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durch fleißige lesung des lebens der heil. Maria aus Egypten sichzu einer absonderlichen andacht und zu auüübung unterschiede-ner wercke der gottseligkeit bewegen. Da nun viel andre durchsein erempel angcrcitzt wurden, ihm nachzuahmen, entstund an.i;?4. ein neuer orden, dessen Mitglieder, weil sie den nahmenJEsn öfters in dem munde führten , den titul der Icsuater be-kamen. Urbanus V. bestätigte diesen orden, welches nachmalsauch durch 18. andere Päpste geschehen, bis ihn endlich an.iüüg.der Papst Clemens IX. aus ivichtigen Ursachen gäntzlich aufge-hodeii. Siehe Jesuaten. Cherubin, intcholis bullarii. Sifaa-nus. Paßus Camaldulenl'. Rmanw, degli ordini religiosin. 82.
Colombo , die Haupt-stadt des landes Colombo , darinnen derbeste cancl wächst, auf der westlichen küste der insul Ceilan , unddie residentz des Holländischen Gouverneurs, ist sehr wohl beve-stiget, und mit einem starcken casteü verwahret. Sie liegt an dersee in einer sehr lustige» aue, an einem fließende» Wasser, hateinen guten haftn, und ist von den Portugiesen unter dem Kö-nig Emanuel bey der alldortigen stadt Colombo die vestungzu bauen angefangen worden, welche die Holländer an. k 5;6‘.erobert. Bahut befchreibung von Zeilen. Saars Ost-Jndia-»ische reise-beschreibung.
* Colombo , eine kleine stadt, welche die Portugiesen in demAfticanischen lande Congo besitzen ; sie soll nahe bey dem flus-se Coanza liegen, und 2. stunden von Loanda St. Paulo, mit-tagwärts. Maty , Dictionnaire .
* Colombs, ein Französischer flecken mit einer Abtey, in demländgen genennet la Beauce, an dem fluß Eure, eine stundevon Nogent-ls-Roy, gegen Mitternacht. Maty , Dictionnaire .
Colombus , oder Lolon, Lolomb, (Christophorus) ein be-rühmter see-fahrer, welcher Americain erfunden. Sein söhnFerdinandus, welcher sein leben beschrieben, bemühete sich, seingeschlechte von vornehmen keuchen Herzuführen. Jedoch ist ge-wiß, daß sein vatter ein woll - kräiner , und er selbst anfänglichdieser proftßion zugethan gewesen, bis er sich endlich, nachdemer eine zettlang auf dem meere herum gefahren, gäntzlich aufsolche handthierung legte, und insonderheit grossen fleiß aufdassludium geographicum wandte. Er war an. 1442. geboh-ren. Der eigentliche ort seiner gedurt ist ungewiß, indem eini-ge wollen, er wäre von Cogureto, nicht weit von Genua , an-dere , von Aldizola bey Savona . Lopez de Vega giebt ihmzu seinem vatkerlande das dorf Nervi auf der Genuesifchen kü-ste. Andere meynen, er stamme von den Pallestrelli von Pla-zentz her; am wahrscheinlichsten ist, daß er ei» Genueser ge-wesen , doch vielmehr in dem gebiethe dieser stadt, als zu Ge nua selbsten gebohren. Wie er sich absonderlich beflissen, see-charten zu machen, so hielte er sich eine ziemliche zeit in der in-sul Madera auf, um solche denen allda längst den Afrikani schen kästen vorbey segelnden see-fahrern zu verkauffen. Dasoll nun, nach der gemeinen erzehlung der Spanier , welchedem Colombo den rühm seiner crfindung auf keine weise gön-nen wollen, ein schiffer ihrer nation, welchen ein stürm - weiterund hernach gefolgte widerwinde von dem wege nach Africa bis hinüber in America getrieben , in seiner rückkunft bey Co-lomdo eingekehret, und als er bald hernach bey ihm gestor-ben , selbigem seine auf dieser reise gemachte anmerckungenhinterlassen haben, aus welchen Columbus die erste wissenschafftvon dem neuen lande bekommen. Allein sie kommen in demnahnien dieses ihres landsmanns so schlechtlich üderein, baßdieses fast genug seyn mag, uns von der Wahrheit ihres