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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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rmverlHamten practicken ftmd war, daß man die fache aufSallerscharfste untersuchen lind, bestrafen sollte. Nun hatteClodius, so halber von den magden, welche ihn erkannt undergriffen, auf ftin bitten und versprechen wieder losgelassenworden, die list gebraucht, daß er von stund an bey finste-rer nacht aus ber stadt cilete, und ehe noch der folgende tagangebrochen, bis gen Jnteramnas kam, allwo er bey einemftiner Clienten , nahmens C. Caßinius Scola, einkehrete, undihn bat, baß er gleich des folgenden tags den Jmeram-nenstrn vermeldete, Clodius wäre den vorhergehenden abendbey ihm angekommen, und hernach solches gerichtlich alsein zeugnis aussagte. Wie nun die anklag wider Clodiumgeschahe, und dieser gegen das zeugnis der mägden und wei-der, so ihn bey dem gottesdienst der Cybelä , oder BorneDe® wollten ergriffen und gesehen haben , ein gegen-zeugnisder lcuthe von Interamnis und vorncmltch des Caßinii (2co- anführete, um zu erweisen, er wäre dieselbige nacht garnicht in Rom gewesen , zeugele dagegen Cicero , wie Clodmseben den abend, um den der streik war, noch kurtz vor Unter-gang der sonnen bey ihm in seinem Hause gewesen wäre; sodaß er auf keine weise zu gleicher zeit habe können zu Interam-nis anlangen. Es ist gewiß , daß bey wenigen anklagen undöffentlichen geeichten zu Rom mehrere bewcgungen gemachetworden, als bey diesem. Der ehrlichste und gesundeste theildes Raths wollte diese gelegenheit erareiffen , sowol den Clo-dium wegen seiner freveln und gefährlichen practicken zu stra-fen , als die gar zu sehr ausgelassene junge leuthe von vorneh-men geschlechtern durch ein solches exemvel in den schranckenzu halten. Hingegen war eben dieses eine ursach, daß die denbest-gesinnten theil des Raths nicht wollten aufkommen las-sen , und vrelmehr ihre banden und brigues guf alle weise zuerhalten und zu verstärcken suchten, nunmehr alle kräfften an-wendeten, um denselben zu retten. Cn. Pompeius, M. Crassus,za selbst Cäsar, welchen doch die jache am meisten berühren soll-te , nahmen sich mit gröstem eifer seiner an. Grosse gelb - sum-men , und so gar schändliche debauschen wurden gewissen Rich-tern verheissen, wo fie Clodium lossprächen. Durch welchesalles, und sonderlich auch, weil der klüger Horlenfius undübrige Rath stch des steges gar zu sicher achtete, nicht alle nö-thige Vorsorgen gebraucht, es endlich dahin gebracht wurde, daßClodius, wicwol nur mit einem sehr kleinen mehr von stim-men , für unschuldig erkläret wurde. Von demselben augen-blick an äusserte sich eine sehr heftige raachgier wider Cicero -ncm, mit welchem er bis zu der jetztgemeldten begebenhett inziemlicher freundschafft gestanden war. Aus diesem absehenließ er sich von einem gewissen Fontejo aus einem gemeinen ge-fthlecht an sohns statt annehmen, nur damit er des Patriciatsverlustig würde, und also den Tribunatum PJebis erlangenmöchte, als in welchem amt er die beste gelegenheit zu haben ver-hoffte, den Ciceronem zu stürtzen. Von diesem gantzen ver-lauf siehe den artickul Cicero . In eben dem Tribunatmachte Clodius eine andere sehr ungerechte Verordnung, daßdem König in Cypcrn Ptolemäo, wider den die Römer nichtdie geringste klag hatten, aber von welchem Clodius sich insbesondere auf seinen reisen in Cypern schlecht beehret zu seyn ach-tete , sein Reich und alles guth auf einmal genommen, undfür das Römische gemeine Wesen confisciret wurde. Welchesauszurichten Clodius den Cato ordnete, hauptsächlich damitdieser seinem frechen beginnen für einige zeit nicht mehr im wegestünde. In der folgenden zeit , und nach der WiederkunftCiceronis hatte Clodius immer noch einen ziemlichen anhangunter dem gemeinen volcke, ward auch von mehrern vorneh-men , so gar aus den Optimatibus oder denen, so für die best-gesinnten im Regiment wollten angesehen seyn, bey den vor-gefallenen änderungen, insonderheit als er sich für einige zeitgegen Pompejum zu streuben und aufzulehnen anfienge, vonzeit zu zeit unterstützet, stiftete im übrigen sehr viele Unruhenin der stadt an, so daß fast keine wähl mehr ohne handgemengund blutvergiessen konnte gehalten werden, auch ein und dasandere mal die stadt ohne ordentliche Magistraten war. Al-lein eben diese gewaltthäligkeiten beförderten endlich Clodio denlängst verdienten Untergang. Denn nachdem er aus biestmanlas mit dem T. Annius Milo , so des Ciceronis partey hiel-te > und im übrigen eben die gewaltthäligkeiten gebrauchte,wie Clodius , heftig zerfallen ; auch sie und ihre rotten in derstadt und auf dem marckt zu mehrmalen mit einander grim-mig genug gefochten hatten; geschahe es, daß sie beyde ein-ander in dem sogenannten Via Appia , so von einem der Vor-eltern Clodii war gepflastert worden , unfern dem stadtleinBovllliö antrafen ; worauf es «(sobald zu einem gefecht zwi-schen beyder dienern ausschluge, in weichem Clodius verwun-det , sich in sein nächst bey selbiger gegenb habendes landguthtragen liesse. Weil aber Milo besorgte, wo Clodius her-nach gen Rom käme, wurde er sich der empfangenen wun-den bedienen, alles volck wider ihn (Milonem) zu reitzeu,und eine schwere anklag anzufangen, beschloß er nach eini-gen» rathschlckgen, denselben lieber gar zu tödten, was auch ent-stehen möchte. Ließ darauf das Haus, worinnen Clodius lag,stürmen , ihn heraus schleppen, und niedermachen. Denerfolg siehe im artickul Milo. Cic. pro dotno & de Har. resp.tum in ep. palsim , item pro Milone & Ascm. in Mil. Dio Cuts,Piut. in Cic. &c. *

