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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
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den Lucio m. zum Cardinal gemacht. Clemens HL schickteihn mit dem character eines Päpstlichen Legaten in Orient;allwo er viel beytrug, daß die Könige von Franckreich und vonEngelland den ungläubigen die stadt Acre wieder aus den Han-den rissen. In seiner abwesenheit ward er zum Bischoff vonVerona ernennet/ in welcher function er hernach theils durchsein exeinpel, theils durch andre bemuhungen sich angelegenseyn ließ , die verderbte fachen sowol der Clerisey , als der welt-lichen Personen, zu verbessern. Er starb zu ausgange desjahrs irn. oder zu anfange des nächstfolgenden. Don femenschriften, deren er unterschiedene in Lateinischer und Italiä-nischer spräche verfertigt, hat man noch Sermones de ternpo-re, äe Sanctis , und super Prophetas commentaria. Hove -den , hist. AngL Baron. ann. tom. XII. Ciacon. Ughelli.Panvin.

* Adelardus , welcher auch Adelhardus / Adalardus /Alardus, oder Adelhadus, genannt wird, ein Abt zu Cor,die in Franckreich / von Hupst/ ohnweit Audenarde, in Flan­ dern / gebürtig. Sein vatter hieß Bernhardus / und war eindruder Pipini / an dessen Hofe er auch erzogen / und mit CaroloM. unterrichtet worden. Allein in seinem 20. jähre gefiel ihmdas Hof-leben nicht mehr, dahero gieng er in das kloster Corbie /worinnen er ein Benedictiner - Mönch wurde , aüda trug manihm auf befehl des Kayferl. Hofes, damit ihm das kloster-le-ben verdrießlich fallen möchte, das gartner-amt auf, welcheser aber mit tust verrichtete. Als er aber von feinen guten freun-den gar zu starcken bestich bekam , woran er doch keine lust hatte/so begab er sich nach Caßino in das kloster, wurde aber gleich/als er sich noch weiter entfernete , auf befchl des Kayfers wiedernach Corbie geholet, und bald hernach zum Abt erwehlet. Nachdicfem schickte ihn Carolus Ist. nach Italien , um Pipino demjüngern in der regierung beyzustehen , allwo er denn viele löbli-che anstalten machte, und auch den damals zwisthen Spoleto und Benevento entstandenen streit in der gute beylegte. Nachdem tode Caroli Ist. muste er auf befehl des Kayfers Ludovici an.817. von Corbie nach Noirmoustier entweichen, dieweil er einesVerständnisses mit Pipino wider Ludovicum beschuldiget worden;als aber solches beym Kayser nur vor verläumdungen erfundenwurde / so kam er nicht nur an. 821. wieder in seine zelle , son-dern der Kayser hielt auch forthin sehr viel auf ihn, daß auch/auf seine vorbitte/ vielen staats-gefangenen die freyheit geschen-cket worden. Er verblieb aber nicht lange am Hofe / sondernaus liebe zur einsamkeit suchte er sein amt lieber gar darniederzu legen, welches er aber nicht erlangen konnte; deswegenfuhr er mit Verwaltung desselben fleißig fort. Folgender zeitdarauf that er eine reife nach Sachsen / und erbauete mit ge-nehmhaltung des Kayfers an der Weser ein kloster / welcheser nach dem nahmen seines Französischen Corvey nennte , wor-auf er an. 826. starb, und auch allda begraben wurde. Nachseinem tode giengen bey seinem leichnam viel wunder vor, undan. 1040. wurde er in die zahl der Heiligen aufgenommen.Zu Huyfe und Benthem wird er als Patron verehret, und derr. jan. ist ihm feyerlich zu begehen verordnet. Univerfai-Lexicon.AH. Antvoerp. II. tom. Anseltne hist. geneal. tom. I. p. 25.

Sein leben hat paschassus Radbertus, Abt zu Corbie , be-schrieben.

* Adelardus , ein gewisser Abt, welcher des Königs Edgarileichnam zu Glascow unversehret gefunden haben soll. Weiler ihn in einen engen sarg nicht wohl bringen konnte, verletzteer denfelbigen, worauf blut aus ihm lief. Er erfchrack darü-ber / machte sich aus der kirche weg, und starb kurtz darauf.

