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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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stammet auch die Englische familie derer von Courtney her,welche zuweilen auch Courtenay genennet wird. siehe Lourt-

ney. Imbos. geneal. Gall. P. I. tab. 2l. seq.

(Courtenay, (Josselinus de) Graf von Edessa, welcher sichdurch seine lugend und sonderbare tapferkeit berühmt gemachthat. Als er einsmals halb todt und gantz zerschlagen von denruinen einer vestung, die er an. 1,51. nahe bey Aleppo in Sy­ rien angefallen, war weggebracht worden, lag er gantz ent-kräfftet und fast ohne alle Hoffnung wieder zu genesen auf sei-nem bethe, als er die post bekam, daß der Sultan von Iro-nien, um sich des Vortheils seiner schwachheit zu bedienen, Croif-son belagert hätte; da er dann gleich seinem söhne, demPrintzen Iosselin, ordre gab, dem feinde ohne Verzug entge-gen zu gehen. Allein da dieser eine verzagte antwort von sichhören ließ, daß er nicht vor rathsam hielte, eine stärckerepartey als die seine wäre, anzugreiffen, stund er selbst vonseinem bethe auf, ließ sich in einer sanfte tragen, und mar-schirle also mit stinen trouppen dem Sultane entgegen, wel-cher , alS er hiervon post bekommen , die belagerung aufhnb,und sich zurücke zog. Nachdem nun diese zeitung eingelauf-fen, ließ der tapfere Graf sich mit seiner sänfte mitten unter derarmee auf die erde seyen , danckte GOtt für eine so grosse gna-de , und gab alsdann seinen geist auf, wiewol mehr wegenübermäßiger freude als gewalt seiner schmertzen. Darauf brach-te die armee, welche ohne schlacht den sieg erhalten, den todtencörper in der sanfte zurücke, und bestattete ihn in der stadtEdessa. Sanut secret. fidel. Cruc. Üb. III. P. VI. c. 15. Maim-boure ,, hist. des Croifad. liv. III.

(Courtet, (Wilhelm) gebürtig von Serignan , ohnweitBe-ziers, begab sich in den Dominicaner-orden, und zwar in denConvent von Allst, eben da der P. Michael den orden zu verbes-sern anfieng. Wie feine 8uperiores feine gottesfurcht und wis-senschafft ersahen, schickten sie ihn nach Toulouse , um denNovitiis daselbst vorzustehen, und die Theologie zu lehren.Er wurde auch hierauf Prior von dem Haufe zu Avignon ,weil aber sein eifer die Heyden zu bekehren allzugroß war, gienger in «Spanten, um daselbst gelegenheit nach Japan zu finden.Er machte sich also nebst 22. andern von seinem orden und ih-rem Superior nach den Philippinischen insuln auf den weg,und ward, wie er nach Manche kam, zum Lectore Theolo-gie verordnet, in welchem amte er sich zu seiner mißion ge-schickt machte, die er auch mit r. seines ordens an. 16; 6. imjunio antrat, und den 16. julii in Japan ankam. Weil mansie bald anfangs entdeckt, wurden sie ins gefängnis geführt,wo sie ein jähr lang unter den grausamsten martern aushiel-ten , endlich aber auf befehl des Kaystrs zum tobe verdammetwurden , da denn der P. Courtet , nachdem man ihn vorher aufeine graujame weise gemartert, seinen köpf lassen muste. Hißor.Philipp, tom. I. üb. II. c. 60. Diar. Domm. 1637. JeandeSain-te Marie , vies des Saints de lordre de S. Dominiq. tom. III.

