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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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zu hülff kam, war aber so unglücklich, daß er vonMazentio,der Tyrrhener König, erleget wurde, und also m diestr schlachtsein leben einbüsscn mufte. VirgMus, !En. X. v. 719. seq.

* Zlcron, oder Acronius, (Daniel) hat eine Historie vonden städtcn geschrieben, welche an. 16; 1. zu Erfutt gedrucktworden. Kanig , bibl. Vet. & noV.

llceoniw?, (Johannes) mit dem zunahmen Frisius, oderPhryfius, dieweil er aus Frießland gebürtig; er war GodorNeciieinse und Professor Alatbeseos zu Basel ; den gründ zu sei-nen studien legte er an diesem vrt, und erlangte allda die gradusacadernicos,nemlich Magisterii an. 1548.dM vodorat in der Me-dicin aber erst eine gute weil hernach. Wegen seiner guten wissen-schafft in matbemariois, und nützlichen lehr-art, ward ihm an.1547. die Profeiiio Matheseos, und 2. jähr hernach mit dersel-ben zu verwalten die Prosessio Logic® aufgetragen, welche letz-tere aber hernach einem andern übergeben worden; der erstenaber hat er bis zu seinem tod mit gutem lob abgewartet. Zudieser zeit that sich zu Basel Herfür David Georg, sich nen-nende Johann von Bruck mit welchem Acronius wegen seinervorgegebenen Heiligkeit viel conversiret. Nach dessen tod, als aufObrigkeitlichen befehl seine bücher und briefschafften genau unter-sucht wurden, ließ sich sonderlich Acronius, als welcher der Nie­ derländischen sprach wohl erfahren, und auch viel brief-wechselin Niederland wegen diesem Handel geführet, hierinnen gebrau-chen , wie er dann auch dieses mannes meynungen in 45. apho-risinos verfasset, und zusamt der gantzen Historie David Ge-orges und seines Processes, welchen der Magistrat gegen ihn unddie seimgen geführt, in einem schreiben an seinen LandsmannHieronymum, berichtet hat, welches sich in epistolis Sim. Abb.Gabbema befindet. Sonsten schrieb er auch ein Gbroniconund Prognottica Astronomica, starb an der pest den l8. oct.1564 . Manntet. Acad. Basil. Epist. S A. Gabbema instit. Chron.Andr. bibl. Belg. Hendrekh pand. Bayle.

t Acronius, (Johannes) dessen in der ersten Edit. desLepicons nur mit zweyen Worten gedacht wird, wäre nachder gemeinen meynuna aus Frießland gebürtig, lebte zu ansangdes XVII. feculi, und wäre eines unruhigen und ränckischengeistes. Er- hatte zuerst eine prediqer-stelle in der Reformiertenkirche zu Wesel , allein er gäbe solche wiederum auf. Nachdemeer sich umsonst um einen Pfarr-dienst zu Deyenter beworben,erhielte er endlich einen zu Groningen , verliesse aber diesestadt aus eine sehr unanständige weise, und versähe hieraufmit schlechtem rühm die stelle eines Prosessoris Theologie zuFranecker. Endlich ward er Pfarrer zu Harlem , und lebte all-da , wie bishero von ihme an andern orten geschehen, in schlech-tem frieden mit seinen amts-brüdern. Er hat in Holländischersvrache ein buch de Jure Patronates geschrieben, in welchem erviele stellen aus dem Jure Canonico anführet. Man hält ihneauch für den urheber eines buchs, so im jähr 1615. zuDeventer gedruckt worden, und dessen titul ist: Elenchus ortho-doxus pseudo-religionis Romano - Catholics. König schreibetdem Acronio, so ein Matbematiens gewesen, das tractätgende Studio Theologico, zu, da doch andere dasselbe mit mehrerWahrscheinlichkeit für eine arbeit dieses unruhigen geistes anse-hen. Theodorus Scbrevetius. Schockius , exercitat. sacr*. Bayle,Did. Crit. .

t Acronius, (Ruardus) des vorigen Johannls bruder, undeiner der vornehmsten widersächer Arminti, war ein sehr eifri-ger Prediger zu Schiedam , und wurde von Gomaro auf diewider Arminium an. 1609. im Haag angestellte conferentzabgeschickt. Als Vtenboqard, ein anhanger des Arminii, an.i6io.ein buch von dem Recht der weltlichen Obrigkeit in kirchcn-sachcn heraus gab, widerlegte er solches in sehr kurtzer zeit,und war, als die Arminianer noch in eben diesein jähre denenStaaten eine remonstration Übergaben, (daher sie nachgchendsRemonstrantcn sind genennet worden;) der erste, so die darwi-der ausgestellte refotation unterschrieben. Schon an. 1606. aberhat er Enarrationes Catecheticas, das ist eine erklarungdes Heydelbergischen catechismi ans licht gestellet. Kanig. Brand.Vita Arminii. Bayle.