Vincentiiu XXV. 13.

* Adelardus , ein Englischer Mönch aus Bäthe/ welcher an.uro. floriret hat, und in Franckreich, Teutfchland, Italien ,Spanien , Egypten und Arabien herum gereiset ist. In derPhysic, Mathematic und Medicin hat er zwar ein und anderesgeschrieben, auch die Geometrie des Euclidis aus der Arabi-schen in die Lateinische spräche übersetzt, es ist aber von allenfernen schriften nichts in druck gekommen. Oudin. de ifcript.eccles.

Adelarius, siehe Adrevaldus.

* Adelbaldus, oder Adelwaldus, König von Northum-berland in Engelland, ist unter dem nahmen Elfwald be-schrieben.

f Adelberg , vor diesem auch Madelberg genannt, ein Wür -tembergisches kloster, (nicht eine stadt, wie es in der ersten edit.des Lericons heißt: dann bey diesem kloster ist nur ein kleinesdorf, nahmens Hundsholtz, und keine stadt:) zwischen Hohen-Stauffen und Schorndorf , in der mitte, also daß es von diesenbeyden orten eine meile entlegen. Es wäre ehemals Pramon-siratenfer-ordens. Polckrand, Freyherr von Ebersperg, oder,wie ihn andre nennen, von Eberspach, weil er den Würtem-bergischen marckt-flecken Eberspach unterhalb Göppingen be-sessen , ein tapferer Herr und Ritter , welcher, wie ferne Vor-eltern , an dem Hof der Hertzogen von Schwaben in dienstengestanden, hat selbiges, weil er keine kinder hatte, an. n8i.gestiftet, laut eines von Kayser Friderico Barbarossa ertheil-ten , und bey Crusio , Annal . Suev. part. II. lib. XI. cap. 11.befindlichen Adelbergischen privilegii. Er ist auch daselbst, alsder letzte seines stammens und nahmens mit schild und Helmbegraben worden. Ermeldter Kayser, als ein besonderer gön-Histor. LexkoH I. Theil.

nerund gutthäter dieses klosters (daher ihn auch einige, wie-wol fälschlich, für den saftet desselben ausgeben) kam unge-fehr um das jähr 1189. samt feinen dreyen jöhnen, Heinrich,Friedrich und Philipp, auch vielen vorn Adel, in eigener Per-son dahin, und wohnte der von dem Bischoff zu Munster ge-schehenen einwcyhung des hohen altars daselbst bey. Dieseskloster hat bis auf Conradinum die Hertzoge von Schwaben zu Schutz-Herren gehabt; nach dessen Hinrichtung aber sich mitemwilltgung der Hertzoge von Oesterreich , an welche daraufdie lehenjchafft gekommen, weil ihnen dasselbe allzuweit entle.gen wäre, in den schütz der Grafen von Würtemberg begeben.Imjahr^izdi. ist es durch Verwahrlosung, und an. 1525. durchdie aufruhrifche bauren verbrennt, an. 1538. aber durch denalldasigen letzten Papistischen und ersten Evangelischen Abt,Leonhard Durren wieder aufgebauet worden. Don da an hates bis auf gegenwärtige zeit näch und nach 18. EvangelischeAebte gehabt, worunter die berühmte Würtembergischc Theo­ log ! , Christoph Binder, welcher auch die Formulam Concordhe .unterschrieben; D. Lucas Osiander und sein söhn D. Andreas Osiander , Felix Bidembach , vatter und söhn, D. MelchiorNtcolai, Ioh. Jacob Hainlin, und D. Ioh. Wolfgang Jägergewesen, welchem letztem fein an. 1740. »och lebender tochter,mann, Ioh. David Frisch, vormalen Pfarrer zu St. Leon-hard , und nachgehendö Stifs - Prediger , auch Consistorial-Rath zu Skuttgard, in dieser Abtey, und der jetzt damit ver-bundenen General-Superintendenten -stelle gefolgct. Sonst hatdieses kloster noch im Papstthum über 200. jähr lang Pröbstegehabt, worauf es an. 1423. Aebte bekommen. Nach der Re-formation hatte es auch eine Fürstliche land-fchule, worinne 42.Alumni , als S. Theologis consecranei , unterhalten wurden.Es ist aber dieselbe nach der Hand, da dergleichen klösterlicheland - schulen in Würtemberg nur auf vier reducirt worden,wiederum abgegangen. Crüsii annal. Suevic. part. X. lib. X.cap. 13. lib. XI. cap. 11.16. &c. Paralip. cap. 28. welcher ge-schicht-schreiber hin und wieder auch verschiedener donationett,Vermächtnissen , känffen und Verkäufen, dieses kloster betref-fend, gedencket.

