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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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capers einen kleinen Konig vorstellte. Er wurde Priester desIovis Adrette»,, den die Mvsier verehren, bekam ein stuck vonZRvrena, welches ein theil von Mysten ist; endlich erhielt erauch das Comanische Priesterthum in Ponto. Er hatte abersolches kaum angetreten , so starb er. Man giebt vor, erhabe sich seiner göktin zorn auf den hals geladen. Denn dertempel wird sonderlich heilig gehalten, und darf kein schweinen-fleisch geessen werden, daher auch so gar in die stadt selbst keinschweln gelassen wird. Wider diese gewohnheit handelte ergleich, so bald er sein amt angetreten hatte, und zeigte da-durch sein räuberisches gemüthe, daß er nicht sey hingekom-men einen ordentlichen Priester, sondern einen störcr der heilig-thümmer abzugeben. Strabo , XII. p. 860. söi.

Cleona, eine alte Griechische stadt zwischen Corinth und Ar-ges gelegen, in deren nachbarschaffc sich der von andern so-genannte Nemaische löwe soll aufgehalten haben, ivelchcn derHercules umgebracht. Heut zt« tage soll dieser vrt L>an Vastliheissen. Scrabo. Paustmias , &c.

Cleonice, eine schöne und junge Byzantinerin, von gutemhause, ward von dem Spartanischen Feldherrn Pausania zumdeyschlaf verlanget, und weil die eitern ihm wegen seinerstrenge solches nicht abschlagen durften, erhielt doch^das scham-haffte magdlein von seinen bedienten so viel, daß ste das lichtauslöschten. Als ste aber im finstern stch zu Pausania ins bethlegen wollte, stieß ste ohnversehens an die lainpe, von welchemgeräusche Pansanias erwachte, und weil er seiner argwöhni-schen art nach vermuthete, es sey jemand in der cammer, derihm nach dem leben stellte, griss er gleich nach seinem dolche,und verwundete die gute Cleonice dermassen, daß ste bald daraufihr leben aufgeben müsse. Sowol die Byzantiner, als die ge-samte damals mit einer schiff-flotte allda befindliche Griechen,welche eben in verfolgunq der Perser begriffen waren , wur-den über diese that so sehr entrüstet, daß sie Pausaniam so-gleich in Bvzauz belagerten , und diese» ort zu verlassen zwan-gen , auch ihm das commando über stch , welches er bis da-hin im nahmen der Lacedämonier geführt hatte , gäntzlichaufsagten. Es soll auch denselbigen wegen diesem mord dasgewissen immer heftig gequälet , und der Cleontces bild ihmals ein gespenst vorgeschwebt haben, bis er selbsten nichtlange hernach ein unglückseliges ende genommen. Flut. inCimone. *

(Deonymus, ein Athenienstfcher Capital», ist deswegen be-kannt , daß er in einer schlacht seine trouppen verlassen , undnachdem er seinen schild iveggeworffen, am ersten die flucht ge-nommen , daher das sprüchwort entstanden : Furchtsamerals Lleonymus. Aristophanes , in nubibus.

Cleonymus, Clcomenis II. Königs von Sparta söhn, wel-cher, als Areus seines ältern bruders Acrotatt söhn ihm in derregierung von Sparta vorgezogen ward, Pyrrhum ins landbrachte, wodurch er auch zugleich den schimpf, den ihm seinegemahlin, die Chelidonis verursacht, indem sie Acrotatuin, ei-nen söhn des Königs Arei, liebte, rächen wollte. Siehe Acro-latus. Es wurde zwar Sparta von dem Pyrrho bestürmet,allein die einwohner, sonderlich die weider, hielten sich so tapfer,daß er endlich unverrichteler fache abziehen müsse , welchesA. U. 480· Olymp. CXXVI. 3. A. M. 3733- geschehen. Einegantz andere persvn scheinet der Cleonymus zu seyn, von wel-chem im folgenden artickul gemeldet wird. Fiutarck. in Pyrrho .Faustn. Attic. & Lacon.

