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mit gar heftigen Worten in die wclt hinein schreibet: es wäre die-ses werck von den ketzern, durch welchen titul er die Protestlren-de verstehet, ertichiet, und diesem heiligen und CathollschenFürsten untergeschoben morden. Allein die blinde elferer habendadurch nur ihre Ungeschicklichkeit an den tag gelegt; dann Hmc-marus Rhemensis und andere alte scribenten thun schon davonMeldung, und es ist eine epillola Hadriani ad Carolum M. vor-handen , daraus man stehet, daß dieser Papst solches werck refu-tiret hat. So ist auch langst bekannt, daß die erste ausgab die-ses buchs von Ioh. Tilio, Bischoff zu Meaux , und welcher sehreiferig Catholisch gewesen, an. 1549. wiewol damal ohne beyse-Lung seines nahmens, noch des orts, verschaffet worden. Undüber dieses alles war solches schon vorher von den heftigsten Ca-Iholicken Eckio , Augustino Steucho, und andern angezogenworden, welcher letztere sich absonderlich auf ein sehr altes ma-nuscript, mit Longobardischen buchstaben, deruffet, welches inder Päpstlichen bibliotheck befindlich, welcher er Steuchus selbstvorstünde, und auf verlangen einem jeden könnte vorgezeigetwerden. Die Protestanten schreiben diese libros einhellig CaroloM. selber zu, und gründen sich auf den titul derselben, welcherCaroli M. nahmen ausdrücklich in sich hält. Aber die meistenkatholischen halten diesen titul vor eine supposition Goldasti odereines andern; und läugnen zwar nicht, daß das werck zu Caro-li M. zeiten geschrieben, und von dem Kayser dem Papst zuge-schickt, auch von diesem beantwortet worden; nur halten sie nichtCarolum M. sondern die discipulos Sereni Mafliliensis , der einrosser feind von dildern gewesen, und zu Caroli M. zeiten gelt-et , vor den authorem. Surius , annot. in Concil. Franc. Eckius ,enchir. loc. comm. art. 16. edit. 1529. Steuchus, de donat. Con-stant. lib. II. n. 60. Baron. tom. IX. an. 794. n. 30. 31. 32. Scha-fen. vita Caroli M. lib. I. c. 3. p. 19°· leg. siehe CstCOlUö M. *
* (fctvolo, (Ludw. Jacob von St.) ein Carmelit, von ge-hurt ein Burgunder, lebte in dem XVII. foculo , und warRath und Almosenier bey dem König in Franckreich. Er schriebfolgende wercke : Bibliotheca Pontificia ; Traite des plus hel-les bibliothdques ; de Claris Scriptoribus Cabillonensibus;Bibliographie Parisienses ; und starb ZU Paris den ro. May an.1670. Teiffier.
Carolomannus, ein König von Franckreich, Ludovici desstammlenden söhn, wurde zugleich mit seinem bruder Ludovr-co III. an. 879. gecrönet. Seme mutter war Ansgardis, wel-che Ludovicus Baibus wider seines vatters willen heurathete, aberwieder von sich stossen muste. (siehe Ansgard, Ludovicus Bai-bus. ) Dannenhero Carolomannns und sein bruder für unehli-che kinder gehalten worden, und im ansang sowol von Ludov.II. in Teutschland, als auch den grossen im Reich widerstandgefunden. (siehe Ludov. III. Kön. in Franckr.) Diese beydenvrüder theilten an. 88 °. ihre länder unter sich zu Amiens ; Lu-dovicus eignete sich Neustriam zu , Carolomannus aber Aqui-tanien und Burgundien. Sie machten hierauf mit ihren vet-tern in Teutschland eine alliantz , giengen wider Bosonem, dersich zum Könige von Arles und Burgund aufgeworffen, zu sei-he, und belagerten Vienne an. 88i. allwo er seine gemahlin ge-lassen hatte. Die Normänner streiften inzwischen unaufhörlichin ihre länder, so daß Ludovicus genöthiget wurde, sich densel-ben zu widersetzen, starb aber an. 882. wodurch Carolomannusein Herr von gantz Franckreich wurde. (siehe Ludov. III.) Die-ser verließ darauf alsobald die belagerung von Vienne , und gabÜber seine dasige troupven dem Grafen Richard das comman-do, welcher endlich nach einer zweyjährigen belagerung die stadtan. 883. in seine gemalt brachte. Carolomannus schlug indes-sen gedachte Normänner bey verschiedenen rencontren , undzwang sie endlich sein land zu verlassen. Nicht lange darnachward er auf der jagd, von einem wilden schweine, oder wie an-dere wollen, von einem seiner bedienten verwundet, und starbnach wenig tagen an. 884. den 6 . dec. Er ward an. 878. inbeyseyn des Papsts JohanniS VIII. und seines vatters Ludovicimit Hermengarde, einer tochter Bosonis des Königs von Arles ,verlobet. Es ist aber solche heurath nicht vollendet worden.Weil er nun ohne kinder gestorben, boten die Franzosen nach sei-nem tvde das Reich Carolo Crasso an. Annal. Bertm. Meten)'.Fuld. Regino ad an. 88r. leg. Cont. Aimoin. Lamhec. d. a. conf.Mabillon. de re diplom. lib. II. c. 26. n. 17. Pagi crit. in Ba ron . tom. III. ad an. 884. n. 8- & ad an. 88?. n. 6 .
