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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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sie durch den auslauffdes Bieler-stes vermehrt wird. Da wen-det sie sich gegen osten, benetzet die stadt-mauren zu Solothurn ,und verschlinget unterhalb die von Burgdorff herab kommendeEmmat , setzet alsdann ihren strengen lauff fort, Wangen undArwangen vorbey auf Arburg zu, allwo die Wlgger aus demLucerner - gebieth zurinnet. Von dar kehret sie den lauf wiedergegen norden, Ölten vorbey gen Arau, zieht unterhalb die Surund den auslauffdes Hallweyler-sees an sich , geht also fort aufBruck, und nachdein sie erstlich die Ruß, und hernach die Lunatzu sich in ihren runß gefasset, ermesset sie sich mit grossem ström,Klingnaw vorbey, bey dem dorf Coblentz gegen Waldshut hin-über, in den Rhein , welcher von diesem zu,atz fast aufgeschwol-len Lauffenburg zurauschet. Ihr lauff vom Ursprung an, ist rnder länge 20. Teutsche Meilen. Der brücken über diesen fluß sindin allem 29. deren merckivürdigste örtcr sind 1. Thun , 2. Bern ,in der Enge hinter Bern . 4.Arbcrg. 3. Buren. 6 . Solothurn .7. Wangen . 8. Arwangen, 9. Ölten. ic-.Arau . n.Bruck. Die-se Aar führet gold-sand mit sich, welches die land-leuthe waschenund das gold darvon absondern, so nach Haffners (a) zeugnissehr gilt und fein ist. Es ist hiervon weitläufiger zu lesen beyJoh. Jacob Schcuchzer, M. Dr. von Zürich , (b) Ferner ist einfluß, die Aar genannt, in Hessen , so bey Dudinckhausen vorbeygehet, und alsdenn in die Eber fällt. Ingleichen einer, so inder Eiffel entspringet, Altenaer , Arwerlcr, rc. vorbey flicsset,und sich oberhalb Bonn bey Sintzig in den Rhein ergießt.

Stumpf, cliron. Zeileri topogr. (a) T'heatr. Solodur. P. II. pag.320. (b) Nat. Gcsch. P. 11 . pag. 21. scqq. *

* Aar / Ahx, tat. Adrinca oder Obringa , ist ein fluß, wel-cher in der Eiffel entspringet, und im Stift Cöln sich bey Sinsischüber Bonn in den Rhein ergiesset. Zvieri topograph. Colon.Der fluß Abrinca soll vor alters die grentzscheidung von Ger-mania prima & secunda gemacht haben. Cellar. 0 . A. Cluver.Germ.

Aarack, eine stadt in Perfien, in der provintz Hyrcanien.

Aarasso, eine kleine stadt in Klein - Asien , in der provintzPisidien.

Aarau , siehe Arau .

Aarberg , siehe Arberg .

Aarburg , siehe Arburg.

Aaron war der erste Hohepriester des polcks GOttcs aus demstamm Levi, der erstgebohrne söhn Amrams und der Josabeth,gebobren A. M. 2370. V. c. 6. 1614. ein bruder der Mirjam und des Mosis, vor welchen er wegen seiner beredsamkeit beydem König Pharao in Egypten das Wort führen muste. Als ervon GOtt selbst A. AI. 2434. V. C. G. 1330. zum Hohenpriestererwehlt worden, fiel das feuer vom Himmel, und verzehrte dievpfer. Da Moses viel tage bey GOtt aufdem berge Sinai blieb,machte Aaron dem volck Israel, au/dessen begehren, ein gülde-nes kalb, wodurch es sich mit abgotterey vermndigte. Aaron hatte 4. söhne, Nadab , Ädihu, Eleasar und Ithamar, davonaber die r. ersten, als sie fremdes feuer in ihren gefässen vor denHErrn brachten, von dem feuer verzehret wurden, daß sie plötz-lich in der stists-hütte stürben. Bald nach diesem empörten sichKöre, Dathan und Abiram mit 230. der vornehmsten Israeliten,wider Moscn und Aaron , und wollten an dem regiment über dasvolck, und an dem Hohenpriesterthum theil haben. Es thäte aberdie erde ihren mund auf, und verschlunge diese drey aufrühretlebendig mit aller ihrer haabe; auch fiel das feuer vom Himmel,und verzehrte die rotte ihrer anhänger 230. mann, welche räuch-werck geopfert hatten. Nichts desto weniger murrete des anderntages das gantze volck wider Messen, worüber aber der grün des