2 ldelberg, eine tochter des letzten Longobardischen KönigsDesiderii, und gemahlin Aragisi, Hertzogs von Bencvent,stiftete ihren gemahl zu den meisten revolten wider CarolumM. an. Nach seinem tode machte sie allerhand intriguen >viderCarolum M. brachte es aber doch noch zuwege, daß ihr söhnGrimoaldus seinem vatter succedirte. Daniel , hist. de France,tom. I. col. 469. seq,

Adelberon, siehe Adelbode.

* St. Adelbert, welcher in St. Bonifacii send-briefcn Al-bertus , und bey Ioh. Gerbrand von Leiden Athalbertus ge-nennet wird, war aus Engelland gebürtig, und begäbe sich inein kloster unter St. Egbert in Irrland; als von diesem Wille-brordus um das jähr 690. nach Frießland gesandt wurde,hat Adelbert samt noch zehen andern reis -gefehrten ihn auf die-ser reise begleitet, nachdem sie zu Egmont angekommen, kehr-te er m dem Hause eines gewissen Eggo ein, von deme vielermeynung nach der nähme Egmont hergekommen seyn solle;darauf er in währendem seinem aufenthalt zu Egmont alldadas Evangelium Christi predigte. Nicht nur aber an diesemort, sondern auch in gantz Frießland arbeitete er viele jähre,nemlich bis auf das jähr 743. oder wie andere wollen, bis744. da er aus diesem leben geschieden. Sein leben ist von denBenedictiner-Mönchen zu Metloch, einem sehr alten kloster un-weit Trier , aufbegehren Egberti, Bischosss zu Trier , in demX. feculo beschrieben worden, welche lebens-beschrcibung her-nach Laurentius Ourius, wiewol in etwas adgekürtzet, her-aus gegeben bat; Es ist auch von einem Mönchen zu Egmontnoch eme andere kürtzcre, aus jener weitläuftigen zusammen

ezogene, und aus andern schriften hin und wieder vermehrte

efchreibung des lcbcns Adelberti verfasset worden. Das festdieses Heiligen wurde zu Egmont, wie auch in dem gangenBißthum Utrecht und Hartem öffentlich gefeyret aufden 2;. jün.an welchem tag er zufolg seines lebens beschreibung gestorbenist. Niederland. dm.

Adelbert, ein ketzer, siehe Aldebert.

Adelbert, Bischoff zu Augspnrg, siehe Adalber.

Adelbertus, Marggraf von Thustia und Lucca / ein sehrreicher Herr, suchte Lambertum, der an. 896. König in Ita­ lien und Kayser worden, zu dethronisiren, wurde aber vondemselben gefangen bekommen, und genau verwahret. NachLamberti tode an. 898. befreyte ihn Berengarius I. König iirItalien , dem er auch wider Adelbertnm, Marggrafen vonIvrea und Ludovicum Bosonidem hülffe versprach, aber nach-dem dieser bereits zurück zu kehren genöthiget worden, ihndoch treuloser weise auf antrieb seiner regiersüchtigen gemah-lin Bertha von neuen wieder nach Italien rief, und ihn zumthron verhalf, auch nachmals seine tochter Hermengardem anAdelbertum, Margarafen von Ivrea verhcurathete, der da-durch den haß wider Berengarium erbte. (Siehe Bertha undAdelbertus, Marggraf von Ivrea .) Er starb an. 917. undfolgte ihm in der Marggraffchafft sein söhn Guido. Sigon. deregno Ital. lib. VI.

Adelbertus, Marggraf, von Eporedia oder Ivrea, hat-te erstlich Bercnaarii I. Königs in Italien einige tochter,I; Gisla,