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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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men bade. Strsbel^erger, cap. i. Modii therm* Carolina».Albin. Meist, berg-ehron. tit. 22. s. IYI. Balbinus, miscell.hist. Regni Boh. dec. I. lib.I. c. 24. p. 61. seq. UoQtCttß jetzt!»Böhmen , p.84- Zeiler. topogr. Bohem. p.17. Bergn. detherm.

Carlsberg , ein gebürge in Böhmen in dem Prachenftr-kreist , welches von einem wüsten berg-schlosse den nahmen, undschöne gold- und silber - bergwercke hat. Hierinnen entspringetbey dem öden schlösse Guschwarth die Mulde, und nicht weitdavon der fluß Ottava. Ietztl. Böhmen .

* Carlsberg , ist ein flecken nebst einem hammer-wercke undglas-hütte im Ertz-gebürgischen kreise in Meissen , zwey weilenvon Schneeberg , Ehur-Sachsen gehörig.

Carlsbergen, ein treffiches lust-haus mit einem zierlichenHafen in Schweden , eine halbe stunde von Stockholm am Mee-ler - see gelegen. Das gebäude samt dem garten ist nach Fran-zösischer manier herrlich angeleget, dabey ist ein grosser thier-garten von allerhand fremden thieren, und in dem Hafen kön-nen die lust - schisse des Königs sicher einlauffen.

Carlsburg, eine stadt und angelegte Haupt - vestung inSiebenbürgen , bekam an. 171?. diesen nahmen, von demKayfer Carolo VI. da sie zuvor Weissenburg , auf UngrischFeyerwar, und zum unterscheid von Stul-und Griechisch-Weis-senburg , Siebenbürgjfch - Weissenburg, noch vorher» aberSchwartzburg, und bev den Römern Zarmyz-Daeia, wie auchZarmizegethüfa geheissen. Sie wird vor der Alten Haupt - stadtin Dacien und des Königs Decedali residentz gehalten ; als sel-biger aber von dem Trajano überwunden, »st eine Roinischecolonie allhier aufgerichtet, und Colonia Ulpia Trajana, AugultaDacia Sarmiz genennet worden ; wie wir dann annoch von ih-ren müntzen unter diesem nahmen haben. Ulpianus gedencketihrer unter dem nahmen Zarmizegethusa , und daß sie Italiä-nischen rechtens gewesen; das ist, daß deren einwohner wederRömische bürger gewesen, noch die den Lateinern in den alternzeiten vergönnte Vorrechte genossen, sondern nur dasjenige, wasman dem übrigen Italien gelassen, so meist in dem habendeneigenen Rath, in gerichtet» und gesehen bestanden. Den nah-men Alba Julia joll sie von der Julia Augusta, des KaysersM. Aurelii Antonini mutter , erhallen haben, wie aus einerinscription , so auf einem marmor in der alldortigen St. Mi­ chaelis kirche befindlich, geschlossen wird. Sie liegt in dem vonihr den nahmen führenden Coinitat, lat. Comitatus Albensis,zwischen Hermanstadt und Clausenburg , auf einem abhängen-den hüael, daherum allenthalben fast auf 2000. schritt eineebene ist. Gegen morgen hat sie die Merisch, und auf der an-dern feite den fluß Ompay, welcher aus den hohen gebürgenkommt, und hier in die Merisch fällt, welche auch gegen Mit-ternacht 2000. schritt davon vorbey fließt. Gegen abend ist einesehr lustige ebene bis zuin Michaelis-berg, alsdann sich sehr ho-he gebürge, welche gar schwer zu paßiren, und darinnen dieberg - städte liegen, anfangen. Daß die Römer »nit ihren le-gionen allhier gewesen, davon sind unter der erde allerhand an-zeigungen gefunden worden. Es hat auch auf dem Michaelis-berg vor diesem ein castell gleiches nahmens auf einem sehr ho-hen seifen gestanden, welches, wie aus alten monumenten,derer hier nicht wenig entdecket werden, zu sehen, bey der Rö-mer zeit gebauet. Diese stadt ist ehemals viel grösser ge»vesen,und soll auf 5000. schritt iin umkreis gehabt haben, die Merischauch, so jetzt 2000. schritt davon entfernet, mitten durch diestadt gelausten seyn, »vie solches aus den alten mauren und ein-gefallenen gewölben zu erkennen. Daß die Gothen diesen ortauch bewohnet, »vird aus etlichen alten unerkenntlichen schnf-ten aussteinen und grabern geschlossen. Sie ist die residentz derFürsten von Siebenbürgen geivesen, welche allhier ihre ge-wöhnliche Hofhaltung gehabt. In welchem schlösse, wie auchin dem Fürstlichen marckstall, und dem Barthorischen Hause,viele antiquitäten und Römische inscriptiones zu sehen gewesen.Gleich vor dem schlösse hat der Ungarische König Stcphanus,als er dieses land zum Christlichen 'glauben gebracht, die schöneui»d grosse kirche St. Michaelis bauen lassen, darinnen vielerFürsten monumenta , insonderheit Johannis Corvini von Hun-uiad, Jsabellä »ind ihres sohnes Johannis II. äs Zapolia,Christophori Bathori, Slephani Botzfchkay, MarggrafHansGeorgcns von Brandenburg u. a. m. Es ist auch ein Bißlhumallhier gewesen, welches Jsabella Johannis I. de Zapolia Wit-tib abgethan. Das Reformirte Gymnasium, die buchdruckerey,und bie· müntze sind ehemals hier berühmt gewesen. An. 1 z50.hat der Cardinal Marttnusius als Regent von Siebenbürgen diesen ort der Printzeßin Jsabella weggenoinmen. An. 160;.ist er von dem Zäckel Moyses, hernach bald von den Kayserli-chen und gleich darauf von den Türcken erobert worden; fol-gends aber »vieder in die Hände der Sicbcnbürgischen Fürstengekommen. An. 171z. hat der in Siebenbürgen commandi-rende General Graf von Stcinville diese stadt zu bevestigen ange-fangen,und bey dem haupt-gemäur den 4. nov. an. 171;. den er-sten stein gelegct,· auch diese haupt-vestung Carlsdurg genennet.Ulpianus 1. 1. §. inDacia quoque ff. de censibus. Reichers-dorss Tranfylv. Lmnm-manni inscript. Transylv. Hißoire duCard. Mamnusius. Rreckwitz Ungerl. *

