Buch 
Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
JPEG-Download
 

42 abu

nichts gewisses bekannt. Er schrieb Lompendinm Grammati-cs Arabicte ; Speculum Hebraicum, und Historiam Coptorum,welche zu Oxford an. 1678. gedruckt worden. I. H. ä Seelenhat sie an. 17;;. zu Lübeck in 8. mit einigen noten wieder auf-gelegt. Kanig, bibl. &c.

* 2 lbu-Daud Soliman Ben Ocbach, ist ein Araber,welcher die schriften Euclidis erkläret und ausgeleget hat. D'Her-

belot, biblioth. Orient.

)lbudhaher, war das Haupt der Karmatier, einer stete inArabien, die sich um das 278. jähr der Hegira erhoben, undden Mahometanern alles gebrannte hertzeleid angethan. Abud-hahcr verwüstete und entheiligte Mecha um das 517. jähr derHegira . Seine leuthe beraubten die pilgrim, und schlugen ih-rer 1700. in der Caaba , das ist , ihrem heiligen bäthaufe,todt , nahmen den schwachen stein weg, der aus dem para-dis fpll gekommen seyn, rissen die thüre des tempels nie-der , und wurffcn die todten cörper in den heiligen brunnenZanzam. Abudhahcr führte sein pferd an die Caaba , und ließes so lange da stehen, bis es seinen mist falten ließ, und lachtedabey die Mahometaner aus, daß sie diesen ort vor ein Gottes-haus hielten; da doch GOtt ihn längst mit donner und blitzwürde zerschmettert haben, wenn ihm diese stätte was angienge.Als nach dieser Verwüstung die pilgrim nichts desto weniger ihreandacht fortsetzten, schickten ihnen die Karmatier nach 22. jäh-ren den stein wieder, spotteten aber nach einiger zeit ihrer aufsneue , und wollten ste bereden, daß sie ihnen nicht den rechtensteiir geschickt hätten: allein die Muselmänner machten in Gegen-wart der Karmatier die probe, und siehe da! sagen die Turcken,da schwamm der stein vor aller äugen auf dem Wasser. Alsohaben diese blinden leuthe ihre legenden und wunder, und auchihre versolgungen gehabt. Baye. *

* Abudius Auso, war zu Rom iEdilis gewesen, auch einerlegion vorgestanden, wurde aber aus Rom verwiesen, weil erdem Lentulo Getulico nachgestellet, da dieser den söhn des Se-jani zu seinem eidam ausersthen. Dieses geschahe in dem jähr,als Paulus Fabius und L. Viteüius Bürgermeister waren, A. V.786. nach Christi gebart an. 34. Tatitw , annal. VI. 30.

* Mu-Fadhi Gtafar, ein söhn des Califs Moctavi, wäreein grosser stcrnfther. Man sagt von ihm, er habe dem Bouidi-schen Sultan Adhaddeddulat viele dinge, so sich in der that her-nach zugetragen hätten , vorher aus dein gestirn gewcissaget.

DHerbelot , biblioth. Orient.

* Abu-Farusum, ein Arabischer Poet im X. feculo , wel-cher von der gedult geschrieben. Universal - Lexicon.

Abugana, eine landschafft in dem Königreiche Angola , demKayser m Abißinien zugehörig. Plan sagt, daß unterschiedeneArchen da seyn, und unter andern ein berühmter Chriftcn-tem-pel. Sanut. lib. XI.

