belagerte. Dieser aber rufte Kayftr Ottonent, welcher ihrniu hülffe kam, lind Canossa entsetzte. Vita Matbildn , lib. II.apud Leibniz. tom. l. script. Brunsuic. p. 689. seqq. Donni.zonit vita Math. ibid. p. 633. seqq. Leo OJHenfh, I. 64. Ba.ronius ad an. 950. & richtete derselbe auch eine kirche daselbstauf, und bekam darzu Christi dornen-crone, und des Märty-rers St. Apollo»« leib, hat auch so viele kostdarkeiten hineingefchenckt, daß, als Makhildts an. 1032. dieselben von dem Ab-te des klosters abforderte, um sie dem Papste zu schencken, amgcwichte 700. pfund silder und 9. pfund gold waren. Zumäquivalent hat der Papst dem kloster unterschiedene capellenuntergeben. Es steht auch unter keinem Bischoffe. Reiatio detbejauro Canuf. eccl. apud Leibn. 1 . c. p. 688- seq. Donnizo , 1 . g.
p. 640. Ü4;. Mathildis pflegte oft auf diesem schlösse zu residi-ren ; wie denn auch an. 1077. allhier ( nicht aber zu Canv-sa in dem Neapolitanischen ) Kayftr Henricus IV. bey PapstGregorio die absolution von dem kirchen-banne holen muste,wovor er sonder Zweifel aus raache an. 1092. Canossa , wiewolvergeblich, belagerte. Donnizo, 1 . c. p. 671. Amulpbi gestaMediolanens. VI. 8- apud Leibniz. I. c. tom. III. p. 746.
* Kanossa , (Ludovicus) ein söhn Bartholomäi anö einemalten und avelichen gefchlcchte zu Verona , studirte die .jura, kamdarauf nach Rom , und setzte sich bey Julio ll. in Hochachtung,wie auch bey dessen Nachfolger, Leone X. von welchem er dasBißrhum Tricarico erhielt, und als Nuntius Apostolicus inFranckreich gebraucht wurde. Seine gute auffuhrung dabeyerwarb ihm von dem Könige Francisco I.die Bischoffliche wür-de von Bayeur, und die charge eines Königlichen Raths, ja ge-dachter Franciftus schickte ihn an. 1527. als feinen Gesandtennach Venedig , wo er, bis der friede in Italien erfolget, sub-sistiren sollte. Allein er wurde gefährlich kranck, und ließ sichnach Verona bringen, wo er an. 1529. gestorben. Hier. curte,Bist. Veron. P. II. p. 572. Ughelius , Ital. sacr. tom. VII.
p.i^.
* Canotio, (Lanrentins) ein mahler von Padua , wo er ver-schiedenes gearbeitet hat, und an. 1470. gestorben ist; seine stückesind ziemlich hoch geachtet. Seine gradstatte ist in dem klosterder kirche del Santv. Fasan.
* Canovta, ein kleines ländgen in Albanien , zwischen demGolso Drin und der stadt Scutari. Es hatte vor zeiten ei-ne Haupt-stadt eben dieses nahmens, wo em Bischoffwar, dernun seinen fitz zu St. Iuanilla von Medea hat, und nur über2; . Pfarr-spiele das aussehen hat. Baudrand will haben , dervornehmste ort in diesem lande sey nun Badiuchl, ein dorfoder flecken, so man nicht auf den charten findet. Maty, Dict.
