Buch 
Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
JPEG-Download
 

c o u

c o u

enipörungen, welche sowol in der gegend von Lincoln, als inden nördlichen provintzen an. r?;6. entstanden / hatte er demgedachten Henrico VIII. nützliche dienste geleistet , und es warderselbe mit seiner aufführung so wohl zufrieden, daß er ihn indem gerächte wider Mylord Darcy und Mylord Hußi, welchean der erwehnten rebellion theil gehabt, zum Präsidentenmachte. Nichts destowenigerward er an. 1339. beschuldiget/daß er mit dem Cardinal Polo , und mit dessen bruder dem LordMontague/ gefährliche anschlüge wider Henrtcum VIII. vorge-habt / auch allerhand nachtheilige reden wider denselben gefüh-rct / und insonderheit dem gedachten Cardinal mit gclde bey-gcstanden. Man machte ihm deswegen den proceß, da dennder ausspruch erfolgte / daß dieser Marggraf von Ereter ent-hauptet werden sollte. Das Parlement bekräfftigte dieses ur-therl, worauf dasselbe auch würcklich an ihm vollzogen ward.Seine gemahlin ward das folgende jähr gleichfalls des hoch-verraths angeklagt und gefangen gesetzt; sie starb aber zu ih-rem glück an einer kranckheit, welches sonst vermuthlich durchdes henckers Hand geschehen wäre. Cumkden. Brit. p. 32. 36.

Herbert. Burrtet. Le Grand. De Lajrey, hist. dAnglet. tom. I.pag. 422.

Courtncy , (Eduard) ein söhn des vorhergehenden. Nach-dem die Königin Maria den Englischen thron bestiegen, warfsie die äugen auf diesen Herrn , um ihn zu ihrem gemahl zuerwehlen / so gar/ daß sie ihm nicht nur vor dem CardinalPolo / sondern auch vor dem Spanischen Cron-Printz Philip-po II. in ihrem hertzen den vvrzug gab / und zwar solches theilswegen seiner jugend und guten gestalt, theils auch wegen seinesangenehmen Wesens. Zum zeichen ihrer aewogcnheit machtesie ihn in dem ersten Parlement, welchesfle hielte, zum Gra-fen von Devonshire, und sie würde ihn würcklich in ihr ehe-be-the aufgenommen haben, wenn er nicht der Reformirten re-liqion zugethan , und dabey in den verdacht gekommen wäre/daß er die Printzeßin Elisabeth liebte. Dieser verdacht (mehrals die conspiration , so Wiat angefangen) brachte beyde an.1334. in das gefängnis/ und bey nahe auch auf den chavot.Doch als gedachter Wiat sie beyde vor seiner Hinrichtungvor unschuldig erklärte, und der Königin Maria gemahl ,Philippus II. aus politischen Ursachen sehr eifrig um ihreloslassung anhielt/ wurden sie beyderseits im apr. an. 1333.auf freyen fuß gestellt. Der Graf von Devonshire (wel-cher dabey auch den nahmen eines Marggrafen von Ere-ter führete) bat um erlaubnis fremde länder zu besuchen/ undgieng darauf erstlich in Franckreich, von dar aber in Italien ;daselbst starb er zu Padua , eine kurtze zeit nach seiner abreise vonLonden / und zwar von der ihm ungewöhnlichen Hitze des lan-des / oder wie andre wollen, von gift. Er war der letzte Grafvon Devonshire , aus der familie Courtney. Dougdale , Baro-nage of England. Cambden. Britann. p. 36. De Larrey , hist.dAnglet. tom. I. p. 782. 8°i. 81;. 826. 828. 829.

