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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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re schristen denen übrigen, hie ihm ihre freygebigkeit wider-fahren lassen , dediciret hatte, vermachte er seine manuPeripta!m tcstamente dem Rath zu Bononien, der eine ansehnlichesumme gelbes erstlich Johanni Cornelio Uterverio von Delft undnachaehends Thomas Dempstern einem Schottländer, beyder-seits ?ro5e6dribll8 auf ihrer Universität / reichen lassen, um diewercke des Aldrovandi durch ihren fleiß zu vollführen und an daslicht zu stellen, so daß in der grossen evlleetion davon allein dieornithologie und die sieben bücher von insectis eigentlich vonfeiner Hand sind. Bartholomäus Ambrosius hat das buch vonWangen , und von vierfüßigen thieren, welche klauen haben,Ovidius Montalbanus aber die dendrologie verfertiget.

Bayle.

* ifidruidus , ein Engelländer, lebte im XIV. feculo, undwar In den geheimnissen der natur wohl erfahren, dahero manihn nach den damaligen dunckeln zeiten vor einen zauberer hal-ten wollte. Er hat ein buch äs quintis effentiis hinterlassen.

Lelcmdus. Pitsius, script. Angl.

* Mduide, lat. Alduida mons, oder Alduidenses montes,ein stück vom Pyrenäifthen gebürge zwischen Pampelona undSt. Jean de Piedeport, zu dem spanischen Königreich Na-varra gehörig.

Alduinus, ein König der Süd-Sachfen, fuccedirte Bcrutioim VIII. feculo; Inas aber, der König der West-Sachsen, be-raubte ihn der cron , und zugleich des lebens. Polyd. VergU.Üb. IV.

Alduinus, Abt zu S. Jean d'Angeli, soll an. io2s. das HauptSlIohamüs des Täufers in einem steinernen kästen verschlossengefunden habm. Ademar. Barm.

Alduinus, Statthalter in Angvuleme, unter König Carlndem einfältigen, machte sich Meister von selbigem lande, undseine Nachfolger haben diese stadt als Grafen lange zeit besessen,bis solche durch heurathen auf andere familien, und endlich andie Cron Franckreich wieder gekommen. Siehe Angouleme .

Alduinus, ein Normannier, siehe Arduinus.

Ale, ein Königreich der Negren in Africa. Wenn der Königdes laudes in den krieg ziehen will, hält er geheimen rath in ei-nem lust-walde nahe bey seinem pallast, allwo ein tieffer grabengemacht wird, in welchem die Königliche Räthe die Häupter tiefzur erden beugen, und also ihre meynung von sich sagen.Wenn der rath geendigt ist, versichert sie der König, daß diegrübe, welche so fort zugeworffen wird , die geheimnüsse nichtkund machen werde, und also würden sie sich gleichfalls der Ver-schwiegenheit befleißigen, gestalt denn auch nicht leichtlich et-was unter die leuthe kommt, und würde der, so dessen über-wiesen , als ein verräther gestraft werden. Samt. lib. VII. Ja-nic. lib. V. c. 44.

* Alealmus, (Ludovicus) war zu Verneuil, so ein land-auth, nicht weit von Paris , gebohren, practicirte einige zeit zuParis mit grossem rühm, wurde hierauf zu Orleans Stadt-Richter, in welchem amte er zwanzig jähr gelebet. Er verfer-tigte bey seinen neben-stunden sinnreiche getichte, welche an.i zy4.nach seinem tobe, der an. 1591. erfolgte, da er über 70. jähr altwar, von seinem söhn zum druck befördert worden,so grossen bey-fall erwecket haben. Sammanb. elog. Gallor.

* Aleander , (Franciftus) ein Nepote des Cardinals vonBrindisi , bezeigte grosse lust zum kriege, ward aber endlichauf Caroli V. recommendation Ertz-Bischoff zu Brindisi ; ererwarb sich einen grossen rühm in der Italiänischen poesie,Und starb 1563, GraJJo, elog.

