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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Verordnungen gemachet. Er ist auch in studien nicht unerfahrengewesen; wie er sich denn nach Suetvnu bericht , auf Tttt Livuund Sulvitii Flavii anhalten, worunter der letztere ihm auchmit qeholffen, eine Historie dessen, so sich nach dem tobe C. IullrCäfarts begeben, zu fchreiben vorgenommen, desgleichen ernevertheidigungs-schrift vor Ciceronem wider Asinium Gallnm,samt einigen reden, die er bey verschiedenen anlassen in demRömischen Rath gehalten; aus welchen eine noch heut zu tagin tafeln von ertz gegraben an dem Rathhaus von Lyon einge-mauret ist, in welcher Claudius vor dem Römischen Rath be-hauptet , daß auch die Gallier darein sollten gewehlet werden.Aber noch mehr können von Claudii geschicklichkeit zeugen die inGriechischer spräche von ihm aufgesetzte 20. bücher von den altenTyrrhenischen oder Hetrurischen, und 8. von den Carthaginen-sischen geschichten. Dwn. Üb. LX. Tacitus , lib. XI. & XII. ann.Suetonius , in Clnud. Aurelius Viftor. &c. *

Claudius II. oder Marcus Aurelius Claudius, von an-dern Flavius Balerius genannt, war General über eine Römi-sche armee, und wurde an. 268. zu Pavia zum Kayser aufgeworf-fen, nachdem Gallienus und dessen bruder Valerianus ermordetworden, an welcher that er auch mit soll theil gehabt haben. Erschlug die Gothen und die Scythen, dietteruloa und anderebarbarische völcker, welche eine armee von mehr als z 20000.mann und 2000. schiffe hatten, welche diejenigen , so aus derWacht davon kamen, mit genauer noth wiederum nach Hausebringen konnten. Vor diesem grossen siege hatte er Aureolum,der sich gleichfalls des Kayserlhums anmassete, überwunden, undnachgehends die Teutschen geschlagen, wannenhero TrebelliusPollio zu seinem rühm von ihm sagt, daß er Augusti bescbeiden-heit, Trajani rapferkeit und Antonini frömmigkeit an sich ge-habt hätte. Eutropius setzet hinzu, daß er nach den troublen,worinnen er durch unterschiedene in den provintzen entstandenefactiones verwickelt worden , seine regierung mit solcher freund-lichkeit und gelindigkeit geführet, daß man ihm zu bezeugung desgrossen estims, den seine Unterthanen von ihm hätten, im Kay-ferlichen pallaste einen göldenen schild verehret, und ihm zu ehreneine güldene statue im Eapitolio aufgerichtet. Nachdem er an.270. zu Sirmich in Pannonien, als er ein jähr und 10. monateregieret, verstorben, wurde er unter die zahl der götter gesetzt.

Eufebius. Trebell. PoUio.

