als er dieselben zu Ravenna absolviret, Probst zu Rimini wor-den. Weil er aber daselbst etwas zu frey geprediget, und dieihm daher zugedachte Nachstellung gemercket, hat er sich von darwegmachen , und nach Foffombrone in Umbria begeben müs-sen , allwo er Bischoff worden, ein strenges leben geführet,aber doch auch dabey sich gegen jedermann leuthselig und hülf-reich erwiestn, und die vögel, welche ihn einstens im predigendurch ihr geschrey turbiret, auf seinen befthl stille gemacht ha-ben soll. Man sagt, es sey ihm, als er über hundert jähr altgewesen, zur erquickung ein gekocht rebhun gebracht worden;weil er aber durch sein gantzes leben niemals fleisch gegessen,habe er demselben das leben wieder gegeben, und es fliegen las-sen. Nach seinem tobe soll sich um sein grabe ein himmlischerglantz haben sehen lassen, und einige, die sich an seinen reli-quien vergrissen , plötzlich von GOtt gestraft worden seyn;wie denn auch die glocken, welche man von seiner kirchen an-derswohin gebracht, keinen klang mehr von sich gegeben habensollen. Es ist zu seiner Verehrung der i. may angesetzet. Viedes Saints.
* Aldegtllus, oder Adgillus, der erste dieses nahmens,
S ier König von Frießland , war ein söhn Beroaldi, welchererfolgten! todes-faü seines schwieger-vatters Ritsardi beydeKönigreiche, Ost-Frießland, jetzund nur Frießland genannt,und West-Frießlano, heutiges tages Nord-Holland genannt,mit einwilligung der Unterthanen mit einander vereinigte.Aldegillus wurde nach seines vatters tode um das jähr 6;i.nach Christi geburt von Clotario, dem König der Francken,welche Frießland erobert hatten, zum Könige ernannt, dieweiler aber noch minderjährig war, so wurden ihm vier vormün-dere zugeordnet. Unter seiner regierung musten die Friesenden Francken jährlich 600. ochsen als einen tribut liefern. Erwar der erste, welcher aus anlas der hohen und grossen wasser-fluthen seinen Unterthanen zeigte, wie sie das erbreich längst densee-küsten erhöhen, und, den Überschwemmungen des meers vor-zukommen , dämme und reiche verfertigen sollten. Er führteauch durch hülffe der Francken die Christliche religion in Frieß-and ein, und sandte seinen söhn an den Dänischen Host, umich allda die sitten der benachbarten völckern bekannt zu machen.Ibrigens war Adgillus sehr gütiger, sanftmüthiger und fried-iebender art, und leistete den Francken in allen dingen getreuestenste. Er starb an. 679. und folgte ihm sein söhn Raddodusin der regierung. Frießl. Chronrcken.
* Aldegillus, oder Adgillus, der zweyte, ein söhn Rad-dodi, und enckel des vorhergehenden Aldegiüi, käme um das jähr719. zu der regierung; Die Frießländer-Hatten sich grösten theilsaus nachläßigkeit dieses Kömgs Aldegiüi wieder zu dein Heyden-thum gewendet , welches dann den Fränckischen Fürsten undÄajorem vomus Carolum Martellum bewöge, sie mit kriegheimzusuchen und zu züchtigen. Gantz Ostergow und Wester-gow wurden verwüstet, und alle götzen-tempel dem boden gleichgemacht; darauf Carolus triumphircnd wieder nach Franck-reich zurück kehrte, Aldegillus aber blieb in dem besitz seinesKönigreichs, wiewol, wie etliche dafür halten, als ein Vasallder Francken oder Franzosen. Endlich starb Aldegillus um dasjähr 7?9. nachdem er 2a. jähre regieret hatte, und wurde zuStavern bey seinem vatter Radbodo begraben , 2. söhne, Gun-dobaldum und Radbodum, und 2. töchtern, Conovellam undSandacillam, hinterlassend. Gundobaldus succedirte seinemvatter in dem Reich, Convvella ward mit Adelbrick von Ade-le« , einem edlen Frießländer, vermählet, und Sandacilla mitWigberto, einem söhn Wittekindi des Grossen, Hertzogs zuSachsen . Frießl. Chronicken.
Aldegisus, Königs Desiderii söhn, siehe Adalgisus.Wdego, Aldefus, ein fluß in Italien , in dem Veronesischengebiethe, welcher sich in die Etsch ergeust.