Canstatt, Cantstatt , eine stadt im Hertzogthum Würtem,berg, eine stunde von Stuttgard am Neckar , auf einem vongutem wein und körn fruchtbaren boden gelegen. HertzogEberhard Ludwig hat gedachten fluß schiffreich machen, undeine Niederlage daselbst aufrichten lassen, welches die vorigenHertzoge von Würtemberg schon unterschiedene mal willens ge-wesen , und auch von dem Kayftr die freyheit erhalten. Da-durch wird die Handlung in die Pfaltz, auf Franckfurt, inHolland und die Niederlande auf und ab »mein grosses ver-mehret , und werben alle waaren, die in Ober-Schwabenvon unten heraus gehen, daselbst abgestossen, nachdem sie aufdem Neckar bis dahin gebracht worden. Man vermeynet,daß um diese gegcnd die Romer bey ihrem einbrlich inTeutschland ihre sommer-lqger gehabt, und ziehet zum beweisan die Römische inscriptiones, so man um diese gegend gefun-den. Allein, da es sich schwerlich erweisen läst, daß die Rö-mer vor der Allemannier zeiten von dieser gegend her viel inTeutschland eingebrochen, so hat man mehr zu glauben, daßdie hier befindliche Römische stein-schriften von denjenigen legio,nen herkommen, welche zu Verwahrung der äussersten grentzendes Reichs daheruin gelegen sind, wie dann das sogenannteVindelicum unstreitig bis an diese örter gereichet hat. Diestadt soll den nahinen von C. Ant. Stat. oder Caji Antonii Sta-tivis haben. Einige wollen, daß Canstadt anfänglich der fa-milie von Schilling zuqehöret, davon sie sich noch Schilling vonCanstatt schreiben. Es ist aber viel gewisser,daß dieses geschlechtden zunahmen von Canstadt allein wegen einem adelichen frey-guth angenommen, so es vermalen allda in der stadt beses-sen hat. An. im- hat Kayftr Ludwig der vayer der stadtdas Privilegium ertheilet, daß sie mit Eßlingen gleiche frey-Heck und rechte gcnicssen solle. Ohnweit der stadt ist ein vonaltem her bekanntes bad das Sultzbad genannt, welches voreinige kranckheitcn gut ist. Zu ansang des XVIII. feculi hatman daselbst viele gebeine, sowol sehr grosse als auch unge-wöhnlich kleine ausgegraben, welche man theils nach Stutt-gard in die kunst-cammer genommen, und wissen die Gelehr-ten nicht, was sie daraus machen sollen: Ob es ein lufusnaturae und fossile, oder gebeine, die von der sündfluth odereinem Römischen lager übergeblieben.. Es finden sich auch indieser gegend noch viele Heydnische muntzen. Ferner ist daselbstein paß und brücke über den Neckar . Im XV. seculo wurdeauch allhier ein Kayseri. post-amt aufgerichtet. Cruß ann.Suev. Tenzel, in monatl. unterred. *
t Sie liegt nur eine stunde nord-ostwärts von Stuttgard.Sie hat eine feine Vorstadt jenseit des Neckars. Um das jähr144;. hatte Canstadt einen streck mit dem Abt zu Lorch , wegen
des fisth-fangs in dem Neckar , welcher von Graf Ulrich vonWürtemberg beygeleget worden. Zu ansang des aprils an.1519. wurde sie von dem Schwäbischen bund erobert. ,An.r688. und 169;. wurde sie von den Franzosen hart bedrängt.
M. Steinweg. mamsscripta.
Canstein, eine Freyherrkiche familie, deren stamm-schloßgleiches nahmens in der Marck Brandenburg befindlich ist.Sie hat sich auch in Westphalen niedergelassen, wie bannMordtan an. 1570. daselbst gelebet, dessen söhn Raban an.t;88. auf der Academie zu Wittenberg mit tode abgegangen.Ein anderer diefts nahmens war an. 16,8. Chur-Brandenbur-gischer geheimer Rath, Cammer-Präsident, und nachgehendsOber-Marschall. Friedrich Rudolph Ludwig aus Blumbergbekleidete an. 1689. die charge eines Brandenburgischen gehei-men Raths und Amts-Hauptmanns zu Müllenhof. An. >708.blieb Philipp Ludwig, Königl. Preußischer Obrister, in derschlacht bey Oudenarde . Carl Hildebrand , von dem in fol-gendem artickuk mit mehrerm, starb den 19. aug. an. 1719.nachdem er in seinem leben dem Hallischen Waysenhause vielgutes gethan , und solches auch durch sein testament reichlichbegäbet hat. Pusend. de reb. gest. F. Wilh. *
* Canstein , (Carl Hildebrand , Freyherr von) Erbherr aufCanstem, Schonberg, Neukirch, Blumberg, Eiche, Dahlwitz rc.war an. 1667. gebohren, und begab sich an. 168;. nach Franck-furt an der Oder, allwo er drey jähr dem studiren oblag, undunter Samuele Stryckio de Usu & Authoritate Juris Roman!in foris Germania ; dlspulitte. Hierauf,that er mit seinem bru-der, Philipp Ludwig, eine reise, und besähe Holland , Engelland,Franckreich, Italien , Oesterreich und Bohnien, von da er an.
