Buch 
Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
JPEG-Download
 

a l c a l d

druckt worden. Anton . bibl. Hisp. Quetis. & Echard , ffcript.0. P. tom. II. p. 28.

* Mozer , (Johannes de) ein Francifcaner in der provintzAragonien im XVIl.Leculo, verfertigte ein Ceremoniale miffe ,so zu Madrid an. 1610. M8V0. heraus gekommen, und an.1617. wieder aufgeleget worden. Antoniu ,, bibl. Hiip.

* Mozer , ( Petrus de) von Toledo , lebte im XVI. fec.war in der Historie und denen antiquitäten wohl erfahren, schriebeine historische befchreibung der stadt Toledo , so daselbst 1554.in fol. gedruckt worden, wiewol D. Thomas Tamajus IvanVergaram vor den authorem dieser befchreibung hält. Anto-

nius, bibl. Hisp.

* Alcranes, sind 5. oder 6. niedrige fandichte infuln. Sieliegen ohngefehr 2;. meilen von der provintz Juratan in Nord-America, sind meistens unfruchtbar, liegen etwa 2. meilen voneinander zerstreuet, worzwifchen aber gute durchfahrten sind,und befinden sich darauf allerhand vögel, besonders aber auchsehr grosse ratzen. Die grösseste von den infuln hat 2. meilen

M UMftMge. De lhle.

* Alcredrrs, stammele von dem König Jda und dessen fohnEtrico , dene Rapin Alaricum nennet, und von ihm sagte, erstye ein natürlicher fohn Jdä gewesen, ab. Als Moll Ethel-wold, der nicht von Königlichem geblute war, zum König vonNorthumberland wäre erwehlet worden, erweckte dieses grossezwistigkciten in dem Königreich ,· indeme die Edelleuthe sich ein-bildeten, sie hatten selbst mehr recht zu der cron als der neu-er-wehlte König. Unter diesen Edelleuthen fände sich Alcredus;welcher heimlich wider ihne confpirirte, und die fache fo zu füh-ren wüste, daß, nachdeme er mitte! gefunden den Moll zu töd-ten, er an feine statt in dem jähr 76;. gecrönet würde. Alsaber die durch den tod des Moll sehr in die enge getriebene an-hangere desselben sich wiederum erholet hatten, ward Alcredus,von den feinen sämtlich verlassen, und gezwungen sich der cronzu begeben. Da er nun überdiß zu forchten hatte, es möchtenfeine feinde, wann er in ihre Hände fallen sollte, ihn auf ebendiejenige art tractiren, wie er feinen vorfahren tractiret hatte,als entflöhe er zu Cynoth dem König der Picken. Dieses trügesich zu in dem jähr 774. mithin hatte Alcredus ohngefehr neunjähre regieret. Erhalte zween söhne,Ofrcdum und Alcmundum.Der erste ward in dem jähr 789. zum König gemacht, nach-deme Elsivald wäre ermördet worden. Rapin sagt, es habe Ostredus sich fo verächtlich aemachet, daß er in dem ersten jähr fei-ner regierung in ein kloster feye eingeschlossen worden. Simeon

. von Durham sagt hingegen, es stye Ofredus durch feine Edel-leuthe verrätheristher weist der cron beraubet, in ein kloster zuPorck eingesperret, und endlich in das elend zu gehen gezwun-gen worden. Ohngefehr zwey jähr hernach feye er auf dasWort einiger Edelleuthen, welche ihme versprochen hatten ihnekräfftiglich zu unterstützen, in dem jähr 792. wieder zurück ge-kommen ; da ihne aber feine armee verliesse, feye er gefangenund den 14. octobr. 792. auf befehl Könrgs Ethelredr getödtetworden. Alcmundus machte sich unter der regierung KönigsAldulfi einen fo mächtigen anhang, daß Aldulfus um sich aus-ser! gefahr zu fetzen ihne in dem jähr 800. tödten liesse. Die an-hängere Alcmundi sahen ihne als einen Märtyrer an,und versetz-ten ihne in die zahl der Heiligen.. Rapin, hist. dAnglet , tom. 1.Simeon Dunelmenßs , apud T~wysden , hist. Angl. script. io.tom. I. Chron. de Mailros , in rer. Angl , script. vet. tom. I.Englischer Bayle.