Carolomannus, König von Austrasien, _ Burgund , undüber erst stückvon'Aquilanieii, wurde zu Soissons den 9. octob.an. 768. gecrönet , und war Pipini des kuryen söhn , und Ca-roli M. bruder, mit welchem er die vätterlichen länder theilete.a ) Einige leulhe bemüheten sich, selbige mit einander uneinigzu machen , worzu auch Carolomannus nicht ungeneigt war.Er starb aber bald darauf zu Salmouci bey Lion den 4. dec. an.771. und wurde in St. Remigii kirche in der stadt Rheims be-graben. s) Er verließ von serner gemahlm Gerberge 2. söhne,Pipinum und Siagrum, davon der letztere Bischoff zu Nizza inProvence wurde. Dem ersten wollte zwar der Longobarben Kö-nig Desiderius zur succeßion in die vätlerliche lande verhelsse» ,und ihn vom Papste crönen lassen, konnte aber nichts ausrich-ten. a) Eginhart. in vita Caroli M. & in annal . Anna'. Aßro-nom. h ) Eginhart. vita Car. M. & annal. ad an. 771.
Carolomannus, ein Hertzog und Fürst der Francken, Ca-roli Martelli erster söhn von stiner ersten gemahlm Crotrudis,insgemein Rotrudis genannt, so an. 7-4. starb. Sein antheil,
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fo ihm der vatter noch bey leb, zeiten übergab, war Austrasia ,Schwaben und Thüringen . Er zog nach des vatters tobe mitfeinem bruder Pipino wider seinen stief-bruder Gryphonem, demsie seine länder abnahmen, (siehe Grxpho.) und hierauf wi-der Hunaldum den Hertzog von Aquitanien zu selbe, welchensie über Poitiers trieben, und endlich zu einem accord nöthigten,nachdem sie das castell Loches eingenommen. Nach diesem theil,tcn sie das Königreich zu Alt-Poitiers von neuem, und marfchir-ten darauf in Teutschland wider Theobalbum der AlemannierHertzog, welchen sie an. 742. unter sich brachten. Sein bru-der Pipinus machte hierauf in seinem antheil Childericum II.zum König ; aber Carolomannus blieb in Austrasien einzigerund souverainer Herr. Nachgehends bezwäng Carolomannusin gesellschafft Pipini Odilonem Hertzog von Bayern , der sichmit Theobaldo, Hertzoge von Schwaben , und Theodorico Her-tzoge von Sachsen , auf anstiften Gryphonis und feiner MutterSonechildis, wider die beyden brüder vereiniget hatte. Hieraufbegab er sich an. 74?. nach Rom , allwo er ein Benekictiner-Mönch wurde, und seinem bruder Pipino die regierung übergantz Franckreich allein überließ. Worzu ohne zweifel der neueErtz - Bischoff zu Mayntz Bonifacius viel mag geholffen haben.Er begab sich also auf den berg Soracte, ohnweit Rom , wo-selbst er ein kloster erbauete, und darinnen lebte. Nachdem eraber daselbst gar zu viel zuspruch halte, verließ er dieses, und be-gab sich nach Mont Caßin. Nach diesem reisete er nach Franck-reich , um für den Lombardischen König Aistulphum, welchersich für Pipino furchte, so dazumal des Papsts Stephani II. unddes Päpstlichen stuhls Protector war, zu intercediren; wiewoler vorgab, daß er solche reise eigentlich deswegen über sich ge-nommen , um des heiligen Benedicti cörper, so zu Fleury ander Loire war, anszubitten. Als er aber nicht dasjenige tracta-ment bekam, so er verlängere, gieng er nach Vienne in Dausphine, und starb daselbst den 17. aug. an. 7??. Sein cörperaber wurde nach Mont Caßin gebracht. Aimoin. lib. IV. LeoOJiiens. lib. IV. Ado l'ienn. Eginhard . Regino. Valeßui. Ma-billon. Sagittar. antiq. Duc. Thuring. lib. I. c. 19.
