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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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ansehnliche buchet geschrieben. Das erste ist ein geographischwcrck, sehr hoch ästimiret, davon ein stuck Joh. Gravius un-ter dem titul: Lborasmien & Mawaralnahre , h. e. regionutnextra fluvium Oxum descriptio, ex tabulis Abelphedae Princi-pis Hamse, zu Londm an. Arabisch und Lakeimsch herausgegeben.- Dieses buch ist in der Heidelbergischen btbliothec vor-handen gewesen, von dannen es nach Rom gekommen. Postel-lus, der von dem Könige Francisco I. in Frgnckreich zu aufsu-chung curieuser dücher nach Orient geschickt worden, hat dreienautborem mit heraus gebracht, und einen kurtzen begrrff dessel-ben zu Venedig gelassen, welchen Ramusius übersetzt, abernicht publicirt hak; doch ist er der erste gewesen, der dieses buchsMeldung gethan, worauf es von unterschiedenen Gelehrten an-geführt worden. Viel Gelehrte hatten vor, dieses werck gantz' eraus zu geben, als Erpenius und W. Schikardus: ist aber. is jetzund noch nicht geschehen. Das andere ist ein kurtzer aus-zug der universal-historie bis auf seine zeit, und fuhrt den tttul:AI. Mokhtaslkr fi akhbar albasehar, d. i. kUktzev begriff derweit - Händeln. Ein stuck davon, nemlich das leben und ge-schichten Mochammedis des falschen Propheten, hat in Arabi-scher und Lateinischer sprach mit notis heraus gegeben Joh.Gagnier zu Oxford an. 172;. in folio. Dieser gelehrte Fürstward gebohren an. Hegira 672. d. i. an. Christi,127;. aus deradelichen familien der Ajjubiäarum, oder nachkomlmgen Jobs,aus welcher der bekannte Saladin gleichfalls entsprossen; ge-storben an. Heg. 746. d. i. an. Chr. 134s. seines Reichs 5. undalters 72. jähr, nach Gravii bericht. Allein andere authores,als Pocockius, setzen mit mehrern gründen den ansang strnerregierung auf den an. Heg. 71°. d. i. an. Chr. izio.und fer-nen tod aufdas jähr Heg.7z3. du. an.Chr.13 32. so daß fern altersich aufSo.jahr belaussen hatte. Gramm, prast.in Chorasm.Abul-fed. edit. Fond. 1630. VoJJim, de scient. math. c. 43. fintier,in epit. bibl. Habdot. Bayle . Prideaux Lif. of Machom. Poe ti-cke specim. p. ;6;. Jannahm. *

* Abel-Sittim, ein gefilde ün lande Moab, war der ort,wo die kinder Israel ihre zwey und vierzigste lager-statt hielten,Piunu xxxin. 49. Sie verfielen daselbst in die abgorterey mitdem Baal - Peor, und musten auch GOttcs strafe empfinden,cap. XXV. I - 5. Von hier sendete Iosua einige leuthe, wel-che von K stadt Jericho Nachricht einholen musten. Jos. II. 1.

* Abelus, (Michael) hat an. 158°. gelebet, und an. 1594.einige bücher von Larminibus und Elegien heraus gegeben.Kanig , biblioth. vet. & nov.

* Abemeric, König von Spazin in Arabien, trüge sonder-bare sorg fürIsak, den söhn Monobazi und der Helena, auf-erzoge ihn und gab ihm seine tochter Samachva zur ehe, samteiner schönen provintz zum braut - schätz. Joseph, antiq. lib.XX. c. 2.

* Abenabeth, König zu Sevilla , hatte zur gemahlin Al-phonsi VI. Königs zu Leon und Castilien , fchwester. Er steüetesich gegen seinem schwager, als ob er ein Christe werden wollte,wodurch er verursachte, daß Alphonsus die herüberkunft undstreiferey derer Almoravidm aus Africa , welche ums jähr 1090,geschahe, nicht verwehrete.

Aben-boen, das ist, ein stein des daumens; alio wurdevon den kindern Israel die greifte zwischen Rüben und Iuda ge-nennet. Noch heutiges tages ist es ein grosser marmorstein, inform eines backofens, auf dem grossen weae, so gegen den flußAdonis in Phönicien gehet, gegen morgen liegend. Hierm. delocis Hebr. Mafiw , inlibr. Jud. c. 5. Breitenbacbs reistb. c. 6 .