Acropolis , ein vestes schloß in der stadt Athen , auch Cecro-pia genannt. Es liegt auf einem felscn, so nur gegen Westen,allwo deswegen auch die mauren desto hoher aufgeführet sind,erstiegen werden kan. Bor zeiten war auf diesem schlösse dertempel Minervä, welchen Paufanias Parthenon , das ist, denIungfern-tempel, nennet, und ist solches gebaude noch tetzoin gutem stände, zweymal länger als breit, und auf allen feitenmit herrlichen gallerien, die auf schonen faulen ruhen, umgeben.Die bau-art ist inn-und auswendig sehr prächtig, mit vielen vor-treflichen figuren ausgezieret. Es ist auch in selbiger vestung einander kleinerer temvel, welchen Paufanias den tempel des sie-ges nennet, an der mauer gebauet, allwo sich Aegcns heruntergestürtzct, als er vcrmeynet, daß ftin söhn Thefeus im streitgegen die Centauren in Creta umgekommen. Spon.v oyagc. Gora-

nelli &c.

Acropolis, sonst Luco, eine stadt in der Africanischen land-schafft Barca. Es ist auch eine stadt dieses nahmens in derprvvintz Principato citra, in dem Königreich Neapolis.

* )leropolita, (Constantinus ) ein söhn Georg« Acropoli-, dessen artickul unter Logotheta f Georgius) anzutref-fen ist, ward zugenannt vm ms, oder Meta»phraftes der jüngere, und wäre auch Groß-Logotbst»

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oder Cantzler zu Constanttnopel unter der rcgierung KayftrsMichaelis Palaologi, und seines sohns Andronici, um dasjähr, 1270- Daß er aber ein söhn Georgii Acropolitä oder Logv-theta gewesen seye, erhellet aus einer stelle der Historie Georg»Pachymeris,, allwo er sagt, daß Kayfer Michael sehr erzörntgewesen seye über Constantinum Acropolitam (den er doch vonseinem vatter dem Groß-Logotbeta genommen und an seinemHof hatte auferzichen und studiren lassen,) weilen er sehrhartnackig in dem tcbssmate wäre. Er setzet hinzu, daß derKayfer ihme alle seine gunst entzogen, und in dem vorletzten jährseiner regierung von dem Hof entfernet habe; daß aber Con-stantinus Acropolitä bey Michaelis Paläologi söhn, dem KayferAndronico, alles desjenigen so er unter dem vatter verlohren hat-te, bald wieder eingekomen,und im jähr 1294.5U der würde einesObcr-Logotbet® erhaben wordm seye. Constantinus Acropr-lita wäre ein eifriger Verfechter der meynungen der Griechenwider die Lateiner; Es ist nicht eigentlich bekannt in wel-chem jähr er gestorben seye. Er hat auch verschiedenes geschrie-ben : Leo Allatius sagt, er habe stücke von ihme gesehen, derendie Griechischen scribenten Meldung thun, und deren eines an-fange :ArtPpt 'Pu/auTot ; das andere aber: »aj

0M.8 ao>« rm avTiBiyovrw ifälv. Pachymeres berichtet, daßTheodorus Muzalo die commentaria Constantini Acropolitä,mit feinen eigenen zugleich verbrannt habe, weilen sie vonmeynungen ( ePay/aA tuv ) gehandelt hätten. Es hat Con­ stantinus

auch geschrieben eine Orationem von der heil.Märtyrin Theodosia, welche zu Constantinopel gebohren wäre,und unter Leone Jsauro wegen dem bilder-dienst den tod erlit-ten hatte. Leo Allatius thut derselben ineldung in seiner schriftde script. Simeon. Man hat auch lob-reden von ConstantinoAcropolitä über den Märtyrer Neophytum , über St. Theodo-rum Teronem, und über Johannem Damascenum. Diß letzterestück, so sehr weitläuftig, ist durch die nachfahren BollandiGriechisch und Latein ausgegeben worden. Leo Aitatms, deconsenP. Orient. & Occid. üb. II. c. 15. num. 14. Col. 780.item, adversus Hotting. p. 200. item, de script. Simeon.

