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* ACTJEUS, ein berg in klein Asien, in der gegend des-usses Thermodon. Lycopbron. Man hiesse auch alle in kleinAsien an dem Aegeisthen meer gelegene stadte Actaeas , oderActäische städte. Moreri.
tyct&mati siehe Van.
* Actania, siehe heilge land.
* Actardus, oder Attardus, auch Ectardus, Bischoffzu Nantes in Bretagne , ward zu dieser wurde befördert gegendem ende des jahrs 84;. und hatte grosse streitigketten mit GrafLamberto, welcher seit dem tod Graf Renaldi zu Nantes herr-schest ; Actardus konnte endlich Lambertum gar nicht mehrleiden, sondern nöthigte ihne die stadt zu verlassen im jähr849, indeme er ihne bey Carolo Calvo und bey Nominve, wel-cher sich den höchsten gewalt in Bretagne erworben hatte, sehranschwärtzte. Allein in dem folgenden jähr empörete sich Nomi-nos wider Carolum, liesse sich zum König crönen, bemeistertesich der stadt Nantes , dern thore und mauren er niederrisse,verjagte Actardum seibstm, und liesse an seine statt Gislardumoder Gisloardum zum Bischoff weyhen. Actardus ward imjähr 855. wieder in diß Bißthum eingesetzet durch Erispoe densöhn des Nominve, und Gislardus hingegen muste sich nachGuerrande begeben, allwo er dennoch denjenigen theil seinesBißthums unter seinem gehorsam behielte, welcher heutigestages die Archidiaconiam von Mee ausmachet. Es Ware zwarGislardus von denen Bischöffen dahin verurtheilet worden,daß er in dem kloster St. Martini zu Tours ein verschlossenesleben führen sollte, allein es ward dieses urtheil nicht erfüllet.Actardus konnte auch nicht lang zu Nantes bleiben, indemeSalomon der König von Bretagne und Nachfolger Erispoe ih-me nicht viel ruhe liesse. Es hinderte aber dieses Actardumnicht, von dem Papst und dem König in Franckreich hoch geach-tet und mit vielen gnaden überschüttet zu werden. Er hatte kurtznacheinander die administration von Chartres und vonTerouan-ne, er erhielte das Pallimn zu der zeit da er noch ein verjagterBischoff gewesen, und ward endlich gen Tours versetzet im jähr871. Hincmarus von Rheims sagt, es habe Actardus die beydeBißthumme von Nantes und Tours zugleich besessen, das ein-te zwar als eigen, das andre aber als commendatarius. AlleinHincmarus hat sich geirret, und zeiget sich klar aus der chronickvon Nantes , daß Actardus nur das Bißthum von Tours behal-ten habe. Übrigens ist dieser Actardus der erste Bischoff vonNantes gewesen, welcher diß Bißthum mit einem anbetn ver-wechselt habe. Sonsten wäre Actardus ein kluger, unruhiger,herrschjuchtiger mann, welcher ein wichtiges geschafft tresiichzu fuhren und seinen zweck zu erreichen wüste. Es sind aberdieses solche eigenschafften, welche ehender einen guten Staats-Niniürum als einen guten Bischoff und Vorstehern der kircheausmachen. Es hat Actardus alle diejenigen, welche Gislardusordiniret hatte, von neuem ordiniret. Papst Nicolaus l. beydeme König Saloinon sich dessentwegen beklagte,antwortete, daßer dieses verfahren Actardi keines Wegs gutheiße. Um diese zeitplünderten die Normänner die stadt Nantes öfters, und Actar-dus selbst ward von diesen rohen leuthen in bände gelegt undstunde in grosser lebens-gefahr. Travers , hist. abreg. des Ev.de Nantes. T. VII. a. part. des mem. de Litt. & d’Hist. p.34$. &c. Supplement de Paris .