* )lben-Lhamot, ein Arabischer kriegs-held und Commen-dant eines orts in Mauritanien, thäte sich in dem XVI. feculosehr oft, insonderheit wider die Portugiesen, durch seine tapf-ftrkeit hervor. Als auf eine zeit Ntigno Fernand d'Atoya einPortugiesischer Oberster den ort, in welchem Aden - Chamotcommandirte, geplündert hatte, und eine von Aben-Chamotsweibern gefangen wegführete, samlete dieser tapfere Maur ineyl einige mannschafft, verfolgte die Portugiesen, griffe sie vonzeit zu zeit an, und tröstete fein gefangenes weib mit dem ver-brechen , er wollte sie noch aus der feinden Händen befreyen.Toto, so hiesse das gefangene weibs - bild, begehrte von denenoldatcn, welche sie bewacheten, daß sie ihro nur möchten er-lauben , mit ihrem mann zu reden. Als sie dieses erhalten,sprach sie zu ihme: Du rühmest dich deiner tapferkeit so sehr,gedencke dann auch an das, so du mir versprochen hast, da dumir deine liebe zusagtest; befreye mich oder sterbe für mich,und ich will dir nachfolgen; allein der unterscheid ist groß zwi-schen versprechen und halten. Aben - Chamot antwortete, erhabe niemalen nichts versprochen, das er nicht gehalten habe,und setzte er hinzu, ich werde mich nicht ändern, es ist nochgute tages-zeit, der sieg ist in GOttes Hand, und die tapferkeitin diesem arm. Zoto, als sie dieses angehöret, nähme eineHandvoll staub , warf ihn in die luft und sprach zu ihme:alles, was du mir sagst, ist nur wind, und Zoto ist für dichvcrlohren. Aben-Chamot zöge hierauf seinen schuh aus, warftdenselben seinem weib als ein Pfand zu, und kehrete zu dm sei-nigen zurück. Er wüste sie durch verschiedene Vorstellungen ineine solche hitz zu bringen, daß sie samt ihme auf die feinde los-aicngen, und selbige mit einer rechten wüth anfielen. Nugnohatte wegen grosser hitz seinen ring - kragen abgelegt, und daAbcn-Chamot solches in acht genommen, warf er ihm stinen

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wurff-spieß auf die brüst, daß er todt zu boden siel. Die Por-tugiesen brachten alsbald den leichnam ihres Generalen in sicher-hett, und stritten unter einander, wer ihme nun in dem com-mando nachfolgen sollte. Aben-Chamot solches merckende, mach-te sich diesen umstand zu nutz, fiele aus fie, tödtete ihre bestenleuthe, erlösete also seine geliebte Toto, und machte noch vielegefangene. Diese that verursachete aller orten ein grosses auf-sehen , und wäre ursach, daß noch einige merckwürdige siege überdie Portugiesen in denen folgenden jähren erhalten wurden.Endlich aber ward der tapfere Aben-Chamot von den Maurenvon Fez mit einem wurff-pfeil getödtet., Sein leichnam wardseiner gemahlin gebracht, welche vor betrubnis und Hunger balddarauf starb, und zu ihme in das grab gelegt ward. Der toddieses Helden begab sich im jähr Christi 15 24. und 931. der Hegi­ ra . Diego Torrez , nist. des Cherifs, chap. 20. 21. UNd 31.

* Abendana, (Jacob) ein berühmter Rabdi und Arebi-synagog. zu Londen , welcher an. 1683. gestorben ist, hat überdes Rab. Salomonis ben Melech Michial Iophi commentieret.Becmanni notit. Acad. Francofurt.

* Aden - SEI - Hach, ein Araber von Damascus, welchenseine landes - leuthe die Araber auf den Königlichen chron vonCordua erhuben, nachdeme sie sich wider Alcataran den recht-mäßigen König aufgelehnet hatten. Er schlüge die söhne sei-nes vorfahrn, welche von Narbonne kamen, ihres vatters todzu rächen. Aben-El-Hach starb von empfangenem gift in demXIV. feculo , nach einer regierung von 6. monaten. Maxmol.üb. II. c. 14.

Aben-Ezer, siehe Eben-Ezer.

