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Er starb an. 1390. Froißard. üb. I. ehr. c. 2? 2. Sammartb.Gall. Cate/, hiit. de Lang. &c.
Tardamus, ein König der Vulgärer, soll, wie man sagt,die Kayser von Coustantiiiopel gezwungen haben, ihm tribnt zugeben. Als er aber den Kayser Constantmun» Porpbyrogene-lam anhalten wollen , den bishero gewöhnlichen tridut zu erhö-hen , habe dieser es ihm versprochen, sey aber darauf an. 796,mit einer armee in Bulgarien eingefallen , und habe daselbst al-les verheeret, worauf Cardamus in kurtzer zeit gestorben. Hiit.
xniscell. Buromus &c.
* Tardamyle, eine stadt in dem lande Argos, vhnfer» Pi-la, und aus dem gewesenen Reiche Agamemnons ; Homer . Iliad.VII. Lcrodotus nennet es eine stadt in dem Lacedämonischen ge-biethet üb. VIII. Strabo und Ptolemäus im achten buch redenauch davon. Stephanus Byzantinus meldetdaß eine stadtgleiches nahmens in der insul Chio gelegen sey. Nun ist esnichts mehr als ein dorf, nebst einem Hafen an der nord-feitendieser insul. Nkolaus Loyd. Baudmmi. J. J. Hosmun. Lexic.Univers.
Tardanus, (Hieronymus) ein Medien«, wurde zu Pavia den 24. ftpk. an. 1501. gebühren. Seine Mutter hieß ClaraMichcria, welche aber mit seinem vacler, so ein Advocat zuMayland war, in keinem ordentlichen ehcstande lebete. Dan-nenhcro, da sie mit ihm schwanger war, suchte sie die frucht ab-zutreiben , so ihr aber nicht gelingen wollte. Im 20. jähre sei-nes alters begab er sich von Mayland, dahin er im 4. jähre sei-nes alters gekommen, wieder nach Pavia , um seine itudia zucontinuiren, und zwey jähr darauf explicirte er den Euclidem.An. 15 24. gieng er nach Padua , wurde dafclbsr Magilter, undim folgenden jähre Doctor Medicin». An. 1531. verhcurathe-te er sich , und wurde einige jähre darauf Professor Matheseoszu Mayland. Bald hernach bot man ihm eine ProfessionemMedicin* zu Pavia an, welche er aber ansschlug. An. 1339.wurde er in das LoIIegium Medieorum zu Mayland aufgenom-men, und an. 1343. lehrte er die Medicin öffentlich in diestrstadt. Dieses that er auch im folgenden jähre zu Pavia . Weilihm aber seine besoldung nicht richtig gereichet wurde, kehrete«r wieder nach Mayland. An. 1347. wurde er mit ansehnlichenconditionen nach Däncmarck beruffcn ; er folgte aber nicht ,weil ihm die religtvn und die luft nicht anstund. An. 1332. thater eine reise nach Schottland , und kam nach 10. monaten wie-der nach Mayland, allwo er bis auf den ansang des octob.ai». 1339. blieb, da er nach Pavia gieng, von bannen er an.1362. nach Bononien beruffen wurde. Lier lehrte er bis aufdas jähr 1370. da man ihn in vcrhafft nahm; doch wurde ernach einigen monaten wieder auf freyen fuß gestellet. Im sept.1371. gieng er nach Rom , woselbst er ohne öffentliche bedie-nung lebte, ausser daß er in das Lollegium Medieorum aufge-nommen wurde, lind eine pension von dem Papst erhielt. Erstarb endlich daselbst, und zwar wie Thuanus berichtet, den 21.sept. an. 1373. Wiewol aus demjenigen buche, welches Car-danus von seinem eigenen leben geschrieben, erhellet, daß ernoch den 1. oct. an. 1376. gelebet-habe. Er hat einige kinder ge-zeuget, von denen der älteste, nahmens Johannes Baptista ,weil er seiner ehesrau mit gift vergeben, zu Mayland ent-hauptet wordei»; der andere aber so »»gerathen gewesen, daßihn der vatter selbst ins gefängnis werden lassen , und ihn ent-erben müssen. Sonst hat er eine gar ausscrordentliche lebens-arr geführet, die er selbst mit grosser freyheit in einem eigenenbuche geschrieben. Er konnte nicht ruhen, wenn er nicht etwasschmertzhafftes an seinen» leibe halle . Sein gröstes vergnügenwar in einer gesellschafft etwas vorzubringen, das bey anderneinen Verdruß erweckte. Dem spielen wär er so ergeben, daßer gantze tage damit zubrachte, und sich dadurch in grosse ar-muth fetzte. Er giebet vor, daß ihm allezeit dasjenige, wasihnl begegnen sollen, durch träume und andere zeichen, welcheer so gar an seinen nägeln demerckte, sey kund gethan worden,welches