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brardus meynet, daß sie von Josua aus dem lande Canaanvertrieben worden; so aber keinen gründ hat. Livius hält esmit denen, die da vorgeben, es wären die Aborigines ausArcadien gekommen ; und Divnysius Halicarnassäus setzt hin-zu , daß sie diesen nahmen daher haben, weil von ihnen dievölcker in Latio ihren Ursprung herführen. Gewiß ist es , daßdiese Aborigines hernach von ihrem Könige Latino, so sich zudem Aenea geschlagen, Lateiner genennet worden, und hatman in ihrem lande die stadt Rom erbauet. Feßus in v. Abo-rigines. Justin, lib. XLIII. Liv. üb. I. Dion. Halicarn. inant. &c.
* Aborn, ein geringer ort im Hertzogthum Iorck in Nor-thumberland.
* Aborough, ein flecken in der Grasschafft Suffolck inEngelland/welcher zwey Deputierte ins Parlement schicken darf.
* Aborrace, eine stadt in dem Asiatischen Sarmatien, an
dem konto Euxino. Strabo , Georg. XI. 757.
Motetten, siehe Obstriten.
)lbsuna , siehe Abuna.
* 2 lbra, die leibeigene magd der Judith , welcher sie her-nach die angenehme fteyheit fchenckte, als sie ihr bey der ent-hauptung Holofernis treue dienste geleistet. Judith, XVI. 28.
* Abraum, ein Bischoffzu Carra in Mesopotamien , waranfangs ein einsiedler, und pflegte gar selten, auch allezeit ste-hend , und niemals lange zu schlafen. Zuweilen begab er sichals ein kauffmann verkleidet, unter die lcurhe, bloß damit ereinige aus ihnen bekehren möchte: da er denr einstens, als ersich lange an einem orte in einem gemietheten Hause aufgehal-ten , von den einwohnern zu ihrem Vorsteher erwehlet wurde.Darauf bauete er daselbst nicht weit von Einesa eine kirche,und wurde erstlich zum Priester, hernach auch zum Bischoffvon Carra bestellet. Kayser Theodosius ließ ihn einsmals zusich kommen, und that ihm grosse ehre an. Dahero dennsein leichnam, weil er bey dem Kayser an. 390. mit tod abge-gangen , mit grossem gepränae in sein Bißthum gefuhret, undallda begraben wurde. Es ist ihm der 14. febr. heilig.
Abracadabra, oder Abrasadabra, ist ein altes magi-sches Wort, welches auf einem zettel öfters also geschrieben,daß immer ein buchstabe hinten zurück bleibe, bis auf den er-sten buchstaben A, von den abergläubischen leuthen vor dasfieber an dem hals getragen worden. Serenus Sammoni-cus fängt feinen bericht davon also an:
Inicribes chartae, quod dicitur Abracadabra.
Saepius & subter repetes , ied detrahe summam, &c.
Wendelinus, Scaliger, Salmasius und Keuchenius haben sich,den rechten verstand dieses worts zu ergründen, bemühet.
Aracap, oder Abrasar, ein nähme, womit der ertz-ketzerBasilides in dem II. feculo GOtt benennete, vorgebend, daßdieser nähme die zahl und der Ursprung der 365. von GOttausfliessenden lügenden und Vollkommenheiten in sich hielte.Die meisten alt-vätter lesen Abraxas. St. Hieronymus ver-meynt, daß dieses eben so viel gesagt sey , als der nähme Mi-thra, womit die Perser die sonne benenneten, weil diese dasgantze jähr durch 363. umläuffe hält, und so viel tage macht.
Irenaus lib. I. Tertull. de praescript. c. 46. August, de haeres.c. 4. Epiphan , haeres. 24, Baron, ad an. 120. Spond. in epit. &c.
* Abraceo, Generalißimus der armem Artaxerxis, dessenLenophon gedencket. Cyropad. lib. I.
Abradatcs, ein König von Susiane, dessen gemahlin Pan-thca ihn anfrifchte, des Königs Cyri parthey zu nehmen , undals er in der schlacht umgekommen, sich aus dessen todten-cör-per entleibete, uin ihrem gemahl im tode gesellschafft zu leisten.
