Buch 
Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
JPEG-Download
 

Vorrede. z

Klugheit und Kriegs. Thaten , als Geschicklichkcit und gelehr-te Schrifften hervorgethan, einen netten und klaren Berichtabzustatten, und damit den Abgang des vorhergemeldten, soviel möglich, zu ersetzen getrachtet. Doch ists, weiß nicht wie,aus Anlaß der neuen Einrichtung, welche da unversehens hatmuffen vorgenommen werden, geschehen, daß der Articul vondem Bernischen Reformatore Berchtholdo Hallero, samt nocheinigen andern gelehrten Leuthen dieses Namens, doch nichtvon Berchtholdo abstammend, weil sie zugleich auf einem Blakmit dem Hallerischen Geschlecht verzeichnet waren, ebenfahlszurückgeblieben find; so man aber gleichwol seiner Zeit nebenanderm in einem Suppiemento wieder einzubringen »erhoffet.

Allein eine sehr nahmhaffte und wichtige Beyhülff, so mandiß Orts verspühret, betrifft die Articul, welche beydes dieHaupt-Genealogie deren zweyen Durchlauchtigen Häusern vonÄaden und würrenberg / und dann auch die vornehmenaus dencnselbm entsprossene Persohncn in fich enthalten. Umvon deme zu erst zu reden, welches in denen zweyen anjetzo aus.gehenden Bänden allbereit zum Vorschein kommet; so find dieBadische Articul durchgchends von Herrn Carl FriedrichD roltinqer j. u. Lic. und Hoch-Fürstl. Baden - Durlachi-schcn Hoffrath und Archivars mit sonderbarer Geschicklichkcitaufgesetzt worden. Wie dieser an denen Archiven des Durch,lauchtigen und Uralten Hauses nun seit vielen Jahren mit un.ermüdetem Fleiß gearbeitet, und selbige meine so nette un-vollständige Ordnung gebracht hat, daß wenige FürstlicheArchiva ihnen darinnen gleich kommen mögen; also ist auchniemand tüchtiger gewesen von allem eine klare, fichere, undausführliche Erzchlung zu machen; welches dann auch von th-me mit einer so reinen und angenehmen Schreibart beschehenist, daß dadurch, weilen sonderlich die Anzahl selbiger Arti-culn, in Ansehung deren vielen berühmten und vortreflichenPersonen dieses Hauses, deren jede er unter ihrem besondernNamen eingebracht, ziemlich groß, so wol der gegenwärti-gen Ausgaab eine besondere Zierde, als denen Lesern vielesVergnügen muß gegeben werden.

Von dem Durchläuchtigen Haust lvürtmberg hat mannicht minder gründlichen und aussührlichenBericht zu versprechen,nachdeme aus denen gelehrten und furrrestichen Anmerckungen,welche wcyland der berühmte Herr Johann Ulrich pregizer u. v. und Fürstlich - Wurtenbergischer gewesener Regie-rungs-Rath und Hoff- Gerichts - Assessor fast durch sein gan-tzes Leben mit ungemeinem Fleiß gesamlet hat, durch dessen eben-falö in dergleichen gelehrten Undersuchungen treflich erfahrenenSohn gleiches Vornahmens, wohlverdienten Psarrherren zuUnder-Türckheim, mit Hoch-.Fürstlichster Gnädigster Gut-heissung, alles so sich in gegenwärtiges Lexicon schicken mag,fleißig solle ausgezogen werden. Weil man aber von dieserSeiten den gantzen Aufsatz, so wol von dem Durchl. HaustÜberhaupt, als von denen vornehmsten Persohnen desselbigen,gerne zugleich miteinander hat übersenden wollen, und indessenbey schneller Forteylung der Preß verschiedene solcher Arttculnnoch vor Empfang der neuen Arbeit vorgekommen find, ist noth.wendig gut gefunden worden, diese ansehnliche Würtenbergi-sche Historie sammctha,^ unter den Articul würtenberg zubringen; wie dann auch deswegen an den Verleger die Ersu-chung geschehen ist, daß diejenige Persohnen des Hauses, wel-che bisher nach Ordnung ihrer Vornahmen, durch das gantzeMerck zerstreuet gewesen, aus denen jetzo erscheinenden zweyenersteren Banden hinweg gehoben, und sämtlich bis in denBuchstab W. möchten »ersparet werden. Der geneigte Leserkau leichtlich sehen, daß es hier allein um eine gar anfthn-liche Vermehrung unsers Lexici zu thun ist , und wird also dien»n zurückgelassene Articul mehrerer Wurtenbergischer Fürstennicht ungern vertragen, weil er gewiß zuvor siehet, nneihmedie Schuld anst baldesie und mit so reichem Wucher solleeingetragen werden. Im übrigen erkennet man sich diesen bey-den gelehrten Männern für solchen gütigen Beytrag um somehr und hoher verpflichtet, als sonstcn aus erheblichen Ur-sachen nicht rathsam hat können erfunden werden, von Fürst-lichen oder auch Gräflichen und Adclichen Häusern viel neueseinzubringen; wo es nicht mit Dero unmittelbarer oder mit«teldarer Gutheissung geschehen mochte. Und da diesem zuFolge von verschiedenen Orten, da solche Erinnerung in Zei-ten geschehen ist, dannoch keine Antwort eingeloffen, ist nichtunbillig daraus geschlossen worden, daß man allda mit demallbercit in dem Lexico befindlichen Bericht genugsam zufrie-den seye, und hat sich also, es dabey zu lassen, auch von die.ser Seiten so willig als gehorsam bequemet.