%cte t eine schöne weibs-perfon, welche als eine sclavin inAsia erkauft, nachmals aber frey gelassen, und endlich desKaysers Neronis maitrelle ward. Seneca selbst ward zu die-sem letztern behülflich,. weil er kein bequemer Mittel sahe, Ne-ronem theils von Verführung und schwachung deren vornehm-sten Römischen weibern, theils gar von einer blulschanderischengemeinschafft mit seiner leiblichen Mutter Agrippina abzuhalten,und zugleich die autoritat, deren sich diese in regierungs-geschass-ten anmassete, zu verringern. Anfangs, damit diese liebe ver-borgen bleiben möchte, muste sich Annaus Serenus, einer vondes Senecä vertrauten, in die Acte verliebt anstellen, und zuden gefchencken, welche sie von dem Kayser heimlich empfieng,seinen nahmen hergeben. Nachgehends aber machte Nero keinsonderlich geheimms mehr aus dieser liebe, und damit er sichderselben desto minder zu schämen hätte, gäbe er vor, wie sievon dem alten Pergamischen Könige Attalo herstammete, hat-te auch nach Suetonii zeuanis schon einige deren vornehmstenRömischen Rathsherren bestellet, um solche Herkunft mit einemeyd, wiewol fälschlich, zu behaupten. Eben dieser author se-tzet hinzu, es habe wenig gefehlet, daß nicht Nero sie gar ge-Heurathet. Weilen auch diese bey solcher Kayserlichen gnadeweder eigennutz, noch neid, noch ehrgeitz blicken ließ, so fan-den sich wenige, die ihr dieses glück nnßgegönnet hätten. NurAgrippina war wegen ihrer absonderlichen absichten gar übeldamit zufrieden, und rückte öfters ihrem söhne vor, daß ersich bis zu einer sclavin hätte erniedrigen können. Doch mit
S uchen vorwurffen vermehrte sie nur dessen gewogenheit ge-ie Acte, welche auch so lange gcdauret, bis Sabina Pop-päa, des Othonis gemahnn, durch ihre reitzung des KaysersHertz von ihr abwendig gemacht. Übrigens ist da nicht zu ver-gessen die sonderbare treue, welche diese Acte dem Nero bisnach dem tod erzeiget; Massen sie nebst 2. andern weibern,Ecloge und Alexandra, welche ihne in seiner kindheit hat-ten auferziehen helffen, die einige gewesen, so für seineberrdigung gesorget, und selbigen in dem grab des Domi-
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tischen geschlechts, woraus er herstammete, beygesetzet. Ta-citus , annal. lib.XHI. c. 12.13. 46. & XIV. 2. Sueton . Ner.cap.28. & 50. Xiphil. *
* Acte, Uct ofparliament, werden die Parlaments-schlüs-se in Engelland genennet, welche aus den Villen , wenn nem-lich diese durch die Königliche einwilligung bestätiget wordensind , entstehen. Etat de la Grande-Bretagne. Stehe Parla-ment von Groß-Britannien.
* ACTE, oder ACTA, ist eigentlich ein Griechisches Wortwelches ein ufer bedeutet; es wird aber insonderheit dadurcheine an dem user des Aegeisthen meers liegende herrliche undangenehme gegend verstanden. Sie ist nahe bch dem berg At-hos, und wäre es sehr gemein, daß man dahin gienge, um sich andem kühlen schatten eines Waldes mit guten Mahlzeiten zu belu-stigen. Die alten scribenten reden sehr oft von dieser gegend.
Cicero in Verrem. Thucydid.es , lib. IV. fub finem. AstniüiuProbus , in Agesil. Prud. contr. Symmach. Val. Flaccus , Ar-gon. V. Plutarcb. IV. sympos. qu. IV. St. Ambras. V. He-xaemer.
* ACTE, oder ACTA. Dieser nähme ward auch um ob-angezogener ursach willen der so schönen längs dem meer bisan das vorgebürg Sunium sich erstreckenden Griechischen pro-vintz Attica gegeben, und würde das Wort Attica aus Actegemacht. Strabo sagt ein gleiches in seinem neunten buch.Hermolaus behauptet, diese gegend seye von Actaone her alsogenennet worden. Ovidius sagt : Separat Aonios ActeisPhocis ab arvis. Strabo , lib. IX. Hermolaus , in Plin. lib. IV.c. 7. Ooid. metam. lib. I.