Xenoph. Cyrop. üb. VI. VII.
* Abradiätus, ein zunähme des berühmten alten MahlersParrhasius , dessen artickul nachzusehen ist.
* Abrahah , wird sonst auch genennet Abu Jacsum zuge-nannt Alaschram, d. i. der eine schmarre über das angestchthat. Er heisset auch etwan Dhu '1 Fil , d. i. der Meisterdes elephanten. Er >vare Fürst von Jemen oder glückseligArabien, unter der regierung Negiaschi des Abißinischen Kay-sers, zur zeit des Abdalmothleb, der des Mahomets groß-vatterwäre. In denr LV. capitel des Alcorans, welches genennetwird Surat Alsil, oder das capitel vom elephanten, wirdhauptsächlich gehandelt von der strafe dieses Fürsten , welcherviele elephanten in seiner armee hatte, als er die stadtMecca belagern wollte. Die gantze geschieht wird folgenderweise von denen auslegern des Alcorans erzehlet. Als Avrahah,welcher Fürst ;ri Sanaa der Haupt-stadt in Jemen wäre, inacht genommen hatte, daß alljährlich zu einer gewissen jahrs-zeil die meisten Araber nach der provintz Hegia; an den grentzendes wüsten Arabiens zogen, um das gevierte Haus, d. i. dentempel zu Mecca zu besuchen, glaubte er, daß er seine unter-thanen von einem so abergläubischen gottesdienst ableiten undihnen hingegen einen andern ort anweisen sollte, welcher ihrensürwitz sowol als ihre andacht erwecken möchte. Er nähmesich alfd für in der stadt Sanaa einen tempel zu bauen, dessenzierrathen und einrichtung den tempel zu Mecca weit übertreffensollte. Dieser tempel war eine prächtige kirche, dann die Abißi-ner bekannten sich zu der Christlichen religion. Abrahah konn-te dennoch ohne gcwalt zu brauchen, nicht zu seinem zweck ge-
Histsr. Lexkrnl. Theil.
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langen, weilen diejenigen Araber, so noch keine Christen wor-den waren, eine sehr grosse neigung zu der abgötterey hatten,und einiger massen in denen steinen des landes um Mecca her-um, jowvl als in denen steinen des tempels sechsten zu Mec-ca die starckung ihres aberglaubens fanden. Da nun die Co-raischiten, welche die aufsicht des tempels hatten, sahen, daßder zulauff und die andacht der völckern sich verringere,und folg-lich ihr nutze, den sie von ihrem amt zogen, abnehme, verschrien-sie nach allen ihren krafften den tempel zu Sanaa , und bedien-ten sich endlich eines schändlichen bctrugs, um die Hochach-tung für denjclben aus dem aemuth der Araber zu vertilgen»» nim sandten sie dahin einen mann aus demgcschlecht Kenaah, welcher, da er die stelle eines bedienten indiesem tempel erlanget hatte, sich des anlaffes eines höhenfe-stes bediente, und anstatt daß man denselben aus eine ausseror-dentliche weise zieren sollte, gieng er des nachts hinein undentheiligte denselben mit vielem unflat. Da er solches began-gen hatte, nährn er die flucht, und unterwegs sagte er allenthal-ben,wie der tempel zu Sanaa wäre entheiliget worden. Als nunAbrahah den gantzen verlauff der fache erfahren hatte, gerie-the er in eine solche wüthe wider die Coraischiten, daßerkurtz-um sich zu rächen, Mecca zu belagern und den tempel nieder-zureissen sich entschlösse. Er zöge also mit seiner armee, de-ren groste macht in denen elephanten bestünde, gegen derprovintz Hegia;; Abrahah wäre selbst an der spitze seiner armee,und ritte auf einem elephanten, der Mahmudi hiesst. Diesesthier war vor andern kennbar wegen seiner grosse und seinerweissen färbe, wie es dann auch dessentwegen der König aller an-dern elephanten genennet ward. So bald die Coraischitenvernommen hatten, daß Abrahah im anzug wäre, und daß er0 entsetzliche thiere wider sie mit sich führe, dergleichen bis da-hin in Arabren nicht waren gesehen worden, verlohren sie