er einem sonderbaren schutz-engel zuschreibet, wiewol erüberhaupt dafür gehalten, daß säst alle träume ihre gewisse be-deutung auf zukünftige dinge hätten , und davon ein ziemlichesbuch geschrieben : ingleichen daß er in entzückungen habe fallenkönnen, wenn es ihm beliebet, und alles habe sehen können,was er gewollt. Er hatte gar viel wunderlich gezeugs an sich;dann bald gieng er auf der gassen sehr langsam und als in tiefengcdanckcn ; bald fieng er an zu lauffen ; bald schauete er übersich; bald schlug er das gesicht zur erden. In der klcidung hat-te er eine gantz andere arl als andere leuthe, welches einige sei-ner arniulh zuschreiben. Denn als er in Schottland war, hater sich ein Habit erkauft, »vie die Schottländcr zu tragen pffegen,und da er darauf in Italien kam, konnte er sich kein andereskleid zulegen, und wollte doch a»ich sein Schottlandisches nichtmit vertust weggeben. Thuanus schreibet von ihm: Er habediesen well-deruffenen mann wenig jähre vor dessen absterben zuRom in einem sehr schlechten und seinem stände nicht gemäßenkleide gesehen, auch ihn etliche inalen nicht ohne Verwunderunggesprochen, weilen er an demjenigen , der seiner schriften wegenüberall so hoch geachtet gewesen, nicht das allergeringste gefun-den , das mit solchem erlangten rühm wäre übcrein gekommen.Er hatte ein solches mitte! wider das podagram, welches wenigleuthen gemein ist. Dann wann die gicht-schmertzen ihn angrif-fen,so fetzte er sich über ein buch,und meditirte so starck und ernst-lich , daß sein geist durch die tiefsinnigen betrachtungen, alsHistor. Luxkmt 11. Theil.
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wie in eine Verzückung und aussek sich selbst käme, also daß er ankeine schmertzen gedachte, noch selbige empfände- Im übrigenwar er von so hochmülhiger emdildung, daß er aufdie thorheitgeriethe zu sagen : Es wäre allemalen in 1000. jähren kaum eineinziger rechter Medici zu finden, und unter denselben sey eranictzo der siebende. Er war auch der Astrologie sehr ergeben,so gar, daß er auch dem Heylande der weit eine nativilät ge-stellet , worüber er gar scharfe censurcn ausstehen müssen.Ja es wollen einige vorgeben, daß da er ihm selbst die nativttätgestellet, und die zeit seines todes bestimmet, er sich , da selbigeheran gekommen, zu tode gehungert, damit seine prädictiönnicht falsch möchte befunden werden. Doch gestehet er auchselbst an verschiedenen orten , daß er diese kunst fowol in dem,was er von andern , als was er von sich selbst dadurch vorzu-sagen getrachtet, falsch befunden habe, wie denn unter an-dern» an seinen söhnen zu ersehen, denen er gantz anders ausden sternen vorhergesagt, als »n der that begegnet ist. Er hatsehr viele schriften hinterlassen , als nebst seiiicin tractat de Vitapropria ; eines dc Libris propriis eorumque issu ; de StudioSocratis; Encomium Neronis; Astrologie ; Podagr*; Medi cin * ; Canem Cerberum seu orationem de Medieorum inscitia ;de Sapientia ; de Prudentia Civili ; de Subtiütate ; wider wel-che Scaliger geschrieben; de Herum Varietate ; und viele an-dere , welche zusiunnrcn in 10. bänden in folio zu Lyon an. »6ö;.gedruckt »vordem Thuun. üb. 11. & 7 >,//»,-, addit. tom. I.Nautilus, de Cardano. Vojjius , de Mathem. c. 10. §. 10. &c.de Theol. gent. c. 80. Crajjb , P. I. elog. Tbomaßn. elog.BaiUet, des Ant. &c. Btiyle, *
* Tardanus, (Facio) der Artzney-knnst und des bürgerli-chen Rechtens Doctor , ward zu Mayland an. 1444. gcbohren.Sein Bettet* hieß Anton. Er selbst »var beysitzer des Iuristen-Collegii gedachter stadt, und ansällglich ein Advocat, nach-gehcnds aber Professor der \nstitutionum. Er war auch eingeschickter Mathematicus , und ist von ihm ein »verck vorhan-den , unter dem lttul: Profpectiva Communis D. JohannisArchiep. Cantuariensis &c. ad unguem castigata per D. Fa-ctum Cardanum &c. Der tod nahin ihn Iveg den 29. augstm.1324. Der berühlnte Hieronytnus Cardanus war sein sohl,,und hat ih»n eine grabschrist gesctzet. Coru.