Aden sEzra, sonst Rabbi Abraham Hen Meir AbenEzra genannt, ein berühmter Rabbi, gebürtig von Toledo .Er war ein vortrefficher Pbilofbpbns , Medicus , Poet, Gram.maticus , Cabalist und ausleget der H. Schrift. Insonderheitwar er in der Astronomie so wohl erfahren, daß ihm einige dietheilung des scbematrs des Himmels durch den JEqnatorem in12. gleiche theile, beylegen; welche nachgehends von den bestenAstronomis beyfall gehabt. Über dieses war er vieler sprachenkundig, und vornemlich der Hebräischen. Er war auch sehrbeflissen, allerhand fachen zu untersuchen, weswegen er fastseine gantze lebcns-zeit mit reisen zugebracht. Nachdem er En-gelland , Franckreich, Italien , Griechenland und viel andereländer durchzogen, starb er auf der insul Rhodus in dem 73.jähre seines alters; in welchem jähr aber nach Christi gedurt istungewiß, weil einige das jähr 1174. andere 1194. andere nochandere jähre setzen. ,Es sind von ihm viele schriften vorhanden,als: Commentarii über alle bücher der H. Schrift; Fiber se-cretorum Legis; Fundamentum timoris; iEnigma super literisquiescentibus ; Puritas linguae; Fiber de luminaribus & die-bus criticis, &c. Er hat auch ein buch de Astrologia judicia-ria aus dem Arabischen ins Hebräische übersetzt, davon der ttr

tul: Initium Sapientfe. Ganz in tzemach David. R. Ghedaliain schalschel-hakkab. f. 41. Sixt. Senens. üb. IV. bibl. S. Gene-brard. ebron. Buxtorf. bibl. Rabbin. Bartolocc. bibl. Rab bin.tom. I. p. 36.

* Abengochel, (Dominicus de) ein gelehrter Richter zuSaragossa , im ansang des XVII. feculi , hat einen Panegyri-cum Civitatis Ctesaraugustanae und andere Declamationes ver-fertiget. Antonim , biblioeb. Hispan.

Aben-Humexa, wurde von den aufrührischen Mohren inSpanien «int Könige in Granada und Cordua aufgeworffen.Er hieß erst Ferdinand de Valor, fiel von dem Christlichen glau-ben ab, und hatte ziemlich gluck in den kriegen, die er mit grossser hertzhafftigkeit führte. Er ward endlich von Diego Agvazil,der in eine seiner weider verliebt war, verräthcrisch hinteraan-gen und aufdessen anstiften erdrosselt. Als er sich also verloh-ren sahe, betheurte er höchlich, daß er als ein Christ sterbe, ge-stalt er dann die Mohren-crone zu keinem andern ende angenom-men hätte, als sich an den Spaniern zu rächen. Dieses geschahean. 1368. UNd 69. Thuan· lib.XFVlII. Turquet, hist.dEsp. liv.XXIX. *

* Aben-Hut, ein gelehrter Maur, und aus denen vornehm-sten des ReichS Granada. Ließ sich vor allen andern angelegenseyn die gesetze zu treiben und zu handhaben, wurde aber an.1234. von einem derer seinigen in dem kriege wider die Christengetvdtct. Marmolim , II. 2g.

* Äben-Iofeph, aus dem geschlecht derer Benimerinen inAfrica , ubcrwund den Mahomet Budobns, und bekam alsodas Königreich Fez und Marocco unter seine gemalt; ja garüber gantz Mauritanien breitete er seinen sieg aus. Er ließ sichMuley Chec, alter König und Herr, und König von Fez nen-nen , welches er zu seiner rcsidcntz erkohre. An. 1273. gieng ermit 17000. zu pferde, und 30000. zu fuß nach Spanien über,von dar er, nachbein er Tarifs und Algazira erobert, nachAfrica wiedcnim zurück kehrete. An. 1283. starb er, nachdemer vorhero noch viele andere kriege mit denen Mohren und Chri-sten geführet, und ernannte seinen söhn Abuzayd zum Nach-folger. Marmolim, 11 . 38.

Aben - Iftnael, König von Granada , machte sich selbstdem Könige in Castilien zinsbar; dessen söhn aber, Mulcy-Abvhacen, brach den frieden, welches die Ursache des Un-terganges der Mohren in Spanien gewesen; dann der Kö-nig Ferdinandns nahm an. 1492. die stadt Granada ein, und

machte