* Jbuftehel, einer der grösten feinden Mahomets und seinerlehre. In dem capitel des Alcorans, welches den titul Anaamführet, wird GOtt also redend eingeführet: Ich will lebendigmachen, Vene der gestorben ist. Die auslegere sagen, esscye dieses aus anlas zweyer abgöttischer Araber geschriebenworden, deren einer Abugehel, der andere Omar gehcissen habe.Sie sagen, es habe Mahomet , als er einsmals diese beyde bey-sammen gesehen, GOtt gebeten, er möchte doch einen von ihnendurch seilte gnade zu des Mahomets lehre bekehren. Omarnähme diese lehre an, und Abugehel bliebe ungläubig; dereinte ward lebendig genracht, der andere bliebe todt. Joseph,ein söhn Abdelbcr, schreibet in seinem buch Hegiat-al-Megiales,daß als Mahomet aus eine zeit in dem trauin sich in dem para-dis befunden hätte, und allda einen eimer gesehen, mit deinewasser aus denen brunnen geschöpfct wird, habe er gefragt,weine dieses zugehöre 1 und feye ihm geantwortet worden: deinAbugehel. Hierüber nun stye Mahoinet gantz erstaunt in dieseWorte mlsgebrochen: was hat Abugehel mit dem paradisgemein, da er doch niemal in dasselbe eingehen solle.Einige zeit hernach geschahe es, daß Acramas, der söhn Abugehel,die lehre Mahomets annähme, worüber dieser falsche Prophet sichsehr erfreuete, und die bedeutung seines traums erkannte. DannAbugehel wäre gleichsam der eimer, durch welchen sein söhnaus dem tieffen brunn des Unglaubens ist heraus gezogen wor-den , da er selbst in demselbiqcn liegen bliebe. Die Mahometa-ner bezeugen ihren Widerwillen in ansehung des Abugchel auchdadurch , daß sie die colloquinte des Abugehel kürbis nennen.

jyHerbelot, biblioth. Orient.

* Mu-Giafar al-Haddad und Abu-Giafar al-Soppar,zwey grosse Arabische Mystici , deren einer ein schloffer, der an-dere aber ein kup/erschmied wäre. Der berühmte Gioneid wäredes erstern lchrjünger. DHerbelot , biblioth. Orient.

* Abu-(Hiafar al Nahas, eil, Arabischer scribent , der eineausleguna über die Moallacat geschrieben hat. Die einwohnerder stadt Älcair in Egyptcn sturtzten ihne in den Nil-fluß im jährder Hegira 338. DHerbelot, biblioth. Orient.

*Abu Haian, oder Ebn Haian, wird sonsten auch genanntAthirreddin Mohamined Ben Joseph al Andalusi, und wäre einArabischer Lehrer, so aus Spanien gebürtig. Er hat verschie-denes über die Arabische graininatick geschrieben, und auch inansehung der Tartanschcn spräche gearbeitet. Er griffe auch dieMahometanischgn Sophis oder Mönchen seiner zeit an, und

abu

schriebe ein herbes straf-getichte wider sie. Er starb im jähr derHegira 74z. DHerbelot, biblioth. Orient.

* Abuhama, eine insul in der prvvintz Gareta, im König-reich Fez. Marmoliw,

* Abu Hanifah . Siehe droben unter Abau Hanifah.

* Abu-Hafchem, zuaenannt Sophi, d. i. der Mönch, hatdiesen zunahmen durch fern abgesondertes leben erlanget, undwäre übrigens ein Arabischer Lehrer. Man sagt von ihme, erhabe seinen lehrjüngern öfters gepflegt zu sagen, es seye leichtereinen berg mit einer nadel-spitze zu bewegen, als den Hochmuthund die eigen-liebe aus dem menschlichen hertzen zu vertreiben.

* Abu-Hatem, zugenannt Al-Assam, d. i. der taube, odergehörlose, wäre unter den Mahometanern ein wegen seinerfrommkeit und gelehrtheit berühmter Lehrer. Die stadt Balckein Korafan wäre seine geburts-stadt, allwo er auch im jähr derHegira 237. gestorben. Er hatte ein so schamhafftes >veib, daß sieniemals ohne zu erröthen redete. Um sie von dieser gewohnheitzu befreycn, stellete er sich, als hätte er das gehör verlohren, dadann sein weid alles, was sie sagen wollte, mit lauter stimme undsehr oft wiederholen muste. Er erlangte zwar seinen zivcck, aberder zunähme des tauben bliebe ihm. Er wäre blut-arm, undals einer seiner freunden ihne einsmals befragte, woraus er sichdoch erhalte, antwortete er, es seyen ja der Himmel und die er-de die grossen vorraths-häujer der Göttlichen fürsehung, zugleichaber seye es ein grosses unglück, daß die menschen dieses grossegeheimnis nicht begriffen, noch durch hertzliches vertrauen ihrezuflucht dahin nähmen. DHerbelot, biblioth. Orient.

