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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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ser umgeben. TtiHimnahe Angioh. Eigentlich heisset es Ent-lade. The Present State of Great Brittain an. 172?. p. 472.

(£i*eU , (Nicolans) J. U. Doctor und Cantzler bey Christia-no I. Churfürsten zu Sachsen , welcher ihn schon als Chur-Printz nach Hofe gezogen, und zu seinem Rath gemacht. Erwar von natur ein geschickter mann, hatte sich auch auf schu-len und Univerfltäten sehr gcüdet, und weil er eine tiefere ein-sieht als andere zu haben meynte, pflegte er auch öfters überdie grillen der scholastischen Philosophie zu spotten, und diePhilosophos selbiger zeit, da er noch als Magister legens inLeipzig lebte, nur notiones secundas zu nennen. Als er Cantz-ler war, machte er sich im ganßen lande sehr verhaßt, inmas-sen er es mit den Calvinisten hielte, und sich nicht an die For-mulam Concordi« binden ließ. Er wurde daher den 17. nov.1991. so bald Churfürst Christian die äugen zugethan, gesang-lich aus den Königstein gebracht, indem man ihn beschuldigte,er hätte 1.) seine ehre, auch treu und Pflicht gegen den Chur.fürsten und das land vergessen, und sich in religions-jachen ge-menget, 2.) den Churfürsten und die landschafft in einandergeflochten, daß es leichtlich Unglück und mißtrauen verursachenkönnen, weil er gerathen: man sollte dem Adel die jagten ent-ziehen , womit doch derselbe beliehen worden; ;.) eine schädli-che correspondentz mit dem König in Franckreich zu des Kay.fers präiuditz für sich, ohne der andern Räthe wissen, gera-then und eingerichtet. Über dieses gaben ihn noch die Priesterübel an, wie er sie verfolget, und damit GOttes augapfel an-getastet hätte rc. Sein Proceß währte gantzer io. jähre, in-dem er sich mit remedüs fuspensms sehr geschickt zu helffen wuß-te. Endlich aber wurde aus der Böhmischen Appellations-Cammer von Prag ein urtheil eingeholet, welches ihm dasschwerdt zuerkannte, und wiewol er auch hierwider an den Kay-ser immediats appellircn wollte, so wurde ihm doch solchesweiter nicht »verstattet, sondern am 9, oct. an. 1601. in Dreß-den die erecution an ihm vollstrecket, sein leichnam aber aufdem kirchhof bey der Lieben Frauen - kirche begraben, und ihmfolgendes epitaphium gesetzt : A Deo , pro justitia, Christia-nus II. D. G. Dux & Elector Saxoni®, supplicio de hostepacis & quietis publica. turbatore secundum leges sumto,Patte Pattire & Caesare juste vindicante in peen® memoriam,audaci® terrorem atque sceleratis in exemplum, Rom . XIII.die Obrigkeit trägt das schwerdt nicht umsonst. Time Deutn,honora Cassarem. AkNSldö ketzer-hist.

* Ereil, (Ludovicus Christianus) ein Philosophie, warzn Neustadt im Fürstenthnm Coburg, allwo sein vatker, AI.Heinrich Crell, das amt eines Pastoris und Superintendenten verwaltete, den 28. may an. 1671. gebvhren. Nachdem ererstlich die stadt-schule in Meinungen , und das Gymnasiumzu Zeitz einige jähre besucht, begab er sich an. 1690. nach Leip­ zig , horte allda fowol in Humanioribus, als auch in der Phi-losophie und Theologie die berühmteste Lehrer, und nahm dar-auf an. i6yz. den titul eines Magistri an. Als er sich nundurch eine disputation gewöhnlicher müssen habilitirt, undhiernächst den studirenden mit unterschiedenen collegiis He-braicis , Gr®cis , oratoriis und disputatoriis eifrigst gedienet,wurde er an. 2696. zum Conrectore an der dasigen Nicolai-schule bestellet, und an. 1S97. zu einem mitglied in das kleineFürsten-CoIIegium aufgenommen. An. 1699. erhielt er dasRektorat bey vorgedachter schule, ingleicheu die würde einesAiTelloris in der philosophischen Facultät, an. 1708. aber dieProsestionem Philosophie extraordinariam, und an. 1714. hieordinariam Philosophie prim® & rationalis, Wobey ihn auchnoch die theologische Facultät zum Licentiato ernennete, nach-dem sie ihm den gradum eines Baccalaurei schon an. 1699.ertheilet hatte. Er starb in diesen amtern den 19. nov. au.17z;. nachdem er vier mal Decanus, und zweymal Pro-Cancel-larius in der philosophischen Facultät gewesen. Seine schrif-ten bestehen meistens aus philologisch-und philosophischen Dis-sertationen , und handeln de Civis innocentis in manus ho-ftium ad nervum traditione ; de Scytala Laconica ; de Pro-videntia Dei circa Reges constituendos; de eo , quod inAnacreonte venustum ac delicatum est; U. s. w. Ausser die-sen hat er auch viele, besonders aber Lateinische carmina ver-fertigt , welche von den kennern hoch gehalten werden. Er hin-terließ drey söhne, der älteste war Heinrich Christian, welcherals Rector der stadt-schule zu Franckfurt an der Oder den 14.jan. an. 1796. mit tode abgegangen; der mittlere aber, nah-mens Christoph Ludwig, war als Doctor und Professor JurisOrdinarius zu Wittenberg , und der jüngste, Johann Friedrich,als Medicin ® Doctor und Professor auf eben derselben Acade-wie noch an. I?;8. am leben. Nova AHa Erud. supplem.tom. I. sect. 2.

