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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Victor Amadeus, Statthalter rc. starb an. 1741. den 4.avr Aon seinen kindcrn ist noch rm leben Amadeus Ludo-vicüs, gebohren den-;, ftpt. 17-1. Dessen gemahlinist Chri-stina Henriette, eine rochter Ernesti Leopold!, Landgrafens zuHessen-Rheinfels. Genealogisches Handbuch.

Carillo, wird von andern Larrillo geschrieben, (Alphon-sus) ein Cardinal, gebürtig von Cuenza in Spanien , ein söhndes Gomez Carillo, Gouverneurs des Königs Iohannis II. inCastilien . Sein geschlecht stammet von Buraos her, und istin Spanien berühmt : sintemal aus demselben ein Ertz-Bi-schoff zu Toledo , unterschiedene Prälaten und andere vorneh-me Personen entsprossen sind. Der Gcgen-Papst , BenedictusXlll. inachke ihn an. 1408. zum Cardinal, sie trenneten sichaber hernach, und Alphonsus begab sich auf das Lonciüumnach Costnitz, woselbst ihm Martinus V. seine dignitat an.1418. bestätigte, ihn auch 2. jähr darauf als Legaten nach Bo-nonien schickte. Nach diesem ernennte ihn das Lonciüum zuBasel zum Legaten von Avignon ; allein der Papst hatte bereitsden Cardinal von Foir dahin geschickt, welcher sich der stadtmit gewaffneter Hand bemeisterte, daher Carillo wieder nachBasel kehrte, und daselbst den 14. mertz an. 1434. ftsttb, oll»wo er auch in der Carthaus begraben liegt. Er hatte den ti-tul St. Eusiachii geführt, und kommt unter diesem nahmenin den Adis Concilii Bafilienfis gar oft und rühmlich vor. DerKönig von Castilien bedaurte ihn sehr, und gab seinem vatter,auch Alphonsus Carillo genannt, das Bischoffthum Siguen-

za. Spondan. Aubery. Atia MSC. Concil. Baßt. *

' (Carillo, oder Carrillo, (Alphonsus) Ertz-Bischoff zuToledo . Sein vatter war Lope Aasquez äe Acunha, welchersich aus Portugall in das Königreich Castilien begeben hatte,und von seinen beyden ältern brüdern hieß der eine PedrockeAcunha , Herr von Duennas und Taricgo, Verändereaber wie sein vatter. Er selbst trat in den geistlichen stand,ward Protonotarius, und wollte eben nach Rom reifen, als essich zu seinem glück fügte, daß er zu Bafel an. 14;4. bey demabsterben seiner mutter bruder, des Cardinals Alphonsi Carillo,sich befand, welches zuwege brachte, daß er ungeachtet sei-ner jugend, an dessen statt die wurde eines Bischoffs zu Si-aucnza erhielt. An. 1446. succedirte er dem Don Gutierrez indem Ertz-Bißthum zu Toledo . An. 148». ernennte ihn derPapst Sixtus IV. zu seinem Legaten in Spanien , womit derKönig Fcrdinandus Cathoücus nicht wohl zufrieden war,indem er zwar anfangs ein grosses beygetragen , daß derselbenebst seiner gemahlin Jsabella zu dem besitz ihrer Königreichegekommen, nachgehends aber sich so feindselig gegen sie beydeerwies, daß er auch kein bedencken trug zu sagen: so leichter hätte Isabellam auf den thron gesetzt, so leick)t wollte erihr auch den spinnrocken wieder in die Hand geben. Die Spa-nier nennten ihn deswegen Don Oppas, nach einem gewis-sen Ertz-Bischoff von Scvilien, welcher zu anfange des VIII.feculi durch die in das land geruffene Mohren grosses unheilverursachte. Er war von einem sehr lebhafften geist, undgeschickter, einen Staats-Minister oder einen General, alseinen Prälaten abzugeben. Dabey lebte er sehr unkeusch, undhatte unter andern zwey natürliche söhne, deren der eine Troy-Io, und der andere Lope hieß. Die letzte zeit seines lebenshielt er sich in einem auf seine eigene Unkosten zu Alcala äsHenares gestifteten Franciscaner - kloster sehr eingezogen,doch mehr aus noth und Überdruß , als aus einem rechtfreyen willen. Er starb den r. jul. an. 1482. und zwar inziemlicher armuth, welches einige seiner grossen liebe zu derAlchimisterey zugeschrieben. Man begrub ihn in der kirchedes oberwehnten klosters, ausser welchem er auch die Colle-aiat-kirche äs Saint Iuste in eben derselben stadt fundiret.Den cörper seines natürlichen sohns Troylo hatte man zu derlincken Hand des seinigen gelegt, allein der Cardinal Timenesließ denselben hernach , um des daraus entstehenden ärgernisseswillen, wegschaffen. Dieser Troylo hatte einen söhn nahmensAlphonsum, welcher Connetable von Navarra , und ein stamm-vatler der Marggrafen von Falces, mit dem beynahmen äePeralta worden. Seines bruders söhn , Alonso, ward durchseine beforderung zum Bischoff von Pampelona gemacht.Mariana , hist. dc lEsi). üb. XXI. c. 6. lib. XXII. c. 4. üb.XXIII. c. 10. 16. lib. XXIV. c. 8- 9. i}. *1. rr.

