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Er hcbete auch den zoll auf, welchen die Cakfen von denen nachMecha ziehenden pilgern zu fordern pflegten, und liesse ver-schiedenen Lehrern, Predigern, Philosophis , und Poeten, diedazumalen lebten, mercküche pensiones zahlen. Man zehletunter die grossen wercke, die er ausgeführet hat, die grabmahledes Ali und des Hussain, welche auf einem hugel stehen, undfür die kostbarsten von gantz Asien gehalten werben. Er liesseauch die von ihren mauren fast entblößte stadt Medina wieder-um mit neuen mauren umgeben, und gegen Schiras über er-bauete et eine stadt, welche heutiges tages aber mehrentheilsverwüstet liegt, und Sukal Emirs, d. i. desDürsten dorfaenennet wird. Endlich so hat er auch den zu Schiras durch-fiiessenden fluß Bendemir schiffbar gemacht, indeme er einen
Ä theil der wassern, welche sich in dem flachen lande ver-, wiederum in ihr altes bette gefammlet hat. Adhad-Ed-dulat wäre übrigens zu Mahnn aebohren in dem jähr der He-gira 324. und Christi 93 t. und starb zu Bagdad in dem jährderHegira 372. oder Christi 982. seines alters in dem 47. undseiner regierung in dem 34. jähr. Durch sein testament hatteer verordnet, daß man ihne bey des Ali seinem grabe, allwo ereine Moschee hatte erbauen lassen, begraben sollte. Den tagda er starb, führte er sehr oft diese Worte in dein munde: washelffen mir nun alle meine reichthummen, weilen siemich fetzt verlassen. Es wäre aber dieser Fürst durch einenausserordentlichen zufall zu sehr grossen reichthummen gelanget.Die sach verhält sich aber also. Adhad-Eddulat hatte unter sei-nen weibern eine sclavin, in welche sich ein soldat seiner lcib-wacht verliebet hatte, und bey deren dieser, ohne daß esder Fürst gewahr worden i ziemlich gehör fände. Als nun die-ser soldat einsten auf der jagd einen fuchs verfolgete, schlöffedieses chier in seine höle, und benähme also seinem Verfolgeralle Hoffnung seiner habhafft zu werden, wann dieser sich nichtentschlossen hätte, die hole des fuchses zu umgraben, um ihne zufangen. Da er nun zieinlich tief gegraben halte, traf er un-vermuthet eine treppe an, welche ihne in eine höle leitete, inwelcher er einen erstaunlichen schätz an gold und edelgesteinenfände. Er vergnügte sich dißmalen einen theil davon mitzu-nehmen , und übrigens den ort, nachdeme er den eingangwiederum zugedecket hatte, zu bemercken, damit er zu andernzeitcn wiedrum dahin gehen könnte. Weilen er nun an acldkeinen Mangel hatte, beschenckte er seine liebste sehr oft. Die-se , als deren die armuth ihres liebhabers bekannt wäre, ver-wunderte sich nicht wenig über feine frcygedigkcit, und fragteihn endlich mit. solchem ernst, wo er doch solche dinge hernehme, daß er ihro sei» geheimnis eröffnete. Kaum hatte siesolches erfahren, so nähme sie sich vor, durch diese entdeckungbey dem Sultan ihren begangenen fehler, der ohne demenicht mehr konnte lang verschwiegen bleiben, auszusöhnen.Da sie ihme nun die fache in geheim hatte hinterbringen lasssen, liesse er ihro befehlen, sie sollte sich selbst an den ort füh-ren , und unterwegs unvermerckt von zeit zu zeit ein stückgenpapier fallen lassen» damit andre durch diese merckmahle denweg auch finden könnten. Die sclavin verrichtete alles pünct-lich, und der Sultan von einigen seiner vertrautesten begleitet,aienge in die hole, in welcher das verliebte paar schon ange-kommen wäre. Der soldat erschracke sehr, als er den Sultansahe, aber dieser sprach ihm alsbald guten muth ein, begabteihn reichlich, und begnadigte die sclavin. Der Sultan wandteernen guten theil dieses erstaunlichen schatzes auf verschiedenegebäude. Er hatte aber dabey auch die begierde, sich beyausländischen Fürsten in Hochachtung zusetzen, und sonderlichdas bündnis, so die alten Könige von Perjlen mit denen Grie-chischen Kayfern hakten, zu erneuern. Zu diesem ende wärenöthig eine Gesandtfchafft gen Constantinopel zu schicken. Ererwehlete zu seinem Ambassadorn einen klugen und durch vielereisen versuchten kauffmann, welchem er nebst der nöthigen in-struction, auch viele seltene stücke, die er aus seinem schätz zöge,mitgäbe. Da der Gesandte zu Constantinopel angekommenwäre, liesse er sich als einen kauffmann dem Kayser vorstellen.