* Clodius Liclnius, ein Lateinischer scribent, welcher ei-ne Römische Historie heraus gegeben , und von Tito Livio in dem-y. buch angezogen wird, und dessen noch von vielen andernMeldung geschiehet. Er muß mit nichte« mit Clodio Sextoverwechselt werden , welcher in Griechischer spräche ein werckvon den göttern geschrieben , so Arnobius ( üb. V. adversusnat.) anführet , und auch Lactanlius i. üb. I. cap. 22. defalsa religione) rüget. So scheinet auch derjenige Clodius ,welchen Plutarchus in dem paraBelo Mumie als einen Chronick-schreibcr anziehet, und ein anderer, dessen Porphyrius , Uss>. I.de abstinentia) die nüchtcrkeit und Mäßigkeit ber Pythago-räer betreffend, gedencket, seyen vielleicht beyde von Clodio Li-cinio verschiedene männer gewesen.

* Clodius , (David) ein gelehrter Philologus , von Ham­ burg gebürtig , ward an. ,671. Professor der Morgenländifchensprachen in Giessen , und einige zeit hernach auch ProfessorTheologis extraordinarius , worauf er an. 1678. den gradumeines Doctoris Theologis bekam. Hiernächst ward er auch Pre-diger , starb aber frühzeitig den 10. sept. an. >687. Man hatvon ihm Biblia üebraica cutn summariis; Grammaticam Lin-gus Hebraes ; nebst verschiedenen gelehrten disputationen.Sein Philologus vindex und continuatio Poli aber sind so-wol , als sein tractat de Parallellüno 88. und einige andere ,niemals heraus gekommen, weil er durch den ivd daranverhindert worden. Witte , diar. Heßisches Heb-opfer , P. V.

