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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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zu St. Clou in dem Goudischen Hause war.) Henricus III.saß noch halb unangekleidet auf seinem stuhle, »ahm von demMönche, welcher ihm kniend die reverentz machte, des Grafenvon Brienne brief an, und erlaudte ihm, damit er die vorge-gebene geheime commißion desto besser ablegen konnte, ,hmaantz nahe zu treten; liesse auch gar, weil der Mönch sehr da-rum bäte, die anwesende Herrenan das andere ende des zim-mers treten. Kaum aber war solches geschehen, so ergriff Cle-mens unvermerckt das in seinem ermel verborgene messer, stießes mit vollen krafften dem Könige in den Unterleib, und ließes darinnen stecken. Der König riß es augenblicklich heraus,und stach selbst zwevmal damit diesen seinen mörder in die stir-ne und in das gestcht. Darauf fielen einige von denen, so indem Königl. gemache waren, vollends über denselben her, underwürgten ihn in der ersten Hitze mit vielen wunden, wobey mannicht gehöret, daß er ein einziges Wort gesprochen hatte. Seincörper, welchen man zum fenster hinaus gestürtzt, blieb einestunde gantz entkleidet liegen, damit ihn jedermann recht erken-nen möchte. Hernach aber ließ ihn der Grand-Prevöt de lHo-tel mit vier Pferden zerreissen, die stücken verbrennen, und dieafche in den nächsten fluß streuen. Die Pariser und nach ih-rem exempel viel andre, erhuben diese that Clementis, undihn selbst bis an den Himmel. Sein Prior, der vorgedachteBourgoing, nennete ihn ein seliges kind des heiligen Dominici,und einen heiligen Märtyrer JEsn Christi; sein bildnis mit un-zehlichen lob-sprüchen sahe man auf vielerley arten öffentlichverkauffen; feine mutter, welche eine arme abgelebte bäurinwar, ward gleich einer heiligen reliquie mit grosser ehrerbie-tung von dem vvlcke häufig besucht; ja einige trugen gar vor,man sollte ihm zu ehren in der Haupt-kirche von Paris de N 6 -tre Dame eine statue, als einem erretter des vatterlandes, auf-richten. D'Aubigne. Journal de ce qut s pa ffe fius Henri III. &c. Tbuanus, hist. lib. XCV. Mezeray, hiit. de Francetom. III. p. 79;. seq. p. 799· *

Clemens, ( Johannes) ein Engelländer, war in dem Hau-se des Cantzlers von Engelland, Thomä Mori, erzogen, wel-cher ihm hinwiederum die aufsicht über seine kinder anvertrau-te. Clemens machte vor fich selbst gute progressen in seinenstudier», begriff die sprachen, vornemlich die Griechische, undbrachte es in der Medicin soweit, daß er dieselbe auf der Uni-verfität zu Oxford docirte. In des Cantzlers Mori Hause warer mit der berühmten Margarctha Gige bekannt worden, wel-che dieser Cantzler bey feiner tochter Margaretha hielt, daßsie mit einander studiren möchten, und gewann dieselbe so lieb,daß er sie heurathete. Als aber unter Henrici VIII. und Eduar-di VI. regierung die reformation getrieben wurde, giengen sienach den Niederlanden , und hielten sich zu Mecheln auf. Un-ter der Königin Maria regierung kamen sie wieder nach En-gelland. Als aber Elisabeth den thron bestiegen, und die re-formation von neuem angieng, begab sich Clemens zum andernmal nach Mecheln , woselbst er an. 1570. seine ehefrau ver-rohr , welcher er selbst an. 1572. im tobe nachfolgte. Er hatverschiedene gelichte verfertiget, auch die episteln des GregoriiNazianzeni, die homilien des Nicephori Caüisti, rc. in dasLatein übersetzt. Fitsei «, de script. Ängl.

