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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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ärgerliches und unzüchtiges aus den alten büchern vorkommenwogte, deswegen er fordidorurn Verborurn Farraginem schrieb,lind den comödien des Terentii seinen ßofepburn casturn ent-gegen setzte. Als er von dem Könige in Portugall bey aufrich-tung der Acadeniie zu Coimdra dahin eingelagen wurde, schluger solches seiner alten mutier zu liebe aus, bey welcher er auchbis in »hr 80. tahr geblieben. Nachdem aber der Magistrat sichnicht danckdar genug gegen ihn aufgeführet, trat er im ;ostenjähre seines alters eine reise zu fuß »ach Rom an , allwo ervon dem H. Ignatio in die Societät aufgenommen wurde. Erist aber, weil er zu einer ungesunden zahrs-zeit daselbst an-kommen, bald kranck worden , und in wenig tagen, an. 1330,gestorben. Sonst ist seine schreib - arl wegen ihrer artigkeit«Nd reinigkeil lobens-WÜrdig. Junii Batav. Alegambii bibl.DtjseJi bibl. Belg. Haititt , jugemens des Savans für lesGramm. Latins.

CKOÜO, ein abgott der alten Sachsen , welcher inson-derheit auf dem schlösse Hartesburg aus dein hohen bergezwischen der stadt Goslar und dein Blocks-berge verehret wur-de , und daselbst abgebildet war als ein alter man», welcheraus einem sische, den man einen barsch zu nennen pfleget, stun-de , lind in der lincken Hand ein rad, in der rechten aber ei-nen eymer mit wasser, rostn und andern fruchten hielte. Ersoll der alten Teutschen Saturnus gewesen seyn, welches auchnicht unwahrscheinlich. Denn zu geschweigen, daß das worlCrodo , dein Griechischen k §(»(&· , welches Satumum bedeu-tet , etwas gleich klinget, so kommen auch die andern umstän-de des Crodonis mit dem, was dem Saturns pfleget beygelegtzu werden, überem. Kraxtz. Saxon. üb. II. cap. 12. DreJJ'triSächsische chronick. Arnkiels Cimbrifche Heyden - religion.Valvasors Crain, lib. 1 . p. $6. scq.

Lrodon, ein ort, welcher an der fte-küste von der Fran­ zösischen provintz Bretagne , zwiichen Brest und Qnimpercoren-tin, läge, und von einem nächst dabey gelegenen dorfe dennahmen hakte. Die Spanier und Ligtsten halten eine ziemlichstarcke vestung daraus gemacht, und zwar in der form eines ir-regnliren dreyecks, welches auf einem jähen seifen stlind, soauf allen seilen von dem meer umgeben war, ausgenommenein strich landes, welcher ungefehr 230. schritte lang war,und an dem ende durch 2. bastione», so man auf die art vontenaillen aufgeführt, beschützet ward. Das haupt-absehen beydieser fortisication war dieses, daß nian von daraus capereytreiben, und die vorbey paßirende kauffarthey-flotlen zu cntnch-tung eines gewissen zolls zwingen wollte. Den Engelländcrnstunde dieses so wenig an, als dem Könige von Franckreich,Henrico IV. dannenhero auf dieses letzter» bitte jene , unteranführung des Ritters Norris, an. 1594. mit behülflich wa,ren, solchen ort den Spaniern abzunehmen. Der FranzösischeMarschall d'Aumont commandirte die belagerung. Es lagein alter Svmuschcr Obrister , nahmens Praxedes, mit 4°°.mann von seinen landslcuthen darinnen, welche eine verzweifel-te gegenwehr thaten. Allein nachdem viel brave leuthc, wor-unter der berühmte Ritter Martin Fvrbisher war, ihr le-ben davor ei'ngedüsset, gieng die vestung, vornemlich durchder Engelländer tapferkeit, mit stürm über, und zwar erst iinvierten anlauf, nachdem ?. andere nach einander vergeblichgewesen waren; und fast^die gantze garnison muste über dieklinge sprmgen. Der vpanilche General, Don Juan deAgvila, machte anstatt, mit 4000. mann auserlesener troup-pen diesen ort zu entsetzen ; allein er kam zu spät, und allevestungs - wercre wurden gleich nach der eroderung der erdegleich gemacht. Delxcrrey, Kilt. dAngl. tom. II. p. 544. Me-zeray, bist. de France tom. III. p. 1124· *

