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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Utrechtifchen frieden verbleiben muste. Inzwischen ernennteihn sein König im sept. an. 1706. zum Gouverneur von St. O-mer , und den 1. jan. an. 1707. zum Lieutenant-General vonOber-Languedoc. Als in diesem jähr die Hertzogin von Ne-mours ohne leibes - erben mit dem tobe abgegangen war , so be-fände er sich auch mit unter den Prätendenten auf das Fürsten -thum Neufchatel als ein descendent aus dem Haust Chalon.An. 1712. half er nach seiner ruckkunft aus Engclland nichtnur Douay wegnehmen, sondern commandiere auch bey derbelagerung von Bouchain. An. 171;. muste er mit einem cor-po dle armer, welche unter dem Marschall von Villars das Kay-strl.lager bey Freyburg angriff, bedecken. An. 1720. wurdeihm das cominando über die trouppen in Bretagne aufgetragen,und «».172;. ward er Gouverneur und Königlicher Statthalterüber die Bißthümmer Metz, Toul und Verdun,so denn Gouver-neur von der stadt Metz und der dasigen citadelle, wie auch vonMoyenvic ; hingegen legte er damals das Gouvernement vonSt. Omer wieder nieder, welches darauf seinem schwieger-fohn,dem Marquis von Maillebois gegeben ward, zu dessen gunstener auch schon vor etlichen jähren dieKönigliche Statthalterschafftüber Languedoc niedergelegt hatte. An. 1724. wurde er zumMarschallen von Franckreich gemachten welchem jähr er bey derVersammlung der Ständen von Bretagne als Königlicher Com-missarius das pr-xfidium führte. An. 1728. ward er in den Rit-ter - orden des H. Geistes aufgenommen, und starb endlich den9. mart. «1.17*3. in dem 79. jähr seines alters. Von seinen ge-mahlinnen und kindern stehe den geschlechts - artickul. An.filme , kill. geneal. tom. VII.

Alegre de Cassanate, (Marc. Anton.) ein Spanier, vonTarracona gebürtig, und dem Carmeliter -orden zugethan. Erhat den geistlichen stand der stelle eines Königlichen Secretariivorgezogen, welche ihm sein vatter, der bey Philippo III. sehrwohl stund , zuwege gebracht hatte, auch unterschiedene schrif-ten verfertiget, unter andern aber Paradssum Carmelitanum,darinnen er viele ungegründete fachen soll angebracht haben,wie denn der P. Cheron de Bourdeaux von ihm geurtheilet,daß er mehr frömmigkeit als erfahrenheit in der antiquitätgehabt. Er siarb an. l6;8. Anton. bibl. Cheron. vindic.Scapul. Hendreich.

Alegrete, eine kleine stadt in Portugal !, in der ProvüitzAlentew , mit dem titul einer Marggrafschafft. Der ersteMarggrafwar Johannes Telles de Silva K Graf von Villar-major, vornehmster Staats - Minister des Königs Petri 11 undehemaliger Abgesandter an dem Chur - Pfältzischen Hofe; dersich auch mit dem leben Iohannis II. so er Lateinisch beschrie-ben , unter den Gelehrten bekannt gemacht hat. Sein söhn istder vormalige Graf von Villarmajor, gewesener Gesandter andem Kayseri . Hofe, und Marggrafvon Alegrete. Der anderesöhn ist Grafvon Tarouca, Portugiesischer Gesandter in Hol-land. Colmenar, delices de Portugal . Relation, de la Cour dePortugal sous D. Pedre 11 .

Marin, (Johannes) ein Cardinal, war vonAbbevilleinder Picardie, aus der edlen familie derer von Alegrin entspros-sen. Nachdem er zu Paris studiret, bekam er daselbst den Do-ctor-ljut, und wurde nachmals Professor Theologie, auch fernerDechant bey der Cathedral - kirche zu Amiens . Das Ertz-Biß-thum Besanqon behielt er nur zwey jähr, sintemal ihn Grego-rius IX. zum Cardinal und Bischoff von Sabina an. 1227.machte. Honorius 111 . hatte ihn zum Patriarchen von Con-stantinopel ernennet; allein Gregorius IX. wollte nicht zugeben,daß er dahin gehen sollte, sondern behielt ihn bey sich , um sichseines raths zu bedienen. Er zog als Legatus a latere nachSpanien und Portugall, allwo er die leuthe zur creutzfahrtaufmunterte. Hierauf wurde er an den Kayser Fridcricum II.abgesendet, welchen er zu einem vergleich mit dem Papst brach-te , hernach aber in den bann that, als einen , der wider stickgegebenes Wort gehandelt hätte. Er starb an. »240. und hin-terließ unterschiedene schriften. Ciacrn. Onupbr. Wion. Ro-berti Gall. Marrier, bibl. de Clugny. Frizon. Gall. purp. dejisus Maria. kill. ecclef. dAbbeville .