Claudius , mit dem zunahmen Atznaf-Saghed, ein Königin Abißinien,war an. 152;. geboyren, und succedirte seinem vat-ler David an. 1541. in dem 18. iahre seines alters. Erhalteaber eine mühselige regierung, sintemal unter jetztgedachten sei-nem vatter der krieg zwischen den Abißiniern und Adelensern an-gegangen , in welchem zwar anfänglich David einige victorienerhielt, hernach aber, da die Adelcnfer die Türcken zu hülsse nah-men , seines Reichs fast gantz beraubet wurde, und sich hin undwieder auf den seifen aufhalten muste. In solchem zustandebefand sich das Reich, da Claudius es antrat, welcher bey denPortugiesen hülffe suchte, die er auch erhielt, und es wurde an.1541. Christophorus Gama von dem Könige von Porrugaü da-hin geschickt, welcher mit4?o- musquetirern und einigen kleinenstücken daselbst anlangte; mit dieser geringen mannschafft schluger etliche mal die feinde, und nöthigte sie zu weichen; und obgleich Gama von ihnen endlich an. 1542. gefangen und getödtetwurde, griff doch der König Claudius im folgenden jähre aufsneue durch hülffe der Portugiesen die feinde an, schlug dieselbenaufs Haupt,st> daß alle Türcken bis aus 14. getödtet wurden. Dieseinigen, die sich aus furcht zu den feinden begeben, pardonirteer, und bevestigte auf solche art sein Reich. Allein einige zeitdarauf recolligirten sich die Adelenser, thaten unter anführungihres Hertzogs Nuri einen einfaü in Abißinien, schlugen die ar-mee des Königs Claudii , mit welcher er ihnen entgegen gieng,und tödteten ihn selbst an. 1559. im ;6. jähre seines alters.Sonst ist dieser König auch bekannt wegen seines glaubens-be-känntniffes, welches er darum heraus gegeben, daß er die Portu-giesen , ihm beystand zu leisten, desto eher verbinden möchte,und den argwohn, als wenn die Abißinier in vielen stücken esmit den Juden hielten, von sich abwenden möchte. Die Jesui­ ten aber konnten ihren endzweck, das Abißinische Reich dem ge-horsam des Päpstlichen stuhlö zu unterwerffen, nicht erreichen.Sie hatten zwar grosse Hoffnung darzu, nachdem FranciscusAlvarez dem Papste ClementiVlI. einen brief von dem KönigeDavid überreichet, und in seinem nahmen gehorsam versprochenhatte. Dannenhero der Papst Julius III. Iohannem NoniumBarretum zum Aethiopischen Patriarchen verordnete, und den-selben nebst 12. brüdern, darunter Andreas Oviedus ein Bi-schofs der vornehmste war, an. 1556. nach Indien schickte. Danun diese nach Goa kamen, hörten sie, daß Claudius seinemvatter David fucccdiret; also beschlossen sie, erstlich das gemüthdes Claudii zu erforschen, ehe sich der neue Patriarche dahinbegäbe. Sie schickten also ;.Larie8 dahin; indem aber diesesich alsobald vernehmen liessen, daß sich der König dem Papstezu Rom unterworssen, gab es grosse schwürigkeit, und sie konn-ten weiter nichts,erhalten, als daß der König den übrigen, wennsie ankommen würden , sicher geleite versprach. Hierauf kamOviedus mit seinen 5. 80018 in Abißinien an, und wurde mitgrosser Höflichkeit und ehrbezeigling empfangen. Der König Clau-dius verstattete ihnen auch das freye exercitium ihrer religion ,und wehrete seinen Unterthanen nicht, selbige anzunehmen. O-viedus bestand darauf, der König sollte sich dem Papste unter-

werfen, welches aber jener nicht thun wollte, daher es nicktallein zu Unterredungen sondern auch zu schrist-wechselunqenkam, bey welchen der Konig Claudius selbst an seiner vartey daSbeste gethan, und ftmen verstand und geschicklichkeit zur gnügean tag geleget, so daß die Jesuiten selbst gestanden; er hatte ihnenvielmals genug zu schaffen gemacht. Da nun Oviedus sahe,daß er mchts ausrichtete, gieng er aus ungedult von dem Hosedes Komas iveg, em editt hinterlassende, darinnen er die Avißi-mer der ketzerey beschuldigte, und einige ihrer gedräuche als-dlsch verdammte. Solches verdroß zwar Claudium heftig, erbüßte aber bald darauf m der Wacht wider die Adelenser, wiezuvor gemeldet, das leben ein. spontan, an. iui &i<?cMaßfus , hist. Indic. lib. XI. & XV. Ludolpb. bitt. JEthioplib. II. c. ö. & 1?. lib. III. c. 9. Die confeßion des Königs Clamdii hat in Aethiopischer und Lateinischer spräche gedachter Lu-dolph zuerst an. 1661. zu Londen mit noten heraus gegeben, undalsdann seinem Lomment. ad hist. jEthiop. ad lib. II. c ö n29. einverleibet. Sie ist auch an. 1702. von Johanne HenricvMichaelis wieder zu Halle aufgeleget worden.