* (jrdftus, iGerhardus) war zu Amsterdam den 2;. apr. an.1642. gedohren, und wurde von seinen eitern gleich dem Stu-dio Theologico gewiedmet. Als er demnach die Humaniora inseinem vatterlande unter Hadriano Junio und Arnolds Sen-querdo wohl begriffen, kam er nach Leiden, allwo er in Theolo-gicis des Johannis Cocceji und Johannis Hornbcccii, in kbi-lologicis aber des Jvh. Frideriei Grvnovii und Georgii Horniiunteriveisung sich mit vielem nutzen 4. jähr lang bedienet. Dar-aufnahmman ihn zu Amsterdam unter die Candidatos Theo-logie auf,als es sich bald hernach fügte, daß er, als Schiffs-Pre-diger, mit der flotte des Admirals Angelii de Ruitcr nach Smyr-na zu gehen, den beruf erhielte. Er folgte auch demselben, undhatte ünterwegens gelegenhcit einen theil von Engelland, Spa­ nien , Mauritanicn, Italien , Sicilien, und den Griechischen in-suln auf dem Archipelago zu besehen; auch zu Smyrna denersten Tauf-a-stum an einem Griechischen kinde zu üben, derglei-chen er auf seiner rückreise in Spanien an einem mann aus Ba-tavia auf dein schiffe verrichtete. Nach seiner zurückkunft wur-de er als Prediger nach Norwich in Engelland verlanget, erschlug es aber auS , und nahm dagegen den dienst eines Garni-son-Predigers zu Ypern an. Nach einiger zeit, als er ohnge-fehr bey Aldla, einem in Süd-Holland unweit Dordrechl gele,genen flecken, durchreisete, und sich auf verlangen der einwoh-ner im predigen hören liesse, gefiel er denselben so wohl, daßsie ihn auf der stelle zu ihrem Pfarrer ernennten, er trat auchdieses amt an. 1678. an, und verwaltete dasselbige bis ihn dertodzuDordrecht an. 1710. den r.may hinweg raffte. Ausserder bekannten Hittoria Quaüerorum, und dem 'Ofzn^u^atafivc hiitorig Hebraorum ab tlomero in Odyliea & iliade eon-

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fcripta , welche gedruckt sind , hat er noch Homeri Ehrai/.antistomum alterum , ingleichen Statum Botania;, feu Relationemde Origine, Progreilu , Regimine, Religione, Moribus, Bellis&c. Provinciarum inter Khenum_& Woiam ad annum us-que 1710. in manuscript hinterlassen. BMiatb. Bremenßtcl. II. kalb. 11. p. 382. seqq.

