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in 4. ingleichen 1 * 4 )?=*«·'? stirpiutn minus cognitarum, Rom i6o«. ISIS. in 4. ausweitn. Er hat auch einen tractat geschrie-ben : Della Sambuca Lincea , oder del Instrumente, Muficoperfetto , Neapolis 1618· in 4. Der author ist dazumal 40.jähr alt gewesen , und hat dieses sein instrument deswegen Cin-cea benähmet, weil er selbst ein sogenannter Academico Lyn-cco gewesen: er hat es aber auch Pentecontachordon gencn-net» weil es aus 50. ungleichen säiten bestanden. Jeder thonist in vier theile getheilet gewesen, um alle ;. modulandi ge-nera, ncmlich das Diatonische, Chromatische und Enharmo-nische, ober Harmonische zu exprimire». Der amkor hat diedabev befindliche kupier mit eigener Hand verfertiget. Mersen-nus sagt, es sey jeder thon in fünf gleiche theile abgetheiletgewesen, und die erfindung sey schon von Salma III. 27. an-geführet worden. Toppi, bibl. Nap. Stolles hist. der medic.gelchrth. I. 4. §. 30.
Colortna, (Fabricius) ein vornehmer General von Rom gebürtig, war ein söhn Äduardi Colonna, Hcrtzogs von Amalfi und Marsi , und befand sich an. 1481. mit darben, als Otranto von den Türcken weggenommen wurde, welches orts sie sich desjahrs zuvor bemeisterten , als sie von Rhodus wieder zurück ka-men. Nachgchends hieng er sich an den König von Neapolis ,und wurde ein solcher todfeind des Hauses Urfini, daß, als diesedes Königs von Franckreich Carole VIII. parken annahmen, Fa-bricius und Prosper Colonna aus seinen diensten giengen , undsich zu Ferdinando dem Könige von Neapolis schlugen , welcherdiesen Fabricium zum Connetadle machte, und ihm einigeschlösser einräumte, welche die Urfiner in Adruzzo gehabt hat-ten. Nach diesem geriethen sie mildem Papste in eine zwistiq-keit, welcher sie an. 1499. aus Rom verbannte, worüber siesich aber wenig kräncketcn, und zu dessen anzeige einen rohr-busch, welchen der wind zwar beugt, aber nicht zubricht, inihre wapen machen liessen, mit den beyworten : Flectimur, scdnonfrangimur. Endlich nach verschiedenen begebenheiten wohnteFabricius an. 1512. der schlacht bey Ravenna mit bey, und,nachdem er gefangen worden, gerieth er in gefahr, von denFranzosen umgebracht zu werden; ward aber von dem Herhogevon Ferrara, welcher unter ihrer armee war , errettet und auffreyen fuß gestellet. Hierfür erwies er sich dermassen danckbar,daß er dem Hertzog wieder aus der noth half, als ihm derPapst auf alle weise nachstellte, weil er der Franzosen parteyhielte. Der Kayser Carolus V. schätzte ihn sehr hoch, und ließihm die stelle eines Connetadle des Königreichs Neapolis, welcheer zuvor bey dem Könige Ferdinando gehabt hatte. Doch starbColonna bald darauf an. 1320. Gmcciarci. Paul. Jnvius.Cbampier. Brantome , elog. des Capit. etrang. Rofcio , ritr. &elog. di Capit. illustr. p. 2}2.
Colonna, (Fridericus) Hertzog von Tagliacozza und Pal-lianv, Printz von Boterv, Connetadle des Königreichs Neapo-lis , Vice-Konig des Königreichs Valencia , rc. gebohren an.1601, ein foi/n Philipp« Colonna und der Theodorä Thoma-celli. Er wurde zu Madrid am Spanischen Hofe erzogen,und henrathete Margaretham von Branciforte von Oesterreich ,Printzeßin von Bvtero. Nach diesem kam er zurücke in Ita lien , und diente in Neapolis und Sicilien. An. 16)9. kehrteer wieder in Spanien , und wurde von dem Könige Philippozum Vice-König von Valencia ernennet, woselbst er guten rühmerlanget. Im folgenden jähre rcvoltirten die Catalonier, und«ntergaben sich den Franzosen , da denn Fridericus Colonnadie von ihnen belagerte stadt Tarragona mit grosser tapferkeitdefendirte. Weil er aber viel bey der belagerung ausgestanden,verfiel er bald darauf in eine kranckheit, daran er den 22.sept. an. 1641. ohne kinder starb. Priorato, scena degli huom.illustr.