alleHoffnung ihre stadt oder land mit eigenen kräfften wider eineolche macht desschutzen zu können. Sie nahmen sich also sürdieladt zu verlassen, und sich >mt ihrer besten haab auf den be-nachbarten berg zu begeben. Als Abrahah keinen widerstandfände, plünderte und verheerte er alles was er unterwegs an-traf,, und da er sich zu der stadt genahet, steckte er das lagerfür die armee aus, er aber wollte in eigener person die lägeder stadt betrachten; kaum aber hatte der elephant, welchen erritte, die stadt-mauren von Mecca erblicket, stehe so wandte ersein Haupt davon ab, kehrte sich mit solcher wüth um und ranngegen dem lager, daß alle übrige elephanten, welche seinemexempel zu folgen gewöhnet waren, ein gleiches thaten, und da-durch die gantze armee in Unordnung brachten. Die Corai-schiten welche sich auf dem berg verschanyet hatten und derfach von weitenr zusahen, konnten sich gar nicht einbilden, wel-ches doch die ursach dieser seltsamen bewegungen der armeedes Abrahah seyn mochte. Sie erblickten aber zugleich einegrosse menge Vogel, die von der feite des meers sich als eine wol-cke erbebten, und einsmals auf die feindliche armee zugeflogenkamen. Diese vögel waren in zween Haussen eingetheilet, de-ren die erstem schwartze federn und grüne fchnäbel, die letz-ter» aber grüne federn und gelbe fchnäbel hatten. Ein jedervogel wäre mit dreyen steinen bewafnet, von welchen er einen indem schnabel und in jeder klaue einen hielte. Man sagt, ein je-der dieser steinen seye bezeichnet gewesen mit dem nähme des-sen , der damit sollte getroffen werden. Diese steine nun fielenalle zugleich, wieder Hagel, auf die Abißiner, welche also aufeinmal erschlagen wurden, den einigen Abrahah ausgenom-men ; dann dieser sollte selbsten die zeitung von einer so grau-samen niederlag in Aethiopien bringen. Er kehrete auch inder that voller erstaunung zurück, um dem Negiaschi sein Un-glück anzukunden. Die göttliche rach-gerechtigkeit aber wollteein merckwürdiges erempel stiften an denen allen, welche unter-nommen hatten, den von Abraham selbsten erbauten tempel zuzerstören, und verfolgete also auch den unseligen Abrahah ;dann einer dieser vögeln folgte ihme aller orten mit seinemstein in dem schnabel. Als nun Abrahah für dem Kayser inAbißinien stunde, und ihme sein unglück erzehlete, fragteihne der Kayser, was für eine gattung vogel dieses gewesen wa-ren. Abrahah zeigte ihme alsdann denjenigen, welcher überseinem Haupt schwebete, und der eben in diesem augenblick sei-nen stein auf ihne fallen liesse, so daß er todt für die füsse deSKayfers fiele. Dieser krieg ward der elephanten-krieg genen-net , und war der ansang der jahr-rechnyng von dem elephan-ten. Dann vor einfnhrung der jahr-rechnung von der Hegira ,welche Omar erdacht hat, hatten die Araber die gewohnheitihre jähre von dem letzten geführten krieg an zu zehlen. Danun Mahomet, in dein jähr des elephanten-kriegs gebohrenworden, so hat er in seinem Alcoran auch davon geredt indem GV. capitel. Prideaux, vie de Mahomet. D’ HerbelokEnglischer Baste.
.Abraham , das ist, ein Oatter der Haussen , oder vielervölcker , einer der alten Patriarchen , des Tarah söhn, zuvorenannk Abram, das ist, ein herrlicher Oatter. Er war nacher sündfluth an. 292. a. M. 1948. A. C. 2036. im 70. jähr desalters seines vatters Tharä, zu Ur in Chaldäa gebohren, wardvon GOtt das erste mal beruffen aus feinem vatterlande zu ge-hen, im 70. jähr seines alters, A. M. 20x7. A. C. 1967. und zumandern mal in Mesopotamien , A. M. 2022. A. C. 1962. Daer denn in das land Canaan zog, und von dar das jähr draufwegen der theurung in Egypten reisete z bald aber wieder zurück
D a kam;