§ Errn entbrannte, und ein gehlinq verderben unter sie schickte.

s würden auch die Israeliten von GOtt noch viel härter gestraftworden seyn, wenn Nicht Aaton mit dem räuchwerck hinzu geei-let, und das volck versöhnet hätte. Es wurde also der plage gc-wehret, derer aber, so umkommen, waren 14700. Hierauf for-derte GOtt, um aufAaron das Pricsterthum zu bestätigen, daßein ieder stamm einen stecken in die stists-hütte legen, und seinennahmen daraufzeichnen sollte; wessen stecken nun grünen wür-de, der sollte zum Hohenpriester erwchlet seyn. Solches wider-ftihr dem stecken Aarons, welcher, da er vorher gantz dürre war,über nacht zu grünen anfienq, blüthcn hervor brachte, undMandeln trug.. Endlich starb Aaron aufdem berge Hör, alser 123. jähr alt war, am ersten tage des monats Ab, A. AI. 2492.V. C. G. 1492. Exod. c. 3. Levit. c. 9. Numer. c. 16. Jofiphiantiq. üb. II. Sultan & Torniel. in annal .

Zu anfange des XVII.feculi hat ein gewisserGelehrter,nahmensMoncaus, den Aaron wegen seines güldenen kalbes vertheidi-gen, und in seinem Aarone purgato behaupten wollen, Aaron ha-be in willens gehabt, einen cherubim zu machen, den hernachdie Israeliten, wider seine mcynung, angedetcr hatten. Alleines hat ihn nicht nur Visorius, ein Cancnicus zu Amiens undDoctor der Sorbonne, in einem besondern tractat: DestructioPseudo Cherubi Moncsi an. 1609. gründlich widerleget, son-dern es hat auch die Inquisition zu Rom seine schrift verdammet,wie ihm solches der Jesuite Cornelius k Rapide vorher gesagthatte.« Andre meynen, die fnrcht, daß ihn das volck todtenmöchte, habe tiefen heiligen mann zu dieser fünde verleitet, undmanche halten davor, daß er eben deswegen die ohrringe desfrauenzimmers zu dem guß des güldenen kalbes gefordert'habe,damit sie aussiebe zu ihrem besten putze, die gantze fache un-

terlassen mochten; wiewvl dieses alles, ausser dem, daß es ansich selbst ungewiß ist, noch nicht zureichet, diesen fehltritt zuentschuldigen. Bayle.

Aaron / von den Arabern Haroun al Raschid , wie auchEmir Almumenin , ein Fürst der gläubigen, von den Christlichen stribenten auch Aaron Amiras genannt, war der fünfte Califeaus dem hause der Abaßiden, ein söhn des Mahadi, und bruderdes Alhadi, welchem er A. C. 783. oder 786. in der regierungfolgte. Er machte sich meister von Asien , Syrien und Egyptenbis an Indien , und zwang die Griechischen Kayser ihm tributzu geben. Er hab 8. öffentlichen seid - schlachten beygewohnt ,und allemal den sieg davon getragen. Als er von den thatenCaroli AI. gehöret, hielte er selbige so hoch, daß er an. 802. eineGesandtschafft an ihn abfertigte, und chm trefliche präsente schick-te, darunter sonderlich ein wohl abgerichteter und ausgeputzterelephant, desgleichen ein uhrwerck von sonderbarer erfindung,viele seiden-zeug, und endlich die gebeine verschiedener Märtcrer,als Cyvriani, Lrperati, Pantaleonis, rc. sich befunden. Als auchCarl der Grosse kostbare geschencke an das heilige grab in Ieru,salem durch Gesandten verehrte, hat ihme Aaron dieses nichtal,'lein verstattet, sondern auch die ober - herrschafft der heil. örterangeboten. Er brach mit der Kayserin Irene, der er einengrosser» tribut abforderte, als seinen vorfahren zugestanden war,doch muste er sich endlich mit dem ordentlichen tribut vergnügen,und bedacht seyn, die unter den Mahometanern entstandene par-teyen des Äbubequers und Ali zu vergleichen. Der GriechischeKayser Nicephorus ließ sich gelüsten, nebst seinen söhn Stauraciodie Saracenen zu bekriegen; ward aber von dem Aaron, derihm mit 300000. mann entgegenkam, dergestalt empfangen,daß er den frieden von ihm erkauffen, und einen jährlichen tri-but von 30000. ducaten zahlen muste. Im übrigen war dieserAaron ein liebhaber guter künste, und ein freund der GelehrtemEr starb 8°6. oder 807. im 47. jähre seines alters , und zertheiltesein mächtiges Reich unter seine 3. söhne. Dem ältern, Amin ,gab er die würde eines Califen, und dabey Bagbat nebst Chal-däa oder Babylonien , gantz Arabien, Mesopotamien , Assyrien ,Meden, Syrien , Palästina, Egyptm und gantz Africa, bis andie äusserste grentze gegen abend. Der andre söhn, Mamon,bekam Persien , Kerman , Indien , Khorassan, Tabarestan, Zabulund Cabul, nebst Mavaralnahar, oder dem lande jenseit dessiusses Oxus . Der dritte söhn, Motassan, war in der theilungfast vergessen worden, erhielt aber dennoch Armenien , Natolien,Georgien,Circaßien , und alles, was dicCälifen um das Schwär«tze Meer befassen. Paul. jD/ct,Y>.lib.XXlV. Eginhard in Caiolo AI.Sigebert. chron. Agobard .. Lugdun. Ado in Aiartyrol. Fascis.Temp. inT. 2. Script. aPist. edit. Annal. Fuld. Theophanes lib.XX 11 L Eimacin. hist. Sarac. Abul Faraji hist. Orient. Baron.annal. Bizari hist. Persic. üb. VI. Herbelot , bibl.