* Colonna, (Fridericus) hieß eigentlich Baldeschi; sieheBaldeschi.
* Colonna, (Hieron.) ein Cardinal und söhn Philippi,Hertzogs von Palliano und Tagliacozza, war an. 1604. geboh-ren , und studirle in Spanien zu Alcala. Nachdem seine schwe-ster Anna an Thaddäum Barberini vermahlet worden, machtechn Papst Urbanus VIII . an. 1627. zum Cardinal, auch fernerzum Bischoff von Frescati, und zum Ertz-Bischoff von Bono-nien , welche letztere würbe er doch dem Papst Jnnocentiv X.zu gefallen an einen von dessen lieblingen abtrat. Es wardihm auch die protection von Teutschland und verschiedene rei-sen aufgetragen. In Spanien , wohin er auf des Königs be-fehl kommen muste, ward er unter Carolo II. Staats-Rath,und starb den 4. sept. an. 1666. zu Finale, als ernennter Ertz-Bischoff von Mayland, auf der reise nach Italien , wohin erdes Kayscrs Lcopoldi braut begleitet hatte. Weil er überauswohl haushalten konnte, und ihm daher durch vatterliche Ver-ordnung die Verwaltung der gefilmten güther des Hauses Colon-na übergeben war, brachte er grossen reichthum zuwege, da-her man ihn auch vor sehr geitzig ausgegeben. Übrigens aberwar er wegen seines Verstandes und wissenschaffl in grossem an-sehen. Palatu fasti Cardin, tom. IV. Cornaro , relat. pag.Balance des Cardinaux p. iio. Vgbelhn , Ital. sacr.
* Colonna, (Hieran.) stammte aus dem berühmten Colon,nesischen geschlecht, und insonderheit von dem Cardinal Pom-pejv Colonna her, der in Neapolis Vice-König gewesen. Ermachte sich durch seine studien in dem XVI. feculo bekannt,ivmassen er in dem Griechischen und Lateinischen sehr erfahren,
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und eine herrliche bibliotheck und antiquitäten-cabinet sammlete.Als er seine frau durch den tod verlohren hatte, fieng er auchan Hebräisch zu lernen, wollte die geistliche orden annehmen,und sollte mit einem Bißthuin versehen werden. Ehe aber sol-ches zu stände kam, starb er den 3. apr. an. 1586. zu Neapolisam stein in dem 34. jähre seines alters. Er hat Ennii frag-menca zusammen gelesen, in ordnung gebracht, und mit ge.lehrten anmerckungen versehen, welche arbeit sein söhn Johan-nes vier jähr »ach des vatters tobe heraus gegeben. Ausser die-sem hat er noch zwey söhne gehabt, Pompejum, der verschie-dene ehren-stellen an dem Römischen Hofe bekleidet, und Fa-bium, von dem ein besonderer artickul. Tbuanui , LXXX 1 V.Toppi , bibl. Nap.
Colonna, (Jacobus) ein Cardinal, von Rom gebürtig,und Archidiaconus von Piftl, war von dem Papste Nicolao III. welcher, um sich an dem hause Urfini zu rächen , desto mehrgnade gegen das haus von Colonna bezeugte, in das Cardi-nals-Collsgium aufgenommen. Dieses Papsts Nachfolger Mar-tinus IV., Honorius IV. und Nicolaus IV. liessen die Hochach-tung vor das Hans Colonna dadurch sehen , daß sie seinen vet,ter Petcum Colonna, ungeachtet er verheurathet war, an.1288. zum Cardinal inachten, und zwar solcher gestalt, daßsich dessen gcmahlin in den Nonnen-stand begab. Nicolaus IV. bestellte auch Jacodum Colonna zum Ertz-Priester von MariaMaggiore und zum Protector des Ritter-ordens St. Jacob. Alsder letztgedachte Papst an. 1292. starb, und dessen Nachfolger Cö,lestinus V. an. 1296. nach abgelegter Päpstlichen würde, im ge,fängnis mit rode abgieng, wurde Bonifacius VIII . wegen seinesungerechten Verfahrens zu Rom öffentlich gescholten. Diesesnun veranlaßte, daß derselbe, indem er -dafür hielt, daß dieColonneser das volck verbittert hätten , sein feindseliges gemüthegegen sie nicht verbergen konnte, zumal da er schon ohne demeinen alten groll wider sie trug , weil sie jederzeit die parteyder