besuchen, auch, wonöthig, zu reformiren. Das erste ward alsobald vom Hofe undvon der gesamten Geistlichkeit verworffen. Das ander aber woll-te Wolsey gern vor sich ohne collegen thun, dazu er auch eine bul-le von Rom erlangte, und weil er noch dazu zum Legato a late-re gemacht ward, muste Campcggius wieder zurück reisen. Ererhielt aber doch vor sich das Bißthum Salisbury, desseneinkünfte er nachgehends eine geraume zeit gezogen. Hernachhat ihn der Päpstliche stuhl zu beylegung der religions - streitig-f eitci, in Teutschland gebraucht, weswegen er an. 1524. aus denReichs-taq nach Nürnberg kam, daselbst er die Stände, die aufein Concilium drungen, besänftigen, und ihren eiser gegen denRömischen stuhl stillen sollte. Er konnte aber mit der von ihmaufgesetzten reformations - formn!, weil selbige vor unzulänglichgeachtet wurde, nicht durchdringen, und widersetzte sich demReichs-abschiede vergeblich, brachte es aber doch so weit, daß her-nach einige von dcnEatholischen Ständen eine besondere zusam-menkunst zu Regcnsvurg hielten , auf welcher sie seinen aufsatzvon reformation der Geistlichkeit annahmen. An. i;;o. kam eraus eben dergleichen ab,ehe» , damit er nemlich verhindernHistc-r. Ltxiam u, Theil.
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möchte, daß die Teutschen keinen schluß wegen der religions - fa-chen oder wegen eines Condsii machten , als Päpstlicher Legat auf den Reichs-tag zu Augspurg. Seine rede, die er an die Stän-de hielt, handelte demnach nur insgeinein von des Papsts gutenwillen, diereligions-streitigkeitcn beyzulegen, und hingegen dranger desto eifriger auf den Türckcn - krieg. Dabey war er sehr be-mühet, einigkeil zwischen beyden parteyen zn stifte», und wider-rieth alle Heftigkeit, wollte auch nichts daß man sich in Untersu-chung der Äugspurgischen Conftßion allzutief einlassen, oder dieWiderlegung derselben öffentlich gemein machen sollte. Eine vonseine» wichtigsten Verrichtungen, die er doch ungern übernahm,war seine zweyte Gesandtschafft nach Engelland, allwo er in derehe-scheidungs - fache zwischen dem Könige und seiner gemahlinan. i s 28. den ausspruch thun sollte. Der Papst erwehlte ihn da-zu , weil er sowol dem Kayser als den, König in Engelland ange-nehm war. Er muste sich aber auf Päpstlichen befthl so dabeyaufführen,daß er des Königs gunst über diesen Handel verschertzte.Denn da er denselben lange in den gcdancken erhallen,daß er voll-kommene macht habe, ohne weitere rück-frage einen ausspruchin der fache zu thun, zu welchem ende er dem Könige auch einebulle dieses innhalts vorzeigte, wiewol er dieselbe nicht aus denHanden geben wollte, so ward endlich nach vielfältigen Verzöge-rungen die ihm gegebene vollmacht vom Papste widerruffen, undder proccß nach Rom gezogen; wie dann auch Campcggius diezu einer schcidung mit sich gebrachte, und dem König allbereitvorgewiesene vollmacht auf ausdrücklich erhaltenen befthl wie-derum soll verbrannt haben. Als er folgends im oct. an. 15 29.wieder nach Hause zog,wurden ihm unterwegs stine fachen durch-sucht, darüber er sich zwar sehr beschwerte, dennoch aber keinegnugthuung erhalte» konnte,weil der König meynte,der Cardinalsey fein unterlhaner wegen des Bißthums Salisbury , und kön-ne sich alfo dieser gcwohnheit nicht entziehen. Die urfache vondiesem Handel aber war, daß man meyntc, die obbemeldte Päpst liche bulle und einige liebes-brieft des Königs und der Anna vonBoulen bey ihm zu finden, die ihm der Cardinal Wolsey sollte