* Cleonymvts, ein Lacedämonier, wurde mit den Sparta ,Nischen völckern den Thevanern zu hülffe geschickt. Diese lies-sen sich dadurch bewegen, den mit Demetrio geschlossenen frie-den ivieder zu brechen , allein da Demetrius anstalt zu einervölligen belagernng machte, besorgte sich Cleonymus einesschlimmen ausgangs, schlich heimlich aus der stadt, und ver-ursachte dadurch die Übergabe der stadt. Piutarchw, Demetr.p. 907. Kurtz hernach legre er von neuen eine probe seines un-glücklichen commando ab. Denn als er im andern jähre der0X1X. Olympiadis den einwohnern zu Tarento , welche da-mals mit den Römern krieg führeten, mit der Griechischenflotte zu hülffe geschickt wurde, eroberte er zwar die stadt Thu-rios, aber A. U. 452. wurde er von dem Bürgermeister Aemi-lio geschlagen. In etlichen Römischen jähr - büchern hat ge-standen , er sey eher auü Italien aufgebrochen, als es mit denRömern zum treffen gekommen. Er schiffte hierauf um dasvorgedürge Brundusium herum , und wurde durch die ivindemitten in den Adriatischen meer - busen verschlagen , weil ernun zur lincken Hand örter ohne Häfen, und auf der rechtenHand die barbarischen Illyrier, Liburnier und Istrier, als inder see-räudercy berühmte völcker antraf, und deswegen nichtlanden wollte, segelte er bis an die nfer der Venerorum,wo er etliche zum recognosciren ans land schickte, nach derenWiederkunft den fluß Bachilione hinauf schiffte, und drey fle-cken der Patavinorum plünderte, und in brand steckte. Sobald die Nachricht davon nach Padua gebracht wurde, wo dieeinwohner wegen der benachbarten Gallier beständig in waffenseyn mustcn, theilten ste ihre junge mannschafft in zwey Haus-sen, der eine sollte denen ans land gestiegenen entgegen ge.yen, und der andere sollte sich der flotte bemächtigen, undden feinden in rucken gehen; sie bekamen auch die feinde glück-lich in dir mitten, erschlugen deren jooo, und Cleonymus

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kam kaum mit dem fünften theil seiner schiff« wieder nach Hau-se , nachdem er in keiner gegeud des Adriatischen meers etwasdenckwürdiges verrichtet. Seine verlohrnen fchiffs - schnäbelund andere fachen, wurden im tempel der Innonis zu Padua aufgehangen, und alle jähre an dem tage, da die schlacht ge.schehen, ein see - treffen zur lust gehalten. Diodorm Skuiw ,XX. Livii4i , X. a.

Cleopatra , Alkali nefe, wurde ums jähr der stadt Rom 416. Olymp. OX. 5. A. M. 3646. A. C. 338. mit Philippo,dem Könige von Macedvnien, vermählet, nachdem selbigerseine gemahlin, die Olympias verstossen. Als aber Philipp»-von Pausania A. R. 418· Olymp. CXI. i. a. M. 3648. A. C.336. umgebracht worden, verursachte die grausame Olym-pias, daß sich Cleopatra selbst erhieng , und schüttete daraufauch über alle, so derselben angehörten, ihren eiftr aus. tiu.tarcb. in Philippo. Diodor. lib. XVII. Jujbn. lib. IX. c. 7.Freinshem. suppl. in Curt. lib. I.

Cleopatra, Philipp! Königs in Macedvnien tochter undAlexander M. schwester, wurde an Aierandrum vermählet,welchen ihr vatker zum Könige der Epiroten machte. Nach ih-res bruders lobe machte sie sich einen grossen anhang, und brach-te gantz Macedvnien unter sich, so baß sie Perdiccas und unter-schiedene andere Fürsten zu eheliche» begehrten; allein Aniigo-nus ließ sie zu Sardes umbringen, und ihr hernach ein präch-tiges leich-begängnis halten, weiches A. R. 446. Olymp. CXViii.

A. M. 3676. A. C. 30g. geschehen. Justin, lib. IX. c. 7. lib. XIII.c. 6. lib. XIV. c. 1. Diodorfu Siculw , lib. XX. c. 38· Plutarck.in Alex. Fhotiui , bibl. num. 224. Buy e, in Dionys. lit. A.

