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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Frofession dem Francisco Balduino. EndID wurde er an.i< 67. Assessor bey dem Cammer-Genchte zu Speyer , woselbst er14. >ahr verblieb, bis ihn der Churfürst von der Pfaltz, Lu,dovicus, an. 138». wiederum nach Herdelberg berref, und zumVice-Hof-Richter machte, ihm auch eine ProFessionem Jurisextraordinariam auf der Universität Heidelberg anverkrauete.(St starb den 6. mertz an. 158;. Seine OpuFcula Uistorica <LPoütieo. Philologiea hat Quirinus Reuterus an. x6n. zuFranckfurt in 8vo zusammen drucken lassen, worinnen sichunterschiedene Orationes de Ottone III. & Electorutn Oer-manorum Origine; de Friderico II. Cassare; de Conrado Sue-ro, &c. befinden. In Jure hat er geschrieben: de novi Ooe -rir Xuntiatione, de Jure Usucapionum , &c. Über dem hater heraus gegeben Acta Visitationis Camera: Imperialis certosin titulos digesta; Aventinum, sowol Teutsch als Lateinischex MStis authenticis Codicibus restitutum; Krantzii Van-daliam , Metropolin & Saxoniam cum praefat.; Duareni Ope-ra collecta & recognita, &c. Reutet us , in vita Cisnert. epu-scul. ejus histor. & polit. philol. praemissa. Adam. vit. JCt.Germ. Frtber. in theatr.

* (Ttfting, oder Cissin, lat. Cisonium oder CyFonium,eine stadt im Französischen Flandern , zwischen Ryssei und Or-chies. Sie führet nebst dem umliegenden ländgen den tituleiner Baronie, welche dem Printzen von Epinoy gehöret, unddem sie auch im Utrechtischen frieden an. 1712. wieder abge-treten worden, und ist die erste unter den vier alten Baro-nien in Flandern . Der ort ist sehr alt, und wollen einigegar ihren Ursprungden Römern zuschreiben, indem sie sa-gen; es habe ein Römischer Patricius, nahmens Cäsonius,welcher unter dem Kayser Nerone die Römische trouppen inGallia Belgica commandiret, in einem Walde des iagens undvogelfangens halben ein haus aufgebauet : demselben wärenandere Römer nachgefolget, welche gleichfalls daneben Häuseraufgebauet, und dieselbige habe gedachter Cäsonius nachgehendsmit einer mauer umgeben, daß endlich eine stadt daraus er-wachsen : man habe selbige alsdenn nach ihrem Urheber Casso-nium genannt, welches in folgender zeit, da man aus x , igemacht, in Cisonium sey verändert worden. Es kan aber sol-ches alles niemand beweisen, obwol nicht zu läugnen, daßRigordus de gestis Philippi Augusti Francorum Regis undGmlelmus Brito auf diese derivation zielen mögen, wannsie die umliegende gegend, welche damals einen besondern Pa-gum, der von dieser stadt den nahmen gehabt, Cesonam nen-nen. Andere sagen Cisonium solle so viel heissen als ds Onium,welches ein mittelmäßiger fluß ist, so man könnte gelten las-sen , wenn nicht dieser ort sowol jetzo als in vorigen zeiten ge-bräuchlicher mit y geschrieben worden. Der nähme und Ur-sprung mag immittelst herkommen, wo er will, so ist doch die-ses gewiß, daß dieser ort schon zu zeiten Kaysers LudoviciPii wegen des Fisci Regii und dasiger Abtey sehr berühmt ge-wesen. Was diese Abtey anlanget, so ist sie an. 8z 8. von St.Everando, Grafen und Marggrafen von Friaul , nebst seiner ge-mahlin Gisla, Ludovici Pii tochter, lind Caroli Calvi schwe-sier , vor Canonicos feculares gestiftet worden, der auch deneörper des Papsts Calisti aus Italien dahin bringen lassen.An. 1129. hat der Ertz-Bischoff Rainaldus von Rheims Ca.nonsoos reguläres St. Augustiner-ordens eingeführet. Mbvaus , cod. donat. piar. 13. Donat. Belg. II. 64. Notit. Eccle-fia: Belgic. 12. Foppens ad eum ib. Flodoard. hist. Rem. IV. i.Cognat. hist. Tornac. Mejerus , annal. Flandr. Jo. BuceümtGallo-Flandr. I. 19. p. 10a. Feqq. & II. 25. p. 338. Gab*. Bu-ceüini Monaster. Imp. Germ. P. II. p. iör. Acherius hat die Hi-storie dieses klosters heraus gegeben. Ab Echard. rer. Fran-cic. XXXI. 228.

