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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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spüren lassen, und sich dadurch bey einigen verhaßt gemacht,ferner schrieb er de Methodo , war auch willens einen gantzentractat de Dialectica heraus zu geben. Er pflegte vertraulichefreundschafft mit Wvlph. Frisio, Simlero und andern Re-fvrmirten Lehrern, (sonst ist von seinem leben wenig bekannt.

Bayle. Observ. HaO. tom. VI. observ. 2?. Hendreich.

t Acontius , (Jacobus) ein Philosophus , Rechtsgelehr-ter rc. Er hatte, nach seinem eigenen bericht, die meiste zeitseines lebens auf die Rechte verwendet, und verschiedene jähream Hofe zugebracht, die übrige studien aber etwas spat ange-fangen. Nachdem«: er der religion wegen aus ftinem vatterlandeweichen müssen, begab er sich erstlich nach Straßdurg, undvon bannen nach Engelland. Er starb, wie man dafür halt,zu ende des jahrs i;66. Sein buchlein de Methodo heißt mitdem völligen titul: de Methodo s. recta mvestigandarum tra-dendarumque wtium ac scientiarum ratione , und ist Nebst an-dern dergleichen schriften, in einer sammlung unter dem titul:de Studiis bene instituendis : jU Utrecht an. l6;8. aufgelegtworden.

* Acontius , (Melchior) ein Schwerer von Urferen ausdem Canton Uri gebürtig, hat einige getichte geschrieben,welche in dem I. tomo derer deliciarurn Poetarum German . an-zutreffen. Moreri. Univ. Lex.

' Acores , Azores , lat. Inlulre Aeeipitrum , sind injüln indem Ocean , zwischen Spanien und Terra nova , unter dem39. und 40. grad der Norder-breite gelegen. Sie haben diesebencnnung von den Habichten, die sich der orten in grosser men-ge aufhalten. Sie werden auch sonst die Flanderischen in«suln benäh,riech weil sie ein Niederländer zu erst entdecket hat;ingleichcn die Tercerischen insuln, von der vornehmsten undgrossesten derselben Tercera. Sie find der Cron Portugall un«terworffen, und hält man dafür, daß sie des Ptolemäi Catite-rides, oder des Plinii Caßiterides seyn. Es sind ihrer ander zahl 9. ncmlich Tercera, die vornehmste, Gt. Maria,Gt. Michael, Gt. George, pico, Fayal, Gratiosa,Flores undCorvo, weiche beyde letztem von der erstem et-was weiter entlegen, und deswegen dem anfall der see-räubersehr unterworffen sind. Das gantze land ist selsicht, jedennochsehr fruchtbar an körn, wein, batatas-wurtzeln, rindvieh undwayd oder blau-färbig kraut, damit die einwohner groß gewer-be treibm. Durch die insul Corvo ziehen einige Geograph: denersten Meridianum. Urtci. theatr. geogr.

* ?lcoris, ein König in Egypten, folgete in der regierungaufNepheritem im zweyten jähr der XCV. Olympiadis, 399.jähr vor Christi geburt. Er regierte zwölf jähre, und verbün-dete sich wider die Persier mit Evagora König in Cypern , demeer mit geld und Proviant beygestanden. Obwolen Evagorashernach den frieden gemacht mit Artaxerxe Mnemone, so füh-rete Acoris dennoch den krieg wider ihne, als seinen alten feint»fort. Unter andcrm hatte Acoris eine grosse anzahl Griechen,n seine armee angeworben, über welche er Chabriam einenAthenienscr zum Generalen ernennete. Aber Pharnabazus derPersische General wüste die anschlüge des Acoris zu zernichten,indeme er durch seine list die fach zu Athen dahin brachte, daßChabrias naher Haus beruffen würde. Acoris starb ein jährhernach, in dem zweyten jähr der XCVlll. Olympiadis, 387.jähr vor Christi geburt. Diodor. Sicul. üb. XV. Theopompus ,in excerptis Photii. Eufebius , in. chron.

* Acorumbonus, (Fabius) ein Rechtsgelehrter, wel-cher an. 1359. verstorben. Er wäre von Gubio , einer stadtdes Hertzogthums Urbino gebürtig, und hat einige schriften-hinterlassen. Vancirollus. de dar. leg. interpr.