Alcudia , eine beseitigte stadt auf der tnful Majore«, vonwelcher auch ein kleiner meer-bufen den nahmen hat.

Alcuinus, oder Flaccus Albinus Alchuinus, ein ge-lehrter Engelländer, wcw ein difcipul Bedä, und nachmals Ec-bcrti, Ertz-Bifchoffs zu tzorck, von welchem er in den studiis,die zu derselben zeit florirten, unterrichtet ward, worauf er Dia-conus m der kirche zu Porck, und hernach Abt wurde. Offa ,der König von Mercia , schickte ihn zu Carolo AI. in Franckreich,welcher ihn an feinem Hof behielt, und ihm die Abtcy St. Mar-tini von Tours und andere präbenden gab, auch auf fein ein-rathen die Universitäten zu Paris und Pavia anlegte. Er warein Orator, Philosophus, Poete, Mathematicus, Theologus,und in allen wissenfchafften wohl erfahren, wie solches seinewercke zeigen, fo zu Paris an. 1617. in folio von Andrea duChefne heraus gegeben worden, welcher auch das leben Alcui -m denselben beygefügt hat. Er starb an. 804. Honor. Augu-ßodunenf. de lumin. eccl. Üb. IV. C. 2. Stgebert. de vir. illustr. 84. Wilhelm. Malmesbur. Houeden. Trithem. Sixtus Senenf.Baron. Beilarmin . Poßevin. Gefiter. Pitseus. Dentpfler, Vojßus.Mirtus. Hendreich.

Alcyone, eine stadt in Thessalien, nahe an dem Maliaci-sihcn meer-bufen, welcher jetzt Zithon aencnnet wird. Sie istan dem ort gebauet, wo vor diesem die stadt Methon gestanden.

Jußm.

Alcpone, ein lochtet des Neptuni, siehe Alcione.

Alcyonia, ein fee, siehe Alcionya.

* Alda, oder Aldobrandefca, halte vornehme eitern zuViena, und soll deren mutier von GOtt vorhero kund gemachtworden fevn, daß ihre lochtet von GOtt auserkohren sey, des-wegen sie denn auch von ihr wohl erzogen, und in stäter got-wSsurcht unterhalten wurde« Nach diesem begab sie sich in den

a l d

245

ehestand, blieb aber in demselben ohne kinder, ob sie gleich demmanne, ihr ehelich beyzuwohnen, welches sie zwar gerne wäreüberhoben gewesen, nicht verwehren konnte. Als aber ibrmann starb , kleidete sie sich in der Humiliatorum Habit, qienaüber dieses m einer rauhen kutte, und erwehlte eine strenge lc-vens-art, wobey sie vielen Versuchungen unterworffen war,welche sie aber allezeit überwände, und viele wercke der pöni-tentz ausübte. Man sagt, daß ihr cinmals Christus erschienen,und, um rhre gebult zu probiren, ihr das rechte auge genom-men, hernach auch wieder gegeben habe. Ja sie soll noch überdrß erfchetnungen von der heiligen Maria und von Christo ge-habt haben, wobey sie die geheimnisse von der geburt, leyden,sterben, auferstehuna und Himmelfahrt Christi erfahren, undso gar das blut aus Christi feite zur erquickung getmncken haben§ll. Endlich soll sie in dem fpittal zu Siena die krancken qe-wartet, und nach vielen erfcheinungen den tag und die stundeihres todes erfahren haben , worauf sie an. 1,09. gestorben,und ihr zu ehren der 26. april geweyhet ist. Legmd. ss.

Aldana , (Bernhard) ein Spanischer Capitain und Gou-verneur zu. Lwpa rn Siebmburgen, welchen ort er aus furchtfür den Turcken, nachdem selbige Temeswar an. 1«-. belagert,verließ, und das schloß mit dem zeughaufe sprengte. Er warddeswegen zum tode verdammt, aber aufvorbitte Kayfers Ma-xunillam II. gemahlin, und in anfehung der Spanischen na-tivn verwandelte man diese strafe in ein ewiges zefängnis, wor-aus er doch endlich entkommen, und in dem zuge nach Trjpoltrn Africa wieder eine bedienung erlanget. Tbuan. üb. IV.& XXVI.