р. 10;. 109. ti2. it. in consens. depurgat. p. 761. Oudinicommentar. de script. eccles. tom. III. fec. 13. Col. 668 .edit. Lipsi ® 172a. Cave, bitt. litt. fec. 13. p. 641. edit. Colon.Allobrog. 1720. Georg. Pachymeres , Üb. VI. c. 26. &lib. VII.

с. BoHandus , tom. II. mensis Maji ad diem 6 . p. 731.Englischer Bayle.

Acrotatus, ein söhn des Spartaner Königs Cleomenis,war der einige, der sich der amneüie , wodurch der Senat allendenjenigen bürgern, so sich aus der schlacht wider Antipatmmretirirct, freyheit und flcherheit zugestanden, widersetzte; wodurcher jedermanns haß auf sich lüde, auch vielerley schimpf undgefahr ausstehen muste; dcrotvegen als die Agrigentiner ausSicilien wider Agathoclen den Syracusischen tyranncn zuSparta hulffe sucheten, ergriffe dieser solche gelegenheit undführe ohne einwilligung des höchsten Magistrats (deren Epbo-rorum ) mit wenigen schiffen davon. Allein die widrige winde,oder vielmehr sein glück trieben ihne in den Hadriatischenmeer-busen, allwo er bey der stadt Apollonia, welche eben da-mals von, dem Jllyrischcn König Glaucia hart belageretward, anlandete, diesen mit der stadt vergliche, hierauf genTarent fortsegelte, und die Tarentiner bewegte, denen Agri-aentinern hülffe zu leisten. Er aber gicnge noch ehe dieserfrische succurs bereit wäre gen Agrigcnt, ward daselbst mitgrossen freuden, und ungemeiner von sich gemachten Hoffnung

S tt Haupt angenommen. Allein seine schlimme sitten, da ernemlich gar bald der Wollust, Verschwendung des gemeinenguts, der grausamkeit, rc. ergeben, machten ihne der gunstdes volcks bald wieder verlustig; und als er den Sosi,warum,einen der vornehmsten und verdientesten Agrigcntinern, bey sei-ner Mahlzeit meuchelmörderischer weise umbringen lassen, wen-dete sich alsobald jedermann von ihme ab; Er wurde demnach sei-ner stelle entsetzet, und sahe sich selbs in äusserster lebens-ge-fahr: weswegen er für das sicherste erachtete, sich bey nacht undnebel wiederum in sein vatterland zu begeben. Nachdeme er beyseinem vatter Cleomene ankommen, starbe er noch vor selbigem,hinterliesse aber einen söhn Areum,dessen söhn wiederum Acrota-tus genannt worden, als von deme in folgendem artickclNachricht gegeben wird. Plutarchus. Biod. Sie. üb. XIX. '

Acrotatus, wie gemeldet, des vorigen groß-sohn, nochviel lobens-würdiger als sein groß-vattcr. Als feinem vatterAreo, von dessen oncle, feines vatters des ältern Acrotatijüngern bruder Cleonymo, wegen der nachfolge des Reichs einstreit erwecket ward, und Areus, als von dem ältern söhndes verstorbenen Cleomenis herstammcnd, vorgezogen wurde,auch Clecmymus aus Verdruß Pyrrhum den krtegcrifchen Kö-nig von Epiro wider sein vatterland zu hülffe geruffcn hatte,verrichtete dieser Acrotatus II. ungcmctne thaten zu bcschützunader stadt Sparta ; so daß mans ihme am incisten danckte, daßPyrrhus nach langem und heftigem gefecht abgetrieben wurde,und sich gen Argos wendete, allwo er seinen tod fände. In-dessen ist nicht unerinnert zu lassen; daß diesen Acrotatus II.dazumal neben der liebe für seinen vatter und vatterland auchein gantz absonderliches liebes - Interesse zu solcher lavferkcttangefrtschet. Er wäre nemlich in die Chclidonis, des Cleo-nymi ehe-wcib, als diese annoch ledigen stands, und sie wie-derum