Carolomannus, ein söhn Ludovici Germanici , wurde vonseinem valter zum Gouverneur in Kärndten gemacht; weil eraber die souverainitat daselbst affectirte, und mit den Wendendeswegen sich verband, gieng der vattcr ihm aufden hals, undzwang ihn, daß er sich unlerwerffen , und sern Gouvernementabdancken muste. (siehe Ludov. Germ. ) Von dieser zeit anwar er seinem vatter jederzeit gehorsam, und an. 876. von dem-selben nach Italien geschickt, als sich dessen vatters bruder Caro-lus Calvus rn Franckreich unterstanden halte , sich des Kayscr-thums anzumassen; er wurde aber von demselben durch list hin-tergangen. (siehe Larolus Calv. ) Als Ludovicus Germ. an.876. starb, und dessen länder nach innhalt seines tcstaments un-ter seine 3. söhne Carolomannum , Ludovicum und CarolumCraffum gethcilet wurden, bekam Carolomannus Bayern unddie Sclavonischen provintzen, nemlich Böhmen , Mähren , Pan-nonien und Kärndten. Als Carolus Calvus an. 877. nach Ita lien gieng, das Kayserthum zu behaupten, widersetzte sich ih,nCarolomannus, und nöthigte ihn , sich wieder nach Franck-reich zu begeben, da er dann auf der rückreise starb, (siehe Larol.Calv. ) Worauf Carolomannus die herrschafft in Italien undüber die stadt Rom behauptete, a ) Es wird zwar von einigenFranzosen vorgegeben, daß Carolomannus durch ein falsches ge.rächte, als wenn eine grosse armee wider ihn im anzug wäre,erschrecket worden, und solches nicht hätte bewerckstelligen kön-nen , welches aber von andern mit wichtigen gründen widerle,get wird. b ) Sonst hat dieser Carolomannus auch mit Rasti-ce, einem Hertzoge aus Mahren , und Gundacker, welcher dasHertzogthum Kärndten an sich ziehen wollen, viel zu thun ge-habt. Er starb an. 88 °. c ) und hinterließ 2. natürliche kinderArnulphum, welcher Kärndten bekam, und nachmals Kayserwurde, und Giselam, welche an Zwentipold, einen König vonMahren , soll verheurathet worden seyn. d ) Annal. Fuldens.heun. Contr. & Regino ad an. 877 - Sigonius , de Regno Ital. Üb.V. b ) Sie gründen sich aufden Continuator Aimoini, der etli-che hundert jähr hernach gelebt. Siehe Adizreiter. annal. Bojic.P. I. lib. XII. n. 4. c ) Annal. Fuldens. Metens. & Regino ad an.88°. d ) Idem ib. conf. Megtseri annal. Carinth. lib. VI. c.39. seq. Vaivafor, ehre des Hertzogthums Crain, lib. X. c. 9.
Carolomannus, ein söhn Caroli Calvi, welchen er mit sei-ner ersten gemahlin Jrmcnlrude gezeugct. Er empörte sich wi-der seinen vatter, dannenhero er sich von Hildegardo, Bischoffzu Meaux , zum Diacono muste ordiniren lassen. Hierauf bekamer unterschiedene Adteyen; da er aber zum andern mal revol-tirte, wurde er gefänglich eingezogen. Doch erlangte er end-lich auf vorbitte des Päpstlichen Legaten wiederum seine frey-heit, fieng aber bald wieder aufs neue an zu rcbelliren, verheer,tc das land, wo er hinkam, und als ihn der Bischoff zu Rheims,Hincmarus, nebst andern, auf Königlichen befehl excommu-nicirle, appellirte er an den Papst, der ihn auch in schütz nahm,woraus grosse strcitigkeiten unter dem Papst, dem König Ca-rolo Calvo , und den Französischen Bischöffcn cntsiunden. End,lich gerieth Carolomannus wieder in seines vatters Hände, undwurde zu Scnlis von den Bischöffcn der provintzen Sens undRheims degradirt; hierauf an. 866 . selber äugen beraubet, undin das kloster Corvcy gestossen , aus welchem er durch hülffezweyer Mönche wieder heraus kam, die ihn zu seines vatters
bruder