Lison, ein fluß oder bach nahe bey dem berge Tabor; sieheTabor.

Lifseus, wird von den Poeten vor einen König von Thra-cien, und vor einen vatter der Hecuba ausgegeben, welche da-her Cisseis genennet worden. Vvgil. JEn. üb. VII. v. 320.

Liftercienser-orden, hat an. 1098. seinen ansang genommen,und von dem schönen kloster Ctstertz,welches in dem HertzogthumBurgund 4. stunden von Dijon gelegen, und mit vielen cisternenversehen, den nahmen bekommen. Die erste Fundatores undErtz-Aebte zu Cistertz, St. Robertus, St. Albericus und St.Stephanus, nebst noch 18. andern sind fromme BenedictinerGeistliche gewesen, und haben sich aus antrieb strengerer ob-servantz der rege! St. Bencdicti, aus dem kloster Molifmo, mitbewilliaung Hugvnis, des Ertz-Bischvffs zu Lyon , und desApostol. stuhls Legaten, in die Wildnis nach Cistertz begeben,und diese neue Cistercienser - reformation angefangen; daherodenn die Cistercienser-ordens-professen eigentlich vor Benedicti-uer-Religiosen zu halten sind. An, 1113. unter St. Ste-phan» , dritten Abt zu Cistertz, hat der heilige jüngling Bern-hardts samt 30. adelichen Mlt-Candidaten den vrdens - Habitallda angenommen, und ist an. mz. der erste Abt des neuenklosters zu Clairvall worden. Dieses kloster ist des Ertz-StiftsCistertz dritte unmittelbare tochter, und eines aus den 4. er-sten haupt-und mütter-klöstern des gantzen vrdens, deren nah-men sind, Firmitas , Pontiqniacüm , Claravaüis und Mori-mundus, von welchen die absteigende stamm - linien zu allenandern klostern, deren nach aussage Patris Iohannis ä St.Malachia vor zeiten zoo«. an der zahl sollen gewesen seyn, ge.

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zogen werden. Ob nun schon St. Bernardus der erste kun.dator des Clstercienser-vrdens nicht gewesen, so wird er dochvon ihm insgemein vor einen Patriarchen und großen fort-pflantzer gehalten und verehret; weil durch ihn dieser orden,vermittelst der durch ihn beförderten zahlreichen schönen klo-ster-stlftungen furtrefllch ausgebreitet und vermehret worden.Der General dieses vrdens ist jederzeit der Ertz-Abr zu Ci-stertz, welchem die Könige in Franckrcich den tirul eines inden hoben Burgundischen Königlichen Tribunal erbohrnen,und ersten ConFrharn und Raths , beygeleget. Es sind auchaus dem Cistertzer-vrden andere, sowol klösterliche als geistli-che Ritter-orden entweder entsprossen, oder aber haben sichdemselben zugesellet, und dessen regierung und rege! unter,worffen. Von den klösterlichen orden werden folgende ae-zehlet: * a