Clemens, (Robertus) Herr von Metz in Gatinois, wardvon dem Könige Ludovico Juniore in Franckreich zum Hofmei-ster seines Printzen Philippi Augusti bestellet, und als dieserzur regierung gekommen, ernennete er ihn zu seinem Rath undStaats-Minister; er starb aber im folgenden jähre etwan an.ii 82. Er hatte 2. brüder, davon Aegidius Clemens gleich-falls Staats-Minister, Garmond aber Abt zu Pontigni undan. H82. in ansehung seines bruders Aegidii zum Bifchoff zuAuxerre erwehlet lvurde; wicwol einige sich seiner wähl wider-setzten , und kam diese fache nach Rom , woselbst Garmond anverpest starb. Robert hatte auch 2. söhne, Albericum undHenricum. Albericus Element, Herr von Metz , brachte dieMarschall-stelle von Franckreich in ansehen, und machte sie zueiner kriegs-bedienung. Er begleitete den König PhilippumAugustum auf der reise in das heilige land, woselbst er sich inder belagerung von Acre tapfer hielt, und auch daselbst an.1191. sein leben einbüßte. Henricus I. wurde wegen seinerkleinen statur der kleine Marschall genannt. Der König gabihm diese stelle und auch die Herrschafft Argenton. Er be-fand sich an. 1214. in der berühmten schlacht bey Bovines, undstarb noch selbiges jähr in Poitou in dem kriege wider die En-gelländer. Mit seiner gemahlin aus dem Hause Nemours hater Johannen» gezeuget, welchem der König Philippus Augu-stus gleichfalls die Marschaü-stelle ließ, ob er gleich sehr jungwar. Seine nachkommen haben sie auch behalten, und istdeswegen ihre Herrschafft Metz in Gatinois, Metz-le-ülarechalgenannt worden. Henricus II. Element, Herr von Metz undArgenton, war gleichfalls Marfchall von Franckreich zur zeitLudovici Sancti, welchen er an. 1249. auf seiner ersten reise insheilige land begleitet. Da ebronique d'Auxerre an. 1182. Chron.de Fiandr. c. 20. Guill. de Breton f-f Rigord. in Phil, DAute-vil. hist. des Ministr. dEtat. Le Feron. Godesroy &c.

Clemens, (Titus Flavius ) zugenannt'Alexandrinus, weiler Priester der kirche zu Alerandria war, lebte im anfange desIII. siecull unter des Kaysers Septimii Severi und seiner kin-der Getä und Caracallä regierung. Man hält dafür, daß erzu Alerandrien, oder vielinehr zu Athen gebohren worden. Erhat unterschiedene lehrer gehabt, worunter aber sonderlich Pan.

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tänus bekannt, dessen stelle er auch im catechisiren vertreten,da dieser nach Indien verreiset war, ja gar an. 191. sein Nach-folger in der schule zu Alerandria worden, allwv Origenes un-ter ihm studrrte. Im übrigen da er Priester zu Alexandrien »var, und sich d»e Verfolgung unter dem Kayser Seplimio Se-vero erhub, muste er diesen ort verlassen, da er sich denn nachOrient begab , und eine zeirlang zu Jerusalem aufhielt, wo-selbst er die kirche sehr vermehret, wie der Bifchoff Alexanderbezeuget. Von bannen reisete er nach Antiochien , und kamendlich wieder nach Alexandrien , woselbst er gestorben, wieman einiger Massen muthmassen kan, im ausgange der regie-rnng des Kaysers Caracalla. Die schriflen, so von ihm vor-handen , sind Protrepticon ad Gentes ; Psdagogus ; Hymnusin Laudem Christi; Stromatum lib. VIII.; Octo libri Hypo-typoseon; Liber, quis dives salvetur , welche in des Combe-fisii auctario bibl. Patrum zu finden, und auch alleine gedrucktsind, rc. Die geschicklichkeit dieses Manns war sehr groß undweitläuftig, Massen er neben der H. Schrift und denen vorihm gewesenen kirchen-scribenten auch die Heydnischen auctorestreflich wohl besessen, und aus denselben zu beschützuna derChristlichen religion, und Überweisung des Heydenthiims garvieles zu ziehen gewußt hat. Im übrigen, wie man zu seinerzeit noch nicht die klareste gedancken von einigen Haupt-stücke,,der religion hatte, so ist nicht zu verwundern, daß einige örterdarinnen anzutreffen , welche einer vernünftigen und Schrist-maßigen erklärung vonnöthen haben. Sonderlich scheinet erdie erbsünde an verschiedenen orten schlechterdingen zu läugnen,und dem freyen willen des menschen in dem wercke des heylsdas meiste zuzuschreiben; wiewol er doch dabev die gnade nichtausschließt, auch der heiligen Ta«ife eine solche krafft zuschrei-bet , baß er dadurch seiner meynnng von krafft des freyen wil.lens ziemlich offenbar widerspricht. Seine schriften sind zumöftern von Syldurgio, Dan. Heinsio, Frontone, Ducäv undnoch zuletzt in Engelland von Pottero heraus gegeben worden.Euseb. hist. eccles. lib. V. c. 11. lib. VI. c. II. seq. Hieronym.de script. eccles. 38· Pbotiut , c. 109. seq. Casßodor. lib. I. in-stit. divin. Trübem. Baron. Beüarmin. Pojsevtn. Du Pin.Cave. *