* ACTE , oder ACTA; ist auch der nähme einer gegend inPeloponeso, wie Theophrastus bezeuget; es thut Plutarchusderselben Meldung in denen lebens-beschreibungen Demetrii undArati. Es sind auch städte dieses nahmens in Acarnanien,Magnesien, Ionien und bey dem Bosphoro gewesen. Stepha-
■nus , Geogr.
Acteus , einer von den sechs bösen unglücks-geistern, beyden Griechen Telchines genannt. Siehe Telchines.
Acteus, ein mächtiger Herr in Griechenland , machte sichmeister über die nächst an dem meer gelegene örter, nach des-sen nahmen selbiges land Attica soll seyn genennet worden. Erhinterließ eine einige tochter, Agraulos, die sich an den Ce-crops verheurathete, und ihm das Attische Königreich zu-brachte. Dieser letzte wird von einigen für den ersten Königzu Athen gehalten; wiewol Acteus fchon vor ihm selbige landebeherrschet hatte. Pausanias in Attic.
Actia, die mutier Kaysers Augusti, siehe Accia.
Actia, war vor alters eine vestung in dem Tostanischen, ausderen ruinen man den zwischen Florentz und Fiorenzuola lie-genden ort Scarperia gebauet haben soll. Deiic. de i’ita . 1.p. 197.
* ACTIA; Also nennete man dasjenige fest, welches Apol-lini zu ehren zu Actium in Acarnanien gehalten wurde; wo-her denn Apollo auch den zunahmen Actnis bekommen. Eswurde solches alle drey jähre mit einem dreyfachen streite ge.feyert, welcher im ringen nackender Personen, wett-rcuten, undeinem streit zu wasser bestünde. Vor dem ansang desselbenwurde ein ochse geschlachtet, daß die fliegen, wenn sie sich andesselben blute satt gesoffen, ihnen hemach nicht auf dem festebeschwerlich fallen mochten. Augustus stellete nach dem bey er-wehnter stadt erhaltenen siege alle 5. jähr daselbst ein certamenmusicum, gymnicum, und equestre an. Meurßi Graecia feriata. Pitijcus.
* Actinea, eine Christliche jungftau, welche nebst einer an-dern jungfrau , Gräciana genannt, unter den Römischen Kay-sern Äiocletiano, und Maximians zu Volterra in Italien diemärtyrer-crone erlangete. Ihre rehquien wurden an. 1140,zur zeit Papst Jnnocentii II. daselbst wieder gefunden, undwaren an. 1648. noch daselbst vorhanden. Ihr zu ehrenist der 16. jun. zu feyren verordnet. Umversai-Lexicon.
* ACTION, einer Compagnie oder handels-gesellschafft,ist ein gewisser antheil deren viele zusammen das capital einersolchen gesellschafft ausmachen; also muß eine Compagnie,welche drey hundert actionen , jede von tausend pfund hat, auseinem capital von dreymal hundert tausend pfund bestehen,welches je nach deme die actionen starck oder schwach sind,zu verstehen ist. Man sagt, eine Person habe sechs actionen ineiner Compagnie, wann er sechs tausend pfund capital ein*schießt, und eine jede action von tausend Pfunden ist. Dieactionen der kauffmanschaffts-compagnien steigen oder fallen,nachdeme die Compagnien gutm oder schlimmen credit haben.Es kan eine geringe fach die Vermehrung oder Verringerung deractionen verursachen, und kan öfters nur das falsche qerüchleines schiffbruchs oder einer glücklichen überfahtt der schiffen, ei-nes bruchcs oder baldigen schlusses des friedens zwischen de-nen hohen Machten, den preis der actionen um ein ziemlichesvermehren. Moreri de Bäle.
ACTIONEN, (West-Iridische) in Franckreich; im
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