1.) Die Guillelmiter, von dem stifter , St. Guillelmo,Hertzoge in Aquitanien . 2.) Die Gilbertiner, so der heil AbtGilbertus in Engelland zur zeit des heiligen Bernhardt gestif-tet. ;. ) Ordo Montis Virginia in Apulien , so den heiligenGuillelmum von Vercell zu einem Fundator gehabt. 4.) @rmi,dimontenser, so sich unter dem heiligen Abt Stephano inAquitanien angefangen. ;.) Die Florenser, welchen der heilAbt Joachim mit dem zunahmen der Prophet in Apußenfunbiret. 6. ) Vallis Caulium , so vor zeiten in Franckreich imLingonenser Bißthum (Langes) floriret. 7.) Orcl» immr.culat« conceptioms B. V. in Spanien unter ihrer stifkerinBBeatrice. 8.) ReFormatio St. Bernhardi in Spanien ,cher B. Martinus de Vargas an. 142;. einen ansang gemacht.9.) Die Fulienser - Congregativn in Franckreich , welche an.1377. von B. Johanne Barrerio gestiftet wordm. ro.) Diestrenge reformation de la Trappe in Franckreich, so sich zuunsern zeiten angefangen. Von den Ritter - orden, so unterder Cistercienser-regel, Habit und regierung wider die kirchen.feinde gefochten, werden folgende bekannt gemacht: r.)Derorden der Tempel-Herren, welchen der heil. Bernhardus dieregul vorgeschrieben. 2. ) De Calatrava in Spanien , so an.1138. von St. Raymundo, Abt zu Fiterio, gestiftet worden.3.) De Avisio , dessen stifter an. 1162. Alphonsus , König inLusitanien gewesen. 4. ) De Alcantara in Spanien , so von2. brübern Suerio und Gamezio an. 1177. den Ursprung ge,nommen. 3.) St. Michaelis de Ala, welchen Alphonsus,Königin Lusitanien, an. 1167. eingesetzet. 6.) De Monlcsia,so im Königreich Valenzia an. 1317. von Jacobo II . Königm Aragonien , funbiret worden. 7.) De Christo, dessen stiftter Diönysius, König in Lusitanien, an. 1317. gewesen. 8. )De Monte Gaudii. 9.) De Mont Franc. 10. ) De Trupillo.ix.) St. Bernardi. 12.) St. Georg» de Alfama, so sichalle vor zeiten in Spanien wider die Saracenen tapfer ge,halten, und nachgehends mit den zahlreichen orden de Cala-trava , de Montesia vereinbaret. 1;.) GladiFerorum oberder schwerdt-träger in Liefland, so 3. H. Cistercienser-Bischöf,fe, St. Maynardus, St. Bertholdus, und St. Albertusum das jähr 1200. gestiftet. 14. ) St. Mauritii. 13. ) St.Lazari» beyde in Savvyen, welche sich anfangs unter andernordens-regeln angefangen, aber an. 1372. von dem Papst Gre-gorio XIII. vereinbaret worden, und Cistercienser-statuten be-kommen. Dieser Cistercienser - orden zehlet ferner 6. so ausdessen mittet zur Päpstlichen würde erhöhet worden. Item400. etliche und zwanzig Cardinäle,, 80°. Ertz-Bischöffe, 1400.Bischöfe, etliche 1000. heilige Märtyrer, viel Fürstliche, jaauch Königliche Personen, welche ihr leben in diesem ordenheilig beschlossen. Von den Heiligen dieses ordenö haben ver-schiedene berühmte scribenten, Angclus Manrique, Chrysosto-mus Henrique, Barnabas de Montalbo, Bernardus Britusund viel andere mehr gantze tomos geschrieben. Was die ge-lehrte männer aus dem Cistercienser-orden anbelangt, so hatsolche Carolus de Visch in einem besondern tractat, welchener Bibüothecam Fcriptorum ord. Cisterc. nennet, versaßet,und in selbigem alle bücher, so sie geschrieben, beygezeichnet.

* Tisterua, ein flecken in dem Kirchen-Staat, in der Cam.pagna di Roma, ohnferne palus Pomptina , fünf stunde von derstadt Palestrina, südwärts gelegen; nahe bey Cisterua siehetman noch die Überbleibseln von denen tres Tabern*, welchesin uralten Zeiten eine volckreiche stadt gewesen, und hernacheinen Bischofflichen sitz hatte, der nach Veletri übergetragenworden. Baudrand.

* Litern«, ein flecken in Toscana, im gebiethe von Flormtzam fluß Chersona, eine meile von der Tiber und drey vonCitta di Castello .

* Lithäron , ein König der Platäenser in Böotien, warein sehr listiger mann, und half dem Jupiter dereinst zur ver,söhnung mit der Juno, indem er ihm rieth ein höltzen bildanzukleiden,, und solches auf einem verdeckten wagen mit demvorgeben führen zu lassen, es sey die Platäa des Asopi toch-ter , welche er sich zur gemahlin erwehlet. Als Juno dieseserfahren, und deswegen in vollem eifer herbey kam, und dembilde die kleidet abrisse, entdeckte sie die list, damit man siegefangen, und vertrug sich mit dem Jupiter. Paufanias , IX.

1. 2. Juno ward hernach als eine schutz-gvttin der gegend umPlatäa angesehen, und Cithäronia genennet. Piutarchus, Ari-ftid. 9. Gyraldm , Fynt. 111 . p. 129. Sie feyrete» auch zumandencken dieser begcbenheit alle 7. und die Böoticr alle 6°.

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