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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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blöslich zwischen durchströmen mag, wvstlbst auch der paß mermeldtes land über eine wohl verwahrte drucke gehet, die nureinen ob zwar sehr weiten bogen von einem felsen zuni andernhak, und daher sehr merckwürdig ist. 2.) In Graubundtenru unkerst im prattigow, dach das geburg gleichfalls so en,ae zusammen riebet, daß es neben dem heraus rauschenden Was-ser nur für einen nebendurchgehenden fuß - weg räum lasset.Diese enge ist mit einer von einem felsen zum andern gehendenmaucr beschlossen, daran ein schlößlein stehet, welches derClußden nahmen zum Schlößlein giebet. 3.) Unterhalb Genf mder französischen Landvogtey Gex , allwo der berg Jura fernenstobiqen fuß in die Rhone setzet. In dem felsen ist eine vestungaebauet, welche sehr schwer zu besteigen, und ein schlusset zumlande ist. An. i3, 6 . haben dieBerner diese Cluß den 13. febr.da alles noch voller schnee und zugefroren war, angegriffen,und nachdem sie mit harter arbeit und unglaublicher muhe denberg bestiegen , auch mit etlichen auf die hohe gebrachten stu-cken das kort beschossen, mir accord erobert. An. 1589. ka-men die Genfer für diese Cluß , und schraubten eine Petardean, welche aber keine würckung gethan. Sie giengen derowe-gen zurück, und überrumpelten das stadtlein Gexkamen her-nach unter anführung des Obersten Quitry wieder für die Cluß,und beschossen das korc, wagten auch einen stürm darauf; al-lein es war alles vergebens , also daß sie nochmals nut ziemli-chem Verlust den abzug nehmen musten. Aber an. 1590. rück-ten sie unter dem Obersten Lurbigny den r.6. april wieder dafür,bemächtigten sich der höhe, eroberten ein ravelin, arbeitetenund ängstigten die befatzung darinnen so hart, daß sie das fortden 21. dito übergaben, welches die Genfer besetzten. DemHertzogethäte diese einnähme derCluß sehr wehe, derowcgenschickte er Amadeum , bastard von Savoyen, mit einem star-cken zeug im may wieder dafür, welcher sie den Genfern auchwieder entrissen und von neuem besetzet hat. 4.) Im Solo-thurner - gebieth bey Halstal, dadurch man aus dem Baßler-gebieth in das Buchsgow gehet. Das wasser, so dadurch lauft,heißt die Dinnern , so bch Ölten sich mit der Aare vereiniget.An deren eingang gegen Balstal ist sie mit einer mauer beschlos-sen, ob welcher das alte schloß Blauensiein liegt, darinnen derSolothurntsche Land-schreiber wohnet, an dem andern endeaber stehet eine cavelle. AIs an. 16?». im fept. der Stand Bern7;. mann nach Mühlhausen im Eundgöw abgeschicket, undsolche diese Cluß paßiren wollen , wurden selbige allda von denbeyden Solothurnischcn Landvögten, Phillpp von Roll aufBechburg und Urs Brunner auf Falckenstein, mit einer anzahldurch den öffentlichen sturmschlag zusammen gebrachten land-volcks plötzlich überfallen und eingeschlossen, theils erschlagen,theils verwundet und in die Dinnern gesprengt, die übergeblie-bene aber gefangen und geplündert, als welches zwischen beydenCantonen Bern und Solothurn eine grosse zerwurfnis und beynahe einen würcklichen krieg verursachet, zumal, da von feitenSolothurn zu abstrafunq der thäter kein rechtschaffener ernst be-zeuget ward; allein ehe noch die von feiten Bern gemachte zurü-stungen ausgcbrochen , ward der streit unter vernnttlung desHertzogs von Rohan und übriger Eydgenoßischen Orten durchgütliche tractaten beygelegt, auch dem zu folge die beyde Land-vögte mit bannisirung und confiscatlvn ihrer güther, die übrigethater aber an leib und guth unterschiedlich abgestraft und allerzugefügte schaden gut gemacht. . . Vales. üb. I. p. 30.

Stumpf, lib. X. p. 320. hiltoir. deGenev.tom.il. p. 6.

