tmd wurde bey Paulo IV. seinem Vetter auferzogen, der ihn zuseinem Kämmerlinq machte, und zum Dom-Herrn zu St.Petri.Von dem nachfolgenden Papste ward er nebst seiner familie ver-folget, und ihm fein Canonicat zu St. Peter genommen. Dochweil er eine grosse begierde zu den studiis hatte, studirte er sehrfleißig zu Padua,und legte sich sowol auf die Rechlsqelehrstrmkcitals Kirchen-Historie. Von Pio V. wurde er an. -?66. wiederumnach Rom beruffen, und ihm der Cardinals-Hut verehret. Ei-nige zeit darnach machte er ihn zum Haupte über diejenige Con-gregation, welche zur Verbesserung der Bibel und zur erklärungdes Tridentinischen ConcilH aufgerichtet worden. Unter Gre-gorio XIII. wurde er auch zum Päpstlichen Blbliothecario bestel-let, und starb endlich an. izyi. Er übersetzte unterschiedenewercke aus dem Griechischen ins Lateinische, als Catenam ve-terum Patrum in Cantica V. & N. T. Comment. Theodoreti inPialmos ; S. Gregorii Nazianzeni Orat. &c. Er cvrrigirte auchdie Bibel der LXX. Dolmetscher, und fügte seine eigene an-merckungen mit hinzu, colligwte die Päpstlichen Decretales inIII. volum. brachte St. Hicronymi briefe in loeos eommunes,und ließ noch verschiedene andere vorlrefliche wercke hinter sich.Aubery, hüt. des Card. Mir.eus , de Per. läse. XVI. Baron. Spon~dan. Pojj'ev. Imbos. p.
<£arafa, (Antonius Graf) Kayserlicher General von dercavallerie, General - Kriegs-Commistarms, geheimer Rath,Obrister über ein regiment zu pferde und Ritter des göldenenVliesses, war der jüngste söhn Marei Antonii Earafä. Anfangsbegab er sich in den Hierosolymitaner Ritter-orden, als er aberan. 166;. durch hülffe des Päpstlichen Xunrii, Caroli Carafa,einen zutritt an dem Kayserlichen Hof gefunden, und von demKayser zum Cammer-Herrn war gemacht worden, gab er diesenerden auf, und gieng nach Ungarn in kriegs-dienste, da er alfo-bald eine eompagnie reulerey, und nicht lange hernach ein Teut-sches regiment bekam. Als der andere Türcken-krieg angieng,und Wien von den Türcken belagert wurde, schickte ihn der Kay-ser an den König in Polen , daß er bey demftlben um suecurs an-suchen sollte; als er nun auch solchen erhalten, und Wien vonder belagerung war bcfrcyet worden, wohnte Carafa den meisteneroberungen der Ungarischen städte bey, und nachdem an. 168?.mit einnähme der stadt Eperies die campagne geschlossen wurde,ward er zum General-Wachtmeister gemacht. Hernach ließ ersich angelegen seyn, Siebenbürgen zum gehorsam zu bringen,eroberte im dec. an. 1687. Erla, und im jan. des folgenden jahrszwang er Mongatzsch zur übergäbe. Um eben dieselbe zeit warder auch zum General - Commissario der Kayserlichen armee er-nennet, und gieng hernach mit vor Griechifch-Weissenburg. Nacheroberunq dieser stadt durch die Christen kehrte er nach Wien , dieer von dein Kayser das von dem Könige in Spanien ihm ge-schenckte goldene Vließ empfieng. Als er nun auch nachgehendssich wider die Franzosen in Teutschland undJtalien hatte gebrau-chen lassen, und die würde eines Kayserlichen geheimen Rathserhalten, starb er endlich zu Wien den 6. mertz an. 169;. undhinterließ keine kinder. Man sagt, er habe eine besondere ge-schicklichkeit gehabt, die Cammer durch allerhand mittet zu be-reichern. Imbos. histor. geneal. Ital. & Hisp.
