Buch 
Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
JPEG-Download
 

242

a l c

kiget hat, und der von Suida und Athenäo angezogen wird ,* zuwelcher zeit er aber gelebt , ist unbekannt. Vojs. de Poet. Gr.

Aftrmus, Hoherpriester der Juden, welchen Jostphus auchJoachim nennet. Er folgte dem Onias, mit dem zunahmenMenelaus, welchen Antwchus Eupator zu Berroe m Syrienenthaupten lassen, und ließ sich durch Antiochum verleiten,von seinem vätterlichen gesetz abzufallen; daher ihn die Mac-cabäer seines amls entsetzten. Er erhielt aber hernach von De-metrio Sotere A. M. z822. A. C. 162. Olymp. CLIV. z. U. C.?92. daß er wieder restikuirt wurde; worauf er Judam Macca-bäum mit seinem anhange bey diesem Könige sehr angab, daßer auch, ihm zu gefallen, Bacchidem mit einer armee in Ju-däam schickte, deren sich Alcimus bediente, diejenigen zu tod-ten , welche es mit Juda hielten. Dieser ergriff hierauf dieWaffen, Demetrius aber schickte auf anstiften Alcimi den Ni-canor, welcher in einer schlacht blieb. Als nichts destowenigerAlcimus in seinem hasse wider die Juden fortfuhr, und an-fieng die mauren des temhels zu Jerusalem abzubrechen, wur-de er von dem schlage gerührt, und starb mit grossen schmertzen.I. Maccab. VII. & IX. Joseph, üb. XII. antiq. Salia». & Tor-niel. A. M. ;88l-

* Alcimus , (Latinus Alethius) Ausonius Prokess. 2. rüh-met ihn als einen in der Griechischen und Lateinischen sprächewohl erfahrnen mann und geübten Advocaten, zehlet ihn auchmit unter die Redner und Prosoisores zu Bourdeaux. Er erblick-te zu Agen in der landschafft Guyenne das licht der weit, be-schrieb die Historie seiner zeit, und des Kaysers Justiniani Apo-statce , erläuterte auch den Salustium, welche schriften aberverlohren gegangen. Ammiantu Marcellmm, XVIII. SidoniusApollinaris ^ V. 10. VIII. 11. Hieronymiu, in chronico.

Alcinoe, eine tochter Polybii von Corintho, und des Am-philochi weib, ward unsinnig, indem sie sich in einen, nah-mens Tanthus, aus der insul Samos gebürtig, den sie beher-berget , verliebt hatte. Die ursach wird folgender Massen er-setztet. Sie hatte einer frau das nicht bezahlet, was sie ihr vorihre arbeit versprochen hatte, die sich mit ihrein gebäte zu derMinerva wandte, und diese göttin ersuchte, daß sie doch dieAlcinoen davor strafen möchte. Das geschahe, Minerva mach-te ., daß sie sich rasender weise in ihren gast ssanthus verliebte,mann und kinder verließ, und mit dem fremden sich zu schiffesetzte. Da überlegte sie erst ihre that, beweinte ihre familie, diesie verlassen hatte, und ob ihr gleich Tanthus die besten Wortegab, auch die ehe versprach, fiel sie doch in eine solche Verzwei-felung , daß sie sich ins meer stürtzte. Gewiß eine schlechte hel-den-that vor die Weise Minerva. Partbe». erot. c. 27. Bayie.

Alcinor, aus Argos, war mit unter denen, welche denberühmten sieg wider-die Lacedamonier wegen der stadt Thyreaerhielten. Denn es wurde von beyden theilen beschlossen, daßvon jeder feite 300, streiten, und diejenigen die stadt haben soll-ten , welche obsiegen wurden. Es geschahe auch, und manstritte auf beyden feiten mit solcher tapferkeit, daß von 600.mann nur ?. übrig blieben, nemlich Alcinor nebst dem Chro-mio an feiten der Ärgiver, und Othryades an feiten der Spar-taner. Herodot. lib. I.

Alcmous, König der Phaacenfer, aufder inful Corcyra,Nausithoi söhn» war wegen seiner gerechtigkeit sehr berühmt,und wendete grossen fieiß auf den acker- und garten - bau. DiePoeten gedencken, daß Ulysses, da ihn ein ungewitter an dieseinsul getrieben, von ihm wohl aufgenommen, und sehr herr-lich bewirthet worden. hat ein so wollüstig leben geführet,daß die Alten ein eigen spruchwort davon gemacht. Homer. üb.VII. odyss. Ovid. üb. II. metam. PoOux, Üb. VI. Virgil. üb.II. georg. P/i». Üb. XIX. c. 4. Bayie.

