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Medico, ölt der artzeney, gift beygebracht worden. «)Es war Carolus Galvu- ein Pnntz von nntlelmaßtgen qualtta-tcn - ehrqeitzig genug/ aber nicht capabel grosse unternchmun-ncn'mit tapferkeit auszuführen. Die intriguen waren der or-dentliche weg bev ihm/ wodurch er seinen zweck erhielte. Durchden Mangel einer klugen und hertzhafften ausführung kam er et-liche mal in gefahr/ alles zu verlieren , und gar dethronisirt zuwerden. Wiewol die grosse macht des Adels und der Geistlich-keit die Haupt-ursachen aller Unordnungen seines Reichs / unddes wenigen respects , den man gegen ihn hatte , war; und derPater Daniel entblödet sich nicht/ ,eine regierung eine regierungder Bischöffe, wie seines vatters/ zu nennen. ») Er hat zweyqemahlinnen gehabt, Hermentrudin und Richildin / mit wel-chen er unterschiedene kinder gezeuget, unter denen LudovicusIII. der von der erstem gebohren, leben geblieben, und ihm inFranckreich , und in der Kayserlichen würde succedirt hat. « )
Hugo Flaviniac. in chron. Virdun. ap. Labbeum ad an. 82z.Diploma Caroli Calvi ap. MabiUon. fec. III. Bened. P. II. p.119. conf. chron. S. Benigni. Aufi. vit. Lud. Pii. Pagi, in crit.in Baron . tom. III. ad an. 82;. n. 4. p. ?n. b ) Nitbard. dedisscns. filior. Lud. Pii lib. IV. Annal. Metens. Bertin. Fuld.chron. Pirdunens ad an. 841. 842. 843 · O Annal. Berti», adan. 848. 849- 85a. & 8??· Chron. FontaneU. ad an. 848. Chron.Memmian. ad an. 8? 2. ap. Sirmond. in not. ad capitular. Ca-rol. Calvi . d ) Annal. Metens. Bertin. ad fingulos fere annos.(?) Annal. Bertin. Engolis. chron. Andegav. ad an. 846. 8?i·&c. /) Annal. Fuldens. & Bertin. ad an. 858 - feg. Epiß. Epi-Jicop. Concil, ap. Saponar. tom. III. Concil. Gal. Sirmondi, p.117.g ) Annal. Bertin. ad an. 866. seq. b ) Ibid. ad an. 87 °· Aimoin.lib. V. c. 2;. Tabuhe divisionis regni Lotharii ap. Baluzium,in capitular. tom. II. Miraus, in cod. piar. donat. c. 19.Corning, de F. I. lib. I. c. 7. Scbilter. inst. J. P. tom. II. p. 64.i ) In den annal. Fuldens. ad an,. 87 ?· steht: Carolum senatumpopulumque Romanum , Jugurthino more corrupisse. conf.annal. Metens. Bertin. & Regino ad d. an. & seq. k ) Eutrop.Lombardut ap. Goldaß. de Monarch, tom. I. v. omnino Pagi,in critica in Baron . tom. III. ad an. 87 ?· n. 4. seqq. Daniel,hist. de France tom. I. col. 794· seq· O Annal. Bertin. ad an.876. & acta Concil. Pontigon. tom. III. Concil. Gall. Sirmondi.m ) Annal. Bertin. d. 1 . n ) Ibid. ad an. 877 · 0 ) Histoire deFrance, tom.I. col. 806. (Siehe auch Evthariuö I. und II. Lu-dov. Germ. Ludov. II. Kayser.)