Clodomir oder Clodemir, König in Franckreich zu Soistsons , Ciodovai söhn, welcher Orleans, Bourges , und nochandere provintzen an. ?n. in der brüderlichen theilung zu sei-nem antheil bekommen hatte. Er machte die alte pratensionseiner mutter Clotildis auf Burgund wiederum rege , ver-einigte sich mit seinen brüdern Childebert und Clotario , undüberzog den König in Burgund, Sigismundum, mit krieg,schlug ihn an. i2j. und bekam ihn nebst seiner gemahlin ge-fangen , worauf er sie nach Orleans sandte, und bald daraufbefehl gab, daß sie in einen brunnen sollten gestürtzt werden, wel-ches in einem dorfe, Coulmiers genannt, in der Diceces von Or-leans den 8. may an. 524. geschehen. Nach diesem schlug er sichabermals zu seinem bruder Thiderico , marschirte mit ihm wi-der den Burgundischen König Gondemar, Sigismundi bruder,und schlug ihn an. 524. bey Veseronce, unweit Vienne ; nach-dem er sich aber in verfolgung des feindes allzuweit gewaget,ward er von einer feindlichen partey angetroffen, welche ihnumbrachte, und ihm den köpf herunter schlug. Er hinterließz. söhne, Theobaldum, Gonterium und Clodoaldum, davonfein bruder Clotarius, welcher seine Wittwe heurathete, die2. ersten an. ?;2. tödtete. Der dritte aber, welchen man ins-gemein St. Cloud zu nennen pfleget, wurde von den soldatenerrettet, und gieng ins kloster, worauf die brüder Clodomirisich in feine länder theilten. Gregor. Turon. lib. III. c. z. 6.& 18. Geß. Reg. Franc. c. 20. seq. Meztray , tom. I. p. 40.Daniel, tom. I. p. 64. seq.

Clodomir , ist ein nähme, welchen unterschiedene Prin-tzen und Hertzoge der alten Francken geführec. TrithemiuSund einige andere, welche die Historie der Fränckifchen Her-tzoge vor Faramundo beschrieben, gedencken ihrer 4. so diesennahmen geführet; in den neuern scridenten aber findet manfolgende 5. Der erste Clodomir war der achte Hertzog, einfohn Basani, und regierte 18. jähr. Der andere ein ,ohu An-tenors ll. regierte 20. jähr zu der zeit, da Scipio Numantiabelagerte. Der dritte, ein fohn Marcomirs III führte lange«it krieg wider die Römer und Gallier, und regierte 12. jähr.Der vierte Clodomir, ein söhn Marcomirs IV. regierte 7. jährDer fünfte war ein söhn Clogion oder Clodions II. regierte 13.jähr. Er hatte einen bruder Genebalbum, welcher sich den Rö-mern widersetzte. Jedoch die Wahrheit zu gestehen, so man-gelts bey diesen allen an gnugsamen und sichern Urkunden.

Morßrelet , lib. III. Cosmogr. Dupleix , avant-propos fürlhist. de France c. 6. *

Clodosinde, eine tochter des Königs Clotarii und seiner er-sten gemahlin Jngonde. Sie ward an Alboinum, den erstenKönig der Longobarden in Italien , vermählet; es scheinet aber,daß sie nicht lange daselbst gelebet. In dem ersten tomo dercollection des du Chene befindet sich ein brief, welchen St.Nicetus von Trier an fie geschrieben, fie zu bereden, daß sie sichsollte angelegen seyn lassen , ihren aemahl zu bekehren. Siestarb aber, ehe sie es konnte bewerckstelligen. Du chfae , hist.de France tom. I. p. 853- Paul. Diacon. lib. I. c. ig. lib. II.a 15. & 16.

Clodosinde, eine tochter Sigeberti I. Königs in Austrasien ,und der Brunhild , wurde anfangs versprochen mit Autharis,dem Longobardischen Könige , hernach mit Recaredo , demWest-Gothischen Könige in Spanien , einem bruder des H.Hermenegildis, welcher der Clodesinde schwester Ingonda zurgemahlin hatte. Allein diese Verlobungen kamen nicht zur Voll-ziehung , es ist auch unbekannt, wenn sie gestorben. Gregor.

Turonens lib.IX. cap. 6. Daniel, hist. de France tom.I.col.244.

Clodoväus I. Clovts, Clodovis auch Louis oder Lu-dovicus, weil nemlich die alten Francken für unterschiedlichebuchstaben, sonderlich aber für das L. gar gerne ein H. gefetzet,oder die davon anfangende Wörter etnras rau und hart ausqe-Ttt 4 sprachen