Carlöburg, lat. Caroloburgum , eine kleine stadt in Nie-der-Sachftn ,m Hertzogthum Bremen an der - Weser gelegen,welche im XVII. foculo von den Schweden anferbauet, und

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nach ihrem König Carl XI. also genennet worden. Es ist einvester ort, wurde aber von den Dancn an. 1676. mil hulffe derLüneburger eingenommen. An. 1679. wurde diese stadt durchVermittelung des Königs von Franckreich, und vermöge des zu

§ )ntainebleau in selbigem jähre geschlossenen friedens denchweden wieder eingeräumet. Bauar and, geogr.Carlscron, lat. Caroli Corona , ein schöner Hafen inSchweden in der provintz Bleckingen, zwischen Calmar nndChristianopel, wurde von Carolo XI. an. 1 6go. angeleget, mitder stapel und andern stattlichen Privilegien versehen, auch wohlfortificirt. Die Königliche flotte pfleget daselbst beständig zuliegen.

Carlshafen, lat. Caroli Portus, eine veste fchantze, soKönig Carolus XI. erbauet, liegt gleichfalls in Schweden inder provintz Bleckingen zwischen den berühmten vestungen Chri-stianstadt und Christianopel, vier Meilen von Sölsburg unddrey von Runneby. Es hat dieser ort im XVII. soculo inner-halb wenig jähren, wegen des bequemen Hafens, und der erhal-tenen Privilegien, mercklich zugenommen. Es kan daselbst ei-ne gantze flotte auf zehrn bis sechzehen klaftern anckern undsicher liegen. Denn das veste land umarmet diese insul, Friß-holm genannt, wie ein halber mvnd , und von aussen in der seeliegen vor selbiger insul einige andere kleine, als Molqucrn undHauurn. An. 1676. ward diese fchantze mir accord von denDänen eingenommen, an. 1677. ^ev von den Schweden wiederrecuperirt. Valkeniers verwirrtes Europ. P. VIII. p. 200.

