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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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standen seye. Dann was beym Strabone und Ptolemao voneinem Cafteiio Menapiomm, einem Schloß oder vielmehr Fle-cken der Menapier gedacht wird, das machet darum noch kei-nen Ort des Namens Menapeaus. Und da im übrigen die-ses Volcksehr weilläufftige Granyen gehabt/ wäre es wohl et-was lächerliches, wann man uns jetzt zu Verthadigung derglei-chen Fehlers ohne das geringste Beweißthum oder Zeugnusder Alten behaupten wolte, Caraustus wäre eben in diesemCaftdio oder Flecken gebohren worden.

Eine andere Art von Fehler»/ die ebenfalls viel in der altenGeographie verwirren können, sind in das Teutsche Lexicongebracht worden, weil man die heutige Frantzösische Nahmenverschiedener Völckeren für deren alle Nahmen angesehen, odernur durch Beylegung einer Lateinischen Termination oder Enbi-gungs.Silben/ ohne übrigens die Sach im Grunde zu unter-suchen, zu alten Nahmen hat machen wollen. In Franckreichheißet man, aber durch einen neuen Nahmen, die Einwohnerder Provintz Auvergne, les Auvergtiats, da sie unter den altenRömern Avemi genennet wurden. Gleichwohl müssen sie nunin Latein Avergnates heißen, im Art. Domitius; welchenNahmen ihnen doch zuvor in solcher Sprach niemand gegebenhat, auch gewißlich wenige recht verstehen werden, wo ih-nen nicht etwan zu allem Glück die Frantzösische BenennungAuvergnats in den Sinn kommt.

Um die übrige Kailicifmos von solcher Art, welche uns jetzobeyfallen, kurtz zusammen zu fassen; so wird gar offt in denenältesten Nahmen, die wir gar nicht von den Frantzosen, sondernallein von den Griechen und Römern erlernet haben, nichtdie Aussprach und Schreib-Art dieser letzteren, auch nicht dieEigenschafft und Gewohnheit unserer Teutschen Muttersprach,sondern schlechterdings der Frantzösischen Mund-Art gefolget.Weil zum Er. die Frantzosen das y der Griechen und Lateinerenfast immer in ein 1 verwandeln; so hat man es nach dem Mo-reri und Bayle auch im Teutschen gethan; da doch bisher,wer nicht für ziemlich ungeschickt hat wollen angesehen seyn,dergleichen Schreib-Art mit Fleiß gcmeydet, welche auch inder That zu nichts anders dienet, als die, so in der Erkannt-nuß deren alten Sachen und Geschichten noch nicht recht festsind, irr zu machen, und zu veranlassen, daß sie offt eine Per-son als gedoppelt ansehen, wann sie deren Namen bey anderenund correctcren Scribenten besser geschrieben antreffen.

Auf gleiche Art ist sehr offt mit den Diphthongs je und oeverfahren worden, an deren Platz viel hundertmahl nur einschlechtes E stehet. Nun hat man wohl diese falsche und un-fleißige Art zu schreiben bißher an den Frantzosen erdulten müs-sen , welche sich gleichsam durch langen Besitz in diesem Fehlerfestgesetzet haben. Ader an Fremden, wann die also ein Fcanyö-sisches Buch zusamnst dessen Fehleren nachschreiben wollen, istes nrmmermehr zu vertragen, sonderlich in einem Werck, wel-ches so vielen Wiffeusbegierigen gleichsam zum Grund ihrerHistorischen Studien dienen solle. Bey welchem allem nochdieses das Schlimste ist, daß, wo solcher Fehler in dem Haupt-Wort eines Articuls begangen wird, solcher Artickel dadurchvon seinem rechten und ordentlichen Platz wegkommt, undalso mancher Leser, wann er ihne da vergeblich gesuchet, undvon dem begangenen Fehler nichts milthmaffet, deffelbigenArticuls, ob der auch gleich im Lexico befindlich und sonstengar wohl ausgeführet wäre, gantzlich ermangeln muß.

In der gegenwärtigen Äusgaab hat man alle dergleichenFehler nach Möglichkeit verbesseret, und der falschen Schrcib-Arl immer die rechte und warhaffte oben im Anfang der Art.an die Seite gesetzt. Und da man im übrigen wegen verschie-denen Bedencklichkeiten nicht jedesmahl gantze Artieul, wannselbige wegen dieser verkehrten Schreib - Art am unrechten Ortstunden, hat wollen oder können versetzen, so ist doch die rech-te und genaue Orthographie fleißig angedeutet, auch gemeini-glich an dem Ort, wo der Art. in der That hatte stehen solle»,mit einem Wort bemercket worden, wo man dene nun zu su«chen hatte.

Ein anderer dem Frantzosischen Moreri gleichermaßen abge-borg ter Fehler, welcher aber im Teutschen, da man sich in de-nen alten Nahmen bisher noch immer der reinen Ortographiebeflissen, noch viel mehr zu tadeln ist, als im Frantzdsischen,wo es anjetzo die Eigenschafft der Sprach also mit sich zu brin-gen scheinet, bestehet in denen Endigungen oder Terminationcnder alten Nahmen, als wodurch dieselbige offt ziemlich verän-deret werden, und wenigst dem Leser die rechte Äussprach einesNahmens oder Worts verhalten wird. Aus diese Weise habenwir Egeste, Eryre und Trlle, anstatt Aegesta, Eryr undEntella, im Art. Elymäi, welcher auch,selbst unrecht gesetztist, und Elymi heißen soll; Gangres, für Gangra, Orcho-menes für Orchomcnos, im Art. Aristoclides; Branchides,sür Branchidä, im Art. Branchides, und andre deßgleichen,

m durch alle Blättere des Buchs, so wenigst aus Moreri oderBayle hergehohlet sind.