Crofuo, König in Lydien , folgte aufAlyatten seinen vattcrh. ftl. 3426. Ä. C. 5sg. U. C. 196. Olymp. LV. 3. und war ei-ner der mächtigsten und reichsten Potentaten zu seiner zeit. Erwar der erste, welcher die Griechen in Asien ihrer sreyheit de,raubete, und alle deren städte bis aus meer zinsbar machte.Desgleichen brachte er auch die Phrygier, Mysier, Paphlago-nier, Carier, die damal in Asien wohnende Thracier, undverschiedene andere vülcker unter sich, war aber dabey sehrhochmüthig, wie aus dem discurse, den er mit Solone gehalten,erhellet, da er ihn einsmals gefraget, was er dann von seinerehre und glückseligkeit hielte, und ob er wol dächte , daß einglückseligerer mensch, als er, in der weit wäre, worauf aberSolo» geantwortet: daß seine,« bedüncken nach , Tcllus , einAtheniensischer dürger, welcher, da er verschiedene wohlgera-thene kiuder vorsieh sahe, und sei» Haus in guten stand gesetzet,zuletzt nach gewonnener schlacht für das vatterland in dem siegselbsten das leben verlohren, weit glückseliger wäre, weil mankeinen menschen vor seinen, lobe recht glückselig nennen könn-te. Aus einer andern ebenfalls gar vernünftigen ursirche setzteauf ferners befragen Solon den Cleobis »nd Bito» unter dieglückseligsten, welche er noch gekennct. Dieses verdroß damalsden Cröfum heftig, und wollte er nicht viel von SolonisWeisheit halte». Allein nicht lange darnach begab sichs, daßer in dem wider Cvrum, den König in Persien , angefange-nen kriege geschlagen, und in der Haupt-stadt seines KönigreichsSardis gefangen wurde, A. M. 3440. A. C. 544. V. c. 210.Olymp. L 1 X. 1. im 14. jähre seiner regierung und im 170.nach Gvgis regierung, welcher der erste von der linie der Mer-mnadarum wär, aus welcher Crösus entsprossen. Weil nunEyrus des Crösi gern los seyn wollte, ließ er ihn auf einen gros.sen schetterhauffen setzen; da dann dieser, als er seinen tod voräugen sahe, ansieng das>en>ge, was Solo» von der menschli-chen glückseligkeit mit ihm geredet, zu bedencken - und des-wegen ausrüste: 0 Solo», Solon . Als man dieses Cyro hin-terbrachte , befahl er, alsodald das feucr wieder auszulöschen,schenckte ihm das leben, behielt ihn bey sich, und bedientesich seines rathö bey allen gelegenheiten, recommendirle ihmauch, da er sterben wollte, seinen söhn Cambysen. Jedochwie dieses letztere < daß Crösus , nachdem er in der Perser ge-walt kommen, bey Cvro und Cambyse wohl gehalten worden,und stets in ansehen gewesen, unstreitig wahr; also soll mannicht vergessen, daß ichvn Plutarchus in nachrechnung der zel-ten befunden habe,, wie das gantze gespräch des Solons mitCröso nicht wohl könne platz haben, Massen der erstere seinereise» vor der L. Olympiade geendet, Crösus aber vor der L1V.sein Reich nicht angefangen. (Siehe auch Lyrus.' Wenn aberCrösus gestorben, ist unbekannt. Er hatte im übrige» 3. söh-ne, welche zivar dem nahmen nach «»bekannt, jedoch in derHistorie berühmt sind. Der erste war an Cyri Hofe, als eingeisel, ließ sich aber mit in eine conspiration wider diesen Kö-nig verwickeln, und wurde hernach, als er offenbar warben,vor seines vatlers äugen umgebracht. Der andre war stumm,und als man das Oracvlum um die Ursache dieses mangelsbefraget, wurde zur antwort gegeben, daß der König nichturfach hätte zu wünschen, daß er reden möchte: denn das wür-de der unglückseligste tag in seinem gantzen leben seyn , an wel-chem dieses kmd würde anfangen zu reden; welches auch ein,getroffen. Dann an eben demselbigen tage, da vardis ero-bert , und der König gefangen wurde, begab sichs , daß einPersianischer soldat sein schwerdt über den Cröfum zuckle, wo-rüber sein stummer söhn dermasse» erschrack, daß er durch ei-nen wunderbaren zwang der natur ausrief: Soldat, halt in-ne, und schlage nicht todt; es ist der König. Von welcher zeitan er auch vollkommen reden konnte. Bey dem jüngsten söh-ne des Crösi war sonderbar, daß, so bald er war gebohrenworden, er auch ansieng deutlich zu reden, welches als einetraurige anzeigung des bevorstehenden Untergangs des König-reichs Lydien aufgenommen wurde. Hemd. üb. I. Justin, lib.I. c, 7. iluiarcb. in Solone. Vaier. Muximus. Piiaius .' Att-lus Geüius &c. *

(Trost, (Jacobus) ein Engellandischer Ritter. Unter derregierungEduardi VI. ließet inbeschutzung der stadtHadingtonin Schottland wider die Franzosen eine sonderbare tapferkeitsehen. Jtztgedachter König machte ihn darauf zum Lord-De,vutv in Jrrland. Die Konigin Maria erklärte ihn in die acht.Allein die Königin Elisabeth resiituirte ihn, und machte ihnzum Gouverneur von Berwick, wie auch von der östlichen ge.aend, ingleichen zum Controleur ihres Hauses, und an. 1388.zu einem von ihren Gcvollmächtiqten bey den friedens-tractaken,welche zu Bourdourg zwischen Spanien und Engelland ange-stellt wurden. Weil er hierbey (wiewol aus guter meynung)seine comtnißivn überschritten, so ward er nach seiner zu,rückkunft gefangen gesetzt , jedoch bald wieder auf freyenfuß gestellt. Im übrigen erweckten ihn, seine Verdienste vielneider bey Host; er hatte aber daS gluck allezeit über sie zu tri.umvbiren. Endtlch starb er an. 1390. in einem hohen alter,* Mmmm4 m