* (Courtilz , (Gratianus von) Herr von Sandras, war an.1644. zu Montargis gebohren, und ist wegen einer grossen men-ge schriften bekannt, die er, wiewol insgesamt, ohne vorfttzungseines nahmens verfertiget, und die zwar angenehm geschrieben,aber mit grosser behutfamkeit zu lesen sind , weil sie unter einerziemlichen Wahrscheinlichkeit meist ungegründete erzehlungen ent-halten , und auch die wahrhafften geschichte unter vielen ro-manischen umständen verstecket sind. Er hatte als Capitain imkrieg gedient, und gieng an. 168;. nach Holland , wo er dennahmen Montfort annahm, und wider den Französischen Hofla Conduite de la France depuis la paix de Nimegue schrieb,aber auch sogleich das jähr darauf diese schrift widerlegte, undzugleich Memoires contenans plufieurs Evenemens arrivessous Louis XIV. heraus gab. Hierauf verfertigte er la Con-duite de Mars; les Nouveaux Interets des Princes de lEuro-pe; la Vie du Vicomte de Turenne, so unter dem nahmendu Buisson erschien, und la Vie de IAmiral de Coügni, undMemoires de Mr. le C. de R. oder Comte de Rochefort. Umeben diese zeit machte er auch den Mercure Historique undPolitique, welchen er aber, weil der krieg angieng, und er sichvor Franckreich allzu parteyisch erwiese, nicht länger, als bisan. 1688. fortsetzte. An. r68y. gab er Histoire de la Guerrede Hollande, depuis lan 1672. en 1677. heraus, womit er sichin Holland so viele Verdrießlichkeiten erweckte, daß er nachFranckreich zurück kehren muste, wo er bis an. 1694. blieb,und nach seiner Wiederkunft, le Testament Politique de Mr.Colbert; lElite des nouvelles des Cours de lEurope; Me-moires do Jean Baptiste de la Fontaine , dArtagnan , duMarquis de Montbrun, und de Madame de Fresne; fernerles Entretiens de Mr. Colbert avec Bavin; les Memoires duMarquis D . .. so unter dem nahmen la Guerre dEspagnebekannt sind; Annales de la Cour & de Paris , und nach fei-ner Wiederkunft in Franckreich an. 1698. die Memoires deWordac heraus gab. Er ward hierauf entweder wegen dergedachten Annales, oder wegen einer andern wider eine Personvon hohem ränge verfertigten schrift in die Bastille gesetzt, woer 9. iahr lang, und zwar die ersten drey jähre aufs allergenau-ste bewahret ward ; nachdem man ihm aber etwas mehr frey-heit vergönnt, sich mit dem Irländischen Hertzoge von Tyr-connel bekannt machte, der ihm die umstände, so ihm von derEnglischen hrstone unter Caroli I. und Cromweln bekannt wa-ren, rrzehlte, woraus er die Memoires du Luc de Tyrconnel

verierilgle. Wahrend feiner gefangenschafft schrieb er auch:les Anecdotes dAngleterre ; Memoires pour iervir ä lbistoired Abraham de Fabert; Memoires dun homme de guerre·unb Memoires de Mr. 8. An. 1711. ward er wieder auffrenenfuß gestellt , starb aber das lahr daraufden 6. may, und verließnoch viel dergleichen Memoires in manufcript. Nach seinemtobe ist von ihm das leben des Ritters von Rohan und desMarschalls de la Femüade heraus gekommen. Ausser denangeführten schriften hat man auch von ihm Intrigues Amou-reuses de la France ; la Galanterie ians Faqon &c. Le Lombibl. hist. p. 98°. Niceron , mem. tom. II.

(Courtin, (Antonius de) wurde an. 1622. gebohren. Seinvatter, Antonius Courtin, war Königlicher Rath in Franck-reich, und hatte auch sonsten ansehnliche stellen bekleidet. Nach.dem er seine studia absolviret hatte, begab er sich an. 164;.mit dem Herrn Chanut, damals Französischen Residenten beyder Königin Christina , nach Schweden , und führte sich da.selbst so wohl auf, daß ihn die Königin zum Secretaire derausfertigimg ihrer ordren machte, in welcher qualitäl er auchden Pfaltzgrafen Carl Gustav begleitete, als derselbige von derKönigin nach Teukschland geschickt wurde, die Schwedischearmee daselbst zu commandrren. Da er nun zurücke nachSchweden kam, trat er seine Verrichtung wiederum bey derKönigin an, und wurde von derfelbigen an. r6;i. geadelt, be-kam auch zugleich eine Herrschafft in Schweden , welche nachseinem nahmen Courtin genennet wurde. Hierauf als dieVeränderung mit der Königin Christina vorgieng, kehrte erwieder zurücke nach Franckreich; doch einige jähre darauf be-rief ihn der König Carl Gustav wieder zu sich, zu welchem ersich nach Polen begab, und in 2. feld-fchlachten bey seiner Per-son befand. Dieser König schickte ihn als außerordentlichenAbgesandten nach Franckreich, in welcher station er auch bisauf den tod besagten Königs verblieb; und weil er seine meri-ten an dem Französischen Hofe dadurch bekannt gemacht, brach-te es der Französische Staats-Minister Colbert dahin, daß ihnder König in Franckreich in seine dienste nahm, und ihn zumGeneral-Residenten in den Nordischen Reichen declarirte. Die-se Verrichtung führte er mit nicht weniger gefchicklichkeit als dievorhergehende, bis es seine gefundheit nicht länger leiden woll-te , da er dann im privat-stande seine zeit mit Verfertigung nütz-licher bücher zubrachte. Er starb zu Paris an. 168;. Unter set-nen schriften ist sonderlich berühmt die Französische Übersetzungdes Hugonis Grotii, de Jure Belü & Pacis. Über dem hater noch andere geschrieben, als: de la Civiüte ; du Point dHon-neur ; de la Pareffe; de la Jalousie; &c. Memoires de Cha-nut tom. III. p. 194.