ge-geben haben. Allein er hatte diese papiere schon durch seinensöhn vorhin weggeschickt, und sollen daher noch die bemeldten lie-bes-brieft in der Vaticanischen bibliotheck befindlich seyn,die dochvon vielen vor unächt gehalten werden. Hernach an. 1514. dasich der König gäntzlich von dem Römischen stuhl abgerissen,warddiesem Cardinal auch das Bißthum Salisbury genommen, wel-ches er sich vergeblich wieder zu erlangen bemühtte, wie ihm dennauch der König nicht gestatten wollte, auf dem bevorstehendenCondlio kroteckorvpi, derCroneEngelland zuheissen. An. 1^,8.da der Papst das Concilium nach Vicentz berufte, ward er zubemselben als Päpstlicher Legat verordnet. Weil aber niemandzu Vicentz erschien, muste auch Campcggius wieder wegziehen,und starb hernach den ,9. jul. 159;. Er ist ein überaus guterStaatsmann gewesen, seine sitten aber werden von einigen garschlimm beschrieben, welche sagen, er sey dem spielen und demfrauenzimmer ergeben gewesen , wie denn auch nach etlicher be-richt der söhn, den er mit sich herum geführt, ein bastard gewe-sen seyn soll. Aubiry , hist. des Cardinaux. Sanderus , de schis-mate Angl. Bumet , hist. Reform. Angl. Seckendorf. hist. Luthe-ran. S/eidanut , de stat. relig. Pet. Suavis hist. Concil. Trid. Lorerei, hist. d’Anglet. tom. I. &c. *
* Campcggius, (Thomas) ein söhn Johannis aus Bolo gna , und brudcr des Eardinals Laurentii, war in der Rechtsge-lehrfamkeit und andern wissenschafften treflich erfahren, wardunter Leone X . Gouverneur von Parma und Piacenza , und an.1520. Bischoff zu Feltri. Nach Leonis tobe schickte ihn das Car-dinals-Collegium nach Spanien , um dem neuerwehlten PapsteAdriano VI. die Nachricht davon zu überbringen, den er hernachaufseiner herausreift begleitete, und der ihn einige zeit darauf zuseinem Nuntio von Venedig ernennte. Auf dem TridentinischenCondlio distinguirte er sich dermassen, daß es wenig gefehlet,daß er nach Pauli IV. absterben zu dessen Nachfolger erwehlt wor-den. Er starb endlich zu Rom den u, jan. an. 1564. in dem72, jähr seines alters, und ließ Tr. de Residentia Episcoporum ,Venedig 1355. in 8. de Auctoritate Papae , ib. eod. welches aberauch in Rocaberti Hihi. Max. Pont. tom. XIX. stehet; de Cceli-batu Sacerdotum non abrogando, ib. 1584. de Auctoritate Con-ciliorum, ib. 1584- An Papa poflit dirimere Matrimonium abIneretids contractum, ib. i;;s. & i$84· An Papa poffit incur-rere labern Simonis;, ib. 1584. de Officio Principis Christian!inEcclesia, ib. 155s. drReservatione casuum absolutionis , ib.de Sententia excommunicationis, ib. &c. UgbtUus , Ital. sacr.tom. V. p. 377. Hyde, bibl. Bodlej.
Campegtus oder Camperius, (SympHorianus) sieheChampier.
* Campelus, (Bernhard) ein JCtus von Spoleto , lebte imXVII. l-culo,brachte es sehr weit in der Poesie und Historiesschriebtragödien ; sie Poesie volgari e Latine ; gli Annali o Historie diSpoleto, «nl) starb 1676. im 80. jähr. Jacobilli biblioth. Umbrias.
Campen, eine schöne stadt in der provintz Ober - Zssel, amufer des fiuffes Assel, etwa 5. weilen von Dcventer, deren gegendman unter waffer setzen kan. Lateinisch wird sie Camp, genannt,daher Henricus von Campen, unter dem nahmen de Campo be-kannt ist. Sie ist nach der zeit, als Kayser Carolus M. die Christ-liche lehre in dieser gegend predigen lassen, erbauet worden. An.1,94. wurde sie nebst Zwoll und Deventer eine frey-stadt. An.i,2o. entstund ein krieg zwischen den eiuwohnern von Campen
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