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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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ai§ er aber über dem geheimnisse -er Dreyfaltigkeit allzusehrscruvulirte, und der Vernunft zuviel einräumte, lud er beydervarteyen haß auf sich. Diesen wüste er nicht besser zu begegnen,als daß er eine dritte errichtete, worüber er zu Genff mit einemMedico Blandrata, und mit einem Advocaten Gridaud confe-rirte, denen sich auch Gcntilis beygesellete. Allein das dingward bald entdeckt, die schärffe, womit man ihnen begegnete,schreckte andre ab, und sie selbst suchten sich einen andern ort,wo sie ihre rolle spielen könnten, nemlich Polen , wo Blan-drata , Alciatus, und nachgchends Gentilis in ihrer stete gu-ten succeß hatten. AIs sie in Polen unter König SigismundoAugusto nicht mehr gelitten wurden, giengen sie nach Mähren .Alciatus mag sich gar nach der Türckey retiriret haben, daherder ruf entstanden, daß er zuletzt den Mahometanischen glau-ben angenommen habe; allem es ist mehr als zu gewiß, daß eran. i;6;, zu Dantzig in den Meynungen des Socini verstorben.

Sandii bibl. Antitrin. Ruarus , epilt. 57. Bay/e.

Alciatus, (Terentius) aus dem geschlechte der berühmtenRechtsgelehrten dieses nahmens, wurde zu Rom an. 1570. ge-bohren. Nachdem er sich 5.jähr aufdie Rechtsgelahrtheit geleget,begab er sich unter die Jesuiten , bey welchen er in ziemlichemansehen gewesen. Sonderlich aber ist zu mercken, daß er vondem Papst Urbanv VIII. erwehlt worden, Pauli Sarpii oderPetri Suavis historiam Concilii Tridentini zu Widerlegen, wieer denn auch bereits viel Urkunden zusammen geschafft hatte; -er starb aber ehe er noch recht angefangen hatte. Sonst hater eine rede vom leiden Christi heraus gegeben. Er ist 1;. jährPrxfectus Collegii Romani gewesen, indem er $, jähr die Phi-losophie und 17. jähr die Theologie gelehret hat. Hierauf hatman ihn zum Director der Poenitentiae Vaticanae, und zumUnter sSuperior des Profeß - Hauses bestellet. Bey der neuntenGeneral-Congregation der Jesuiten befand er sich als Deputirterder Römischen provintz, und ist endlich als Unter - Provinciali6zi. den 12. nov. am schlage gestorben, zu geschweigen, daßer lange zeit Qualificator des heil. Officii, und Confultor derConaregation de Riti gewesen. Seine refutation des, Sarpiihat sollen aus einer completen edition der acten des Concilii zuTrident bestehen; allein seine allzuvielen geschaffte und allzu-grosse accuratesse haben ihn nicht anfangen lassen. Das lebenPetri Fabii hat er aus dem Lateinischen des Nicolai Orlandiniübersetzet, und in Italiänischer spräche unter dem nahmen Emi-nius Tacitus zu Rom 1629. ediret. Erythrai pinacoth. 2.Alegambe , bibl. S. J. Bayle,

* Alciatus , (Melchior) war ein Mayländischer Patricias,und berühmter Jurist zu Pavia . Er lehrte daselbst das Jus Ci-vile mit grossem rühm und starb 1618. Er schrieb de acqui-renda Posseffione; de novi operis Nunciatione ; de Ordinegtaduum Status Mediolani; de Praecedentia inter feudatariumCaesarei Pontificiique Juris Doctorem & feudatarium haben-tem, annexam Comitatus & Marchiae dignitatem ; Commen-tarium in Caesareas constitutiones Status Mediolani. Gbilini ,theatr. dHuom. litterat.

Alcibiades I. ein söhn Aeantidis, Regent zu Lamvsaco,vereinigte sich mit Clisthene, dem söhne des Megaclis, Pisistra-tum und seine söhne zu vertreiben. Als er aber zu mächtig wer-den wollte, wurde er von denen Atheniensern durch den Ostra-cismum aus dem lande verbannet. Thucyd. lib. III.

Alcibiades II. des vorigen Alcibiadis söhn, wollte den La-cedämoniern das bürger - recht zu Athen nicht verstatten, wel-ches doch sein söhn Clinias ihnen frey gab. Er ist gleichfalls 2.mal durch den Ostracismum vertrieben worden. Thucyd. üb.VI.