Aleander, (Hieronymus) ein Cardinal, gebohren zu la Mo-the, einer kleinen stadt auf der grentze von Friaul und Istrien,den 1;. fcbr. an. 1480. Er nahm in den studiis dermaßen zu,daß sich alle darüber verwunderten, sonderlich über sein unge-mein qedächtnis ; wie er denn in der Mathematic, natürlicherwiffenfchafft, Artzney-kunst, auch Lateinischer, Griechischerund Hebräischer spräche sehr wohl soll erfahren gewesen seyn.Alexander VI. wollte ihn zum Secretario bey seinem söhn ma-chen , änderte aber seinen schluß, und schickte ihn nach Ungarn ,doch eine kranckheit verhinderte Aleandrum, daß er von Vene-dig , allwo er sich aufhielte, nicht weggehen konnte. Er wurdedarauf von Ludovico XII. an. i?o8. nach Paris beruffen, da-selbst die literas humaniores zu lehren. Dieses that er mit grossstm rühm, begab sich aber bald darauf zu Eberhardo von derMarck, Bischoff zu Lüttich, welcher ihn nach Rom sandte, zuerlanguna der Cardinals-würde ihm daselbst behülflich zu seyn.Hierdurch wurde er Leoni X. bekannt, welcher ihn zumScaetario bey dem Cardinal de Mcdicis, und bald daraufzum Bibliothecario inr Vatican nach dein tode des Acciajolimachte. Als nun zu dieser zeit die religions-streitigkeiten inTeutschland angiengen, wurde er an. iziy. als Nundus da-hin geschickt, da er denn sonderlich auf dem Reichs-tage zuWvrms drey stunden wider Lutheri lehre geredet. ClemensVII . gab ihm das Ertz-Bißthum Brindisi an. 1524. und dasfolgende jähr befand er sich als Nuncius bey dem Königeörancisco I. vor Pavia , da er gefangen , aber bald wiederlos gelassen wurde. Eben dieser Papst schickte ihn an. izzi.nach Teutschland, und darauf nach Venedig , von bannenrhn Paulus III. zurück berief, um ihm den Cardinals - Hutaufzusetzen, welches an. i z,6. oder, wie andere meynen, an.

Histor. Laxiern I. Theil.

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iz; 8 . geschehen. Er war auch von diesem Papst bestimmet,daß er nebst zwey andem Legaten auf dem künftigen Condliopräsidiren sollte, indem man aber darinnen begriffen war, wur-de er nochmals an. iz; 8 . nach Teutschland gesendet. Er istden 1. febr. an. 1542. gestorben, und hat unterschiedene bücherhinterlassen. Daß aber einige vorgeben, er wäre von gcburtein Jude gewesen, auch an seiner taufe zweifeln, wird von an-dern verworffen. Jov. in elog. Visieret, in addit. ad Ciacon.Spondan. Aubery. Bayle.