Carillo, (AegidiuS ) ein Cardinal aus einer berühmtenSpanischen familic, wurde in dem XIV. feculo von Jnno-centio VI. als Legat nach Italien geschickt, da der Päpstli-che stuhl zu Avignon war. Er ließ sich in seiner Legation sehrangelegen seyn, das land in friede zu setzen , bauete unter-schiedene citadellen, stiftete zu Bononien auf seine eigene Un-kosten ein Lollegium, und starb zu Aiterbo. Tat aßt , dc reb.Hispan. Platina. Garimbert . äe vit. Pontif. üb. III.

* Carillo ä'Acunna, (Petrus ) ein edler Spanier zu Tor-domar , in dem district von Äurgos, gebohren an. 15yd Nach-dem er zu Aalladolid sich der Rechtsgelehrsamkeit beflissen,ward er daselbst Professor Juri» Primarius, und bey der Dom-kirche daselbst General-Vicarius. Hiernächst ward er als Audi-tor di Ruota nach Rom geschickt, da er denn von Papst UrdanoVIII. viele gunst genoß, und verschiedene Beneficia erhielt. Alser wieder nach Spanien gekehret war, warb er an. 1648. zumBißthum von Salamanca , und an. rü,;. zum Ertz-Bißthum

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von Compostell erhoben, war auch eine zeitlang Vice-Königin Gallium, und hatte das commando der armee wider die Por-tugiesen. Er hat Leciliones Rot« Romanae, Lyon 16$6. inföK heraus gegeben. Anton. bibl. Hisp.

* Carin, oder Carine, lat. Carinium, ein vester ort in Dal-matien an einem see am gebürge von Buccowiza. An. 1647.nahm diesen ort der Venetianische General Foscolo ein. So.gredo , Ottom. Pfort. XIII. p. 477.

* Carin , oder Omars, ein flecken in der Asiatischen Tür,ckey, zwischen Aleppo und Samosata in Syrien gelegen. Manmeynt, daß ehedessen die stadt Cyrus, oder vielmehr Cyrrhusoder Cyrrus, deren Plinius , hist. nat. V. 2?. Stephanus,Ptolemäus , Tacitus , ann. II. 57. Peutingeri Tab. Tiphili-nus, Capitoltnus in Marc. XXV. und andere gedencken , andiesem orte gestanden. Daß aber Cyrus selbige erbauet, wieGennadius, äe script. ecei. 8y. will , oder baß sie von denJliden dem Cyro, ihrem erlöser, zu ehren erbauet, wie zwarProcopius , aedif. II. 9. vorgiebt , weiß kein alter geschicht-schreiber was davon. Wie sie gehcissen, ehe die Macedonierihr den vorher erwehnten nahmen gegeben, ist unbekannt. Soviel ist gewiß , daß ehedem ein Bißthum daselbst gewesen. Gen.nadiut 1. c. Theodoretus ist daselbst Bischoff gewesen. Eva-grius , 1 . 11. Ctüarius , not. orb. ant. III. 12. §. 49. seqq.