Carlsruhe , eine von dem letzt regierenden HerrnMarggrafen zu Baden - Durlach neu-angelegte residentz - stadt.Sie liegt eine kleine stund von Durlach , mitten in dem Hard-wald. Den 17. jun. 1715. ist der gründ - stein zuin alldasigenschloß gelegt, und zu gleicher zeit der ansang der stadt gcrnacht,auch der orden der Treue gestiftet worden. Sie liegt an einemrecht annehmlichen und gesunden orte, ist in einem halben cir-cul gebauet, und kan man aus dem schlösse in alle gleiche strassensehen. Hinter dem schloß ist der Hardwald in viele schöne allemeingetheilt, »velches nebst denen vor-und umliegenden lust-thier-und fasanen-gärten viele annehmlichkeit verursachet. Die stadtselbst hat gantz besonders grosse privilegia, die theils auf dreißigjähre, theils aufallezeit gegeben sind. *

Carlstadius, (Andreas) siehe Lodenftein.

Carlstadt, eine stadt in Francken am Mayn, drey meilcnunter Würtzburg, und zu selbigem Stift gehörig. Sie hatein amt, und liegt dabey das schloß Carlsburg, welches derKayfer Carolus Galvus soll erbauet haben. Andreas Boden-stein ist aus dieser stadt gebürtig gewesen , und hat daher den zu-nahmen Carlstadt geführet. Zeileri top. Franc. p.

Carlstadt, lat. Carolostadium, eine stadt an dem Wecner-see in der West-Gothländischen provintz Wermeland , auf einerinsul gelegen. Sie ist von Carolo IX. an einem orte, der vor-hin Tingvalla hieß, erbauet, nach und nach bcvestigt nnd miteiner »vichtigen fchantze, Moratz genannt, versehen »vorden.Die Dänen verbrannten sie an. 1644.

Carlstadt, lat. Garolostadium , Sclavonisch Carlovez, einestadt und berühmte grentz-vestung in Croatien, wo sich die flüsseKulv und Mcresivitz vereinigen. Sie ist ziemlich groß, hat»vcite Plätze und lange gassen, wiewol die Häuser nur von holtzgebauet sind. Jedoch ist die bürg desto ansehnlicher. An. 1579.hat sie der Ertz-Hertzog Carl von Oesterreich zu bedeckung desHertzogthums Crain, und um den einfällen der Türcken zusteuren, aufgebauet und nach seinem nahmen genennet. Es istmitten auf dein platze in der vestung ein tiefer brunnen, aberwer von dessen »vasscr trincket, bekoinmt das fieber, daher daSfrische wasser entiveder ziemlich »veit oder mit grosser gefahr gegen die Türckische grentze zu muß geholet werden.Valvasors ehre des Hertzogthums Crain, lib. XII. c. 10.

p. 60. seq.

Carlstein, ein überaus vestes schloß in dem Berauner-kreistin Bohmen am flusscMiza drey meilen von Präge,»velches KavserCarl IV. an. l»48. erbauen lassen. Es liegt auseinem berge,der noch mit fünfandern umgeben ist, und hat zwey thore, da-von aber heut zu tage nur eines eröfnet zu »verden pfleget. Mit-ten darinnen ist ei» hoher steinerner thurn gebauet, auf wel-chem in der capelle des H. crmtzcs die Reichs-insignicn, die altebriefschafften und reliquien der Heiligen verivahret werden.An. 1422. haben es die Präger hart belagert. ZeUni top. Bo-hem. p. 18. Btibm. miscell. dec. I. lib. III. c. 8. §. ;. p. 100.

Vogtens jetzt!. Böhmen , p. 84.

Carmagnola , eine stadt nebst zugehörigem landstrich inder Marggrafschafft Saluzzo, dem Hertzoge zu Savonen zu-ständig , und et»va zwey meilen von dem Po, und acht oderneun von Turin entfernet. Es ist dastlbst eine vortrcfliche ve-stung. Carl Emanucl, Hertzog von L-avoyen, bemeisterte sichderselben an. 1588. da Franckreich init einhciinischen kriegen ver-wickelt war i und unterwarf sich die Marggrafschafft Saluzzo ,so anjetzo Piemont einverleibet ist. Es wurde auch diese stadtnachgehends dem Hause Savonen gegen Brcsse und Bugey , :e.durch den an. iöoi. geschlossenen frieden überlassen. An. 1691.eroberte sie der Französische General Calinat nach dreytägigcr be-lagerung, muste sie aber bald daraufdein Heryoqe von Savoyennach einer kurtzcn attaque wieder überlassen, der solche das fol-gende jähr rasiren ließ. Schauplatz des kriegs »n Italien .Lettr. Historiq. 1692,

Lar-