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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Vorrede.

hiesse: Chälons für Saone, Chälons an dem Saone-Fluß, alsdurch welchen Zusatz man den Ort von einer andern nicht min-der berühmten Frantzöfischen Stadt in Champagne / Chälonsfür Marne, an der Marne (so der Name eines zweyten Flusses)unterscheiden will; scheinet unser Teutsche Übersetzer das Wort-lein für, weiß nicht wie§ für oder genommen zu haben; vielleichtweil er meynte, es wäre vom Lateinischen feu oder live alsoFrantzöfisch gemachet worden. Einmahl gibt er die Worte des

Bayle: Ilferetiraä Chälons für Saone : Er begab sich nachChälons: andere sagen nach Saone. Erzehlet also nichtnur die Sach falsch, und unterlasset die Stadt Chalons , vonwelcher die Rede ist, genau, wie es seyn solte, anzudeuten;sondern machet aus einem sonst so wohl bekannten Fluß, ausder Saone, eine Stadt, dergleichen unter diesem Nahmen ge-wißlich nie keine in der Welt gewesen ist.

Im Art. Brescia wird von der bekanten Italiänischen Stadtdieses Nabmenssolgendesgemeldet: Die Heryoge von May.land waren nach diesem Meister davon, brs die Stadt sichden Venetianern ergab; unter deren Gehorsam sieA. 1509. der Rönig von Franckrcich LudovicusXll. undFranctscus I. An. 1,17. wiederum gebracht, und haben dievenetianer felbiac bisher behalten. Hier wird erstlich durcheinen sehr grossen Fehler gesagt, Ludovicus xn. habe dieStadt Brescia unter der Venetianer Gehorsam gebracht/da doch dieser König ihnen selbige neben fast allen übrigenStädten ihres festen Landes nach der berühmten Schlacht vonAgnadel oder in Giera 6'Adda abgenommen, auch folgends,als die Stadt stch empöret und die Venetianische Truppen wie-derum eingelassen, der tapffre Gaston de Foix dieses KönigSGeneral solche innerhalb wenig Tagen vermittelst des Schlossses, darinn sich die Frantzösische Besatzung annoch hielte, vonneuem erobert, und aufs härteste gezüchtiget hat. Demnachists auch von Francisco I. gar unrichtig geredt, wann mandurch gleiche Redens - Art meldet: Er habe eben diese Stadtunter der venetianer Gehorsam gebracht, als wann die-ser Konig da für den Stand Venedig wider andere gefochten hätte:Da er doch dicaemeldte Stadt, nachdeme sie seit der von Lu-dovico xn. geschehenen Einnahm immer in Frantzöfischen Hän-den geblieben, in dem A. 1517. mit der Republie getroffenenVergleich deren wiederum abgetretten hat. Wer wolte glau-ben , daß man in diese so nahmhaffte Fehler nur darum ge.fallen, weil der Herr Übersetzer die rechte Krafft deren vonMoreri gebrauchten, an sich selbst gar nicht schwären nochzwcydeutigen Worten nicht genug verstanden hat, da jener

geschrieben: Les Ducs de Milan sen rendirent maitres ( c. a.3 . de la Ville de Breife ) jusquä ce que cette Ville fe donnaaux Venitiens, puis au Roi Louis XII , en 1509. & FranqoisI. la remit aux meines Venitiens en 1517. qui en fönt encoreles maitres ?

Im Art. Buchdruckerey, wird der insgemein von denenNiederländern für einen Erfinder dieser edlen Kunst aufge-worffene Harlemer mit schier unerkenntlichcn Nahmen vorgc-stellt, als hatte er nemlich Laurenlius Johann Sacristeyngeheißen: Wodurch dieses Manns eigentlicher und TeutscherName Cüstcr, unter welchem er ja in Teutschland bekannt ge-nug ist, ausgelassen; hingegen aber an dessen Platz die Fran-höfische Uberietzuug des Worts Cüster, Sacristeyn, herge-setzet; ohne daß allem Ansehen nach, der Verfasser des Arti-culs selbst gewußt, daß es nur eine Frantzösische Übersetzung seye,die er seinen Lands - Leuthen an statt des wahren TeutschenNahmens verkauffte.

Im Art. Breaute, da von dem berühmten Gefecht deren22. Holländischen Soldaten unter Anführung des Breaute ge-gen emer gleichen Anzahl Spanischer Niederländer unfern Hrr-zogenbusch An. 1600, erzehlet wirb, find die Worte des Bayle«n einem gar falschen Verstand genommen worden, wann die-ser schreibt: Der Commendant in Hertzogenbusch habe den inselbigem Gefecht zuletzt gefangenen Breaute umbringen lassen:

parce quil etoit outre de la mort des deux Freres. MüN hat

daraus den Verstand gezogen: Es habe den Commandantender ssod seiner zwey Bruderen, die er in dem Streit ein-gebüßt, so sehr geichmertzet, daß er den Breaute, nach-deme dieser sich schon gefangen gegeben, hatte umbringenlassen. Nun ist ja so wol aus allen Erzehlungen des obge-dachten Gefechts, als aus dem Bayle selbst klar genug, daßdie zween getödtete Bruder, gar nicht Drüder des Comman-danten in Hertzogenbusch, so Grobbendonck hieß, sondernallein unter sich Gebrüdere gewesen, namens Gerhard undAntonmr Abrahams, sonst auch Leckerbetchen zugenahmt/und zwar von sehr geringen Herkommen: So daß Grobben-donck sie nicht wegen einiger Vcrwandtschafft, sondern alleinin Ansehung ihrer Tapfferkeit und geleisteten guten Dienstensehr wehrt geschähet, und sich über ihren Verlust so gar hefftigerbltteret hat. Aber wann gleich der Hr. Übersetzer dieses alles

nicht gewußt, noch für Augen gehabt, so hatten ibue dieFran-tzostsche Worte von der wahren Beschaffenheit der Sach genugerinnern können, da ja' Bayle nicht gesagt: ii etoit outre de

la mort de fes deux Freres ; sondern dela mort des deux Freres,

welche er nemlich im vorhergehenden schon genug beschriebenhatte. Wer nur ein wenig Frantzöfisch verstehet, mag urthei-len, wie viel änderst das letztere klinge als das erste, undwie wenig eines so viel, als das andere bedeuten könne.