* (Court - Majeur, eine stadt in dem Hertzogthum Aosta ,woselbst die Römer einen hohen Gerichts-sitz gehabt, daherodenn auch der nähme dieses orts herstammet, und so viel feynsoll , als das Lateinische Curia Major. Es entspringet bey die-sem stecken ein dach, welcher ein theil des anfangs des Doire-flusses ist.

(Courtney oder Courtenay, eine alte Englische familie, wel-che von den alten Herren von Courtenay aus Franckreich her-stammet, gestalt denn einer aus dicfem hause mit WilhelmsConquestore nach Engelland übergekommen. Im XIII. feculowar Robert Courtney Baron von Olehamplon, zeugte Jo-hannem, dieser Hugonem I. und dessen söhn war Hugo^ll.welcher nach abgang der familie von Rivcrs , als nächster an-verwandter, an. 1;;;. Graf von Devonshire ward. Unterseinen söhnen folgte ihm Hugo III. der nebst seinem jünger» bru,der Thoma dem König Eduardo III. gute dienste that, und mitunter den ersten Rittern vom Hofenbande war. Dieses Hugonissöhne starben alle vor dem vatter, daher ihm sein enckel Eduar-dus 1 . folgte, der unter Richards II. die Englische flotte com-mandirte. Dessen söhne Hugo IV. und Eduard haben Hcn-rico V. zur see gedienet, und Hugonis IV. söhn, ThomasI. hielt es anfänglich mit Henrico VI. trat aber hernach aufdes Hertzogs von Borck feite. In den streitigkeiten zwischenden Häusern Aorck und Lancaster, darinnen die übrige familiedieses Thoma I. des letzter» partey hielte, vcrlohr sie'die Gräf-liche würde von Devonshire auf eine zeitlang, und Eduar-di l. linie starb darüber gar aus. Allein fein bruder HugoCourtney von Baunton hatte das geschlecht fortgepstantzet,und dessen enckel Eduardus II. kriegte von Henrico VJI. alledieser familie entzogene güther wieder, ward auch von ihmzum Grafen von Devonshire gemacht, welche würde er ,e-doch feinem söhne Wilhelmo, wegen einiges verdachtes wiedernahm, und ihn ins gefängnis warf. Und ob gleich derstlbevon Henrico. VIII. wieder losgelassen ward, starb er doch,ehe er die verlohrne ehre wieder erlangen konnte, welche dem-nach seinem söhn Henrico zu theil ward, der Eduardum III.zeugte. Jedoch waren diese beyde, wie hernach in besondernartickuln gewiesen werden soll, unglücklich, und starb Eduar,dus an. i;;6. ohne erben. Doch soll noch eine linie von dieserfamilie übrig und wohl begüthert seyn. imbos. hist. geneal.Magn. Britann. P. II. c. 11. DugdaJe, Baronage of England.Cambdenus.

(Courtney , (Henricus) Marggraf von Ereter und Grafvon Devonshire in Engelland. Er war mit dem Könige Hcn-rico VIII. ziemlich nahe verwandt, indem seine muttcr Catha-rina eine tochter des Königs Eduardi IV. gewesen. Bcv den

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