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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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ohne daß sie schon vorher den nahmen Alemann als einen ge-Wechts-nahmen gebraucht , in denen fremden ländern, dar-innen sie sich niedergelassen, also seyen genennet worden , wienoch heut zu tag in dergleichen fällen aller orten zu geschehenpflegt; und als sie die leuthe daran gewöhnet sahen, dene selbstmit gutem willen behalten, und auf ihre Nachkömmlinge fort-«epflantzet. Wer wollte behaupten, alle geschlechter in Teutsch-land, welche Welsch , Walch, Türck, Holländer, Schott,Böhm, Sachs, Heß , Schweitzer rc. heissen, kommen jedesvon einem einigen hier oder bort schon seit ziemlicher zeit gestan-denen stammen her, da man doch das gegentheil vielfältig er-weisen kan. Eben also verhält sichs mit denen geschlechts - nah-men , welche in ihrem ersten Ursprung gewisse ämter, beruffen,handwerckcr ic. bedeutet haben; oder auch von vor - oder tauf -nahmen hergenommen sind. Ein jeder siehet, daß in allen län-dern , stakten und örtern vielerley leuthe diesen nahmen habenannehmen können, ohne im übrigen die geringste verwandfchasstmit einander zu haben. *

Alemann, (Cosinus) siehe Alamanni .

Alemann, oder Alamandus, (Ludvvicus) ein Cardi-nal aus Bugey gebürtig, ein söhn Iohannis Alemann, Herrnvon Ardert und Mongiffon , begab sich in den geistlichen stand,und stieg von einer wurde zu der andern, bis er endlich Ertz-Bischoff zu Arles wurde. Dem Concilio zu Costantz hatte erbeygewohnet, ehe er noch Bischoff wäre. Aber Martinus V. machte ihn an. 1 & 6 . zum Cardinal, auch bald darauf zumViee-Präsidenten des Päpstlichen Hof-Gerichts, und brauchteihn auch, die von Siena zu bewegen, daß das Concilium vonParia in ihre stadt verleget werden möchte. Er machte ihn fer-ner zum Legaten von Bononien , allwo er, wie auch bey allenseinen andern Verrichtungen , grosse proben seiner geschicklich-keit ablegte. Als sich Eugenius IV. das erste mal mit dem Con-cilio zu Basel entzweyete, befände sich dieser Cardinal zu Rom beym Papst, welcher ihne auf alle weise zu gewinnen, und bey sichzu behaiten suchte. Allein der eifer für das Concilium und diereformation der kirchen wäre bey deme so groß, daß er nicht ohnelebens-gefahr, und fast allein davon entrann, um sich in Bafeleinzufinden. Bey der andern trennung des Papsts von dem Con-cilio, als sonderlich der Cardinal Iulianus, sonsten St. Angeltgenannt, vormaliger Präsident weggezogen, an. 14)8. erwehl-tm die Vätlrr diesen Cardinal von Arles an dessen stelle, welcheer auch von der zeit an , mit gröster klugheit und standhafftig-keü verwaltet, daß man ihne recht die stete dieser geistlichen Ver-sammlung nennen mag, auch ihme das meiste zu dancken hat,so darinnen zur reformation der kirchen und behauptung derenVorrechten des Concilii wider den Papst ist geschlossen worden.Unter seinem Prssidio ward Eugenius nach Überwindung vielerHindernissen entsetzet. Da es um eine neue Papst-wahl zu thunwäre, und nach damaliger ordnung die wehlere oder kiesere desPapsts von gewissen hiezu bestimmten Personen sollten ernennetwerden: wäre dieser der einige, so wegen seinen sonderbarenVerdiensten durch das Concilium selbst voraus zu dieser wichti-gen stelle erforderet wurde. Nach erwehlung Amadei VIII. Her-tzvgs von Savoyen, der sich, als Papst, Felix V. nennte, führeer immer fort grosse dienste zu leisten , und fcheuete deswegenkeine gefahr. Wie ihme Eugenius aufs heftigste gram wäre,begnügte er sich nicht ihne so viel in seiner macht stunde, desCardinalats und aller andern würde zu entsetzen, sondern stel-lete ihme noch auf andere weise nach. In der Wiederkunft voneinem Reichs-tag zu Franckfurt an. 1446. hätte es wenig gefehlt,daß er gefangen worden,Massen Grave Hans von Eberstein, Wil-helm von Lüzelstein , und andere nicht ohne vorwiffen des Bi-schoffs von Straßburg , der doch dieser Gesandschafft sicher geleitgegeben hatte, seine gesellschasst und bagage ohnweit Benfeldenim Elsaß anfielen, und alles gefangen auf das schloß Francken-burg führeten, der vesten meynung, der Cardinal von Arles wä-re auch, unter dem Haussen, allein dieser hatte sich zu seinem grö-sten glück zu Benfelden verweilet,und den trotz und gefolg vorherziehen lassen; entkäme also der gefahr, und reisete durch einenandern wege nach Basel . Er trüge keinen zweifel, daß ihme die-ses bad von Eugenio und seinen Gesandten,, wider welche ereben auf dem Reichs - tag zu Franckfurt für das Conciliummannhafft gefochten, nicht wäre angemachet worden; pflegteauch hernach bey dem anlas zu sagen: Unser HErr Christuswäre um 30. silberlina verkauft worden; aber um ihne in seinengemalt zu bringen, hatte Eugenius sechtzig tausend gülden auf-wenden wollen. Gewiß ist, daß als der Graf von Ebersteinnach dieser that gen Rom kommen, der Papst ihne gar ansehnlichempfangen und beschcncket hat. Nachdem Eugenius gestorben,und Felix der Päpstlichen dignität sich begeben, bestätigte Nico-laus v. unsern Cardinal von Arles in allen seinen würden, undschickte ihn als Legaten nach Nieder - Teutschland. Als er vonbannen wieder kam, begab er sich in sein Bißthum, und arbeite-te an Verbesserung der Geistlichen, und unterrichtung des volcks,starb darauf zu Salon, oder wie andre melden, in Savoyen ,m der Abtey äe Hautecombe den 16. ftpt. an. 1450- im 60. jährstlnes alters. JEn. Syh. cosmogr. & de Conc. BaiiL UrjltfCttöBasel-chron. Acta Concil. Bas. MSS. Chron. Henrici Minori-tät MS. in Bibl. Acad. Basis Onupbr. Cijcon. Aubery. DuCh&ie, hist. des Cardin. Frizon. Gall. purp. Sax. Pont. AresBzov. Si Span dem. annal. Du Saujjai Mart. Gall. Svvert. Arch.Arelat. Sammartb. Gall, Gtticbenon, bist. de JÖiefle. Bdjit* *