* Tardanus, (Milo) war erst Archipresbyter zu Mayland,in seiner vatker-stadt, »vurde daraus an. 1171. Bischoff zuTurin , und brachte es bey dem Kayfer Friderico I. dessenpartey er hielt, durch seine vorbilte dahin, daß diese stadt vondem gäntzlichen ruin, dergleichen Sccusia allewe»! erfahren hat-te, verschonet bliebe. Als aber in dein folgenden jähre, dader Kayser bereits nach Teutschland zurück gekehret, GrasHumbertus von Savoyen vernahm, daß Cardanus die einä-scherung der stadt Lecusia veranlasset, und theil an der Plün-derung genomlnen habe, bemächtigte er sich der stadt Tu rin , und ließ alle beste stichen des Bischoffs »vegsthaffen , fei-ne jährliche revenuen aber dem Publico zu gute gehen. Hier-über entstuilde nun vor dein Karsser ein sehr heftiger streit,welcher erst an. 1183. d»»rch den Kayserl. Cantzlcr, und Ge-sandten seine endschasst erreichte, da dann Huinbertus vor sach-fällig erkläret, und in eine straf von 700. marck condemniretwurde. Ughellus , ltal. sacr. tom. IV. p. 1030. Zwey jähredarnach ward Cardanus zum Ertz-Bisthoss von Mayland er-hoben , worauf er an. nyi. Kavstr Henricum VI. nebst seinergemahlin Constantia mit der eisernen crone crönte, und an.1193. dein Abt zu St. Ambrosii ein privilegium gab. Eini-ge »neiden, daß er noch in diesein jähre gestorben , welchesaber erst an. 1193. geschehen, Massen er ein um solche zeitvon gedachte»»» He»»rico ausgestelltes privilegium noch als zeu-ge unterschrieben. Id. ibid. p. 169.
(tardenas, (Johann) gebühren an. 1612. zu Sevilla inSpanien . Er begab sich an. 1627. in die Societät IEsu, lehrte6. jähr die Philosophie, und starb zu ausgang des XVII. feculiin seiner gcburts-stadt , nachdem er unterschiedenen Collegiisals Rector vorgestanden , seine schriften sind : Genuinum SidusMariani Diadematis; Crisis Theologie bipartita. Sotvoel.bibl. S. J.
* Tardenas , (Bernardinus de) ein Americaner, war zuChuquiabo, einer stadt im Königreiche Peru , von Spanischen eitern gebühren. Er ward ein Minorite, und endlich Bischoffzu Paraguay in Süd-Amcrica. Man hat von ihm Manualy Relacion de las cofas del Reyno di Piru , welches er bereitsan. IÜ34. zu Madrid in 4. heraus gehen lassen. Ant. bibl.Hisp.
* Tardenas, (Johannes de ) ein Spanischer Medicus,davor er insgemein gehalten wird, hat Problemas y secretos deJasIndias , i39i-tn 8. und del Chocolate , Mexico 1609. ge-schrieben. Ant. bibl. Hisp.
* Tardevaguc , (Ferdinand) ein Niederländischer Edel-mann , legte sich auf die Jura , und ward Bürgermeister in sei-ner gcburts-stadt Arras . Er schrieb Hiltoriarn Comitum Arte-st*; desgleichen ; Historiam Episcoporum Tomacensium ; undstarb den 1. dec. 1614. Gel. Lexicon.
* Tard» , (Ludovicus) genannt Cigoli, war ein berühmtermahler, und zu Cigoli nü Florentimschcn an. 1339. gebohren.Er lernte seine kunss bey Alexandro Allori, übte sich aber dar-
P p - neben