* Gt. Aldegonde, ein sehr altes, mächtiges und fürtrefli-ches geschlecht zu St. Omer in Artois , mit dem sich verschicde-Lene der vornehmsten und berühmtesten Häusern in Franckreichund Niederland befreundet haben. Dasselbe hat vor vielen fe-culis ansehnliche Herrschassten und güther in der landschafftEambresis besessen, als unter andern die Herrschassten Escur-villers, la Sottiere, rc. Die tag-register der Abtey St. Aubertzu Cambray melden von einem Johanne, Herrn von S. Al-degonde, Rittern, Herrn von Escurvillers und la Sottiere,welcher auf begehren seiner stauen Mathildis von Montignyan. r22i. den 10. jun. gcmeldter Abtch einige guther geschenckethat. Ein andrer Johannes von Aldegonde, Herr von Noircar-mes,schenckte gleichfalls aufbegehren feiner haus-frauen der Ab-tey zu Premy gewisse cinkünften. Von diesem Johanne vonSt. Aldegonde ist entsprossen Petrus von St. Aldegonde, Ritterund Herr von Noircarmes, welcher sich verehelichte mit Jsabellavon Blonde!, Frauen von Gencts rc. aus dem Gräflichen hau-se von Noiers und Joigny , welches schon an. 1160. für einesder vornehmsten und berühmtesten Häusern in gantz Franckreichgehalten ward. Aus dieser ehe wurde erzeuget Nicolaus vonSt. Aldegonde, Ritter, dessen.gemahlin Honorina von Mont-morency, aus dem hause der Fürsten und Hertzogen dieses nah-mens, und eine tochter Johannis von Montmorency und Gon-della von Gent, genannt Killain,, aus dem Hause der Fürsten von Jsenghien, einen söhn und 2. töchtern gebahr, nemlich Jo-hannen! , von dem hernach; Margaretham, vermahlt mit Jo-
hanne von Prand, Rittern, Herrn von Blaesveld, und Gomverneur der stadt Aire in Artois; und Antoniettam, vermähltmit Georgio von Halluwin, Rittern und Herrn der stadt Co-mincs in Flandern . Johannes von St. Aldegonde, Ritter,wurde Staats-Ratb und Obriss-Cämmerer bey Kayser CarvloV. Gouverneur und Groß-Bakllif der stadt und castellaney Cas-sel, und hinterließ von Maria von Rubempre, aus dem hauseder Fürsten dieses nahmens, Philippum, Johannam, Eusta-chii von Fiennes, Freyhcrrns von Esguerdcs, aus dem HauseLongueval, gemahlin, und Mariam, welche mit Johanne vonHorn, Grafen von Baucignies, dem stamin-vatter der heuti-gen Fürsten von Hornes, vermählet worden. Philippus vonSt. Aldegonde, Herr von Noircarmes^ Burggraf von Wisqueund Aquin , ward Cammer-Juncker bey vorgedachtem KayserCarvlo, Commandeur des Ritterlichen ordens von Alcantara,General-Feld-Marschall, Gouverneur und Capitain-General derprovintz von Hennegau,wie auch der städten und schlössern Cam-bray , St. Omer, Tournay und Valenciennes , ^ welche zweyletztere er an. 1567. eingenommen hatte, gleichwie er auch Ma-stricht, Hertzogenbusch, Vianen, Amsterdam, Harlem , Lei-den , Delfft, samt gantz Holland , Seeland, Frießland, undschier gantz Niederland, dem König in Spanien untcrworffenhat. Hernach wurde er auch Capitain der adelichcn leib-wache,Staats-Rath, Präsident des Niederländischen Finantz-Raths,und bevollmächtigter Minister zu abänderung aller Obrigkeit,licher Personen durch gantz Flandern . In der berühmten undlangwierigen belagerung der stadt Harlem wurde er dergestallenverwundet, daß er an. i z 74. zu Utrecht seinen geist ausgebenmüsse. Seine gemahlin war Bona von Lannoi, eine sehr reicheerbin und tochtcr Nicvlai von Lannoi, Freyhcrrns von Main-goval, und Seneschalls des lands Ostervandt, dessen ohm vonvätterlicher feite gewesen Carolus von Lannoi, Fürst von Sul,mona, Ritter des güldenen Vliesses , Vice-Kömg zu Neapolis,und Kaysers Caroli