Claudius von Lothringen, erster Hertzog von Guife, Pairund Ober-Jägermeister in Franckreich, Graf von Aumale, Mar-quis von Mayenne und Elböuf, Baron von Ioinville, Ritterdes Königl. ordens, Gouverneur von Burgund , Champagneund Brie, war der jüngere söhn Renati II. Hertzogs von Lo­ thringen , gebohren den 20. oct. an. 1496. An. 151z. befand ersich in der Wacht bey Marignano wider die Schweitzcr, da er inabwesenheit seiner mutter bruder die Teutschen lands-knechrecommandirte, und so viele wunden bekam, daß er unter den tvd.ten hervor gezogen wurde. An. 15 21 . war er einer von den vor-nehmsten , welche Fontarabia einnahmen, und hat er gerathendiesen platz zu rasiren , allein der Admiral Bonnivet widersetztesich ihm hierinnen. Er war Königlicher General -Lieutenant inBurgund und Champagne, weswegen er an. i;rz. den rebelli-schen Teutschen bauren, die daselbst einen einfall drohcten, bisin das Elsaß entgegen gieng , und sie gäntzlich dämpfete. Wie,wol nun der König diese that, und daß man seine troupven alsoohne seinen befehl, fremden zu hülffe ausser lands geführt,und in gefahr gesetzt, nicht dillichte; so erhielte doch Guise fürdas mal bald wiederum die vorige grinst. Und der König machtehierauf an. 1527. oder 28. zu bezeugung seiner Hochachtung ge-gen diesen Claudium, seine Herrschafft Guise zu einem Hertzoa-thum und Paine. Worauf auch dieser Hertzog nicht unterließ,noch fernere proben seiner tapferkeit und klugheit abzulegen.Wie er dann die Engelländer vor Hesdin schlug, an. i z;6. sichdenKayferlichen trouppen in Champagne entgegensetzte, undan. 1 ^42. Luxemburg mit einnehmen half. Im folgendenjähre war er mit bey dem berühmten succurse von Landrecy ,verfiel aber bald in grössere ungnad, weil es den König, so ohne-dem bey zunehmenden alters - beschwcrden verdrießlich ward,zu reuen anfienqe, daß er ihn so groß gemacht. Dahero diesersich von Hof auf seine güther begab, und an. 15 50. den 12, aprilzu Ioinville starb. An. 151z. hatte er sich mit Antonetta vonBourbon, einer tochter Francisci von Äourbon, Grafen vonVendome , vermählet, wclche ihm 8. söhne und 4. töchter ge.bohren, als Franciscuin Hertzog von Guise, Carolunr einenCardinal, Claudium, welcher die linie von Aumale gestiftet,Ludovicum einen Cardinal, Franciscum Ritter von Maltha,Groß-Prior von Franckreich und General der galeeren, so an.i;;4. gebohren , und an. 1562. gestorben, Renatum einenstamm-vatter der linie von Elböuf, und 2. söhne, so jung mittode abgegangen. Von den töchtern wurden Maria an Ludovi.cum von Orleans, Hertzog von Longueville, hernach an Iaco-bum V. König von Schottland, und Louisa an den Printzen vonChimay verheurathet; die andern beyde wurden Aedtißinnen.DAvüa , lib. I. III. VIII. &c. Brantome. Godefroy , geneal. deLorraine. Tbuanus. Mezeray &c. *

Claudius von Lothringen, Hertzog von Aumale, Pair undOber-Jägermeister von Franckreich, Ritter des Königlichenordens , Lolonel-6eneral der leichten reuterey , und Lieucenanl-6eneral des Gouvernements von Normandie , war der drittesöhn des jetztgedachten Claudii, Hertzogs von Guise, gebohrenden i. aug. an. 1-126. Von seiner jugend an gewöhnte er sichzum kriege. An. i;xi. befand er sich bey der belagerung vonLens und deren von Ulpiano in Italien , und im folgenden jährewurde er in der schlacht bey Metz bleßiret, und von Albert»Marggrafen von Brandenburg gefangen genommen. An. 1554.dienete er bey der eroberuna von Marienburg, in der schlachtbey Renty, an. 1x57. in der belagerung von Valenzia in Italien ,und an. 1 ß 58. bey einnehmung der stadt Calais . Er legte auchnoch verschiedene andere proben seiner tapferkeit ab in denschlachten bey Dreux , St. Äenys und Montcontour, und büßtedurch einen canonen-schuß in der belagerung von Rochelle den14. mertz an. 157;. das leben ein. An. 1547. vermählteersichmit Louise de Breze, Frauen von Anet, des andern tochter u»derbin Ludovici von Breze, Grafen von Maulcvrier, welcheihm 5. söhne und eben so viel töchter gebohren, darunter merck-würdig Carolus Hertzog von Aumale ; Claudius Ritter vonMaltha und Abt zu Bec, welcher den iz. jan. an. -zyi. ge«tödtet wurde, als er St. Dcnys vor die Ligue überfallen wollte;Catharina wurde die dritte gemahlin Nicolai von Lothringen,Grafen von Vaudemont ; Diana , eine gemahlin Francisci vonLuxemburg,Hertzogs von Piney, rc. Davila. Tbum. G«defroy.&c.