* Aldana, (Francifcns ) ein Spanischer Officier, hat ver-schiedene fchrlften tn gebundener und ungebundener rede verfer-tiget. Er begleitete den König in Portugall Sebastianum in fei-ner Africanifchen expedition, hatte aber an. 1578. das Unglück,in der fchlacht bey Alcacar Quivir, in welcher der König felb-sten auch todt bliebe, fern leben zu verlieren. An. isyz. gäbeman zu Madrid unterschiedliche wercke des Aldana unter die-sem titul heraus : las Obras que se an podido hallar del Ca-pitan Francisco de Aldana ; daö ist : Die wercke des Lavi-tatns Francifci de Aldana, die man hat bekommen kön-nen. Anton. bibl. Hilp. tom. I.

* Aldar, (Johannes) ein Englischer Historien-fchreiber, hat

eine historische befchreibung von Schottland und Jrrland in La-teinischer spräche heraus gegeben. Die zeit, da er gelebt, istunbekannt. Balem , bibl. Brit. Pitseus , de script. Angl. Voll·.de Hist . Lat. P. II. üb. DI. ^

Aldea-GaUega, ein grosser fleckm, in der Portugiesischen provintz Extremadura , an dem lincken ufer des Tago gele-gen , allwo die, fo von Sevilien nach Lissabon reifen wollen,ordentlich ein fahrzeug zu nehmen, und in 2. bis;. stunden andem letzt gedachten orr anzukommen pflegen. Es befindet sichallhier eine schöne kirche, auch wird auf die arr, wie zu Rocheüein Franckreich, viel faltz daselbst gesotten. Colmenar, stelle, duPortugal 776.

* Aldea-EI-Nuro, Aldea Muri, ein flecken in Spanien ,sonst auch Aldea del Poco genannt , liegt in Alt-Castilien anden grentzen von Aragonien, zwischen den städten Soria undTarracona, und wird el Muro beygenannt, um ihn zu unter-scheiden von Aldea-el-Rio, lat. Aldea Rivi , welches ein ande-rer flecken oder städtlein in Andalusien ist , und an dem flußQuadalquivir zwischen den städten Cordua und Anduxar liegt.Man hält dafür, daß Aldea-el-Muro die alte stadt Augustobrigafeye, wiewol einige die kleine stadt Agreda, fo nicht weit vondiesem flecken ist, für solchen ort ausgaben. Baudmnd.

Aldebert, ober Adelbert, ein Franzose, welcher das ge-meine volck mit vorgeben lächerlicher erfcheinungen hintergieng.Er assectirte eine sonderliche bevotion, um die ppzesterliche würdezu erlangen, und ward auch hernach Bifchvff. Er rühmte sich,daß er einen brief habe, den Christus geschrieben, und der zuJerusalem vom Himmel gefallen wäre, von dar ihn der Ertz-Engel Michael mit den überbleibungen einer vortreflichen lü-gend zu ihm gebracht hätte, welche er nebst feinen haaren undder unreinigkeit, fo er zwischen den nägeln hervor gekratzt, unterdas einfältige volck austheilte. Er verspottete dre kirche und diewallfahrten, ließ hingegen Häuser auf dem selbe bauen , undcreutze bey den brunnen und Wäldern ausrichten, und wollte,daß daselbst das gebät zu GOtt sollte verrichtet werden. Seineund eines andern fthwärmers, nahmens Clementis, irrthüm-mer, wurden an. 74;. auf einem Synodo , wobey St. Boni-facius präsidirte, und an. 74;. in einer andern VersammlungIN Teutschland verdammet. Binius & Sirmond. in not. ad Con-cil. tom. VI. Concil. Serrar. hist. Mög. Baron.

Aldeboroug , lat. Aldeburgum , sonst Jsurium genannt,eine Engelländifche stadt in der provintz Suffolck gelegen.

Aldebourg, ein kirchspiel in Flandern , davon Johannvon Aldebourg den nahmen bekommen , welcher in dem XVI.feculo ein Carmeliter-Mönch war, und unterschiedene philo-sophische tractate hinterließ, welche Arnold. Bostius, Marc.Anton. Alegre und Valer. Andrä crzehlen.

* Äldebrandus, welcher zu Romagna aufcinmi schlösse,Sorivolo genannt, gebohren worden, und vermuthlich im XII.ikeulo gelcbet, hat sich denen studiis ergchen, und ist hernach^

, 'ii.'i

i.

; H -11

I <i> 1

'15

1

t