Noch von anderen Berkchrungen der Nahmen, und darausherflteffenden Geographischen Fehlern, die aber unter keinebesondere Claß zu bringen, sondern jede für sich müsse erzeh-let werden, will man um Bermcydung mehrerer Weilläuffüg-keil lieber schweigen. Nur für ein Muster kan dienen, daß anstatt des Actischen Kriegs, beiii Actiad, wie die Fehde Au-gusii wider Antonium wegen der beym Aearnanischcn Borge-bürg Actium gehaltenen Haupt-Schlacht genennet wird, indenen vorigen Ausgaaben stunde, der Actiasische Krieg ( steheden Art. Boczud.) daß man aus dem Frantzosischen Htldebertciu ManS einen Hlldebertum Mans hat schmieden wollen.siebeden Art. 8. Bernard) an statt es Hildebertus CanomanenstSseyn solte, wie der Mann von seinem Blsthum ist genennet wor-den, da er sonsten auch Hildebertus de Lavardino hiesse.

Will man jetzt von andern und grösser» Fehlern reden, dienur aus unrechtem Verstand des Frantzosischen in die vorher-gehende Teutsche Ausgaaben des Lexici eingestoßen; so sind diegewißlich in sehr grosser Anzahl, und theils so beschaffen, daßsie in der Historie, Geographie, und so ferner einen Leser,welcher die Sachen nicht zum voraus besser verstehet, als sieda erzehlet werden, gar sehr verwirren muffen.

Im Art. Bocharr (das Geschlecht) wird von Fran-iois doBochart, einem sehr ansehnlichen Mann, und der eben da garsonderlich gerühmt worden, gesprochen: er habe sich selbstmersaufft; da es im Frantzösische» stunde: n se noya maiheu-reusement, er wäre unglücklicher weise ertruncken.

,Jm Art. Lourbon (Nikolaus) wird aus Anlaß des be-rühmten Lateinischen Gedichts, welches dieser Mann geschrie-ben unter dem Nahmen Indignatio Valeriana, vermeldet: es wä-re dieses Gedicht wider ein Urtheil des Parisischcn Parlamentsverfertiget worden, darinnen ein gewisses Recht zu Landi,welches die Directores über ihre Schüler hatten, aufgehebtworden. Hier ist zuforderst von einem Druckfehler zu erin-uern, daß es an statt derer Directorum , die Rectores heißensolre. Inder erstenAusgaab hatte man aus den zwey Wor-ten die Rectores, das eintzige Directores gemacht; in der an-dern aber, weilen einmahl der Verstand und die Art der Sprachdas Bey - Wörtlein die erforderte, und die Herren Ubersehereder folgenden zwevten Aufflaag von dem in der ersten began-genen Fehler nichts muthmasscten, wurde solches von neuemfürs Wort Directores, gesetzt, und aus einem vorher qeweßtenDruckfehler, dene ein aufmercksamer Leser noch wohl hattefinden und verbessern können, ein Fehler von anderer Art ge-macht, der so wohl schwärer zu finden, als zu corrigircn ist.Doch ist diß hier das Geringste. Von mehrerer Wichtigkeitkan man achten, daß, wann auch schon dieser erste Fehler ge-hoben ist, man doch aus der Ausdruckung, so da gebrauchtwird, nothwendig glauben muß, Landi seye der Nahmen einesOrts, allwo die Rectores dasjenige Recht über ihre Schüler zubeziehen gehabt, welches durch den Schluß des Parlamentswäre zernichtet worden. Um den geneigten Leser nicht durchdie viele Zweifel aufhalten zu lassen, so er sich selbsten überdiese Schul zu Landi, und was davon abhänget, machenmußte, so dienet kurtz, daß ledroit de Landi der Nahme einersonderbaren Aufflag auf die Studenten der Hohen Schul zuPariß gewesen, welche diese dem Rector jährlich einmahl zubezahlen gehabt, und welches unter dem Vorwand wäre ringe-fuhrt, und eine ziemliche Zeit scharst genug eingetrieben wor-den, daß der Rector die Kösten der grossen Proccssion, wel-che er von Pariß bis gen 8. Denis jeweilen in der Zeit des da«sigen Marckts zu thun hatte, bestreiken müßte. Solche Aufflaag,als den Studirenden allzubeschwärlich, so wohl als die Pro-ceßion, welche zum Vorwande der Aufflaag dienen mußte, wardin der That A. i6og. durch das Parlament aufgehoben. UndNicolas Bourbon, ein hitziger Kopff,. und welcher die Ein«kunfflen der Universität sehr ungern schmälern sahe, hat sich da-durch zu Verfertigung der stachlichten Satyre, von deren in demArt. geredt wird, und die ihn auch ins Gefängnuß befördert,nach seiner besten Freunden Urtheil allzugcschwind verleitenlassen.

Im Art. Brlssac stunde bey Moreri: Briffac für lAubance,pedte ville de France en Anjou ; da düNN Aubance der Namk

eines Flusses ist, welcher sich nicht gar fern von dem StädtlcinBriffac in die Loire ergießet. Aber wie ist dieses in denen zweyvorigen teutschen Ausgaaben vertcutschet worden ; Briffaceine kleine Stadt in der Aubance, in Anjc>u. Wird alsomit zweyen Worten aus einem Fluß, eine Landschafft gemacht.

An einem andern Ort im Art. Varreaur, wo man von demverschrevten Atheisten des Barreaur handelt, wird die gleicheFrantzösische Redens - Art zwar gantz änderst, als im vorher-gehenden Ort, aber nicht minder sehlhafft übersetzt. Dann da eS

hiesse