c o l
fördert. Er starb an. 146;. und war ein gelehrter, verständi-ger und angenehmer mann, und ein eifcrigcr anhänger derGibellinischen partcy. Ciacconius. Aubery. Pßlatius , tom. II.
(Eolonna , (Prosper) Herr von Palliano, war einer vonden vortrefltchsten Generalen zu seiner zeit, und hielt es mit desKönigs in Frauckreich Caroli VIII. partey, als dieser das Kö-nigreich Neapolis zu erobern trachtete; schlug sich aber nach-gehends zu Ferdinando von Aragonien , und leistete ihm grossedienste wider die Franzosen. An. 1496. wohnte er der crobe-rung Neapolis und vieler andern örtcr, und an. 150;. denschlachten bey Barleta und Garigliano bey, in welchen dieFranzosen den kürtzern zogen , die ihn aber, nachdem er sich beyPadua , Crema, Bergamo , und an andern orten tapfer erwiesen,zu Villa Franca am Po, woselbst er an. 151z. als MaxtmilianiSfortia General sich aufhielte, die pässe der Alpen -gebürge zubeschützen, unter der Mahlzeit überfielen und gefangen nahmen;jedoch , als er wieder aus freyen fusi gestellet worden , und eincommando unter den Päpstlichen völckern angenommen , schluger an 1522. die Franzosen in der schlacht bey Bicocca , und trugviel mit bey, daß die Spanier Genua und das HertzogthnmMayland eroberten; kriegte auch zwar an. 152;. das commandoder Alliirten wider die Franzosen , war aber meistens kranck,dessen ungeachtet er sich jedoch der fachen nach vermögen an-nahm; worauf er an. 1324. im 71. jähre seines alters starb.Man meynt, er habe gift bekommen, und einige reden gar voneinem liebes-trunck. Er wird wegen seiner klugen Vorsichtigkeitim kriege gerühmt, wie er denn selten zu einem treffen zu brin-gen war. Mit dem Marquis von Pescara konnte er sich nie-mals vergleichen. Guicciard. Paul. Jovius. Langet. Brantome.Leben Kaysers Carls V. p. 1 ;g. 1 366.
Colonna, (Sciarra) siehe bey Colonna. (Iacobus)
* Eolonna, (Stephanus) ein Cardinal in dem XIV. fecu-lo , war ein söhn Petri und brudcr Agapeti, mit welchem er,nachdem er Protonotarius Apostolicus und Nuncius zu Genua gewesen , an. 1378. an einem tag von dem Papst Urbano VI. die Cardinals-würde erhielt. Er genoß aber dieser ehre nichtlange, indem er gleich in dem folgenden 1379. jähre verstarb.Er hat den gedachten Papst Urbanum VI. wider Clementem VII.eiferig vertheidiget. Ciaccon. Palatii fasti Cardin.
Colonna, (Stephanus) ein berühmter General Iulii Cä-saris Colonnä, Fürsten von Palestrinä vatter, diente dem Kay-scr Carolo V. in verschiedenen wichtigen occasionen. Er erlern-te die kriegs-kunst unter seinem vetter Prosper Colonna, und"commaudirte ein Italiänisch regiment in der schlacht bey Bicoc-ca, bey eroberung Gezma, Mayland, rc. An. 1528. zog ihnder Papst Clemens VII. an sich , ihn wider die Spanier zu ge-brauchen. Im folgenden jähre befand er sich unter den Fran-zosen im Königreich Neapolis , unter dem Herrn von Lautrec,und hernach uiiler dem Admiral Bonnivet, im Mayländisthen.Nachdem er in Franckreich gekommen, wurde er an. 1336.wider den Kayser in Provence geschickt; da man ihn aber nichtnach seinen Verdiensten tractirte, gieng er wieder in Italien ,allwo ihn Papst Paulus lll. zum General über seine trouppen,welche Camerino erobern sollten , machte. Ferner trat er inCosmi äs Medicis dienste, commaudirte endlich als Feld-Mar-schall unter dem Kayser Carolo V. wider den Hertzog von Eleve,und starb zu Pisa an. 1548. Rosen & Mascardi , elog. di Ca-pit. illuilr.