Was bis daher gemeldet, ist schier ducchgehends von solchenArttculn zu verstehen, welche zu ansehnlicher Vermehrung desgegenwarngen Wercks gantz neu aufgesetzet sind, es seyegleich,daß sie schon vorher, aber allzukurtz und unvollkommen darinn

gestanden, oder nun furs allererste mal hier erscheinen. Esist aber jetzt auch von dem anderen oben angezeigten Mangelzu reden, welcher den von solchem allgemeinen HistorischenMexico verhoffenden Nutzen gar mercklich hinderen kan, nem»lich von denen theils falschen, theils sehr unvollkommenenErzehlungen, deren Anzahl bißher fast unglaublich gewesen,und so vielfältige Rlägden aller Orten verursachet hat. Hierwird zuvorderst dieses von Niemand in Zweifel gezogen wer-den, daß selbigem Mangel auf alle Weise abzuhelffen, unddie Verbesserung und Ergäntzung dergleichen fehl-und man-gelbahren Articuln, so viel man immer der Sach Rath schaf-fen kan, von. einer unumgänglichen Nothwendigkeit seye. Oh.ne diese Erganyung und Verbesserung sind ja solche Articul,und durch solche Articul, wo deren Anzahl einmal gar großist, die Historische Lexica sechsten meistentheils unbrauchbar,und muffen nothwendig mehr Schaden als Nutzen bringen.Dergleichen Bücher werden einmal anjetzo ihrer sonderbahrenBequemlichkeit halben, von einer grossen Anzahl Leseren, undfast von allen denen, welche nicht eben ihr Hauptwerck ausder Historie machen, noch ihre meiste Zeit darauf wendenwollen, zum vornehmsten, wo nicht zum einigen Grunde ge»legt, aller der Wissenschafft, welche sie darinn gedenckenzu erlangen. . _

Aufriefen Fuß sehen dann dergleichen Persohnen ein allqe-meines Historisches Lexicon gleichsam als ihre Schatzkammeran, aus deren sie in allem, so ihnen zu wissen nöthig seynmag, oder wovon sie eine Lust ankommt, guten Bericht einzu-holen, alsobald ihre Zuflucht nemmen können. Sind nun da-rinnen die Articul, bey denen man fich in allerhand Vorfallen,heilen belehren, und so zu reden, Raths erhöhten will, entwe-der sehr unvollkommen, und in denen vornemsten Uinständenmangelbar, oder auch gar irrig und voller Fehlern; so mußein Leser nothwendig dabey übel fahren; als welcher in demersten Fahl keinen rechtschaffenen und genügsamen Begriff vondem, so er gern wissen möchte, haben kau; indem anderenFahl aber, wo er nemlich dergleichen falscher Erzehlung trauet,und die Sachen so, wie er sie in dem Lexico gefunden, inöffentlichen Schrifften, Reden, oder auch in gelehrter undverständiger Leuthen Gegenwart anführet, nothwendig in Ge-fahr lauffet, sich andern zum Schimpffund Gelächter darzu-biethen. Es wäre gewißlich kein schlimmer Einfahl von demgelehrten Frantzos Air. Menage da er bey einer deren.ersterenAußgaaben von des Moreri Dictiönnaire, als jederman über desBuchs allzuviele Fehlere Klag führete, Schery und Ernstgleichsam vermischend, zu seinen Freunden sagte:Erwerbe» fich wol immer Huten,. den Moreri zu lesen. Dann weil er mit einem guten Gedachtnus begäbet, müßte er nothwendig besorget seyn, es möchten ihm die in dem Merck befindliche unzehliche Fehler großen theils darinn hassten. Welches dannin der That einen Mann, der immer mit Bücher schreiben undgelehrten Underredungen so, wie Menage , beschässttget ist, sehrleicht irr machen, und.osst, wann er sich dessen am wenigstenverstehet, in Fehler sturtzen kan.

Wann man nun von deme, so dieses Fahls bey gegenwär-tigem Werck ist geleistet worden, oder von allen vorgenomme-nen Vermehr - und Verbesserungen der Allen, das ist, schonvorher in dem Lexico gestandenen Articuln einen genauern Be-richt geben solle, so gestehet man zuvorderst gerne, daß, wassonderlich die Geschichten, und so wol Fürstliche, als meistensGräfliche und Adeliche Häuser und Geschlechter Teutschlandsanbetrifft, solche, besonders in der andern Ausgaab diesesWercks, sehr wol und stelehrt ausgeführet sind; dergestalt, daßman denen geschickten Männern, welche fich damit bemühet,keinen geringen Danck schuldig ist. Auch sind die meiste Arti-cul, welche in die neuere Geschichten deren heut florirendenReiche und Staaten einlauffen, so dann die Fürstliche, Gräf-liche, und Hochadeliche Häuser und Geschlechter, welche vor-her durch andere absonderlich beschrieben waren, guten theilswol und .nett zusammen gezogen, und haben also bey dieserneuen Auflaag wenig Muhe gegeben. Ein gleiches ist von meh-reren Stucken aus der Geographie oder Länder - und Städte-Beschreibung, auch von mehreren Leben gelehrter und berühm-ter Leuthen, doch vornemlich deren neueren und Teutschen zumelden; wiewolen es bey diesen letstcrn, so wol als bey eini-gen Materien von der vorigen Gattung, dannoch nie an Or-ten gemangelt hat, welche der Vermehrung und Verbesserungbedorfften; wie der geneigte Leser aus Zusammcnhaltung beyder-ley Ausgaaben unschwer wird beurtheilen können.

Was nun also für gute Articul in dem allgemeinen Histori-schen Lexico anzutreffen sind , die schreibet man so billig alsgern den berühmten und gelehrten Männern zu, welche in derVorrede der ersten Leipziger Ausgaab sind genennet worden,und preiset diesesfals, schuldiger Massen, ihre» Fleiß und ae-t * schickte