* (sourtney , (William) Ertz-Bischoff zu Canterbury , warein söhn Hugonis , Grafen von Devonshire . Nachdem erseine studien absolviret , und sich sonderlich in den Rechten wohlumgesehen/ nahm er darauf den geistlichen stand an / nnd be-kam verschiedene fette präbenden/ wurde an. 1369. Bischofszu Hereford / und an. 1375. Bischofs zu Londen , gericth aberhieselbst an. 1377. mit Johanne Hertzog von Lancaster in Ver-drießlichkeit/ und muste von diesem viele scheltworte einneh-men. Allein die bürgerschafft empfand solches dermassen übel,daß sie den Hertzog in feinem pallast ermorden, und weit ersich bereits mit der flucht salviret, denselben in brand steckenwollte / welches der Bischvff kaum noch durch vieles bittenverhindern konnte. In dem darauf folgenden jähr soll er denCardinalü-hut erlangt haben, wie Walsingham bezeuget. Alser an. 1381. Ertz-Bischoff worden, ließ er dieses sein erstes vor-nehmen seyn / daß er den Balliven zu Canterbury die zeitherangemaßte jurisdiction / in bestrafung des ehebruchs und der-gleichen laster , wieder nahm; so fort hielt er zu Londen einenSynodum , auf welchem die lehre Johann Wiclefs verdammet/und viele so es damit hielten von ihren ämtern rcmoviret, zumtheil auch excommuniciret wurden. Hierauf stellte er durch seingantzes Ertz-Bißthum eine Visitation an , als er aber in der ab-sieht nach Ehester kam, vernahm er, daß der dasige BischvffThomas Brentinganus darwider appeüiret, den er dahero /weil er sich absentirt hatte, citiren ließ; allein des Bischoffs be-diente fiengen den boten unterwegs auf , und zwungen diesen,daß er die citativn mit samt dem wächsernen sieget fressen mei-ste / wurden aber deswegen hart bestrafet; und der Bischvffiubmittirte sich endlich, welches auch Johannes Waltamus /Bischoff zu Salisbury , der sich gleicher gestalt durch appelli-ren anfangs helffen wollte/ und von Urbano VI. ein befreyungs-diploma zu haben vorschützte / zuletzt thun muste. Nicht langevor seinem tobe prätendirte der Ertz - Bischoff von der Geistlich-keit den 60. theil jährlicher intraden, und gab vor , daß er dazudes Papsts bewilligung hätte. Es wollte über der Bischoff vonLincoln solche collecte in seiner Dioeees nicht vor sich gehen las-sen / sondern appellirte darwider an den Papst, und währenderzeit starb der Ertz - Bischoffden 31. julii an. 1396. God-nm. deEpisc. Angl. p. 542. 243. 172. seq.

Courtray, oder Cortryck, am flusse Lys, eine stadt in Flan­ dern / zwischen Ryssel, Dornick, Apern und Oudenarde. DieLateinische scribenten nennen sie Corteriacum und Cortracum,

935

die Niederländer aber Cortrick. Man hält dafür, daß dieserort zu Julii Cäsaris zeiten unter der Ncrvrer gebiethe gewesen.Philippus Audax dauere ein castell darinnen; die übrigen ve-stungs-wercke sind von andern zu verschiedenen zeiten ausge-führet worden. Die Franzosen verlohren hierselbst an. 1302.wegen allzugrosser Übereilung eine schlacht; und weil die ein-wohner zu Courtray deswegen ein jährliches danck - fest hiel-ten / so wurde dieser ort an. 1382. geplündert und abgebrannt.Einige zeit hernach baucte man ihn wieder auf/ da er dannnachgehends sowol wegen der handelschafft, als auch wegender guten citadelle und darzu gehörigen grossen revier zu eineransehnlichen stadt worden. Der ffuß Lys unterscheidet sie in2. theile. An. 1646. eroberten diese stadt die Franzosen; imfolgenden jähre aber nahmen sie die Spanier wiederum Hinweg.An. 1667. machte sich Ludovicus XIv. meister davon / behieltsie auch in dem an. iü6g. geschlossenen Aachischen frieden, undforkificirre sie gantz regulair. Allein/ nachdem sie hierauf,krafft der Nicmägischen tractaten, an. 1678. den Spaniernwieder abgetreten , und so dann von den Franzosen aufs neueeingenommen worden, riß man erst die vcstnngs-wercke nieder,ehe sie, krafft des an. 1684. aufgerichteten still-standes den Spa-niern wieder eingeräumet wurde, welchen sie auch an. 169?.in dem Ryßwickischen friedens-schlusse geblieben. Jetzo gehö-ret sie der Königin von Ungarn . GuuciM-dm. Belg. Gram.

nuv\r. Anur.