CARIN® , waren gewisse berühmte weiber, welche manvor altcrs miethete, daß sie bey den begräbnissen die todten be-weinen und beklagen musten. Ihr nähme kommt von Caria,derjenigen landschafft, daraus sie her waren. Es waren auchgewisse gebäude zu Rom , in der gestalt eines schiffes, welcheLarinre genennet wurden, von dem Lateinischen Worte Oanna.Es ist gewiß, daß eine straffe dieses nahmens in bemeldter stadtgewesen, worinnen Pompeji pallast gestanden; wie dann St.Pompejus des Pompeji AI. söhn darauf gestichelt, als er nachgetroffenem friede mit M. Antonio und Octaviano Cäsare dicftbeyde in seinem schiff gastirende, sagte: Er habe sie zu gast mseinen Oannia; wodurch er Antonio vorwarf, daß er rn derproscription, welche C. Jul. Cäsar vorgenommen, sich ernes sol-chen mannes Hause, wie Cn.Pompejus gewesen,hätte anmassen,und also dessen kinder davon ausschliessen dörfen. Vam , deLL. Flut. in M. Ant. Vell. luterc. Cal. Rhodig. üb. XVI.c.;. *

Carine, lat. Carinum, war vormals eine Bischöffliche stadtin Sicilien im thalc von Mazara , z. Italiänische meilen vonPalermo ; jetzo aber ist es nur einstecken, woraufder titul ei-nes Fürstenthums hasstet.

Carinola, Lalenum, eine stadt in Terra di Lavoro, füh-ret den titul einer Grafschafft, und hat einen Bischöfflichenfitz, unter Capua gehörig. Sie liegt an einem kleinen flusss4. oder 5. Ital. meilen von der see, zwischen Capua und Sessa.Einige auchores halten dafür, es sey der Alten Cale, davonStrabo , Plinius und andere gedencken, wtewol gewiß ist,daß dieser heutige ort 2. oder j. meilen von der gedachtenalten ruinirten stadt erbauet ist.

Carinus , (Marcus Aurelius ) des Kaysers Cari söhn,welcher ihn und seinen bruder Numerianum ums jähr 282.zu Caesaribus, und das folgende jähr zu Augullis machte, und daer den letzter» mit sich in die Morgenländische gegenden nahm,sandte er immittclst Carinum in Gallien , aüwo sich selbigeran statt die allda entstandene empörungen zu dämpfen, zuwelchem ende ihn der vatter in Occident gelassen, sich allen lä-stern ergab. Er veränderte in gar weniger zeit seine ehe-weiber 9. mal, und schiede sie meist von sich, so bald sieschwanger wurden. Dessen ungeacht, war fast keines an-dern eheweib vor ihm sicher, und war er noch andern undärgern ausgelassenheiten ergeben. Er tractirte auch die besteund vornehmste bedienten, welche sein vatter bey ihm gelastsen, sehr hart, jagte die meiste von sich, andere todtete er,

S hingegen nur die, welche ihme zu seinen schändlichenauschen halfen, hervor. Kurtz, er hielt sich in allem soschlimm, daß Carus anfieng zu sagen, er könne sein söhnnicht seyn , und würcklich vorhatte, ihn des Reichs zu ent.setzen, als er an. 28;. in Persien nach einem harten donner-schlage todt gefunden worden. Indessen mangelte es dochCarino im fall der noth an tapferkeit nicht. Dann als Iu,lianus , so über das Venetische gebiethe gesetzt war, sich in Ita­ lien zum Kayser ausruffen lassen, druna er aufihn los, schlugihn, und brachte ihn dahin, daß er sich selbst erstach, und indas feuer stärkte. Etwan 8. monat nach Cari tobe ward Nu-merianus von seinem schwieger-vatter Apro ermordet, und Dio-clerianus, welcher seinen Mörder wieder umgebracht hatte,von den soldaien zum Kayser ausgeruffen. Hierauf zog Ca«rinus dem Diocletiano entgegen in Illyrien , und begegne-ten sie einander im aug. an. 285. bey Murga in Mösien , dazwar Carinus Diocletianum schlug , weil er aber gar zu hi-tzig im nachsetzen war, ward er von seinen eigenen Officierern,mlt deren weibern er gar zu frey umgegangen, und die sichnach diesem siege noch mehr muthwillen von ihm befahrten,im ;6. jähre seines alters umgebracht. VoptfcM. Aurei. n.fior , &c. *

* Carinus , (Ludovicus) gebüttig von Lucern, vracticir,1 e die Medicin zu Bafel mit grossem ansehen , und starb den17. jan. an. 1569, Urjiif. histor. Lasch Ereberi tbeatr.

Larion,