V. General , an welchen sich der König inFranckreich Franciscus I. in dem bekannten treffen bey Pavia gefangen gab. In dieser ehe wurden Philippo gebohren zweysöhne und eine tochter, nemlich Maximilianus,von welchem her-nach ; Lamoral, welcher Oberster eines Wallonischen regimentsin Spanischen diensten ward , mit dem er sich auch nebst demHertzogen von Parma an. 159°. bey dem entsatz der stadt Paris befand; und Anna, welche mit Johanne von Joos, Freyherr»von Haisne und Grafen von Mastaing verheurathel wurde.Maximilianus von St. Aldegonde wurde von dem Kayser inden Grafen -stand erhoben, und war also der erste Graf von St.Aldegonde und Genets; nebst diesem war er auch Seneschall deslands Ostervandt, Burggraf von Wisque und Aquin , Frey-herr von Noircarmes und Maingoval, Herr der stadt Gosscliesund vieler andrer orten, Gouverneur und Capitain-General der provintzen Namnr und Artois, wie auch der städten Tour.nav, St. Omer und Arras , Ritter des güldenen Vliesses, O.briss.Hofmeisser Ertz-Hcrtzogs Alberti und der Jnfantin Jsa,bellä Clarä Eugeniä, Staats.Minrster des Königs in Spanien ,und Capitain über desselben adeliche leib-wache. Er vermähltesich mit Alexandrina von Noyelles, Frauen von Lcrbcque undTubise, eine tochter des Grafen von Noyelles, Gouverneursder provintz Limburg , und Ober-Aufsehers über das finantzien-wesen in den Niederlanden , von welcher Maximilianus zweensöhne nach sich ließ, Lamoral den II. und N. Grafen von Ge-nets , stiftern des heutigen Gräflichen Hauses von Genets. La-moral II. Graf von St. Aldegonde, Maximiliani erster söhn,war einer der mächtigsten und reichsten Herrn in gantz Nieder-land , indeme er Herr war von Gosselies, Lerbeque, Tubise,Stalle rind Witerze in Brabant ; von Bugnicour, Villers auTer, Baucours, Joy, Hourdain, Flechin, Aniche, Auber-chicour, Maingoval, Rieule, Bvis-Seigneur-Jsac, Ophain,Beaugrenier und la Fosse Altour in Hennegau ; von Svy, Ma-;y, Onoz, Mirmont, St. Martin, Rosigny und Famie inder Graftchafft Namur ; von Hautcville in Picardie; von Her,bieres, Sudausque, Wisque, Aquin und Noircarmes in Ar-tois . Dieser Graf von St. Aldegonde stiftete die Abtey von Ni-vclle in Bradant, die von Bois-Seigneur-Isac in Hcnnegau,und das Carthäuser-klostcr zu St. Omer . Seine geinahlin warAgnes von Davre, aus dem vornehmen Hause der Grafen vonDammartin, souverainen Herrn von Boulogne und Ponthieu,welche den (fronen von Castilicn und Portugall Königinnen,und dem Königlichen Französischen Hause Printzen und Prin-tzeßinnen hervorgebracht haben. Aus. dieser che find 5. töch-tern entsprossen, welche alle erst-gedachte grosse Herrschafften
S chet haben, nemlich 1.) Jjabella Clara, Gräfin von St.
egonde, wurde zwar an ihren vettern, einen Grafen vonGenets vermählet, und gebahr ihm einen söhn und eine toch-ter, sie giengen aber bende ohne kinder mit tode ab. 2.) An.na, ward Canonißin m Nivclle,Frau von Spy, Bois-Seigneur-Isac , Ophain und Beaugrenier in Hennegau , und von Lcr-beque und Tubise in Brabant , und verehelichte sich mit Iosc-pho von Mailly-Mames, aus dem Hause der Grafen von Mail.ly in Franckreich, welcher mit ihr unter andern kindern einetochter Mariam erzeugte, die wegen ihrer mutter Gräfin vonSt. Aldegonde, Freyhcrrin von Noircarmes, Burggräfin vonWisque und Aquin , rc. ward, und zu einem gcmahl bekamJohannem Franciscum, Grafen von la Tour, einen söhn Cvr-nelii und Mrianä von Aspern von Veurcn, welche dieletzte war aus dem souverainen Hause der sehr mächtigen und
derubm.