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Er war ein guter freund von Aenea Sylvio, der ihn dagegenals den geschicktesten mann beschreibet, den man zum Präsi-denten eines solchen Concilii hatte finden können, standhasst,muthig und behertzt, von grosser tugend und grosser gelehrfam-keit, und der ein wunderbar gedächtnis besessen, alles, was inden gehaltenen reden und dispuien vorgebracht worden, zu wie-derholen. Er selbst war von so beredter zunge, daß, als ereinsmals wider die angemaßte Hoheit und macht des Papsts überein allgemeines Concilium mit grossem Nachdruck sprach, die Pa-tres insgesamt dermassen beweget wurden, daß sie theils ihnselbst, theils sein kleid mit grosser ehrerbietigkeit kusseten. Da-bey wüste er sich auch anderer kunst-griffe zu gebrauchen, die ge-muther durch die religion zu bewegen. AIs einsmals seßion ge-halten wurde, ließ er durch die Priester alle reliquien der Heili-gen , die in Basel zu finden waren, in das Concilium bringen,und an die ledigen stellen der abwesenden Bischöffe setzen, wel-ches einen solchen eindruck in die gemüther der gegenwärtigenmachte, daß sie insgesamt zu weinen anfiengen , als man dergewohnheit nach den Heil. Geist anrüste. Ein ander malhielt er selbst hohes amt, communicirte alle, die sich dabey ein-stelleten, in seinem kahlen entblößten Haupte, reichte ihnenselbst das pacem *u küssen, und ermähnte sie, würdiglich dasheilige zu geniessen, welches alles das Concilium von neuemweinen machte. In seinem vornehmen war er gantz unbeweg-lich. Es kam die pest nach Basel , ein theil seiner domestiquenstürben dahin, viele baten ihn, daß er sich retiriren möchte;allein vergebens, er wollte lieber durch seine gegenwart, ob-wol mit gefahr seines lebens, das Concilium erhalten, alsdurch seine abwesenheit mit gefahr des Concilii fein leben retten.Papst Eugenius war freylich sehr übel auf ihn zu sprechen <weil er durch ihn den Päpstlichen stuhl verlohr. Allein Nico-laus V. hat feine Verdienste erkannt, und nach seinem tobe hater einen so guten ruf seines heiligen lebens und Wandels hinter-lassen, daß er an. 1327. von Clemens VII. auf ansuchen derCanonicorum und Cölestiner zu Avignon , und auf begehrendes Cardinals von Clermont als Legati ä latere von dem Papstbeatificiret worden. Bayie.