* Clemens, der dritte Bifchoff zu Breßlau , ein Italiäni-scher von Adel, welcher mit seinem Vorfahr Urbano ausItalien nach Polen gieng. In Polen hielt er sich lange auf,und lehrte dadurch die Polnische spräche verstehen und reden.Dahero ihn BvleslauS Chrobry, Königin Polen , an. 100;.nach Urbani, Bischoffs zu Breßlautobe zum Bischofs recom-mendirle, damit die zuhorer nicht nöthig hätten, erst mit ih-rem Bifchoff allezeit durch einen dollmerscher zu reden. DieGeistlichen und das volck erwehlten ihn hierauf, Papst Bene-dictus VII. confirmirte ihn, und von Hippolyto, Ertz-Bischoffzu Gnesen , wurde er geweyhet. In seinem amt suchte er mitgrossem fieisse die Heydnischen gewohnheiten, welche unter denneu-bekehrten in Polen noch im schwänge giengen, auszurotten,und bekehrte durch sein freundliches, leutseliges und exempla-risches Wesen viele Polen . Endlich starb er an. 1027. an ei-nem fieber, und wurde in die kirche zu Schmogrou begraben.

Henelii ab Henneseid Silesiogr. Vlll. 12. annal. Siles. apud F.W. a Sommersberg , script. Siles. tom. II. p. 206. 21;. SeriesEpisc. Uratisl. ibid. tom. III. p. 4. Lonini nist. & acta Episc.ecd. Uratisl. ibid. tom. II. p. 199. Vita Episc. eccl. Smogrou.ibid. tom. II. p. 178· Dlugojsw , hist. Poion. II. p. 148.

* Clemens, ein Prafectus Prstorii unter Caligula , wolltesich nicht mit in die Verschwörung einlassen, darinnen dieserPrintz im jähr Christi 41. zu gründe gegangen, und davonChäreas das Haupt war. Clemens sein söhn, mit dem zunah-men Aretinus, bediente auch seines vatters würde unter Ve-spasiano. Tadt. hist. lib. IV. c. 6 g. Dieser letztere hieß eigent-lich M. Aretinus Clemens, und ward im jähr Christi 94. un-ter Domiliano Bürgermeister zu Rom .

* Clemens, (Titus Flavius ) ein bruders-sohn des KaysersVespasiani, Flavii Sabini söhn. Er hat sich mit Flavia Dv-mitilla, einer nahen anverwandtin Domitiani, auf dieses Kay-sers anstiften vermahlet, und zwey kinder von ihro gezeuget,ivelche Domitianus zum Patriciat gewiedmet, und ihnen zubesserer unterrichtunä Quintiliannm zum lehrmeisier gegebenhat. Clemens war Bürgermeister zu Rom im jähr Christ, 95.Kaum aber hatte er diese würde abgelegt, so ließ ihn Domi-tianus auf einen ungegründeteu verdacht hin, ohne ansehen derverwandt-und genauen bekanntschafft, hinrichten, dessen ohnezweifel die wahre Ursache Clementis Christenthum war, wel-che der Kayser unter anderm verwand zu verdecken suchte. DannDion sagt, er sey seiner gottlosigkeit und der Atheisterey we-gen verdammet worden, welches, (wie dieser gefchicht-schrei-ber weiter meldet) ein lasier gewesen , weswegen damals vie.le andere, bieder Jüdischen religion angehangen , zum tobesind verurtheilet worden. Woraus klar erhellet, daß durch dasungenannte lasier das Christenthum müsse verstanden itÄtn, zu-malen diese religion mit dem Judenthum von den unwissendenHeyden vielfältig ist vermischet worden. Domitilla , seine gcmah.lin, war gleichfalls eine anhängerin Christi, wie er. Domitianuswollte sie vier tage »»ach ihres gemahls tobe Zwingen einen andernmann zu nehmen, aber vergebens, und sie wurde deswegen indie infnl Pandatariam verschicket. Von den zwey söhnen Cle-mentis schweigen die geschicht-schreiber nach der Hand gäntzlich.Dion, lib. LXYII. Sueton , Domstian, Baronm ad Ä. C. 98·

* Cle-