weil das land mit grossen schulden beschweret war, so tnUschloffen sich beyde brüder, die Cammer-quther im Fursten -Ihum Münsterberg nebst allem was sie noch darinnen hatten,an die Stande des Fürstenthums zu vcrkauffen, worauf sichdiese gutwillig an den Kayser Maximilianum II. als König inBöhmen übergaben, wodurch dieses Fürstenthum sonderlichePrivilegien erhielt. Carolus aber hat sich in der regierung sei-ner lande gar löblich aufgeführet, und insonderheit an. 1368.nebst seinem bruder Henricv eine sehr wvhlgefaßte landes-ordnung in dem Oelsnischen Fürstenthum aufgerichtet. An.1387. gicng er als Abgesimdker des Kaystrs Rudolphi aufden Polnischen wahl-tag nach Warschau . An. 1604. zog ermit 1000. pftrden dem Kayser wider den Türcken ru hulffe.An. 1608. wurde er zum Ober-Hauptmann in Schlesien ver-ordnet , und im folgenden jähre ließ er ihm sehr angelegen seyn,den sogenannten Maiestäts-brief auszuwürcken , bezeugte aucheinen grossen eifer in erhaltung der Lutherischen religion. Erhat ferner die vormundschafft über die Bricgischcn Printzen undihr Fürstenthum, wie auch das Kriegs-Generalat in Schlesienrühmlich geführet. Endlich starb er an. 1617. den 28. ian.Seine erste gemahlin war Catharina, Wenceslai, Freyherr«zu Berka, Duba und Sternberg tochtcr, mit welcher er Hen-ricum Wenccslaum, Georgtum, Carolum, und HenricumWenceslaum den jüngern gezeuget, davon aber die dreyerstem in der jugend gestorben, nachdem ihre Mutter an. 1383.vorgegangen war; und die Mährische Herrschafften Sternbergund Jeschwitz an das Oelsnische haus hinterlassen hatte. Hier-auf vermählte sich Hertzog Carolus an. 1585. mtt Elisabeth«Magdalena, Hertzogs Georgii II. zu Brieg tochter, welcheihm verschiedene linder gebohren, darunter Carolus Frideri-cus am merckwürdigsten ist. SMcksus. Schles. chron. üb. II.cap. 34. Luc« Schles. chron. p. 1130. &c.
Carolus Fridericus, Hertzog zu Münsterberg und Oels ,ein söhn Caroli II. und Elisabethä Magdalenä, HertzogsGeorgii II. zu Liegnitz und Brieg in Schlesien tochter, gevvy-ren den 18. oct. an. 159?. In seiner jugend legte er sich aufdie studien, und begab sich unter der inspection Georgii Pas-selii, ss II. v. und Fürstlichen Raths nach Franckfurt an derOder, woselbst er auch das Rectorat dieser Universität ange-nommen. Hierauf trat er nebst seinem bruder Henrico Wen-ceslao, der sich gleichfalls bisher in Franckfurt aufgehalten,eine reise an. Als sie wieder zu hause kamen, starb ihr dat-ier den 28. ian. an. 1617. da sie dann die regierung antraten,und das Fürstenthum theilten, so daß Henricus Wenceslausdas Bernstädtische, und Carolus Fridericus das Oelsnischeerlangte. Die Mährischen Herrschafften aber Sternberg undJeschwitz behielten sie insgemein. Im übrigen als an. 1618.die Böhmische unruhe angieng, und die Schlesischen Fürsten und Stände sich derselben theilhafftig machten , auch zu demende 6000. zu fusse und zu Pferde warben, befand sich CarlFriedrich auf der Zusammenkunft zu Breßlau an. 1619. undwar einer von denen, die zu beschützern der Böhmischen con-föderation daselbst erkohren worden, leistete auch dem an.1620. neuerwehllen Könige, Churfürst Friderico V. von derPfaltz , die Huldigung, und wohnte in demselbigen jähre aber-mals'dem Schlesischen convente zu Breßlau bey. Nachdem«der die schlacht bey Präge auf des Kaystrs Ferdinandi II. fei-ten glücklich ausgefallen , und der Churfürst von SachsenSchlesien wieder in gutes vernehmen mit dem Kayser zu setzensich angelegen seyn ließ , ward der Hertzog Carl Friedrich nebstandern Gesandten von den