1688. wieder zu Berlin ankam. Das folgende jähr ernennteihn der Churfürst Fridericus III. zum Cammer-Iuncker, wel-che bedienung er nach etlichen jähren wieder aufgab , und alsVolonlair in den Niederlanden mit zu selbe gieng. In wäh-render dieser campagne verfiel er zu Brüssel in eine schwerekranckheit, da er ein gclübde that, GOtt sein lebenlang zu die-nen, und sich aller weltlichen bedienungen zu entschlagen, wenner von seinem gefährlichen lager aufkommen wurde. Diesemzufolge machte er bey seiner Wiederkunft nach Berlin mit Dr.Spenern, und den Theologis zu Halle vertraute freundschafft,legte sich auch mit besonderm fleisse auf die Theologie, wiedavon seine zu Halle an. 1718. in fol. heraus gegebene Har-monie, und auslegung der IV. Evangelisten zeugen kan. Erstarb an. 1719. den 19. aug. und ließ von Bartha Sophia vonKrosick, die er sich an. 1707. beygelegt, keine kinder. Ihm hatman es zu dancken, daß von an. 1712. bis 1722. von dem NeuenTestamente i;oooo. und von der gantzen Bibel 12,000. stückzu Halle gedruckt worden, Massen er so viel ftbristen giessecklassen, daß man die gantze Bibel vollkommen abfetzen, und sol-cher gestalt allemal zum abdruck fertig haben kan. Univ. Lc-
xicon,
* Canstetter, (Tobias) war an. 162,. in Ober-Riexingen,einem Würtembergischen stadtgen, gebohren, und wurde, nach-dem er zu Tübingen studiret, anfangs zu Lauffen Diaconus,kam hierauf nach Ober-Riexingen, und etliche ,ahr darauf alsPastor , wie auch Inspector nach Brackenheim . Er starb an.l 668 . im 4;. jähre seines alters, und ließ ein buch von bösenaedancken, unter dem titul: Trüber Brunn und verderbte Quel-le des menschlichen hertzens. Fischhni meiner. Theol. Wür*temb.
* Ccttit, Rant, eine kleine stadt an der Weistritz, in dem Für-stenthum Breßlau gelegen, und dem Dom-Capitul daselbst zu-ständig. In dem darzu gehörigen districte, welcher seinen eige-nen Lands-Hauptmann hat, find feine Ritter-sitze, als Groß-Peterwitz, Fürstenau, und andere. Hertzog Conrad zu Oels , derfchwarye genannt, rksidirtean. 14; 1. an diesem orte, unvführte davon den nahmen. Lucä Schles. chron.
CANTABRI, ein altes volck in Spanien , welches ei-gentlich in dem heutigen Guipuscoa und Biscaya wohnete.Als sie sich zu des Kaysers Augusti zeiten wider die Römer em-pörten, oder vielmehr bis dahin noch nie recht waren gedämpfetworden, gieng er in eigner Person in Spanien , und zwang sie,nachdem erste etlichemal geschlagen, daß sie sich auf das ge,bürge und in die wüsten örter retiriren musten. Er nähme diestadt Araciüum , und den berg DinniuS nach scharfer gegen«wehr ein. Und endlich belagerte er A. U. 729. A. M. 39,9.A. C. 2,. den Überrest dieses volcks auf dem berg Medullus,umfieng denselben mit einem graben , der in die 1,000. schrittim Umgang hatte, und brachte sie endlich durch Hunger da-hin , daß sie ych selbst umbrachten, indem sie lieber sterben alsdienstbar seyn wollten. Augustus stet in währendem dieftckkriege in eine kranckheit, und übergab deswegen Cajv Antistiodas comniando; ausser welchemauch Furnius und Agrippabey denen hernach erfolgten empörungen dieses volcks dienstegethan haben. Dio , lib. Bill. & LIV. Vell. Paterc , lib. it.Juli. lib. XLIV. Suet. Aug. t'lorus. Eutrop. Gros, Lw. inCpit. Horat. *
Cantal , ist der nähme eines gebürges, <0 fast stets mitschnee bedeckt liegt, in der Französischen landschasst Auvergne .
Zeit. itinerar, 6all.
Mm 4 CmttAlitts