Carolus III. mit dem zunahinen Grastu, oder der dicke/ warder dritte söhn Ludoviei Germanici und ein enckel des KaysersLudovici Pii. In der theilung mit seinen brüdern an. 876. fielihm das Königreich Schwaben zu; und als der eine bruder Ea-rolomannus an. 88°. starb, theilte er sich mit semem andernbruder Ludovico II. dergestalt in dessen erbschasst, daß Ludovi-cus Bayern , Pannonien , Sclavonien und Böhmen , er aberdie prätension auf das Königreich Italien bekam. «) Er warbereits bey lebzeiten Carolomanni nach Italien gegangen/ wel-ches er auch inkurtzer zeit unter sich brachte/ und hierauf amWeynacht-fest an. 88->. von dem Papste Johanne VIII. zumKayser gecrönet wurde, b ) Bald darauf an. 882. starb auchsein anderer bruder Ludovicus , und da wurde Teutschland un-ter Carolo Crasto wiederum vereiniget, c ) Weil er nun hier-durch ein sehr inächkiger Herr worden , brachte er eine überausgrosse armee zusammen , und gieng wider die Normanner, diedamals in Nieder-Teutschland übel hauseten / zu selbe; mach-te aber wider vermuthen einen schimpflichen frieden mit densel-ben. Denn er bezahlte den Normännern eine grosse summegelbes / erlaubte ihnen in Frießland zu bleiben , und versprachHugoni dem bastard die einkünfte des Stifts Metz zu lassen/wie auch einem der Normännischen Hertzoge Gottfried , seinebanse Gisela, des Königs Lotharii tochter, Hugonis des ba-ftards schwester, zur ehe zu geben, d ) Dieser unverantwort-liche friede zog Carolo CrasTo von den Königen in Franckreichseinen vettern, und von seinen Unterthanen selbst grossen haßund Verachtung zu; wie dann die Lothringer deswegen willenswaren , von ihm abzusetzen/ wann sie nur die Könige in Franck-reich hätten in schütz nehmen wollen, e ) Nichts destowenigerwar er so glücklich, daß als kurtz darauf Ludovicus III. inFranckreich nebst seinem bruder Carolomanno nach einanderstürben , und niemand sonst zur Crone berechtiget und bey rech-tem alter war/ die Franzosen ihm an. 884. die Verwaltung ihresReichs auftrugen , und er solches wider die Normänner zu be-schützen aus Italien / dahin er wider die Saracenen gereiset/ be-ruffcn wurde. /) Dieses grosse glück aber änderte sich gar bald.Die Jtalianer machten den ansang, und wollten einen Italiä-nischen Fürsten zu seinem Nachfolger bestimmet wissen. DerNormännifche Hertzog Gottfried machte wegen seiner gemahlineine prätension auf Lothringen , und ob derselbe gleich hinter-listiger weise getödtet wurde/ hatten doch dre Normänner dasHertz vor Paus zu gehen, welches sie zwey gantzer jähr beläger-ten , ohne / daß Carolus sich rintcrstand/ sich ihnen zu widerse-tzen; und da er endlich znm entsatz ankam/ machte er übervermuthen einen neuen schimpflichen frieden auf diese conditio-nen mit denselben, daß sie gegen die dezahlung einer summe gel-des die bclagerung aufheben/ und nach Burgund gehen sollten,e) Gleichwie nun des Kaysers ansehen hierdurch ziemlich fiel/also kam noch hinzu, daß er seine gemahlin Richardis , so eineSchottische Printzeßin soll gewesen seyn, an. 887. i» anwesen-Histsr. Lextcm u. Theil.
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heit aller seiner Fürsten zu Kirchheim am Rheme anklagete, alSwenn sie mit seinem Cantzler dem Bischoss Luithardo ehebruch begangen / und dabey sich erklärte, daß er die zchen jähr über,da er mit ihr im ehestand gelebet / sie nicht berühret hätte;deswegen sie ihre jungfrauschafft behaupten sollte, welches sieauch nach der damaligen gewohnheit that; aus nnmuth abk?sich in das kloster Andlau im Elsaß begäbe, h ) Hierdurch bah-nest er sich folgends den weg zu seinem untergange. Denn alser im nov. des 887. jahrs die Fränckische, Sächsische , Thüringi sche und andere Stände des Reichs nach Tribur unweit Mayntzzusammen beruffen, erklärten ihn dieselben des Reichs unfähig;worzu sie veranlasset sowol die init den Normännern gemachtetractaten, und die anklage seiner gemahlin , als auch, weil sieeinige merckmale eines verrückten Verstandes, und daß sein leibdurch die kranckheiten sehr geschwächet worden, an ihm ver-spüret hatten. Worzu noch kam , daß er durch sein unde-dachtsames regieren verursachet, daß der Papst den Franckendie Kayserliche Crone entwendet hatte. Es wurde also Carolus Crassus einstimmig des Reichs entsetzet, und so fort Arnolphus,des Kaysers Carolomanni unächter söhn , zum Teutschen Kö-nige erwehlet; Ja er ward von