Colonna, (Vespasianus) war Prospekt Colonnä söhn, undthat sich in den Händeln, welche die Colonneser mit dem Pap-ste hatten, sonderlich hervor, weil ihm der Papst unter sei-ner gantzen familie am meisten traute, und sich daher mit ihmin tractaten einließ, aber eben sowol von ihm hintergangenwnrde. Er hat von des Kaysers gnade die Herrschaffl Carpi ei-ne Zeitlang besessen. Sein tod erfolgte an. 1528. und weil erdie verordnung gethan, daß Hippolylus Medices seine tochterheurathen sollte, bemächtigte sich bcr Papst aller seiner schlösser,ungeachtet die andern Colonneser sich dagegen setzten, weil erder letzte männliche erbe von Prospero Eolonna gewesen war.
Guicciard. üb. XVIII.
Colonna, (Victoria) war eine tochter Fabricii Colonna, vonRom , unssdes Ferdinandi Francisci d'Avalos , Marquis vonPescara , qemahlin. Sie war in allen Wissenschaften wohl er-fahren , absonderlich aber in der Poesie, darinnen ihr nebst demPetrarcha von den Italiänern fast der erste platz eingeräumtward. Als ihrem ehegemahl nach der schlacht bey Pavia , wel-che er durch seine klugheit und tapferkeit befochten, das König-reich Neapolis von dem Papste und den Italiänischen Fürsten angetragen wurde, überredete sie ihn, daß er es sollte fahrenlassen. Nachdem derselbe bald hierauf an. 1 $25. gestorben, woll-te sie sich durchaus nicht zu einer andern Vermählung bewegenlassen , sondern bemühete sich mit grossem fleiß, ihres gemahlsberühmte thaten in einem besondern getichle, welches sie ihmzu ehren verfertigte, zu beschreiben. Sie begab sich auch end-lich gar in das kloster St. Mariä zu Mayland, woselbst sie an.1541. starb. Hilarion de Coste , des Dames illustr.
* Colonna, ein geringer stecken in Campagna di Roma indem Kirchen-Staat, dem Hause Colonna gehörig.
Colophon , eine stadt in Ionien , welche einige für des Ho-meri geburts - stadt halten. Wenigst war sie mit unter den sie.ben Griechischen städten, welche vormals wegen dieser ehre unterHistor. Lexkon II. Theil»
c 0 l 829
sich gestritten. Heut zu tage heißt sie Altobosco oder Belvedere,und hatte sonst em Bißthum unter Ephesus gehörig. Strabo berichtet, daß die reuterey der Colophvnier so vortreflich gewe-sen, daß daher das sprüchwort entstanden: Colophoncm addere,d. i. einer fache ein ende machen, weil man glaubte, daß, wodie Colophonische reuterey andere trouppen verstärckte, derstreit gar bald durch eine victorie beygeleget würde. Strabo ,lib. XIV. Plin.&c.*
* Coloran, eine kleine stadt in der Ost-Indianischen halb-insul disseits des Gangts, auf der küste Coromandel, an demeinstusse des Velars, in dem Fürstcnthum Gingt, der stadt die-ses nahmens gegen morgen gelegen. Man nimmet es für dasCorula Ptolemäi. Baudrand.