Cleopatra, des Königs in Egvvten, Ptolcmäi Philometoris,tochter, die wegen ihres Verstandes und schönheit sehr bewun-dert , aber auch wegen ihrer verübten qrausamkeitcii nicht we.ntger gehaffet wurde. Erstlich heuratheke sie A. R. 603. Olymp.CLVI 1 . 2. A. 1 YI. 3853· A. C. 131. Alerandrum Belam, den Kö-nig in Syrien , verließ aber selbige», um ihren vetler den De-metrius Nicator zu heurathen. Als sie vernommen, daß dieserin Persten gefangen worden, und Rvdogunem geheurathet hal-te , ließ sie A. R. <>14. Olymp. CLX. 1. A. M. 3844. A. C. 14V.seinen bruder Antiochum Sideten zu sich holen, und vermähl!«sich init ihm , liesse auch nachgehends A. R. 629. Olymp.CLXI 11 .4. A. M. 3859· A. C. 125. den Dcmetrium, um sich we-gen der Rhovogune Heurath noch mehr zu rächen, gar umbrin-gen. Diese wurde hernach, da sich ihr söhn Seleucus widerihren willen auf den lhron gefetzt, dermassen entrüstet, daß sieihn todt schoß, und Antiochum VIII. welcher Grypus zuge.nannt wurde, an dessen statt zum Könige machte. Dieser, alser vernommen, daß ste gift für ihn zubereiket habe, zwang ersie, solchen selbst auszutrincken, welches in der CLXIV. Olym-piade A. R. 630. geschehen. Joseph, üb. XIII. Ant. AppiM.de bello Syr. Juitm. &c. *

Cleopatra, Ptolcmäi Epiphanis und einer andern ssleopa-trä tochter, Piolemäi Phyfconis oder Evergecs des Königs inEgypten schwester und gemahlin. Als dieser letztere st. li. 637·Olymp. CLXV. 4. A. M. 3867. A. C. 117. starb, und nach des-sen aufgerichteten testamente Cleopatra die frenheit haben sollte,einen, welchen sie wollte, von ihren söhnen zum Cron-erben zuerwehlen, war sie willens, ihren jüngsten söhn Alerandrum zumKönige zu machen ; allein das volck zwang sie, dem rechtmäßi-gen erben Ptolemäo Lathuro die Crone zu überlassen. Sie such-te ihn aber auf alle weise zu kräncken, und verursachte, daß erseine gemahlin und schwester Clevpatram von stch stieß, um diejunge Selenen zu hellrathen , brachte es endlich auch dahin,daß er A. R. 654. Olymp. CLXX. 1. A. M. 3884. A. C. 100,Alexandro die Crone übergab, welchen ste aber gleichfalls, un-geachtet er ihr liebster söhn war, so schlimm tractirte, daß erden thron von freyen stucken verließ. Darauf rief ihn Cleopa­ tra wieder zurücke; allein, weil er wohl wußte, was sie im sin-ne hatte, ließ er sie A. R. 664. Olymp. CLXXII. j. A. M.3894. A. C. 90. grausamer weift hinrichten. Hierüber wurdendie Alexandriner, welche ohnedein seiner üderdrüßig waren, soerbittert, daß sie ihn A. R. 663. ins elenö verjagten. Die an,dere Cleopatra, Ptolcmäi Lathuri erste gemahlin, von derenoben gemeldet worden, ward nachgehends A. R. 641. an Antio-chum Cyzicenum, den König in Syrien , vermählet, welchermit Antiocho Grypo, besten gemahlin Tryphene PtolemäiPhyfconis andere tochter war, einen langwierigen krieg führte.Diese Printzeßinnen begleiteten allezeit ihre gemahle, sie moch-ten hinziehen wo sie wollten. Als aber Antiochus Cyzicenuseine schlacht verlohr, erwürgte Tryphene ihre schwester Cleopa-tram mit eigenen Händen, nachdein sie dieftlbige unter einemaltare hervor gezogen, allwo ste schütz gesucht hatte. Alleindiese grausamkeit blieb nicht lange ungestraft. Denn Cyzicenusnahm Tryphene«, tödtete sie, und rächete also der Cleoparrä blut.Siehe von allem obigen genauern bericht in den artickuln die.ftr beyder Antiochorum. JuJiin, lib. XXXIX. Joseph, lib.XIII. antiq. cap. 20. & ai.

Cleopatra, eine Königin in Egypten, die wegen ihrer schön,heil und liederlichen ledens sehr deruffen ist, war Ptolemäi Au-letce des Königs in Eaypten tochter. Sie regierte A. R. 70 ;-Olvmp. CLXXXII. r. A. M. 3955· A. C. 31. zugleich mit ihrembruder Ptolemäo Dionysio, und behielt nach dieses Printzen lo-be, welcher A. R. 7° Olymp. CLXXXIII. 2. A. M. 5957- ö-L.47. als er Juki Cäsaris zorn entgehen wollte, im Nilv ersoff,

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