allen den seinigen so verlassen,daß innerhalb drey tagen niemand mehr war, der ihm die ge-ringsten dienste erzeiget hätte, und würde er unterdessen Hun-ger gestorben seyn, wenn ihn nicht der Ertz-Bischoss zu Mayntzso lange unterhalten hatte, bis zu seiner Verpflegung anstalt ge-macher worden. Er starb aber bald hernach, den 1;. jan. an.888. sechs Wochen nach seiner absetzung, und ward im kloster Reichenau , so auf einer insul des untern Bodensees liegt, begra-ben. Einige geben vor, daß er aufArnolphi befehl erwürgetworden; wiewol die fach keinen vesten gründ hat, und von denmeisten mit stillschweigen Übergänge» wird. Seinen unächtensöhn Bernhardum, den er mit einer concubine gezeuget, hater Arnolphi gnade anbefohlen, i ) Sonst ist noch zu mercken,daß man insgemein davor hält, Carolus Crassus habe amallerersten in seinen diplomatibus sich der jahrzahl nach Christigeburt bedienet; k ) welches aber falsch ist, weil man solchejahrzahl schon lange vorher, als in dem unverfälschten testa-ment Caroli M. welches zu ende des Eginhardi stehet, und in an-dern chartte /) findet, a) Annal. Bertin. ad an. 876. & 880.Annal. Fuldens. Regino d. an. i>) Annal. Bertin. ad an.88o. Me-tens. Regino. Sigeb. Gembl. Herm.Contr. adan.88i. conf Pagi,crit. in Baron . tom. III. ad an. 88». n. 7. & ad an. ggr. n. 1.p. 729. c ) Contin. annal. Fuldens. Lambec. ad an. 882. d )Ibid. ad ann. Bertin. Metens. d. an. e ) Annal. Bertm. d. an.882. /) Cont. annal. Fuld. Lambec. an. 884- Annal . Metens. d.an. conf MabiUon. de re diplom. lib. II. c. 26. g) Abbo, de ob-iid. Paris ap. du Chene tom. II. p. 49. Cont. annal Fuldens.Lambec. ad an. 886. b ) Ann. Metens. ad an. 887 - Regino &c.
*) Ibid. d. an. & an. 888. k ) Aventin. de reb. Bojicis lib. IV.Pagi, critica in Baron . tom. III. ad an. 881. n. 2. p. 7jo. /)Cbartul. Wertbinens. tom. I. Icriptor. Brunsu. p. 110. & antiq.Fuldens. ap. Pistorium tom. III. rer. Germ. *
Carolus IV. König in Böhmen und Römischer Kayser, warein söhn Johannis von Luxemburg , Königs in Böhnenmnd Eli-sadethä, einer schwester des letzten Königs in Böhmen aus demalten Primislaischen stamme, Wenceslai III. (V.) Er wurdezu Prag an. 1; 16. den 14. may gebohren. In der taufe wur-de er Wenceslaus genennet; weil er aber in seiner ersten jugendsich an dem Hofe des Königs in Franckreich, Caroli IV. dabinihn sein vatter deswegen gethan, weil die Böhmen denselbenlieber als ihn zum König gehabt hatten, erzogen wurde, be-kam er ihm zu ehren den nahmen Carolus. Er legte sich in sei-ner jugend auf allerhand wissenschafften, sprachen und exerci-tien, in welchen allen er auch so geübet war, daß er fast in denargwohn der hexerey gerathen, und die Teutsche, Böhmische,Lateinische , Französische und Italiänische spräche vollkommenreden konnte. Mit seinem vatter, welcher seine gantze zeit mithin- und Herreisen zubrachte, reiste er in verschiedene länder,wohnte dessen feldzügen, so er dem Papst zu gefallen wider eini-ge Italiänische städte, die es mit Lndovico Bavaro hielten, unter-nommen , bey, von bannen er an. i;;2. wieder zurück kam,da ihm denn sein vatter die Marggrafschafft Mähren übergab,und solches zwar, wie einige wollen, aus dieser Ursache, da-mit er ihn aus Böhmen möchte entfernen, weil er durch seinegeschicklichkeit die gemüther der Unterthanen sehr an sich gezogen.Unterdessen reiste Carolus an. 1336. noch einmal nach Italien ,und enkgieng soivol dieses als auch das vorige mal daselbstgar grosser gefahr, wegen der Nachstellungen der Italiäner.An. i;4l. that er mit seinem vatter eine reise zu dem PapstElemente VI. nach Avignon , (welcher zuvor sein Informatorgewesen) und suchte sich nunmehro in seiner gewoqenheit vestezu setzen, welches ihm denn auch bey den streitigkeiten, die derPapst mit dem Kayser Lndovico Bavaro hatte, wohl zu stattenkam. Sintemal er durch des Papsts recommendation und bey-hülffe, der zu dem ende einen andern Ertz-Bischoff zu Mayntzgesetzt, welcher einen ivahltag nach Rhens ausschriebe, von ?.Churfürsten, die theils seine verwandte, theils von ihm er-kauft waren, wider gedachten Kayser Ludovicum an. 1346.zum Kayser erwehlt, und von dem Churfürsten z» Cöln inBonn gecrönet wurde. Doch blieben viele Reichs - Stande,insonderheit aber die städte, Lndovico getreu, und weilCarolus meistens nebst dem Papst nur Teutsche Bischöffe
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