Im Art. von Padst Eleutherius werden die Worte: n etoitDiacre dAnicet, übersetzet. Er wäre Diaconus ZU Amcetogewesen. Und in dem Art. von Grindal dem gewesenen Crtz-Bischoffen von Canterbury: 11 fut Chapelain de Ridley. Erwar anfänglich Capellan, ZU Ridley. So daß beydesAnicetus und Ridley zu Städten oder Flecken gemachet wer-den ; da es doch in der That zwey Persohnen waren, AnicetuszwarPabstzu Rom im andern Secuio, und Ridley Bischofszu London m Engelland unter König Eduard» \ 1, welchesletztere so gar in der pten Edition des Moreri, welche manbey der teutschen Ausgaab gebraucht, deutlich wäre gemeldetworden, als da der gantze Ort lautet: 11 fut dabord Chapelain

de Ridley, Evique Protestant de Londres,

An einem andern Ort hingegen wirds umgekehrt, und auseiner Stadt eine Person gemacht. Als im Art. Ceres, woes bey Moreri stunde: Elle vint ä la cour du Roi dEleusis enAttique, heißet es im Teutschen: Sie käme an den Hofdes Rönigs Eleusis in Atica, an statt des Ronigs vonEleusis . ' . . .

Im Art. Constantinus vni, nachdeme Morerl gesagt,dieses Printzen Vatter Bastlius Macedv habe ihne zum Gefahr-ten in der Regierung angenommen, fuget er ferner diese Worte

bey: II y a plusieurs Constitutions, qui portent le nom deces deux Empereurs, Les modernes ne le mettent pourtantpas ordinairement en ce rang, parce quil mourut avant fon Pere.

Wer Frantzöfisch verstehet, stehet deutlich, daß man da nachgethaner Meldung von denen zugleich unter Bastln MacedomSund Constantini vm Nahmen ausgegangenen Constitutronenwiederum zu Constantino vm allein schreite, und von demeanzeigen wolle, wie einige Scridenten ihne nicht unter dieKayfere zu Constantinopel zehleten; weilen, obschondcneseinVatter zum Mitgehülffen in der Regierung ernennet, lelbt-ger gleichwohl noch vor dem Vatter todes verblichen, und alsowenigst uiemahlen für stch und allein regiert habe. Und dochhals der teutsche Übersetzer alles von denen erstgemeldten unterbeyder Kaysern Nahmen ausgegebenen.Satzungen deutenwollen, und bringet den so widrigen und übel zusammenhan-genden Schluß daraus: Die heurige Gelehrte wollen dieangedeutete Gesärze darum nicht für obiger Rayser Gelageerkennen, weil der Sohn noch vor dem vatter gestor-ben wäre. Gleich, als wann die von zweyen Perjöhuen,welche einmahl eine gewisse Zeitlang unstreitig miteinander ge-herrschet, errichtete Gesetze und Ordnungen nicht mehr geltenmüßten, wann die einte, wie es fast immer geschehen muß,vor der andern mit Tode abgehet. _ , _

Im Art. Coron, so eine Stadt in Morea, setzet Moreri;man hätte selbiger bey ihrem ersten Anfang den Nahmen Co-rone gegeben, weil man bey Grabung des Fundaments unsCorneille d'airain gefunden. Der Hr. Übersetzer muß hierdas Wort Corneille für ein dimmutivum oder Verkleinerungs-Wort vom Lateinischen Corona, und dieses ohne Zweiffel wegender Gleichheit dieses Worts mit dem Nahmen der Stadt selb-sten Coronr, angesehen haben. Einmahl vertiret er getrost:Man hatte da eine kleine eherne Rron gefunden; da tMGegentheil das Frantzösische Corneille , so wohl als dasGriechische eine Rrähe bedeutet; von welchem Vogelauch die gemetdte Stadt in der That ihren Nahmen em-pfangen hat. v m . v, « · x.

Im Art. Coulour werden die Worte des Moren «ochwunderlicher verdrehet: Mirgimola Ministre dEtat dAurcng-zeb grand Mogol de Finde : Mirgimola , des grossenMogols in Indien , Staats - Minister von Aurengzeb.Wer solte gemeynt habm, daß ein Übersetzer, der sich zu der-gleichen Arbeit brauchen lassen, den so bekannten Indianische»Monarchen Aurengzed nicht kennen, und deswegen, wie hiergeschiehet, in eine Stadt oder Provintz verwandeln wurde.

Im Art. Baillou stehets bey Moreri, weilen stch dieserMann im disputiren sehr fertig erwiesen, und da jeweilen ausseine Gegnere scharff angegangen seye, hatte man ihne!e fleau des Bacheliers genennet. Dieses hat man verteutschet,die Blume der Baccalaureen, da es derselbigen Geißelheissen solte. Wobey im übrigen zu erinnern ist,, daß dieserFehler durch ein zufälliges Versehen in gegenwärtiger Aus-gaab verblieben, und also von dem geneigten Leser beyDurchblätterung dieser Vorrede mit der Feder muß geändertwerden. _

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