Aaron , oder Ahron, ein Priester von Alerandrien, welcherim VU. feculo, zu zeiten Kaysers Heraclii, gelebet, und in Syri-scher spräche ein groß medicinisch buch unter dem titel Renaschoder Renaschah geschrieben, so er in 30. tractate eingetheilet,welche Secgius mit 2. andern vermehret hat. Nachgehcnds hates ein Jüdischer Artzt, Massergiuhe, in das Arabische über,setzet. Pocock. in nötis ad Abul Faraji. Herbelot , bibl.

Aaron Den-Ässer/ oder wie sein völliger nähme ist, R.Aaron Bar Mosts / von dem stamm Ässer, ein berühmter«de, welcher unter die gelehrten Critieos dieses volcks mit gezehictwird, und mit einem andern Iüden, Most Ben David, aus demstamm Naphthali, von den Puncten und accenten der heiligenSchrift disputiret hat; dahcro sie einige vor die erfinder der pun-ctorum in der Hebräischen sprach doch fälschlich gehalten. Siehaben beyde um das jähr 1034, gelebet; wiewvl andere ohnegründ sie in das fünfte feculum setzen. Es wird dieser Aaronvon etlichen Tiberiensis genennet , entweder weil er Ilector Aca-demia: zu Tibcrias gewesen , oder weil seine leölione8 von denGelehrten zu Tibcrias, und folglich von den synagogen in demRöm. Reiche angenommen worden. Die Üillenstonen dieserzwey Rabbinen finden sich zu end der Rabdinischen Biblen. Lalil.

&Venet. Edit. R.Gedalüt schalschel. hakkab. Capellus , in arca-no punctat. Lemden. de punctis. Buxtorfs, de punctis. Gern*brard. chron. ad an. 476. Serraritu, <Se Räbbin. lib. I. Bartoloe *cwt , biblioth. tom. I.

Aaron Sen-Ioseph, ein Caraitischer Rabbi , sonsten auchAaron Harischon, oder der erste genasit, war von vrofeßion einartzt, und lebte zu end des XIII. feculi zu Constantinopcl. DieCaraiten halten sehr viel von ihm, und nennen ihn den verwun-derlich weisen, heiligen rc. Er hat unterschiedliches geschrieben,so aber noch nicht in druck heraus gekommen: als ein Gommen-tarium über die V. Bücher Mosis, von ihm Mubchar genannt;und an. Chr. 1294. ausgefertiget: daraus I. L. Frey einige ex.cerpta mit Lateinischer Übersetzung, notcn und beschreib»»« die-ses wercks, m Amsterdam an. 1703. heraus gegeben hat. Gom-mentar. in Psalmos , in der Leidischen Biblrothec befindlich:Commentar. über den Job: it. über die ersten Propheten rc. einHebräische Grammatick, Kelilat Iophi genannt, das einige gan-tze werck, welches bisher im druck erschienen, ncmlich zu Constan»tinopel 1381. in 8. Diesem werden fälschlich andere wcrck zu-geschrieben, welche einem andern zugehörig sind, ncmlich. *Aaron Ben Ella, welcher auch ein Caraitischcr Rabbinergewesen, und zum unterscheid Aaron Haacharon, oder derletztere gchcissen wird. War gebürtig von Nicomedia, oder wie

Cata-