Schlesischen Ständen nach Dreßdengeschickt, woselbst auch den 18. febr. an. 1621. ein vergleich ge-troffen wurde, nach welchem die conföderation aufgehoben,von dem Kayser den Ständen pardon ertheilet, auch von die-sen drey tonnen goldes zu bezahlung der kriegs-unkosten ein-ewilliget wurde. Doch als an. 1631. die Kayserlichen beyeipzig den kürtzern zogen, und der Churfürst von Sachsen mit einer armee in Schlesien fiel, ergriff der Hertzog CarlFriedrich wiederum die Schwedische und Sächsische partey,bis er sich an. 163 3. abermal dem Kayser submittirte, und durchKönigt. Polnische interceßion mit demselben ausgesöhnet wur-de. Nach diesem hat dieser Hertzog eine geruhige und löblicheregierung geführet, bis er endlich den 22. apr. an. 1647. ge-storben. Seine erste gemahlin war Anna Sophia, HertzogFriedrich Wilhelms zu Sachsen , der Chur Sachsen Admini-firatoris tochter, mit welcher er an. 1623. Mariam Elisabe-tham , die an Sylvium Nimrod , Hertzog zu Würtembcrgund Deck, vermahlet worden, gezeuget. Seine andere gemah-lin war Sophia Magdalena, Hertzog Christians zu Liegnitz und Brieg tochter, von welcher er aber keine kinder gehabt,Weil nun auch sein bruder Henricus Wenceslaus keine männli-che erben hinterlassen, ist mit ihm der männliche stamm desPodiebradisthen geschlechts ausgegangen, die FürstenthümmerOels-Bernstadt aber durch vorerwehnte Heurath an die Wür-tembergische linie gekommen. Luc« Schles. chron. p. 1132.ükc.
Carolus von Lichtenstein, Hertzog von Troppau und Jä-gerndorff, em söhn Hartmannl IV. Freyherr» von Lichten-«kln zu Niclasburg und Felsberg , von Anna Maria einertochter Graf Caroli von Ortendurg. Erwürbe an. r369.gr-oohren, und m der Lutherischen religion auserzogen, verwech-ytstor. Lexicon II. sshxjz..
feite aber hernach selbige mit der Catholischen. Seiner gros-sen geschicklichkeit hälben kam er bey dem Kayser RudolphoII. und nachmals bey Matthia in grosse cvnsideration. Ru-dolphus machte ihn zum Landes - Hauptmann in Mähren ,und schickte ihn zu den Türcklschen und Siebenbürgischen srie-dens-handlungen. Matthias, da er an. 1603. seinen bruderRudolphum zu abtretung des Ungarischen Reichs bringenwollte, communicirte unter andern die fache mit diesem Carlvon Lichtenstein, welcher auch auf seine Unkosten ein regimentaufrichtete, und solches dem Ertz-Hertzoge Matthia in Ungarn zuführete. Er bekam hiernächst für seine vorgeschossene gel-ber das Fürstenthum Troppau in Schlesien zum unterpfande,so er aber hernach erblich an sich gebracht; wie er denn auchan. 1614. von dem Kayser Matthia in den Fürsten -stand er-hoben wurde, und alsobalb die reception in das Schlesische Für-sten-LolleZium erlangte. Bey anfange der Böhmischen Unruhewurde er von den Bohmen, die in Mähren gestreift, gefangen,und schien sich für ihre partey zu erklären, begab sich aberbald wieder zu der Kayserlichen armee unter dem Grafen Buc-quoi, und wohnte der rencontre bey Wien den 24. und 23.oct. bey. Nachdem er noch andere proben seiner treue abge-legt , und die fachen des Kaysers Ferdinandi II. in Böhmen etwas glücklich liefen, machte ihn derselbe nicht allein zu sei-nem Cammerer und geheimen Rathe, sondern auch zum Statt-halter dieses Königreichs, und trug ihm die inquisition undexecution wider diejenigen auf, so sich vor andern gegen denKayser gesellet hatten. Er ließ also an. 1621. den n. um. zuPräge den Grafen Joachim Andreas Schlicken nebst vielen an-dern vornehmen Personen öffentlich hinrichten, und die übri-gen 1 so entwichen waren, citiren. Im folgenden jähre aberpublicirte er