Crellius , (Johannes) ein berühmter Lehrer unter den So-cinianern, wurde an. 199°. den 26. jul. zu Helmetzheim inFrancken gebvhren, woselbst sein vatter, Johannes Crellius ,damals Prediger war, der nachmals nach Winterhausen beruf-fen wurde. Er war von natnr mit einem treflichen Ingeniabegabt, welches durch die studieu mehr und mehr excoliret wur-de , die er erstlich 10. jähr zu hause, und hernach zu Nürnberg in der schule tractirte. Selbige setzte er mit grossem fleisse zuSlollberg, und dann zu Marienburg in Meissen fort, von ban-nen er endlich von seinem Wohlthäter Johanne Klingio, Secre-tario der Repudlick Nürnberg, zurück deruffen, und an. 1606.

nach Altorff geschicket wurde. Daselbst bediente er sich mitgrossem eifer der unlerrichtung seiner Professorum , sonderlichdes Soneri, von welchem «r auch einigen vorschmack der So-cinianischen irrthnmmer soll bekommen haben. Johannes Holn.linus, Infpector alumnorum daselbst, war auch einer von den.jenigen, dessen insormation sich Crellius , sonderlich in Ethicisbediente, hinter seinen commilitonibus war Georgius Rich-terus, der nachmals ein berühmter Jureconsoltus und Consi-liarins der Repudlick Nürnberg worden, von welchem gleich-falls gemeldet wird, daß er dem Crellio die Socinianischenlehr-satze mit beygebracht, oder ihn doch darinnen bestätiget.Ob auch gleich Crellius sich bereits bemühete, noch andere zuseiner ineynung zu ziehen, blieb dennoch solches alles verbor-gen , so, baß er vor andern in consideration kam, an des Höltz-tini stelle Infpector alumnorum zll Altorff zu werden. Weilaber andere nach diesem dienste strebten, brachten sie ihn beyden Curatoribus Academi® in den verdacht, als wenn er esmit den Reformirten hielte. Doch fügte es sich, daß zu der-selbigen zeit von der anbatung Christi nach der menschlichen na.tur bisputiret wurde. Da dann Crellius diese andätung behaup,tete, aber gantz aus einer andern absicht, als es die LutherischenTheologi thaten; wodurch er dann von dem ihm aufgebürde-ten verdachte sich los niachte, die erwehnte jnspection aber nebstallen andern dedienungen ausschlug, damit er nicht durch sol-che glaubens-bekänntnisse sich dürfte binden lassen, welche sei-ner meynung zuwider wären. Endlich als er eine grösserefreyheit suchte sich heraus zu lassen, entschloß er sich nach Po­ len zu gehen, reisete derowegen den r. nov. an. 1612. vonNürnberg weg, und kam den 13. dec. zu Racau an, woselbster auch hernach beständig geblieben. Denn nachdem er sichden Socinianern daselbst offenbaret, wurde er von ihnen, son-derlich von ihren Predigern Valentino Smalcio und JohanneStoinio, wohl aufgenommen. Bald darauf nahm ihn derWoywode von Podolien, Jacobus Sieninius, zu sich, wodurcher gelegenheit bekam, vor sich seine studien zu continuiren.Er predigte zugleich privatim in Teutscher, Lateinischer undPolnischer spräche, bis er aufSmalcii gutachten auch an. 1619.publice zu predigen anfieng. An. 1616. wurde ihm auf einezeitlang das Reetorat in Racau anvertrauet, weil der bisherigeRector Paulus Crokerus eine reise thun