Gibeüinen, die seinige aber der Guelfen ihre gehalten. Vor-nemlich war er auch deswegen auf die beyden Cardinäle Jaco,bum und Petrum erzürnet, weil sie sich seiner wähl widerse-tzet hatten, und ihm nicht nach seinem befiehl zu Rom aufwar,ten wollen. Dannenherv sich selbige, um seinen Händen zuentgehen, nach Nepi retirirten , allwo Johannes Colonna, ihrVetter, Cvmmendant war. Dieses verbitterte den Papst der,massen , daß er sich öffentlich erklärte, sie als ungläubige mitkrieg zu verfolgen, wie er dann auch zu solchem ende Nepibelagerte, und den orl in solche noth brachte, daß der Gou-verneur sich gezwungen sahe, die Cardinäle fortzuschaffen;welche so dann zu Palestrina von einem andern Vetter, Sciarra Colonna , der daselbst commandirte, aufgenommen wurden.Allein der Papst kam in eigener Person auch vor diesen ort, da-her die;. Colonneser gcnöthiget wurden, sich verkleidet in einesguten freundes Haus nach Perugia zu retiriren. Des folgen»den morgens , da sich die stadt ergeben hatte, stellte der Papstordre, selbige wie auch noch einige andere Häuser, in welchegedachte Colonnä aufgenommen worden, zu schleiffen. Dar-auf beraubte er die Cardinäle ihrer benesicien und ehren-stelle»,stieß Sciarram Colonnam aus der kirchen-gemeinschafft, machtesie vogel-ftcy, und setzte auf ihre köpfe einen gewissen preis ,that auch alle diejenigen, welche ins künftige dieser familie nah-men oder wapen führen würden, in den bann. Jmmittelstgerieth Sciarra Colonna indem er diesen Verfolgungen zu ent-gehen gedachte, den see-räubern in die Hände; als aber selbigezu Marseille anländeten, ranzionirte ihn der König PhilippusPulcher, und sandte ihn nebst Wilhelms Nogaretho an. i;c>z.in Italien . Diese überrumpelten den Papst Bonifacium zuAnagnia , allwo Sciarra Colonna ihm mit seiner Hand, daraner einen pantzer-handschnh hatte, einen backenstreich gegeben ha-dm soll, welches am 7. sept. geschehen. Als nun der Papsthierauf wieder nach Rom gekommen, starb er den folgenden n.octobr. aus Verzweifelung; wiewol viele scridenten berichten,daß er von Sciarra Colonna gefangen genommen und in einenthuen gesetzet worden, worinnen er aus ungebult sich selbst dasfleisch von armengenaget, und innerhalb 40. tagen seiner ge-fangenschaffl verstorben. Benedictus XI. sein Nachfolger,brachte die Colonneser wieder in ihren vorigen ehren-stand ,worinnen sie auch unter Elemente V. und Johanne XXII. un-verrücktblieben. Der Cardinal Petrus starb an. 1326. zu Avi,gnon, sein vetter Jacobus aber hatte bereits um das jähr r; 18.oder 20. dieses zeitliche gesegnet. ViUani , üb. VII. c. 34. seq.Biondut , dec. II. lib. IX. Rainald.!. Spondan. Ciaccon. Aubtry.
Colonna, ( Johannes) mit dem zunahmen de St. Paulo,ein Römer von gcburt, ein söhn Eduardi, und durch Cölestini III.ernennung ein Cardinal-Priester, auch Bischoff von Sadina ,zu welcher letzten würde ihn Jnnocentius III. erhub. Dererste von den gedachten Päpsten jchätzte ihn, wegen seiner wis-senschaffl, beredtsamkeit und exemplarischen aufführung, so hoch,daß er ihm nicht nur die wichtigste angelegenheiten auftrug, son-dern ihn auch auf seinem todbethe den übrigen Cardinälen zuseinem Nachfolger mit grossem ernst recommendirte. Jnno-centius III. schickte ihn als einen Legaten anfanas in die MarckAncvna, welche er von der Unterdrückung Marcualdi be-freyte; hiernächst an den König von Franckreich, Philip-pum II. um dessen ehescheidung von seiner gemahlin, Jngel-berga, zu,hintertreiben ; ferner an die Teutsche Reichs^-Stän-de, und endlich in Sicilien. Mit dem heiligen Franciscolebte er in vertraulicher freundschafft, und trug ein grosses