(Dieser Kayser wäre wahrscheinlicher weise Nieephorus Pho-cas.) Die herrlichen gefchencke, welche dieser fremdling demKayser thäte, erwarben ihme seine gnade, und zu gleicher zeitgelangte er in hohe achtung bey allen Grossen des Hofes. Nach-dem« er sich nun eine geraume zeit zu Constantinopel aufge-halten hatte, erhielte er, auf sein begehren, die erlaubnis einhaus allda zu bauen. Man wiese ihme dazu einen platz an,auf welchem einiges altes gemäuer stunde. So bald er sichmeister von diesem platz sahe, liesse er heimlicher weise aufdein-selben eine rolle pergament tief unter die erde vergraben. Nach-dgme nun wiederum einige zeit verstrichen wäre, fienge er andas fundament seines Hauses graben zu lassen. Als nun diearbciter tief genug gegraben hatten, trafen sie die rolle vonPergament an, und brachten solche alsbald an den Hof, nichtzweifelnde, es enthalte solche das Verzeichnis eines verborgenenschatzes. Allein anstatt denen fände man auf diesem hirfchfellnur einige in Griechischer sprach geschriebene zcilcn, deren in-halt wäre, daß ein grosser stern-ründiger vorgesagt hätte, eswürde um birst zeit in Persien ein Monarch regieren, derAlcrandro dem Grossen an macht nichts nachgeben , ein de-schützer seiner freunden, und eine geiscl seiner feinden seynwürde, dessen freundschafft folglich alle Könige der weit noth-wendig suchen sollten. Als der Kanfer dieses vernommen, liesseer den fremden kauffmann zu sich kommen, und fragte ihn, ob
er den jetzt in Persien herrschenden Adhad-Eddulat kennete.Der kauffmann antwortete, daß er einer seiner ergebensten die-nern Ware, und erzehlete sehr vieles von der grofstn macht undherrlichen eigenjrhafften dieses Fürsten . Hierauf nun zweifelteder Kaystr keines Wegs, es müsse diese vermeyntc Weissagungauf den Adhad-Eddulat zielen, und nahm sich vor eine präch-tige Gesandtfchafft an ihne zu schicken, und ein bündnis mitihme aufzurichten. Der Botschaffler ward auch mit herrli-chen geschencken versehen. Als der Griechische Gesandte beySchiras ankäme, vernahm er, daß der Sultan in der gegend,da der fluß Bendemir entspringet, sich befinde, und richtete alsoseine reise dahin. Er trüge die ursach seiner Gesandtfchafft vorund legre seine gefchencke ab. Adhad-Eddulat bewirthete ihnherrlich und gab ihme seinen fommer-palast zu bewohnen ein.Übrigens hat Adhad-Eddulat die stadt Kursb Fars, so in demeigentlich sogenannten Persien lieget, wiederum erneuert. Sieware ehemals durch Ardeschir Babegan den ersten König vonPersien aus der Dynastie der Sassamden erbauet worden; Ad-had-Eddulat aber legte ihro den nahmen Kair-Abad, den sienoch heutiges tages trägt, bey. Unter denen Gelehrten, welchesich an seinem Hof befanden, ware auch Abul-Hassan al-Sa-lami, einer der berühmtesten Poeten seiner zeit, der ihme auchein werck, dessen titul ware: Meftah al Mamul, d. i. derschlüssel der hoffnuna, zueignete. Neben denen grossen ge-schencken, mit welchen der Sultan diesen Poeten überschüttete,redete er auch mit sonderbarem lob von ihme, so daß er zusagen pflegte, wann er den Abul-Hassan sehe, stye es ihme, ersehe Athared den GOtt der künsten und wtssenfchafftcn vomHimmel kommen, um ihne zu besuchen. Unter denen verschie-denen ehren-tituln, welche dem Adhad-Eddulat bey seinen Icd-zeiten gegeben wurden, ware auch dieser, daß man ihne neu«nete: sage al Meiiat , d. i. die crone seines gefchlechtes.Jshak ben Ibrahim Al-Sabi hat unter diesem ehren-nahmer.nach dem tod Adhad-Eddulat, die Historie seines gefchlechtesbeschrieben. Es hat dieser Sultan vier kinder hinterlassen;der älteste söhn, nahmens Sausam-Eddulat Abu Caligiar, folgtedem vatter in der würde eines Sultans von Bagdad nach;der zweyte und der dritte söhn Adul Hassan Ahmed und AvuDaher Firu; Schach erhielten Persien für ihr erbtheil, undder jüngste Scharf Eddulat Abul Faloares bekäme Carama-nien für seinen theil. D’Herbelot , biblioth. Orient.