. ck Aleander , (Hieronymus) sein vatter, Francistus, warein berühmter Medicus, und behauptete sowol, als sein söhn,der Cardmal, daß sie aus dem qeschlecht der Grafen vonLandn entsprossen, wiewol sie solches nicht beweisen konnten.Nachdem er m verschledeuen wissenschafften, besonders aber inder Latermschen und Gnechlfchen spräche, einen sattsamen gründgeleget, lernte er die Astrologie von dem damals berühmtenDämel von Padua , ingleichen die Hebräische spräche von Mo-ses Perez, emem Spanischen Juden, dem er dagegen die grund-lehren der Christlichen religion so überzeugend beybrachte, daßsich derselbe taufen, und sich dabey zur danckbarkeit den nah-men Hieronymus geben ließ. Immittelst studirte er auch nochMit vielem fle,ß die Mediein, ingleichen die Theologie, under-klarete hierauf m seinem zwanzigsten jähre dem jungen Adel zuVenedig die gtiLÜiones Tusculanas Ciceronis, griff sich aber'dabey also an, daß ihm eine aber sprang,'und er darüber ineine todtliche kranekhert fiel. Daß ihm aber um dieselbe zeitPapst Alexander die stelle eines 8ecretaril bey feinem söhn,dem Cas Borgia, auftragen wollen, ist aufs wenigste annochsehr zweifelhafft. Zu Paris lehrte er vor eine besoldunq von500. thalern, muste aber, als die pest daselbst einriß, sich nachOrleam begeben, da er ferne Griechische le^iones mit einemguten zulauff fortgesetzet. Nach.diesem gieng er an. 1514. zuErhards von der Marck, welcher ihm anfangs die stelle einesSecretam und Cantzlers, wie auch ein Canonicat an seinerCathedral-kirche und der Probstey von St. Johann verliehe,und ihn 2. fahr hernach an den Päpstlichen Hof versendete,damit er die schwurigkeiten, die Franciftus in Franckreich wi-der ferne erhebung zu der Cardinals-würde in den weg aeleqet,heben sollte. Als er dieses glücklich ausgerichtet, und indessenauch dem Papst Leoni X. bekannt worden, wollte man ihngern rn Rom behalten, daher er bey Erhardo seinen abschiednahm , und zu Roin, wie schon gemeldet, bey dem Cardinalde Medicis in dienste trat, auch bald hernach zum Bibliotheca-rio rm Vatican ernennet wurde. Als er sich zu Worms be-fand , suchte man ihn zri bewegen, daß er Mit Luthers vonden glaubens-lehren disputiren sollte, da er aber, wie selbst ei-nige Römische scribenten melden, vermuthlich aus einem miß-trauen gegen sich selbst, sich nicht einlassen wollte, sondern des-sen bücher nur verbrennen ließ, und auch selber das edieraufsetzte, worinn derselbe in die acht erkläret wurde. PaulusIII. berief ihn schon an. im- von Venedig zurück, gab ihmaber allererst 4. jähr hernach den Cardinals-Hut, als er tnitler-weile von den Teutschen Fürsten versichert worden, daß des-sen erhebung ihnen gar nicht, wie man doch besorgt, unange-nehm seyn wurde. Jovius berichtet, daß er vor feine gesund-heit allzusehr besorgt gewesen, und sich seinen tod insonderheitdadurch beschleuniget, daß er immer ohne noth artzneyen ein-genommen. Zu seinen schristen gehöret auch das 'Griechischeund Lateinische Lextcon, so zu Paris an. 1*21. in fol. her-aus gekommen ; ingleichen ein poema ad Jtrimm & Neaeram,so in den delic. Poetar. Italor. t. I. anzutreffen. Oldoinusund nach ihm einige andere haben ihn auch vor den Urheberder 2. dialogonim : Cicero relegatus , und Cicero renovatus,ausgegeben, welche meynung aber ohne gründ ist. Eggs, pur-

pura docta I. 4. Qldoini Athenäum Rom. 1Siceron. mem.tom. XXIV.

Aleander, (Hieronymus) des obigen Cardinals von Brin-disi bruders enckel, und von mütterlicher feite ein enckel Hiero-nymi Amalthäi, wurde anfänglich bey dem Cardinal OctavioBandini befördert, bey welchem er fast 20. jähe das amt einesSecretarii verwaltet. In seiner jugend gab er einen Cornmen-tarium Über die Institutiones Caji heraus, und als er zu Rom war, begab er sich in die Academie der Humoristen, welche da-mals ihren ansang nahm, wie er denn von der devisc dieserAcademie einen gelehrten tractat geschrieben. Er gab auch an.dere schristen, die zu der antiquität gehören, heraus, als Expli-

cationem antiquie tabul® foiis effigie symbolisque exsculptte ;de suburbicariis regionibus Wider den SalmasillM rc. ließ auchein volumen seiner Verse drucken; ingleichen eine Vertheidigungdes Adonis des Ritters Marini wider den Ritter Stiliani. Erverließ endlich des Cardinals Bandini dienste, auf ansuchungUrbani VIII. und wurde bey dessen nepoten, dem CardinalFrancisco Barberini, 3ecretarhi8, welchen er auch nach Franck-reich begleitet, da er als Legates a latere dahin gieng. Baldhierauf ist er gestorben, und hat ihn dieser Cardinal sehr präch-tig begraben lassen. Caspar de Simeonibus hat ihm den ;i.dec. an. 16; 1. eine leichen-rede gehalten, welche zu Paris an.i6;6. gedrucket worden. Baiüet, jugem. für les Poetes. Ery-tbraus , pinacoth. 1. Bayle.

Er war an sich selbst sehr schwacher natur, und da er mit et-lichen seiner vertrautesten freunden ein kräntzgen angefangen,indem alle z.tage einer die übrigen tractirte,konnte er sich in denY r vielen

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