Vorge-hens' zweifeln zu machen. Dann einige nennen ihn AlfonfumSanchez de Huelva, das ist, aus der stadt Huelva gebürtig;andere Aldrete, andere Garcil Vega, andere auch, wo demMoreri fowol als den editionen dieses Teutschen Lexici vor an.172;. zu trauen wäre, Andalouz, wiewol dieses gläublichermassen nur der nähme des landes ist, woraus einige Spa nier ihren ersten erfinder Americä haben ursprünglich machenwollen, nemlich aus Andalusien . Jedoch kau man als einennoch viel stärckern gründ für Colombum und wider alle dieseSpanier anführen, daß ja der vorgebende fee-fahrcr nicht al-lein hat können weder in America anländen , noch auch vonbannen wieder zurück kehren. «20 aber andere bey ihm gewe-sen, so hat sein tod das geschrey von seiner erfindung nichtmögen unterdrücken, und mästen die Spanier von allem meh-rern bericht haben. Ja Cvlombus würde mit seinem Vorschlagnicht so grosse mühe gefunden haben, durchzudringen, wo manvor seiner entdeckung nur die geringste spur von selbigen West-lichen ländern in Europa gehabt hätte. Bleibt also viel wahr-scheinlicher, Colombns habe selbst vor sich geschlossen, daßauch in dem andern hemisphaerio der erden einige länder seynmüßen. Er meldete sich anfänglich bey den Königen von Por-tugall und Engelland an, und erböte, die entdeckung für sie zuthun, welche ihn aber auslachten. Allein König Ferdinan-dus V. in Spanien und seine gcmahlin Jsabella, nahmen seinenVorschlag besser auf, und gaben ihm ;. schiffe, mit welchen eraus dem haftn Palos de Moguer in Andalusien am 3. aug.oder nach andern den i. sepk. an. 1492. auslief, und so langeauf dem meer herum segelte, bis er endlich insnln antraf,und zu Guanahani, so eine von den Luccayischen insuln ist,anländete; so am n. nov. obgemeldten jahres geschahe. Dieeinwvhner in besagter insul erschracken über die ungewöhnlichenschiffe, und nahmen mir solcher eil die flucht auf das gebürqe,daß die Spanier niemand mehr als eine einige weibs - perfon
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von ihnen bekommen konnten, welche sie, nachdem sie ihr brodt,wein und edelqesteine gegeben, wieder gehen liessen. Diesesgute trackament machte die übrigen ziemlich hertzhafft, daßsie nicht mehr so sehr vor den Europäern flohen, welche sich sodann bemüheten, ihres Cacique oder Königs gunst zu gewinnen,wie es dann auch geschahe, indem derjelbige dem Colombo er-laubte, ein höltzern Ion an die see-küste zu bauen, aüwo er 38.Spanier ließ, und eilends wiederum zurück segelte, dem Kö-nige von dein fortgange seines Vorhabens Nachricht zu geben.Also landete er des folgenden jahrs in dem haftn Palos wiederan, nachdem er 5°. tage auf der rückreife gewesen. Ais ernun dem Königlichen RathS-LoIIegiu die Mittel vorgeschlagen,diese reiche vrovinkien »» erobern, r.~ ---- -- ■ -
__ _verlangte. Es adelte
ihn auch der König samt allen feinen nachkommen, und be-zeigte seine danckbarkeik gegen ihn. Nach diesem gaben ihnzwar einige, welche ihm fein glück mißgönneten, bey dem Kö-nige Ferdinand» und der Königin Jsabella verleumderisch an,und wurde er so gar mit ketten gefesselt in Spanien zurück ge-führet. Allein so bald der König nach anländung der. schiffenhievon Nachricht erhalten, ließ er ihm dieselbe abnehmen ,nahm auch seine cntschuldigung wohl auf, und erkannte seineUnschuld, bezeigte ihm also ferner bis an feinen tod grossegnade. Welches doch alles Colombum nicht mochte verhin-dern, daß er zum angedencken dieser so unverdienten schwachdie fesseln, welche er tragen müssen, hernach immer bey sichgeführet, und letztlich gar in sein grab zu legen befohlen. Erstarb zu