*>Iieman, ein kleiner fluß in der Schweitz im Canton Frey-burg, welcher sich in den Genfer-see ergiesset.

* Aleman, (Ludwig Augustin) gebohren zu Grenoble an.165*. wurde in der Reformirten religion auferzogen, bey derener auch geblieben bis an. 1671. da er solche abgeschworen. Erwäre damals der Rechten Doctor zu Valence und Advocat beydein Parlement zu Grenoble , da er oft gelegenheit gehabt, sichdurch seinen geist und wissenschaffl der gesatzen hervor zu thun.An. 169*.nähme er den grad eines Doctors der Artzney-kunst an,weil mal» ihme Hoffnung gemachet hatte, das amt eines Artztesauf den schiffen zu bekommen, welches aber doch nicht gesche-hen. Er beflisse sich insbesondere auf die genaue kenntnis derFranzösischen spräche, und gäbe schon an. 1690. zu Paris her-aus : Rernarques posthumes de Mr. de Vaugelas für la langueFrancoife. Er thäte eine vorrede, und seine eigene anmerckun-gen hinzu. Der bekannte Jesuit, P. Bouhours, griffe dieseswerck an, und verwarft die remarques , als falsch. Aleman verspräche ihme zu antworten ; liesse doch nichts zum Vorscheinkommen. Seine übrige schriften sind: i. Nouvelles Observa*tions : ou Guerre civile des Franqois für leur langue &c. 12.Paris 1688. Dieses wäre eine probe eines allgemeinen critischenwörter-duchs, darin» alle Wörter und redens - arten, wie auch

alle kegeln der rede- kunst in der Französischen spräche, denenirgend nnmal widersprochen worden, sollten untersuchet wer-den. Es sollte zwey bände in folio haben, und wäre schier ftr.

wurde aber aus gleichen Ursachen zurück gehalten, welchedes Furetlere worter-buch verhindert haben. 2. Histoire Alo.nastique d'lrlande 12. Paris 1690. ;. Journal historique deFEurope pour l'an. 1694. 12. Paris , vbsthvn auf dem titulStraßdurg stehet. Er schrieb einen zweyten band für das »ahr169*. Er wurde aber nicht gedruckt, und das werck bliebe ohnefortsetzung. Er ist um an. 17;5. gestorben. U eure, bibl. duRichelet.

Alemann, der andre Konig der Teutschen, wo man je de-nen fabelhafften traditionen glauben will, folgte seinem vatterTeutoni in der regierung nach. Wegen seiner starcke und ta-pferkeit wurde er Argle oder Hercules, und von ihm die Teut,scheu Alemannier genennet. Er pflegte gemeiniglich einen-wen an einer kette neben sich zu führm , daher die TeutschenFürsten gelegenheit genommen , einen lowen in ihre wapen zusetzen. Man richtete ihm von ertz ein bildnis in der insul Augiaauf, welche jetzt Reichenau heiffet, und in dem Bodenste lie-get. Auf befehl Kaysers Maximiliani 1 wurde diese siatuedurch seinen Historiographum , Jacob Stadium , nach Hel-lingen , einer kleinen stadt in Bayern , gebracht. Die Teut-schen haben diesen Alemann in solchen ehren gehalten, daß sieihn nach seinem tobe unter die götter gerechnet, und ihm be-sondere mal der uud lustige büsche «weihet. Wenn sie zu selbegezogen, haben sie vor dem angriff ihren Herculem init darzuverordneten gelangen angeruffen. Er ist auch als ein Schu»-herr der arentzen geehret worden. Er hinterließ sechs söhne,als den Noricum , Bojum, Dan, Angul, Hclvetium undHunnuin, welche in unterschiedenen örtern von Teutschlandsollen regieret haben, wiewol man mit gröstem rechte alles,was insonderheit Aventinus von diesem Alemann und seinensechs söhnen schreibt, unter die fabeln rechnen kan, weil keineiniger glaubwürdiger scribent dieser umstände Meldung th«t.Tacit.de mor. Germ. Aventin. Spangenb. Mansftld. thron,e. 16. H'.nning. tom. I. geneal.