* Adhasta, lat. .juvenatium , war ehemals eine stadt, jeboaber nur ein flecken in dem Venctianischen gebiethe, in der land-schafft Bergamasco. Man fände ehemals daselbst eine inscri-ption , darin» das Wort Juvenatium gelesen wird: daher einigedem ort diesen nahmen beylegen wollen. Allein man findet beykeinem der alten eine stadt dieses nahmens. Zancbius , de 0 -robiis & Cenom. Martimere , Dict. Geogr.
* Adhed Ledimllah, der eilfte und letzte Calif in Egypten,aus dem geschlecht der Fathimiten, ware ein söhn Emir Jo-seph , eines sohns Hafedh des achten Califs dieses geschlechts.Er folgte in der regierung auf den Fai; in dem 534. oderzzz. jähr der Hegira , welches mit dem jähr 11^9. oder I I60.nach Christi geburt überein kommet, und regierte seine Staa-ten als ein prächtiger und freygebiger Fürst. Zu seiner zeitfielen die Francken mit mächtigen armem in Egypten ein,daß dieser Calif sich gezwungen iahe, frieden mit ihnen zu ma-chen und ihnen für die kriegs-kösten eine miüionc Dinars zubezahlen. Die Francken zogen in Alcair ein, um diefe summezu beziehen, und iageten den einwohnern dieser grossen stadteinen solchen schrecken ein, daß einige der vornehmsten, mitgenehmhaltung des Adhed Ledinillah an Nureddin Mahmud,(den die Lateinische geschicht-schrcibere den Sultan Norandinzu nennen pflegen,) der dazumalen Syrien beherrschete, schrie-ben , ihme den erbärmlichen zustand, in dene sie von denenFrancken wären gesetzt worden, vorstelleten, und ihne um hülffwider diese mächtige feinde anruffelen. Nureddin , welcher esmit denen Abaßidischen Califen zu Bagdad hielte, welche de-nen Fathimiten zuwider waren, machte sich diefe gelegenhcit zunutz, und schickte alsbald seinen besten Generalen Assadeddmmit 8°°oo. reutern in Egypten. Die Francken erwarteten aberfeine ankunft nicht, sondern begaben sich auf ihre fchiffe undverliessen Egypten. Assadeddin langete aber allda an, und hielteseinen einzug in Alcair in dem 564. jähr der Hegira und n«8.nach Christ» geburt. Der Calif erwiese ihme, a!S seinem erli-ser, sehr grosse ehre, erhöbe ihn zu dem amt seines ersten Mi-nisters , und übergab ihm das höchste commando aller seiner ar-meen. Allein Assadeddin genösse diefe grosse ehre nicht lang, in-deme er in dem 65. tag »ach seiner erhöhung, von dem toteüberfallen worden. Adhed Übergabe also diese ämter Saladinvseinem nefe: Dieser nun ware mit diesem allem nicht vergnü-get, sondern trachtete sogar den Califgäntzlich zu entsetzen.Da er in der that hierinn seinen zweck erreichet hatte, that eres dem Sultan Nureddin kund, welcher ihme alsobaid befehlertheilete, nicht nur alle nach dem gebrauch der Mahomc:^nern übliche feycrlichkeiten öffentlich zu hallen, sondern auchin dem nähme des zu Bagdad regierenden drey und dreißigstenAbaßidischen Califs Mostadhi müntze zu prägen. Dieser befthiwarb erfüllet im-jahr der Hegira 597. zu der zeit, da Adbedsehr kranck darnieder lag; wie er dann auch gestorben ist, ohneum alles dasjenige zu wissen, was wrder ihne geschehen war.Nach seinem tod eignete sich Saladin den höchsten gewalt über
Egypten
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