wollte. Ob nun gleichderselbe nicht wieder kam, so wurde dennoch dieses amt an.1622. Martino Ruaro aufgetragen, Crellius aber zum kirchen-dienste befördert. Da er noch Rector war, sieng er an, seinentractat wider Grotium, de Satisfactione, zu schreiben, dener doch erstlich, da er bereits Prediger war, an. 162;. zu Ra-cau heraus gab. Auch befand er sich im anfange seines Re«ctorats nebst dem Johanne Stoinio bey einer disputation, wel-che sie mit einem Italiänischen Carmeliter-Mdnche, nahmensJohannes Maria, an. 1616. den i;> jul. hielten. Im übri-gen , nachdem Smalcins gestorben, und Christvphorus Lubie-niecius an seine stelle gekommen, wurde ihm Crellius adjungi»ret, diese Theologie zu lehren. In diesem stände ist er geblie-ben , hat auch die übrige zeit mit Verfertigung unterschiedenerschriften zugebracht, und ist endlich an. 1633. den n. jun.zu Racau gestorben. Er hat viele schriften hinterlassen, wel-che in der Bibliotheca Fratrum Poionorum , quiUnitarii ap-pellantur, an. 1696. zusammen gedruckt worden. Unter ben-selbigen sind nebst den vielen exegeticis über unterschiedene bi-blische bücher, sonderlich berühmt seine Fthica Aristotelica &Christiana; Liber de Deo & Attributis ejus pnefixus quinquelibiis Volckefti de vera Religione ·, de Uno Deo Patte libriII. Tractatus de Spiritu Sancto, qui fidelibus datur; Vindi-ci® pro Religionis Libertate; eine Teutsche Version des neuenTestaments, rc. Vid. vita Johannis Crellii, welches von J.P. M. D. das ist, Joachime Pastorin Med. Doct. verfertiget,und in der Bibliotheca Fratrum Poionorum den schriften desCrellii vorgesetzet ist. Sandiw, bibl. Antitrin. p. 119. & feqq.

* Erellius Spinovius, (Christoph) ein söhn Johannis, warein Prediger unter den Socinianern in Preussen und Polen ,zuletzt müsse er sich in Schlesien im exilio aufhalten, starb den22. dec. an. 1680. und schrieb Dissert. de Virtute Christiana& Gentili, welche seines vatters Ethic zu Amsterdam i68r.in 4. gedruckt vorangesetzt ist: Narrationem de Colloquio Ra-ckoviensi inter Rom. Cathol. & Unitar. habito. Witte , diar.Sande, bibl. Antitrin. p. 16z.

* Erellius, (Joachim) aus der insul Rügen, war,Po!iti.ces & Historiarum Professor auf der Universität zu Dörvt inLiefland, und starb den 14. febr. an. 1699. Er ließ Difputa-tiones Logic, de Natur. Histor. & mod. recte tractandi stu-dium historicum ; de Temp. &c. Witte , diar.

* EreUius, (Paulus) war zu Eisleben an. 1991. den 9.febr. gebvhren, und starb an. 1979. den 24. may als Doctorund Professor Theolog:® zu Wittenberg . Man hat von ihmDarmoniam quatuor Evangelistarum , Wittenberg 1966. 1971.und 1613. in 8. Opus Concordantiarum , Francks. 1627. >Usvl. Tractatum de Justificatione &c. Freherm.

* Erellius , (Wolfgang) Professor Theolog!® zu Francks.an der Oder , war ein söhn Wolsgangi Crellii , der erstlich Pro-fessor Moralium zu Wittenberg , nachmals aber Pastor zu Sie.gen gewesen, und an. 199;. gestorben. Er pflegte sich Wolf-gang oder Evodium zu nennen, und gieng an. 1664. den 8.julii mit tode ab. Becmann. not, Acad. Fraucof.

Lrema,