* Muhinan, eine stadt in Biledulgerid in Africa , oder bestser ein mit etlichen Häusern umgebenes schloß an dem fluß Gchir,zwey taareisen von der prvvintz Segelmessa gelegen. Sanutsagt, es liege in dieser prvvintz selbsten. Seine einwohner sindarme Araber, welche aus Mangel weitzens und gersten, sich mitdatteln und deme, so sie auf ihren greutzen ctwan rauben können,ernähren. De la Croix, bist. dAfrique , tom. II. ;

Abu Iaafar, Ebn Cophail, welchen andere Abu Beernennen, weil die Araber gemeiniglich eine person von dem nah-men des ältesten, zuweilen aber eines jüngern sohns pflegen zutituliren, war ein berühmter Arabischer Ph'iloibphus und Medi-en s , im XII. sieculo , gebürtig aus Scvilicn in Spanien , bestsen adeliche alt - vätter aus Syrien dahin kommen. Er legteden Aristotelem aus, und hatte unter seinen zuhörern den Aver-roem und Maimonidem. Sonderlich ist er berühmt wordendurch seine Historie von Hai Ebn Jocdan, einem sinnreichen undgelehrten philosophischen Roman, darinnen dieser author unterder fabel eines aller nienschltchen conservadon beraubten, undaus eigenem nachsinnen und oblervationen allerhand wissen-schafftcn, als die Anatomie, Metaphysic , Astronomie rc. er-findenden menschen vorstellet, wie die menschliche Vernunft ausbetrachtung dieser niedrigen fachen zu crkänntnis Göttlicher din-gen sich erhöhen solle. Siehe Hai En Iocdan. Cd. Pocokiusder jüngere, welchen viele mit dem berühmten E. Pocok con-fundiren, hat dieses werck in Arabischer und Lateinischer sprachzu Orfoxd mit dem titul Philosophie autodidactus , 1671. itt 4.heraus gegeben, darauf es auch in die Holländische und Engli­ sche sprach ist übersetzet worden. So findet sich auch davon eineHebräische Version mit einem Goinntentano R. Mosis Narbo-nenlis in manuscripto. Wider alle Wahrheit hält Huetius fürden Urheber dieses Romans den bekannten Aviccynain, welchereine geraume zeit vorher gelebet, und von diesem anthore oftcitiret wird. Er solle sonst noch mehr geschrieben haben, undgestorben seyn zu Sevilien an. Hegirä 371. das ist, an. Christi1173. nicht, wie Hottinger setzet, an. Chr. nyz. welcher hierund durchgehends in seinen schriften, wo er keinen guten Vor-gänger gehabt, die jähr Christi aus Unwissenheit der Mahomc»tanischen zeit-rechnung falsch ausgesetzet, und oft bey 20. ,a 30.

jähren gefehlet. Leo Afrkawis ap. Hotting, Vocale. Philosoph,autod. Huetii de orig. fab. Roman.

Abu Jacob, ein König von Marocco , siehe Almansor II.

* 2 lbu-Iafar, ein Califin Persien , der Abusalem, dem erdie prvvintz Korafan anvertrauet hatte, und welcher sich widcrihne empören wollte, todten liesse, und also die stille in seinemReich wieder herstellete. Nach dem bericht des Tcreira starb crim jähr der Hegira 139. nach Elmacinv aber in dem ende desjahrs 138. Davity, descript. de lAsie .

* Abu-Iezid, ein Araber von gedurt, Ware Fürst über Chal-däa oder das Babylonische Irak. Dein vatter wäre Amru BenHodeirah , welcher lebte zu der zeit des letzte,, OmmiadischcnCalifs Mervan, und erbaucte eine stadt in Chaldäa, die seinennahmen trägt, und heutiges tags noch gcncnnct wird Casr Ben

Hvbeirah. Geogr. Pers. DHfrbelot, biblioth. Orient.

* Abu-JeZid Mecktebdar, Staats-8eeretanus in Egyptcn,empörcte sich wider Caicm den zweyten Calif aus dem gcschlcchtder Fatimiten. Nachdeme Ismacl Almansor des Caieins söhn,seinem vatter in der regicrung nachgefolget, den Abu - Iezidübcrwundm und gefangen genommen hatte, liesse er diesen re-belten in ein eisernes kefig einschliesscn, ,n welchem cr auchstarbe. V Herbelot , biblioth. Orient.

Abvio, Abvia, oder Abaca, eine der Philippinischen in-suln, zwischen Mindanao und Mantlle gelegen. Es wird mitdiesem nahmen noch eine kleine insul benennet, welche nicht weitvon der ersten lieget.

*Abu