& 67. seqq. Urjtis. chron. Basil lib. 1 . p. 47. Tbeatr. Europ.P. II. p. 603. *

Clusa , (Jacobusvon) sonst Iacobue pardis oder Ja-cobus Carthusiensis genannt, begab sich, da er eine zeillangein Cistercienfer gewesen, in den Carthäuser-orden, um zu ver-hindern , daß er nicht in fernem orden Abt werden möchte. Erbrachte noch zwanzig jähr in der Carthause zu Erftirt$tt , undstarb daselbst im achtzigsten jähre seines alters an. 146;. Maneignet ihm eine schrift zu, die in dem andern tomo von GoldastiMonarchia befindlich, und von dem siebenfachen zustand der kir-che handelt, der in der Offenbarung Iohannis angezeiget ist, in. welcher er die Verbesserung der kirche in ihrem Haupt und glie-dern nöthig zu seyn erkennet, und beweiset, daß der Papst ,der unter dem Concilio stehe, fündigen und irren könne, wieauch , daß das Concilium nothwendig auf die Verbesserungder kirche bedacht seyn müsse. Catalogus teüium veri:. ; e-trejw , biblioth. Carthus. Du Pin , biblioth. des auteurs

* Eluse, eine kleine (labt in der Baronie Faußigny in Sa-vvyen,ist die haupt-stadk einer Vogtey, die ihren nahmen führet,und auch die Gcrichtsherrlichkeit Chatillon von einem schloß die-ses nahmens geheißen wird. Es liegt aber dieselbe an bem flußArve, der (labt Annecy gegen morgen. Maty, Diction.

Clusia, des Königs Thusci ivchter, ist in der Historie we-gen ihrer keuschheit berühmt. Valerius Torqualus, der Rö-mer General, hatte sich in ihre schönheit dergestalt verliebt, daßer sie von ihrem vatker begehrte; und nachdem ihm solches ab,geschlagen worden, mit gewalt den ort, worinnen sie sich auf-hielte , anfiel. Als sie dieses gewahr wurde, stürtzte sie sich selbstvon der spitze eines hohen thurms herab, um nicht in seine Hän-de zu kommen, welcher fall ihr gar nichts schadete, weil derwind ihre kleider ergriffen, und sie also unverletzt herab führte.

Platarch. in parall.

Histor. Lexiem II. Theil.

Clusius , (Carvlus ) oder de lEcluse, ein derühtnter Me-dicus von Arras , woselbst er den 19. febr. 1526. gebohren. Erstudirte zu Gent und Löven , und erlernte daselbst 'nebst densprachen die Rechtsgelehrsamkeit. Er that hierauf eine reisenach Teutschland, hielt sich zu Marpurg , Wittenderg undStraßburg auf, gieng ferner nach Franckreich, und studirtedaselbst drey iahr unter dem berühmten Wilhelme» Rondelet,ward auch daselbst Doctor. An. 1950. kam er zurück nach denNiederlanden , trat aber an. 1563. wieder eine reise nachTeutschland, Franckreich, Spanien , PortugaÜ und Engel-land an. Da er nun an. 1571. wiederum nach Hause kam,berief ihn der Kayser Maximilianus II. und vertraute ihm dieaufsicht seines gartens, dergleichen Verrichtung er auch unterdem Kayser Rudolpho hatte. Weil ihm aber das Hof- lebennicht länger anstund , begab er sich nach Franckfurt am Mayn,und blieb daselbst sechs jähr, bis er an. 1593. nach Leiden zumProfessore Botanices beruffen wurde, woselbst er auch den 4. apr.an. 1609. starb. Man hat von ihm unterschiedene schriften, als :

Hariorum Plantarum Historiam ; Exoticorum libros X.; Aro-matum & simplicium aliquot Medicamentorum apud Indosnascentium Historiam, u. sl, M. welche zusammen in zwey vo-lum. verfasset sind. Andrea bibi. Belg. Meurßus, Atn. Batav.Adam. vit. Med. Van der Linden. Crajjn. Freher. &c.

Cluson, eiste kleine stadt in der landschafft Bergamasco,drey Meilen von dem Eago dIseo entlegen, in welcher gegcndfünszehen verschiedene Wege über die Alpen in Graubundten ge-hen. Maty.

* Cluson, lat. Clusonia Vallis, ist eines von den Waldenser-thälern, unb gehöret dem König in Franckreich.