Valladolid den 8. may an. i%o 6 . nachdem er 64. jähralt worden. Er hinterließ von Beatrix Henriquez 2. söhne,davon Diego ihm in der Admirals-stclle von Indien succedirte,und Hertzvg von Veragua wurde; es ist aber sein stamm inseinem «ohne Ludewtg abgegangen; und Ferdinandum, dersich in den geistlichen stand begeben. Jmhof, von denGrands inSpanien P- 170. Cbnjhpb. Cohmo. de prima insularum inmari Indico sitarum lustratione sub Rege Ferdinando facta.Coiomb. bitt. del Amir. Christ. Colom. t'azel, bitt. Sicil. Ju-Jiiniani & Soprane,JcekC. della Ligur. Salinen) & Foglietta , inelog. Pizemo, de los illustres Barones del nnevo Mundo.Acojia, Herrera, bitt. gen. des voiages & conquet. des Indes.Petrus Martyr , Lex. Ocean. üb. I. Hugo Grat. & Comteus , deorig. gent. Amer. Muriana, bitt. Hispan. ’Thuan. bitt. üb. 1 .Spundes», an. C. 1492. sq. Johann de Raros. Ovtedo & May.mol. üb. IX. c. 29. *
Colombus , Lolon, (Ferdinandus) ein Spanischer Prie-ster, lebte um das jähr 152;. und ;o. Er war ei» natürlichersöhn Christophori Colombi, welchen er mit der Beatrix Henri-quez gezeuget, und hatte eine sonderbare beqierde zu den bücher»,erwehlte sich auch einen angenehmen ort nahe bey der stadtSevilien , woselbst er ein schönes Haus aufbauen ließ, und sicheine auserlesene dibliotheck von ungefehr 20000. stück büchern,darunter rare MSta, sammlete, welche er hernach der kirchezu Sevilien hinterlassen, daher sie noch nach ihm ZibüorbecaColombina genennet wird. Er hat die Historie seines vaktersbeschrieben, unter dem titul: Hiiloria del Andrante D. Chri-stoval Colombo , welche Alphonsus de Uloa ins Italiänischeübersetzet hat. Metamorus, de Acad. & doct. Hisst, viris. Ja.cob, traite des bibl. Anton, bibl. Hisp. &c.
* Colomtms, (Bartholomäus) Christophori bruder, warein mann von gutem verstand, und hatte sich durch Verferti-gung der fee - chartcn und sphären zu seiner zeit berühmt ge-macht. Er war noch vor seinem bruder aus Italien in Por-tugaü gekommen, hatte auch denselben in der Cosmographieunterwiesen. Da er einsmals nach Londen schiffen wollte,ward er von den Cvrsaren gefangen, und weggeführet. Nacheiniger zeit befreyete er sich wieder durch Verfertigung seiner see-charten, machte ein stück geld zusammen, und gieng in Engel-land. Daselbst übergab er dem König eine von ihm gemachtecharte, und berichtete ihm seines druders vorhaben; wozuauch der König ihm alle hülffe versprochen. Doch halten vie-le dieses letztere für ertichtet. Gewisser ist, daß beyde bruderan. 149;. von dem König in Castilien geadelt worden sind.Bartholomäus legte den gründ zu der stadt St. Domingv ,welche anfänglich Neu-Jsadelle genennet wurde. Er unter-nahm indessen eine reise in das land.Laragna, in welchem ermehr nicht als ?oo. mann bey sich hatte. Doch muste sichder König daselbst unterwerffen. Nach seiner znrückkunft schluger die Indianer, welche sich empöret hatten, und führete ver-schiedene kriege. An. i zo2. entdeckte er mit seinem bruder vie,le gold-minen in der pcvvintz Veragua, that verschiedene rei-sen in Spanien , und starb endlich in Hispaniola an. 1514.
Charlevoix , bitt. de S. Dominique.
* Colomenoka, ein wohl angelegtes lust-schloß des RußischenKayfers, sechs weilen von der stadt Moscau auf einer höhegelegen.
Colomey, tat. Coloma, eine kleine stadt in Polen , in derprovintz Rvth-Reussen, liegt an dem flusse Pruth , gegen dengrentzen von Moldau, an dem flusse der gebürge. Sie hat inden Cosackischen kriegen viel ausgestanden, und ist wegen derhierum befindliches saltz-bergwercke berühmt.
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