Dieser Alcinous ist ein söhn von Nausithous , und enckel vonNeptuno und Peribea gewesen. Seine gemahlin hieß Arete,seines bruders Rhexenor tochter, mit der er ;, söhne, und einetochter, nahmens Nausicaa , gezeuget. Homerus lobet dieseNausicaa ungemein, und ihre Mutter Arete nicht weniger, wieauch Alcinoi gärten, in denen die schönsten früchte jähr aus jährein ohne einige abwechselung von Winter und sommer gestandenhaben. Diese gärten und seine tafel sind unter den Griechenund Römern zum sprüchwort worden. Bayie.

Alcinous, wird für einen Platonischen Philosophum gehal-ten , wenigst hat er einen kurtzen begriff der Platonischen Philo-sophie hinterlassen, welcher von Marsilio Ficino und nachmalsvon Dion. Lambino ins Lateinische übersetzt, von Carpentarioaber mit einem gelehrten Lommentario erläutert worden. Diesauberste edition ist des Danielis Heinsii zu Leiden 1607. darin-nen dieser autbor dem Maximv Tyno beygedruckt, und sowolder Griechische text, als die Lateinische Übersetzung des MarsiliiFicini wohl verbessert ist. Was das alter dieses Philosophi an-reist , so wird er gemeiniglich ins II. Iseculum nach Christi ge-burt gesetzet, wiewol die fach so gewiß nicht ist. Auch ist nichtzu vergessen, daß der auszug oder kurtze begriff der Platonischenlehr-sätzen also verfaßt ist, daß man daraus nicht genau sehensehen kan, ob dieser autbor selbigen für sich beygepflichtet, odernicht. Vielmehr scheinet, er wolle hin und wieder anzeigen,daß Plato und sein Socrates sich da und dorr widersprechen,und ihre meynungen nicht genug zusammen hangen. Weil beyden Alten so wenige Meldung dieses Alcinoi geschiehet, sindeinige Gelehrte auf die gedancken gerathen, es möchte etwa in

a l c

dem nahmen eine irrung vorgegangen seyn, und der Urheberobbesagten buchs an statt Alcinoi Älbinus geheissen haben, alsunter welchem nahmen ein anderer Platonischer Philosophusbekannt ist, welcher eine anleitung zu Platonis schriften geschrie-ben hat. Marßl. Ficinus. Lambinw. Beinfim , in praefat. adAlcinoum. Fabric. bibl. Gr. üb. IV. c. 23. *

Alcione, des Neptuni, oder wie andre wollen, des Aeolitochter, wovon die Poeten melden, daß sie sich, als ihr gemahl,der König Ceyx, durch schiffbruch ertruncken, aus grosser be-trübnis ins meer gestürtzt; sie aber beyderseits in eis-vögel ver-wandelt worden.

Alcione, eine von den 7. Plejaden, des Königs Atlas tvch-ter. Aul. Gell. üb. III. c. 10.

Alcione, eine tochter des Königs Event in Aetolien .Alcioneus, einer von den grossen riefen, der 24. von Her-culis gesellen erschlagen, von dem Hercule aber, als er sich anihn selbst machen wollte, erlegt worden; worüber sich 7. jung-fern, so diesen Alcioneum sehr geliebt,aus Verzweifelung ins meergestürtzt. Hat. Com. üb. VII. c. I. Cal. Rhodig. üb. XIV. L. II.

Alcioneus, ein söhn Antigoni, nahin den köpf des Pyrrhivon einem Arglver, der ihn abgehauen, und brachte ihn seinemvatter Antigono, der aber solchen nicht ansehen wollte, sondernvielmehr über diese grausame art seines sohnes sich entrüstete.Flutarch. in vita Pyrrhi & conl'olatione ad Apoll . c. 54.