Alcibiades, des Cliniä söhn, der Athenienser Feldherr, wardes Socratis schüler gewesen, und hatte sowol grosse lugenden,als grosse lasier an sich, von welchen letzter« dennoch sein lehr-meister ihn ziemlich abgelencket. Er war von einem sehr mun-tern geiste, und seine tapferkeit machte ihn in dem kriege, dendie Athenienser, Olymp. XCI. 1. A.M. ;;68. A. C. 416. U.C.N8. wider die Syraeusaner führten, als General ihrer armeesehr berühmt. Er ward aber endlich dem volck verdächtig, undin seiner abwesenheit angeklagt. Weil ihm nun die grausam-mt seiner leichtsinnigen bürger bekannt war, so getrauete ersich nicht, auf die ergangene citatior» zu erscheinen, woraufer verdammt, und seine güther eingezogen wurden. Er begabsich hierauf Olymp. XCI. 2. A. M. 3569. A. C. 415. U. C. z;y.D den Laeedämoniern, hernach zu den Persern, und wardendlich Olymp. XCII. 2. A. M. ggT). A. C. 411. U. C. ?4;.tcn den Atheniensern wieder beruffen, und mit grossen eh-ren - bezeigungen eingeführet. Er konnte es ihnen aber dochnicht allerdings recht machen , begab sich demnach Olvmp.XCHI. I. A. M. js7 6. A. C. 408. Ü. C. ?46. ihrem neide zuentgehen, in Thracien zu dem Persianischen Feldherrn Phar-nadazo , bey dem er durch Lysandri des Lacedämonischen Ge-nerals practiquen fälschlich angegeben, auf der reise, als er?u dem Konig in Persien ziehen wollte, aus einer bauren-hutte,wvrinnen er übernachtete, durch des Parnabazi ausgeschicktemit feuer heraus getrieben, und mit pfeilen niedergeschossenwurde, im 50. jähr seines alters in der XCIV. Olymp. A. U.V 0 · A. M. ^ s8°· A. C. 404. Flutarcb. Corn.Nepos. Thucyd.Xenopb, üb. I. hist. Graec.

* Alcibiades , einer von den Lyonischen Märtyrern, welchean. Chr. 177. mit ihrem Bischoff St. Potlino den tod erlitten

Hiftor. Lexicon I. Theil.

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haben. Siehe den briefder kirchen zu Lyon bey Eusebio, bist.

eeelef. üb. V. eap. x. &c.

* AlOdamas, war von Clea gebüttig; zu seinem lehrmei,ster hatte er den Georgiam Leontinum, der ihn vornemlich inder Philosophie unterrichtet hatte. Er schrieb ein buch von dermusic. Es gedencken seiner SuMm , und QumiUiumw , inst.or. ill. 1. Cicero , Tusc. qu. üb. XLVHI. Diog. Ldirtius, IX.

$4. Plutaxchus , de X. Orator. 6. 8-

* Alcidamas, ein Redner aus Asien . Einige geben ihn auchvor einen Püilofopbum aus. Er hat zu zeiten des Jsocratisgclcbet, und unterschiedliche reden geschrieben, welche Aldusund Stephanus nebst des Aeschinis und andrer reden zum druckbefördert. Plutarchm , in Demosth. p. 848. Fabriciw, bibl.

Graec. Konig. bibl. vet. & nov.

* Alcidamidas, ein Feldherr der Messenier, verließ die stadtJthome, welche die Lacedamonier zerstörten, suchte sein glückin Italien, und begäbe sich nach Reggio in Calabrien , in derXIV. Olymp. 72;. jähre vor Christo. Raufan. üb. IV.