Courzola , Corzola , lat. Corcyra nigra, eine insul aufdem Gvifo dl Venetia, welche durch einen engen canal vonden küsten von Ragusa in Dalmatien abgesondert ist. Sie hatden titul eines Hertzogthums, und eine stadt, welche gleichfallsCourzola heisset, deren Bischoffthum unter dem Ertz-Bischoffzu Ragusa stehet. Sie gehöret anjetzo den Venettanern, wel-che sie von der Republjck Ragusa durch eine besondere list be-kommen. Die Venetianer haben einen felsen. St. Marco ge-nannt, welcher die stadt Ragusa nebst einem andern kleinenfelsen , so noch näher dabey liegen, commandiret, und nichtmehr erde auf sich hat, als diejenige, welche das Haus, sodarauf gebauet, einnimmt. Wie sie nun einst mit den Ra-gusianern uneinig worden, schickten sie einige leuthe bey dernacht dahin, und beorderten sie, unterdessen, da es finster wä-re , und die leuthe schliefen, ein von dick gepaptem papier ge-machtes und mit erd-farbe bemahltes kort auf diesem kleinenfelsen aufzurichten, und liessen dabey auch einige höltzerne ca-nonen hinbringen. Als nun des andern tages frühe die Ra-gusianer aufstunden, erschracken sie heftig darüber, als sie ei-nes in so kurtzer zeit aufgeführten und mit artillerie versehenencitadeüs gewahr wurden, verlangten dahero zu capituliren,und erfolgte hieraus ein friede, krafft dessen die Venetianerdie insul Courzola für ihren kleinen felsen begehrten. Die Ra-gusianer verlangten zwar auch den felsen St. Marco, beka-men ihn aber nicht. Doch diß alles siehet einer fabel, wie sichdas gemeine vvlck immer gern damit trägt, sehr gleich. Cour-zola ist den Venetianern sehr nutzbar und bequem ; denn esdienet ihnen zu einem zeug-und vorraths-hause, um ihre schif-fe zu bauen und auszubessern, weil die gantze insul überall mitsehr guten eich-bäumen angefüllet ist. , Die sogenannten sar-dcllen und der wein geben die besten einkünfte. Die Dom - kir--che, stadt-mauren und die meisten Häuser sind aus marmor-steinen gebauet, welche in dieser insul etwa 4. oder 3. weilenvon der stadt gebrochen und ausgearbeitet werden. Es sindq. dörfer darinnen, deren jegliches 1300. einwohner hat.Gleichwie die insul fast gantz mit Wäldern bedecket ist, also giebtssehr viel wildpret darinnen, und unter andern eine gattung ,welche fast den Hunden gleich siehet, und wie katzen oder Pfauenschreyet. Wenn man des nachts ein feuer bey dergleichenwaldern anzündet, wird man eine grosse menge von diesen thie-ren fast wie menschen schreyen hören; dieselkigen scharren diegräber auf, und fressen die todten cörper. Sie sind zu nichtsdienlich , ohne daß man ihre häute etwas gebrauchen kan. DieGriechen nennen sie Zaehalia, und die Türcken Tchakal. Ih-rer viele halten dafür, daß diese thiere die Hyamas der Altenfevn, von welchen einige berichten, daß sie ihr geschlechteveränderten, bald männlein, bald weiblein wären, und dabeywie mensche» schryen. Span , voyage dItalie. &c.

Cous, (Antonius de) Bischoff von Condom, war ein söhnPhilippi, Herrn von Cous und Tronchet. Er wurde an. 1392.Doctor, auch war er General-Vicgxiu8 und Groß - Aixhidia-conus zu Condom . An. 1603. wurde er zum Coadjutorn sei-ner mutter bruder, Johaimis du Chemin, ernennet, und imfolgenden jähre zum Bischoff daselbst. Er befand sich 2. malbey der Versammlung der Stände des Französischen Reichs,widersetzte sich mit äussersten kräfften zu Condom den Pro-testircnden, wodurch er sich bey Hofe so wohl insinuirte, daßder König 2. mal an ihn schrieb, seine Hochachtung gegendenselben zu bezeugen. An. 1624. wohnte er der Versammlungder Geistlichen zu Paris mit bey, und an. 1628. führte erzu Condom die?re8dytero8 Otatotii ein, daß selbige daselbstdie jugend unterrichten sollten. Endlich danckte er an. 1647.ab, und starb des jahrs darauf zu Cassagne in einem hohenalter. Santntartb. Gast. Christ.

* Couftrn, eine alte nunmehr ausgestorbene Französische fa-milie aus Lionnois. Dalmas I. Herr zu Cousan in Forez ,lebte ums jähr 1063. sein ur-enckel Hugo!, aber ums jähr

n8».