Carafa , (Carolus) ein Cardinal, des Papsts Pauli IV. vet-ter, und der dritte söhn Ioh. Alfonsi, Grafen von Montorio ,war zu Neapolis den 29. mart. an. 1517. gebohren. Anfänglichbegab er sich bey dem Cardinal Pompejo Colonna und Petro Lu-dovico Farnesio , Lertzoge von Castro,in dienste. Nachmals nahmer in Piemonl und in den Niederlanden unter dem Hertzoge vonParma kriegs-dienste an, welche er aber wiederum verließ , weiler von beiz Spaniern sehr war beschimpfet worden. Seinesvatters brudrr, Ioh. Petrus Carafa, war schon Cardinal, alleinob er ihn gleich sehr liebte, so halte er doch nicht allzuviel ver-mögen ihm gutes zu thun. Bey diesen umstanden begab er sichin den Malthcfcr-orden, davon er aber wenig hülffe zu gewartenhatte. Endlich als an. izzz. der gedachte Johannes PetrusPapst worden, änderte sich sein bisheriger zustand. Denn weildieser Papst damit umgieng, sein Haus groß zu machen, so fienger dabey an, daß er diesem Carolo den Cardinals-Hut gab, undseinen andern Nepoten, Johannem Carafam, zum Generalißi-mo der trouppen des Kirchen-Staats machte, auch vor ihn dasHerkoglhum Paüiano aufrichtete, zugleich ihn mit den einge-
S genen güthern bereicherte. Carolus wurde auch Legat vonononien, und Staats - Minister, wobey er alle diejenigencharqen erhielt, so die Cardinal-Mpvten. zu bedienen pflegen.Weil nun der Papst sich an den Dpaniern rächen wollte, worzuihn dieser Cardinal sonderlich anreitzele, so wurde er an. 1956.nach Franckreich geschickt, um dicicnigen artickul, so zu Rom ingeheim wegen eines stillstandcs zwischen dem Papste undHenricoII. gemacht worden, zu bestätigen. Es hielt aber Carolus cor-respondentz mit den Spaniern, und gieng an. 1^7. umfriederu machen, als Päpstlicher Legat zu Philippo II. welcher sichdamals zu Brüssel aufhielt. Als er wieder nach Rom gekom-men , dirigirte er alle affairen nach seinem gefallen, und führtesich als einen tyrannen auf, wozu feine brüder mit behülflichwaren, sich aber dadurch jedermans haß auf den hals zogen.Als dem Papste solches zu ohren gebracht >vurde, und er ohnediß seine grosse autorität mit scheelen äugen ansähe, verbanneteer an. 1^9. seine gantze frcundschafft aus Rom . Da nun nochzu ende dieses jahrs der Papst mit tode abgieng, succedirte Pius IV. welcher den besagten Cardinal Carolum seinen bruder, den
Hertzog von Palliano, dieses Hertzogs aemahlin vruder denGrasen von Alife, und Leonhardum Cardini, einen anver-wandten des Carafischen Hauses, an. i züo. gefangen setzen ließ ,den andern bruder aber, Anlontum Carolum, Marquis vonMonte Bello, konnte man nicht finden. Diese proceduren schie-nen desto seltsamer, weil man dafür hielt, daß Plus IV. demCarafischen Hause gewogen wäre. Nach diesem stcllete er sie vorgerichte, versammlcte darüber ein Cardinals-Collsgimn, undnachdem der proeeß 9. monate gewähret, musten sie ihm den z.mertz an. i?üi. ihre proceduren kund thun, darauf ohne zuvormit den Cardinälcn drüber zu berathschlagen, er selbst das todes-urtheil über diese 4. gefangene sprach. Der Hertzog von Pallia-no wurde beschuldiget, daß er seine gemahlin Viölanta Diascar-lona, Antonii Grafen von Alife tochter, die er im ehedruchergriffen, umgebracht, und die übrigen wurden angeklaget, daßsie mit ihm in begehung solcher that unter einer decke gelegen,auch an des Cardinals Carafä tyranncy mit schuld gehabt hät-ten , worauf der Hertzog von Palliano, der Graf von Alife undLeonardo Cardini den 6. mertz an. 1561. enthauptet, der Cardi-nal aber stranguliret wurde, tkuan. üb. XVI. XVII. seq. Onu-phr. Saccbint. Peewllon. De Vitlars. Petramellar. Spond. Aubery.Gratianus, de casib. vir. illustr. Imbos.
Carafa , (Diomedes ) ein Cardinal, war ein söhn JohannisFrancisci II. Hertzogs von Ariano , Grafen von Marillano ;dessen älterer vatter Antonius Carafa der grosse gewesen, dessensechster söhn Diomedes Paulum IV. zum enckel gehabt. DieserPabst gab dem Diomedes Carafa das Bischoffthum Ariano, undim dec. an. 155z. den Cardinals-Hut. Er lebte auch in grossemansehen, und als das Römische volck die Carafen aus Rom ver-trieben, und auch der gräber nicht schonten, bezeugten sie docheinigen respect gegen das, welches er sich hatte zubereiten lassen.Er starb den ir.aug. an. 1560. ,m 69. jähre seines alrers. dacon.Petramellar, Aubery. Imbos. p.