Acosta, (Christoph) siehe Costa.

Acosta, (Gabriel ) Professor und Canonicus zu Coimbra in Portugall, woselbst er in dem stecken de Torres vedras ge-bohrcn worden. Er succedirte in der theologischen ProfessionLudovico de Sotomayor, und starb an. 1616. als er eben be-griffenwar, seine wcrcke heraus zu geben, welche eine ausle-aung über das 49. capitel des ersten buchs Mosis, über dasbuch Ruth, die kläglicher Jeremia und die Propheten Ionasund Malachias in sich halten. Sie sind an. 1641. zu Lion ge-druckt. Anton. bibl. nova.

Acosta, (Ianus) siehe ä Costa.

Acosta, C Joseph) ein Spanier, von Medina del Campo gebürtig. Ar begab sich in die Societät Jesu, worinnen er be-reits 4. drüder hatte, welche er alle an gelehrsamkeit und ge-schicklichkeit übertraf. Als er lange zeit in Spanien gelehrt,wurde er nach West-Indien , zu bekehrung der Heyden gesen-det , und zum Provincial in Peru gemacht, allwo er 17. jährgearbeitet, und hernach von bannen nach Rom gereiset. Erhat von der beschaffenheit der neuen weit ; von der offenba-rung Christi; von den letzten zeiten; von dem Loncilio zuLima rc. geschrieben, und rst in dem 60. jähre seines alters alsRector $u Salamanca , den 13. febr. an. 1599. gestorben. Ri-badtneira & /J/egamie,bibl.Soc. Jesu. Anton. bibl.nova.Ai,V.eaj,bibl. eccl. p. 2. Hendreich.

Acosta, oder Zacosta, (Petrus Rayrmrndus) ein Spanier,Großmeister des Johanniter-ordens, ließ zu Rhodus den grosssen Niclas-thurn an der einfahrt des Hafens, eben an dem ort,wo vormals der Colossus gestanden, erbauen. Als die Tür-cken einen Chiaus nach Rhodus abschickten, um frieden zu

suchen , schlug er ihnen solchen ab, und kündigte ihnen aufsneue den krieg an. Er starb zu Rom an. 1467. in dem 7z.iahr strncs alters, als er dem General -Capitul beywohnen woll-te. BoJJius & Balduin. bist. de Malthe.