* Alcidas, wurde von denen Laeedämoniern als Admiral miteiner flotte wider die Lesbier commandiret, von welchen sie wa-ren hintergangen worden. Mit dieser flotte nun wurde er nachMitylenen abzusegeln befehliget, damit die von beyden feitenin die enge getriebene Athenienser nicht luft und gelegenheit be-kommen möchten, schiffe nach Mitylenen abzuschicken, welchesauch so viel fruchtete, daß sich die Athenienser wegen Proviant,Mangel zurück ziehen, und wieder nach Hause gehen musten.Inzwischen waren die Mitylenaer aus ebenmäßigen Proviant,Mangel , und wegen ausbleibung der verhofften Peloponnesi-schen schiffe sich mit denen Atheniensern in friedens - tractateneinzulassen, und auf gewisse conditiones an sie zu ergeben, genö«thiget worden. Dahero dem Alcida von dem Teutiaplo Eleomit gründen vorgestellet wurde, wie fürtraglich es seyn ivürde,wenn sie ohnverzüglich nach Mitylenen, ehe noch ihre ankunftruchtbar wurde, absegelten, in Hoffnung, doch noch wohl et,liche wohl-gesinnte anzutreffen, durch deren beyhülffe sie die ver,lohren gegangene stadt wieder einbekommen könnten, welcheser aber alles ausschlug, und auf seiner einmal gefaßten Mey-nung , ohne ferneres bedencken, wieder nach Peloponnes zurückzu gehen, bestehen blieb. Worauf er auch von Embato abstieß,und die unterwegens gefangen bekommenc meistens massacrirte.Welches ihm aber, nachdem er zu Ephesus gelandet, von de-nen von Samo abgeschickten Gesandten sehr verarget, und vor«

S tellet wurde, wre er, wenn er fernerweit so verfahren wurde,nicht allein seine feinde nicht zu freunden machen, sondernauch seiner bunds-genossen gemüther von sich abwendig machenwürde, wenn er diejenigen, so weder die Waffen wider ihn er-griffen , noch gutwillig bey denen Atheniensern hielten, um-bringen , und solchergestalt Griechenland auf eine so unbilligeart in freyheit setzen wollte. Welche Vorstellung so viel würckete,daß er die gefangen genommene Chies und andre mehr auf freyenfuß stellte, sogleich aber von Ephesus , wie ein fliehender, fort-segelte, sich auf die hohe machte, und nicht eher wieder landenwollte, bis er Peloponnes erreichet hätte. Nachgehender reitgieng er mit einer andern flotte unter begleitung des Brasidäauf Corcyram los, hatte auch anfänglich guten succeß, wurdeaber zuletzt von denen Atheniensern, welche ihres eigenen Nu-tzens und derer auf feiten ihrer zu besorgenden Übeln folgen we-gen jener zu hülffe kamen, Corcyram zu verlassen genothiget.

Dieser Alcidas wäre auch unter denen Triumviris , welche vondenen Laeedämoniern eine colonie nach Heraclea zu bringen ab-gesendet wurden. Tkucydides , de belio Peloponnes. III.

Alcides, ein nähme des Herculis, welcher von seinem groß,vatter Alcäo herrühret. Es ward auch dieser nähme der Miner- gegeben. Lw. üb. II. dec. 5.

* Alcirnede, oder AIcymede; von einigen wird Mylacus,

Schol. Apollon. ad I. v. 45. von andern Clymenus , Hygin.fab. 14. und von den dritten Autolycus vor ihren vatter ange, *

geben. Herod. apud Schol. Apollon . 1 . c. Ihr gemahl warAeson, welcher mit ihr den Jasoncm zeugete. Val t'iaccm I.v. 297.317. zz;. 7Zi. Unter andern führet diese Alctmede beyden authoribus auch noch bald den nahmen Polymede, baldRhoco, bald Arne, bald Scarphe, bald Amphinome, u. s. w.

Muncker. ad Hygin. 1 . c. & Cnipping , ad Ovid . Herold. VI. v.

10g. und soll unter dem letzten nahmen Promachus ihr söhn ge-wesen seyn,welchen Pelias mit hinrichten ließ. Diese ihres kindesberaubte muttcr erwies Hiebey doch diesen muth, daß, als mansie gleichfalls aufsuchte, sie sich bey dem heerde des Pelia ein-fand, und mit entsetzlichem flachen und lästern auf den tyran-nen sich das schwerdt in die brüst stiesse. DMor. Sicul. IV. ;i.

* Alcimenes > ein Poet von Megara, welcher tragödien ge-schrieben hat, und dessen Suidas tom. I. Gyraldus de Poet. hist.dial. 7. und Craffus de Poet. Graec. gedencken; es meldet aberniemand, wann er qelcbet habe, und ob er von Megara in Si-cilien, oder von Megara in Griechenland gewesen seye; jedochscheinet es, daß er ein Sicilianer gewesen, und zwar eben der-jenige , von deme Joh. Vigintimillius Meldung thut in seinemregister der Sicilianischen Poeten, das er seinem buch vonden Sicilianischen Poeten vorgesetzet hat. Vojj'. de Poet. Gr.

Bibl. Sie.

* Alcimenes, ein Poet von Athen , welcher comödien verfer-X r tiget