Alemann, ein altes geschlecht in Sachsen , und sonderlichin Magdeburg , da es schon im XII. feculo bekannt gewesen,von bannen es sich in Italien, Spanien und Franckreich aus-gebreitet , und viel berühmte leuthe hervor gebracht. Zu Flo-rentz war Alemannus der Republick Bürgermeister, allwo diesefamilie die grösten ehren-stellen besessen, wie denn Hugo Ale-mann daselbst an. i2i?. Kriegs - Oberster, Sylvester, Fran-ciscus und Alexius Stadt-Hauptleuthe, Petrus und VincentiusAbgesandte, dieser nach Franckreich und Spanien , jener nachMayland , Adimarus Ertz-Bischoff und Cardinal gewesen, undandere rnehr. Es sind auch die Alemanne an andern orten inItalien bekannt gewesen, als Albertus der Rechten Doctor undRitter, war Pnetor zu Ferrara an. 1209; Febrianus obrisierGerichts-Fähudrich zu Genua im XIII. feculo; Rainaidus Yi-ce . Re in ©teilten, unter dem Kayser Friderico 11 . GeraldusKönigs Martini in Sicilien §ecretarius. Von Nicolao, Päpst-lichem Bibliothecario im Vatican , ist ein eigner artickul. InSpanien kam Mattheus Alcmann als Königs Philivpi II. be-cretarius, und hat den Horatium in die Spanische spräche über-setzet, auch das errichtete leben des Gusmann de Alfarache ver-fertiget. Unter den Alemannen in Franckreich ist LudovicusErtz-Bischoff zu Arles uitd Cardinal l von dem ein eigener ar-tickül; Antonius derl. und II. Bischoffe zu Cahors , Lybvn-dus, Bischoff zu Grenoble an. 14*1. Johannes Baptist« undLucas Bischoffe zu Mascon, Ludovicus ein fürtrcflicher Poet,und Königs Francisci 1 . Gesandter an Kayser Carolum V. Pe-trus aber Königs Stephani in Polen Oder-Hofmeister gewesen.Was die Alemanner zu Magdeburg betrift, so haben dieselbenvon dem XIII. feculo zum öftren das Schultheißen - Bürger«meister-und Schöppen-amt allda, wie auch verschiedene land-güther besessen, und sind unter die adeliche familien stlbigcs lan-des gezehlet worden. Jacob Alemann, J. U. D. war von an.160*. bis 1630. Bischöffl. Halberstädtischcr Rath, Fribericus,Churfürst Iohannis Georgii 1 . von Sachsen 8ecrerarius, undJohannes, Churfürst Iohannis Georg» II.Berg-Rath. Johan-nes Aegidius, des H. Römischen Reichs edler Panncr und Frey-herr von Alcmann, Erbherr auf Schmiedeberg , >var ChurfürstIohannis Georgii III. und IV. Hof - und Appcllakions-Rath,König Auqustus aber schickte ihn als Abgesandten an den Kav»serlichen Hof, die lehn zu empfangen, und machte ihn zumwürcklichen geheimden Rath und Vice-Berg- Director. Eisind auch sonst noch andere berühmte leuthe aus diesem ge-schlecht entsprossen. G<murun. de Hetrur. famil. Recc.n.ßein. theatr. Saxon. cap. 60. pag. *41. Sit>ir. de ClarisAlemannis.

Daß in diesem artickul für so gar gewiß gesetzet wird, alleFranzösische, Italiänische und Spanische geschlechter, welcheden nahmen Mmann, Älamanni tc führen, müssen von denenAlemannen in Sachsen, und nahmentlich denen zu Magde-burg herkommen, hat weder in der Historie noch genealogieden geringsten gründ. Und wo man je in deisen ermanglung de-nen blossen muthmassunaen folgen »vill, wie der urheber diesesartickuls, und die, welchen er hier «folget, thun; so ist weitglaublicher, daß die, so zuerst ausser Teutschlands den nahmenAlemann geführet, lediglich Teutschen Ursprungs gewesen, und