2 jcosta, ( Uriel ) ein Portugiesischer Edelmann, dessenvorfahren Juden gewesen , und zu dem Christlichen glaubenwaren gezwungen worden. Er war in der stadt Porto, zuende des XVI. feculi gebohren. Seine eitern liessen ihn mder Catholsschen religion, der Rechtsgelehrtheit und in allenguten kunsten unterrichten. Von natur war er sehr mitleidig,und die furcht vor der höllen trieb ihn an, fleißig die schriftendes Neuen Testaments und andere geistliche bücher zu lesen, wo-durch er aber fern gewissen nicht beruhigte, sondern in dein22. zahre seines alters zweifelte, ob er in der religion, darin-nen er wäre erzogen worden, könnte selig werden. Unterdessenstudlrte er Jura , und als er 2;. jähr alt war, wurde erSchatzmetster m einer stifts-kirche. Indem er nun den Ca-tholischen glauben zu seiner befriedigung vor unzulänglich, und doch nicht ohne alle religjon leben wollte, so nahmcr Mosen und die Propheten vor, und bildete sicheln, daßdie Jüdische religion dre beste wäre. Weil er aber solche inseinem vatterlande nicht öffentlich treiben durste, so entschloßer sich, mit seiner mutier und seinen brüdern, welche er indem ^iidenthum unterrichtet hatte, in der stille nach Amster­ dam zu segeln. Daselbst begaben sie sich unter die Jüdische ge,meine, liessen sich beschneiden, und er verwechselte seinen vori-gen nahmen Gabriel mit dem nahmen Uriel . Als er einekurtze zeit unter den Juden gelebt, erkennte er, daß ihre sittenund gebrauche gar nicht mit dem gesetz Mosis überein kämen.Weil er nun hierzu nicht stille schweigen, noch sich nach dembeseht der Rabbinen accommodiren wollte , wurde er von ih-nen in den bann gethan, welcher so viel würckte, daß seinebruder ihn nicht einmal grusscn wollten. Er schrieb hierauf zuseiner rechtfertigung ein buch, darinnen er wiese, daß die lehreder Pharisaer dem gesetz Mosis zuwider wäre. Kaum hatte erdieses angefangen, als er aus die meynung der Sadducäerfiel, daß die strafen und belohnungen in dem A. T. nur die,ses zeitliche leben angiengen; daher gaben seine feinde durcheinen Medicum an. 1623. ein buch von Unsterblichkeit der seelenheraus, darinnen sie den Acosta als einen Atheisten vorstellten,welchen dieser in einem andern buche, mit einem titul Exa-men traditionum philofophicarum ad legern , antwortete, unddie Unsterblichkeit der seelen leugnete. Die Juden gaben ihndeswegen bey der Obrigkeit in Amsterdam an, als einen mann,der den gründ der Christlichen und Jüdischen religion über denHaussen wurffe. Er wurde hierauf in ein gefängnis gesetzet;aber nach confiscirung seines buchs, einer geld-strafe von 300.gülden und gestellter eaution wieder los gelassen; da er aus diethorheit fiel, daß er vorgab : das gesetz Mosis wäre nicht vonGOtt gegeben, sondern aus der erfindüng eines menschen ge-macht worden. Nach,einiger zeit begab er sich wieder unterdie gemeinschafft der Juden, weil er die ihm erwiesene verdrüß-lichkeiten nicht mehr erdulden wollte, und untersthrieb alleswas sie von ihm begchrten, nachdem er 1;. jähr in dem banngewesen war. Mein bald hernach wurde er von seinem enckelbey den Rabbinen angegeben, daß er ihre gesetze in essen undandern dingen nicht beobachtete; welches verursachte, zumalda er auch 2. Christen widerrathen hatte, die Jüdische reli«aion anzunehmen, daß sie ihn aufs neue aus ihrer synagogestiessen, und ihm allen Verdruß anthaten. Sieben jähr her-nach beschloß er zwar, in allen den lehr-jatzen der Rabbinensich zu unterwerssen, und wurde auch angenommen; allein,da man ihn nachinals wieder betroffen, daß er seine zusagenicht gehalten, wurde er in ihrer synagoge an eine säule ange-bunden, und mit 39. streichen davor gezüchtiaet. Hierdurchwurde er zu dem entschluß gebracht, sich selbst sein leben zunehmen, welches auch durch einen pistolen-schuß in seinemhause zu Amsterdam geschahe. Wenige zeit vor seinem endesoll er ein buch, unter dem titul: Exemplar vif» humane ge-schrieben haben, welches Limborch seiner am cee collationide veritate religionis Christians an. 1687. zu Amsterdam miteinverleibet. Bay e.

* Acosta , C Emanuel) ein Spanier, der an. 1533. auf dieVermählung des Portugiesischen Printzens Eduardi und Jsabellävon Braganza ein nettes helden-geticht, und noch andere dingemehr geschrieben. Es ist aber von ihme weiter nichts bekannt.Doch muß er von einem andern gleiches nahmens, welcher einPortugiesischer Jesuit gewesen, von welchem siehe den art. Co»sta ( Emanuel '» unterscheiden werden. Hy ^.catal. bibl. Bodiej.

* Acous, lat. Afpoluca , eine kleine stadt in der provintzBearn in Franckreich, 4. weilen von Oleron . Es werden alldadie allgemeinen Versammlungen des landes gehalten. Sonst istauch ein schönes schloß vieles nahmens in Gatinois, an dengrentzen von Beauce. Davity. Baudrand.

Acqua, Acquaria, Acquaviva, Acqui, siehe Aqua,Aquaria, Aquaviva, Aqui.

* Acra, ein Märtyrer, von welchem man sagt, daß er nebst

Ptolemäo, Philippo und Johanne durch GOttes allmacht indem ftuer und vor den Pfeilen, so man auf sie abgeschossen, un«beschädiget wäre erhalten, dennoch aber, wie es scheinet, end-lich durchs schwerdt vom leben zum tode gebracht worden.' Indenen Abyßinischen tage-büchern werden sie den 8. jun. angefüh-ret. Univ. Lex. * Acra,