im nahmen des Kaysers einen general - pardon,und ließ, auf vielfältiges anhalten der Schlickifchen wittwe,das auf dem brücken-thor aufgesteckte Haupt des Grafen vonSchlick wieder abnehmen. In eben diesem jähre publicirteer auch ein Kayserliches edict, krafft dessen die LutherischeTheologi ihre kirchen in Böhmen verlassen , und die bürger«schafft m der stadt Präge an statt der Lutherischen CatholifcheRathsherren annehmen muste. Es wurde auch zu dieser zeitden Jesuiten die Präger-Universität eingeräumet, und fonstenhart wider die Lutheraner procediret; dannenhero sich derChurfürst von Sachsen dieser fachen nach Möglichkeit annahm,und deswegen an den Kayser schrieb, wie denn auch der da-malige Chur -Sächsische Hof-Prediger, v. Matthias Hoe, andiesen Fürsten von Lichtenstein ein bewegliches schreiben ab-gehen ließ, wodurch man aber an beyden feiten wenig aus-richtete. Da auch um diese zeit der Marggraf Johann zuBrandenburg in die acht erkläret, und ihm das FürstenthumJägerndorff genommen wurde, verehrte der Kayser besagtesJägerndorff, ausgenommen die Herrschafften Oderberg , Beu-then und Tarnowitz , diesem Carl von Lichtenstein. Ob nunschon das Chur-Haus Brandenburg ernstlich darwider prvte-stirte, behauptete er doch die posseßion dieses Fürstenthums,wodurch derjenige schade einiger massen ersetzt wurde, welchendas Lichtensteinische Haus an. 1623. erlitten, da Bethlen Ga bor in Mähren eingefallen, und dessen Herrschafft Auspitz,Preßnitz und Felßburg gäntzlich ruiniret. Es hat aber die-ser Carl von Lichtenstein nicht weniger eifer vor die Catholi-fche religion in feinen landen als in dem Königreiche Böh men erzeigt; und als einsmals die Lutheraner sich bey ihmüber die Reformirten beschweret, und die Ursache alles Un-heils ihnen beygemessen, hat er ihnen zur antwort gegeben:Sie sollten zufrieden seyn, denn sie müsten beyderseits zumlande hinaus. Endlich starb er an. 1627. den 12. febr. zuPräge im 38. jähre seines alters, da er kurtz vorher grossepräparatorien zum kriege gemacht. Seine gemahlin war An-na Maria, Johannis Schembera von Czernahor, Freyherr»zu Buschowitz in Mähren tochter, mit welcher er CarolumEusebium und zwey töchter Annam Mariam und Franci-scam Barbaram gezeuget, davon jene an Maximilianum,Fürsten zu Dietrichstein , diese an Wernern, Grafen von Lil-ly, vermählet worden. Luc« Schles. chron. imhos. not.Proc. lib. V. cap. 12.
Carolus Eufebius, des Heil. Röm. Reichs Fürst undRegierer des Hauses Lichtenstein , Hertzog in Schlesien, zuLroppau und Jägerndorff, ein söhn des vorhergedachten Ca-roli, wurde den 12. fept. an. 1611. gebohren, brachte seinejligend in den studien bey den Jesuiten in Präge zu, undmachte sich hernach bey den Kaysern Ferdinands II. und III.durch seine meriten sehr beliebt, so daß er auch in den Reichs,Fürsten -stand erhoben ward. Er hielte sich öfters in seinenSchlesischen Fürstenthümmern auf, und an. 1639. conserirteihm der Kayser nach Hertzogs Henrici Wenceslai zu Oels absterben die Ober-Hauptmannschaffts-verwaltung in Ober-und Nieder-Schlesien , welche er aber an. 1641. wiederumniederlegte. Er starb endlich den 3. apr. an. 1684. An. 1644.hatte er sich mit Johanna Beatrix , Maximilians Fürstenvon Dietrichstcin, und seiner schwester Anna Maria tochtervermählet, und mit derselben Johannem Adamum Andream,(von dem ein besonderer artickul) nebst drey töchtern gezeu,get, davon Maria Elconora Rosalia an. 1666. an JohannSiegfried, Fürsten zu Eggenberg, Maria Theresia an Ja-cob, Grafen von Leßle, Kayserlichen Feld-Marschatt, undU u } nach