* Clutenius, (Joach.) war zu Parchim im Mecklenbur-gischen an. 1529. den 29. fept. gebohren , studirte zu Rostock ,Franckfurt an der Oder und Straßburg , und wurde an demletztern orte Bibliotbecarius, Professor Historiarum und Instit.Juris, nachdem er vorhero zu Basel den gradum eines Doctoriserhalten. Er stund an unterschiedlichen Fürstlichen Höfen alsRath in bestallung, und starb an. 1636. den 8. fept. Man hatvon ihm einen tractat de Expeditione Romana ; ingleichen eineDii'p. de Comitiis S. R. J. und Electoralibus, welche in derRepraesentatione Reipubl. Germ. Nürnberg 1637. stehet: deVectigalibus, Straßburg 1658. in 8. de Haereticis , an sintpersequendi ? & omnino quomodo cum iis fit agendum ? ibid.1630. in 8. Historiam Juris Canonici , ib. 1609. in 4. Syllo-gen Rerum quotidianarum de statu Rom. Imperii; gab auchBalduini Constantinum, Straßburg 1612. in 8. wieder her,aus. Freberus.

Cluttn , ( Rainaldus) oder de Glutigni von Paris , waraus einem guten geschlechte, aus welchem unterschiedene Parle-ments-Ralhe zu Paris entsprossen. Petrus Clulin, sein vat-ter, war Rath und Präsident aux enquetes, unb starb an. 1333.Sein älterer bruder, Henricus Clutin d'Oisel , Herr von Vil-le Pansis, wurde in unterschiedenen wichtigen Verrichtungengebraucht, und als Ambassador nach Schottland und nachRom geschickt, an welchem letztern orte er auch an. 1371. starb.Rainaldus sollte anfänglich ein Advocat werden , er hatte abergrössere zuneigung zu den Studiis elegantioribus, denen er sichgäntzlich ergab , und bekam durch hülffe feines bruders ansehn-ltche Beneficia. Er war ein guter Lateinischer Poete, und er-langte einen sonderlichen rühm durch das vortreffiche getichte vonder victorie, welche die Christen an. 1371. wider die Türckenbey Levanto befochten, und welches er kurtz vor feinem endeverfertiget, sintemal er noch in demselbigen jähre an. 1371. ge-storben. Sammanb. in elog. lib. II. Tr,u. n. Hiancard. Con-cil. du Pari. de Paris .

Cluverms , (Johannes) wurde zu Krempe in Stormarn den rs. febr." an. 139;. gebohren, und im vierzehenden jährefeines alters nach Hamburg geschickt, von bannen er sich an.1610. nach Rostock begab, allwo er an. 1613. nachdem er indemselbigen jähre eine reise durch Teutschland gethan hatte, Ma-gister und bald darauf Poeseos Professor wurde. Hiernachstwurde er Prediger zu Meldorp, und an. i6rr. zu Marne inDietmarfen , von bannen man ihn an. 1623. nach Sora zumProfessor ssheologiae und Pastore beruffen ; worauf er an. 1626.zu Coppenhagen zum Doctore erntet , aber an. 1630. wiederumnach Meldorp zum Pastore und Superintendenten in Dietmar-fen vocirel wurde. Erstarb an. 1633. und hinterließ unter-schiedene schriften, worunter sonderlich merckwürdig : EpitomeHistoriarum totius Mundi; Diluculum Apocalypticum , seuCommentarius posthumus in Apocalypsin Johannis ; Harmo-nia Evangelistarum secundum Paschafa & Itinera Domini pau-lo accuratius quam vulgo solet digesta, &c. Von seinen An-dern ist Michael Cluvenus merckwürdig, welcher in der präfa-tion des Diluculi Apocalyptici, das leben seines valters beschrie-ben hat. Spizelius, in templo honor. Witte , mem. Theol. dec.III. & in diar. biogr. Fieber, in theatro p. 434. Sagi tar. in.trod. in histor. eccles. c. 12. §. 19. Bartbolin. de script. Dan.p. 69. & MoUerus , in hypomnem. ad h. 1 .

(Tl uoettus, s D bilivvus) ein berühmter Geographus, wur-de zu Dantzig gebohren. Sein vatter, welcher Auffeher überdie müntze daselbst war, ließ sich sehr angelegen seyn, ihn wohlzu erziehen, sandte ihn in Polen , darauf in Teutschland, undendlich in die Niederlande, um zu Leiden die Rechtsgelehr,Uuu famkett