Alcionius, (Petrus ) ein Jtaliäner, war eine ZeitlangCorrector in der druckerey Aldi Manutil. Unter Adrians VI.ward er Professor zu Flormtz, und bekam noch dazu eine mo-natliche pension von 10. ducaten, des Galeni buch, de PartibusAnimalium, zu übersetzen. Als der Cardinal von Medices Papstwurde, begab er sich zu demselben, ohnerachtet er feine erlassungvon den Florentinern nicht erhalten konnte. Bey dem tumnlt,den die von Colonna zu Rom anrichteten, büssete er seine gütherein, und als an. 1527. die Kayserlichen diese stadt einnahmen,wurde er verwundet, indem er sich in die Engelsburg retiriret;doch, nachdem die belagerung wieder aufgehaben, verließ erden Papst, und begab sich zii dem Cardinal Pompejo Colonna,bey welchem er auch bald darauf starb. Er hat unterschiedeneschriften hinterlassen, die von den Gelehrten gelobt werden;allein wegen seiner Übersetzung einiger bücher Aristotelis hat ihnSepulveda hart angegriffen, indem er viel grosse fehler darin-nen zeigen wollen. So ist ihm auch Jovius eben nicht geneigtgewesen , wie aus seinen elogüs erhellet. Valerian. de infelic.literat. Jovii elog. c. 12;. Bayie. Hexdreich.

Dieser Alcionius hat sonderlich ein buch geschrieben, de Exi-lio , darinnen unter sehr vielen schlechten Passagen auch nichtwenige vorkommen, die gantz excellent sind, daß man auf diegedancken gerathen, er habe diese letztern aus Ciceronis buchede Gloria ausgeschrieben, und das manuscript, so das einigein der weit gewesen, nachgehends verbrannt. Es wirft ihmdieses nicht nur P. Jovius vor, der ihn auch sonst als einenunverschämten schmarotzer beschreibet, aber vielleicht sich be-fürchtet hat, Älcionius möchte ihm in fein handwerck fallenund Historien schreiben, daß er ihm also solches auch wohl ausneid könnte nachgeschrieben haben; sondern auch Paulus Ma-nutius erzehlet die fache gantz umständlich ad Gkeronia ad Atti-cum epistolam 27. üb. XV: Bernardus Justinianus habe denCiceronem de Gloria besessen, und ihn nachgehends mit an-dern büchern ay gewisse Nonnen vermacht. Älcionius sey die-sen Nonnen als Medieua bedienet gewesen, und als man nach-dem das manuscript gesucht, habe man nichts finden können,woraus eine starcke Vermuthung wider den Älcionium entstan-den. Doch hat er nachgehends zwey gute reden von der ero-berung Rom geschrieben, darinnen er Kaysers Caroli V. unge-rechtes verfahren, und die Wildheit seiner soldaten auf eine be-redte art abgeschildert, auch sich wider obige beschuldigung ei-niger Massen legrtimiret hat. Bayie.

Alcionya, ein see, ohnweit Corinth, von solcher tieft, daßniemand auf dessen gründ kommen können, ob gleich der Kay-ftr Nero denselben durch die ersinnlichsten Maschinen erforschenlassen. Die alten Archiver haben geglaubt, es sey durch den-selben Bacchus nach der höllen gefahren, um die Semele her-aus zu führen. Paujdn. üb. n.

* Alciphron, ein Griechischer Philosophus, von Magnesiagebürtig, der zu Alexandri AI. zeiten berühmt gewesen. Er istvermuthlich unterschieden von Älciphrone, einem Rhetorc undSophisten, von dem einige, wiewol ohne einen zulänglichenbeweis, dafür halten, daß er zu den zelten Alexandri AI. oderdoch nicht laiig hernach, aelcbet habe. Von diesem letzter» sind

annvch 116. Epiitolae piscatorice , rusticte, amatoriae, & pa-rallelen in Griechischer spräche vorhanden, welche Stcph. Bcrg-ler grösten theils zum ersten mal mit einer Übersetzung und ge-lehrten anmerckungcn zu Leipzig an. 171;. in 8v° heraus gege-ben. Sitidai, Barthiuf , in advers. III. 17.

* Alcipo, oder AIcipus, siehe Halysia, oder Alyzia .)^Icippe, eine tochter Martis, welche Halirothius, des

Neptuni söhn, wie die Poeten melden, nothzüchtigen wollen,den aber Mars darüber erschlagen. Sie sagen weiter, da»Mars von Neptuno darauf vor den 12. göttcrn sey verklaget,und weil sie nicht einerley mcvnung gewesen, los geivroevenworden; den ort aber, wo dieses geeicht gehalten, hat inanhernach Areopagum, und als die Äthenienser ihre voriiehniste

gerichte