Carafa, (Fortunatus) ein Cardinal. Er war gebohren zuNeapolis an. i6;r. Gleich in seiner jugend crwehlte er den geist-lichen stand. Nachmals lebte er eine geraume zeit, ohne bezeu-gung des geringsten ehrgcitzes, als ein blosser Priester, bis er zuAversa in dem Königreich Neapolis Bischoff ward. Der PapstJnnocentius XI. beehrte ihn an. 1630. den ir. sept. mit demCardinals-Hut. Er lebte aber die meiste zeit in seinem Bißthum,und starb dasebst zu anfange des jahrs 1697. Sein bruder Geor-gius ward an. i 58 °. nach Nicolao Cotoner zum Großmeistervon Maltha erwehlt, und starb in solcher würde an. 1639.
Carafa , (Hieronymus ) General-Lieutenant über die Spa nischen trouppen, war Marquis zu Monte-Negro im König-reich Neapolis, allwo er an. 1^64. gebohren worden. Er wardes Rinaldi Carafä söhn, und der Cardinal Antonius war sei-nes groß-vattcrs bruder, welcher ihn zu Rom unterrichten ließ,da er denn die Lateinische spräche sehr fertig reden lernete. Vondem jähre 1587. an dienete er unter dein Hertzoge von Parma iuden Niederlanden , allwo er bey vielen gelegenheiten grosse ehreeinlegte. Er war an. i;9°. mit bey der bestürmung vor Lagni,an. 1592. bey dem nach Rouen gebrachten succurfe, und an.1597. bey Überrumpelung der stadt Amiens , wie auch nachge-hends bey vielen andern rencontren. Diese letztere stadt defen-dirte er nach dem tode des Porto Carrero, und übergab sie Hen-rico IV. Gleicher gestalt dienete er unter dem Ertz-Hertzoge Al-berto, und machte sich noch mehr an. 1620. in Böhmen , und an.1621. in Mäyland bekannt. In diesem letzten jähre, als derKönig in Spanien , Philippus IV. willens war, ihn als Generalüber seine cavallerie in Sicilien zu senden, wurde er durch denKayser abgefordert, welchem er in Schlesien, Böhmen , Ungarn und Elsaß dienete, worauf er zum Reichs-Fürsten gemacht wur-de. Als er an. 1623. wiederum nach Spanien zurück gekommenwar, machte ihn der König zum Vice-König und General-Ca-pitain im Königreiche Aragönien. Als nach diesem der CardinalInfam Gouverneur über die Niederlande wurde, und den Für-sten Carafa gerne bey sich gehabt hätte, wollte selbiger ihm dahinfolgen; er starb aber zu Genua im apr. an. i6;;. im 69. jährefeines alters. Priorati, scena d’huom. illustr. Thulden . bist.nostri temp. Ludolfs hist. fchau-bühne, &c.
Carafa, (Oliverius) Cardinal, Ertz-Bischoff zu Neapoli,Bischoff zu Ostia , rc. war ein fohn Francifci Carafa, und legtesich von jugend an auf die studia und die Rechtsgelehrfamkeit,wurde anfangs Canonicus zu Neapolis, und hernach von Pio II. den 18. nov. an. 74? 8 . zum Ertz-Bifchoff dafelbst gemacht.Paulus II. fetzte ihm an. 1467. den 18. fept. den Cardinals-Hutauf. Sirtus IV. schickte ihn als Legatum a latere an den KönigAlphonsum von Neapolis, und da er nebst dem Könige von Nea--polis und den Venetianern an. 1472. eine grosse flotte wider dieTürcken ausschickte, machte er diesen Cardinal zum Legaten undAdmiral darüber, welcher mit dieser grossen flotte, so aus »8- ga-leeren bestünde, in see gieng, gleichwol aber nichts denckwurdigesausrichtete, ausser daß er die stadt Smyrna eroberte, den Hafenvon Satalia in Africa anfiel, und die daselbst befindliche kette alsein sieges-zeichen an der kirch-thüre im Äatican aufhängen ließ.Als er wieder nach Rom gekommen, wurde er an. 1476. als Le-gat nach Neapolis geschicket, daß er Beatricem, Königs Ferdi-nandi von Aragonien tochter, und Matthiä Corvini braut, zurKönigin von Ungarn crönen sollte. Als an. 1482. zwischen Sixto IV. und dem Könige Ferdinando Uneinigkeit entstanden, und derKönigliche Printz Alphonsus, Hertzog von Calabrien , fchon mit
seiner