Colossä , eine alte stadt in Groß-Phrygien , welches eineprovintz von Klein-Afien ist, an den grentzen von Carien , warerstlich ein Bischöfflichcr, hernach ein Metropolitan-sitz. Sieist sonderlich durch den send-brief berühmt worden, welchen derApostel Paulus an derselben cinwohner geschrieben; wiewol ei-nige in den gcdancken stehen, daß gedachte Epistel an die Rhv-diser abgelassen gewesen, welche auch Colosser, von dem dersonnen zu ehren bey dem Hafen der insul Rhodus aufgerichtetengrossen Coloffo , genennet worden. Allein da dergleichen ans-druckung kaum den Poeten erlaubet würde, so ist gar aufkeineweise zu glauben, daß der Apostel sich derselben in der Zuschrifteines briefes, als welche vor andern einfältig und deutlich seynsoll, dergleichen werde gebrauchet haben. Im übrigen liegetdie stadt Colossä in Asien an dem flusse Licho, und ist derjenigeort, welcher heut zu tage von den Griechen Chonos genennet
Wirb. Strabo . Plinius . Baudrand. &c. *
COLOSSUS, eine ehrne jaule in gestalt eines menschen ,70. oder nach einem in der Anthologie befindlichen epigramma.te, welches den nahmen des Poeten Simonidis führet, so, ek-len hoch, welche bey dem Hafen der insul Rhodus der sonnen zuehren durch den berühmten Chares aufgerichtet war, und füreines der sieben wunder in der welk gehalten wurde. Nachdemsie 56. jähr gestanden, wurde sie durch ein erdbeben umgerissen;sie war so groß, daß wenig leuthe einen daumen von diesem bil-de umfassen können; ja, als die Saracenen an. 667. Rhoduseingenommen, soll derselben führer Muavius das ertz davon ei-nem Juden verkauffet haben , welcher 900. cameele damit bela-den. Wiewol dennoch in acht zu nehmen, daß dieses ungeheu-re bild nicht gantz und maßiv von ertz, sondern mit steinen aus-gefüllet gewesen, um solches dadurch desto mehr zu bevestigen.Nero ließ zu Rom auch einen Colossum durch den Zenodorumverfertigen, und sein Haupt darauf setzen. Vespasianus ließes aber wieder wegnehmen , und setzte eine sonne darauf.Nachgehends setzte Eommodus sein Haupt darauf, welchemer, nach Lampridii bericht, noch einige inicripdones bey-fügte , worinnen sein nähme und qualitäten, nach damaligerzeiten gewohnheit, beschrieben waren. Strabo , lib. XII. Bim.lib. V. Pbilo-Jud. de 7. orbis mirac. Cedren. Zonar. Tbeopb.Conßantin. Porpbyrog. Cbevreau , hist. du monde. *
Coloowar, siehe Llausenburg.
Colotes, ein Epicurifther Philosophus, wurde von feinemlehrmeister Epicuro Colataras und Colotarion genennet. Er hatein werck geschrieben, darinnen er zeigen wollte, daß man nichtnach den lehren der andern Philosophen leben könnte; wel-chen Plutarchus in einem eigenen tractate zu widerlegen vorge-nommen.
Colouri, der nähme einer insul, siehe Salamis.
Colrane, eine Irrländifche Graftchafft in der provintz Ulster,längst dem flusse Banne, an dessen auslauf in die see gelegen, inwelcher Colrane, eine kleine stadt und schloß, der Haupt-ort ist.
* Coltellini, (Augnstinus) ein Advocat von Florentz, undArchivarius der stadt, das Haupt der Academie der Apathisten,und ein Mitglied der Gesellschafft della Crusca, und ein gros-ser freund Nicolai Heinsii und Menagii. Er war ein sehr ge-schickter Rechtsgelehrter, und hat etliche Italiänische getichteausgehen lassen. Er gab den 26. aug. an. 169;. den geistauf, da er 8i. jähr gelebet hatte. Menagiana , tom. III.p. 137.
* Colubara, eine insul der Europäischen Türckey, zu Srr-vien gehörig. Sie liegt zwischen den ärmen des flusses Sau, un-ten an denr einflusse der Drina , ist ziemlich groß, und hat denflecken Sabacz. Einige erd-beschretber halten sie für die insulMetubaris der Alten; viele charten setzen sie unter bemalten nah-men Metubar 10. ober 12. stunden unter Colubara, ungefehrin die mitte, zwischen dem einflusse der Drina und der Bossra.Maty , Dictionnaire .
* Coweneur, (Georg) war den 21. may an. 1364. zuWieningen in Brabant gevohren, studirte zu Löven die Theo-logie, und ward hernach Probst an der Peters-kirche zu Douay,und Cantzler der dasigen Universität. Er war sehr eiferig wi-der die Jansenisten , und starb um das jähr 1648. Er hat dieHistoriam Flodoardi, Paris 1639. Thoin. Candpfatanum deBono univeriali , Douay 1603, in 8. J. Nideri Formicarium,ibid. 1602. Baldrici Chronicon Cameracensc, ib. 1615. mit an-merckungen, die wercke des Rabani Mauri, Calendarium B. M.Virginis, Douay 1638. in 8. u. st. m. heraus gegeben. Gerbe-ron , hist. du Jansenisine tom. I. Andren bibl, Belg.
Aaaa * Col-