, Alemann, oder Alamannus, (Nikolaus) PäpstlicherBibliothecarius im Vatiean, im XVII. feculo , war, wieinsgemein gesaget wird , von geburt ein Grieche, wiewol Si,berus will, daß er vielleicht ein Venetianischer Unterthan ge-wesen , und deswegen ein Grieche genennet worden, weil er zuRom in dem Griechischen Collegio studiret, allwo er durch str-ne gelehrsamkeit der Barbarinen, des Papsts Urbani VIII. ne-poten, sonderbare gnade erworben, und bald in seiner jugendbey den Cardinalen Cobeüatio und Burghesio 8ecretamis, auchgleich hierauf nach absterben Balthasaris Ansidei Bibliotheca-rius im Vatican worden. Da er sich bey dem Römischen Hofedurch seine schriften noch mehr suchte beliebt zu machen, wie erdenn an. 162;. Syntagma de Parietinis Lateranenslbus a Cardi-nale Barbarino restitutis heraus gegeben und den CarolingischenKaysern die oberste gewalt in Rom absprechen wollen, darin-nen ihn le Blaue in der Dissertation de Nummis Caroli M. Lo-tharii, Ludovici & succedentium Regum Roms pereuffis wi-derleget. Ferner hat man von ihm Dissertationem de dextrseisvaeque manus prsrogativa ex antiquis Pontificum nummis,Paulum, Petro Apoitolo anteponentibus. Sonderlich aberhat er sich berühmt gemacht durch edirung der Historis arcansdes Procopii , dargegen Gab. Teivorius an. l6;i. zu Paris ,Th. Rivius in Engelland, und Ioh. Eichelius zu Helmstädtapologien geschrieben, worunter der letztere den Alemannumsehr hart angegriffen. Endlich wurde ihm aufgetragen, bey dembau der St. Peters-kirche in Rom achtung zu geben, daß keinesvon den gräbern der Märtyrer entheiliget würde, welches er mitsolcher sorgfalt soll gethan haben, daß er darüber gestorben.

Erytbr. Pinac. I. c. 70. Siber. dc Alemannis, §. 4;.

* Alemanna, des Grafen Lanthan; gemahim; ihr erstermann hieß Acran, als derselbe kranck wurde, schickte sie dasbenöthigte öl, so man wider die kranckheiten brauchte, zu ei-nem Mönch, daß er seinen fegen darüber sprechen, mochte, alsdieses geschehen, nahin das öl, welches in einer gläsernen flaschewar, dergestalt zu, daß, da die flasche nur halb voll vorherogewesen, dieselbe nicht nur gantzlich angefüllet wurde, sondernauch überlief, daß der knabe, der sie trug, leine kleider überund über besprützte, durch weiches wunderwerck Alemanna auf den schluß gebracht wurde, ihr sämtliches vermögen derkirchen zu vermachen, und sich dem gedat des heiligen mannesanbefahl. Sie hat im VI. sieculo gelebet. Hugnau Mtnardi,Wilhelmi GuzA , & Joannis Savaronis compendia in origini-bus Claramontanis. Vita TiBonit Monacki apud. hist. Panel,mensi jan. tom. I, p. 37 6.

* Alemanni , (Gilbertus) lebte in dem XIV. sieculo umdas jähr 1334. und verfertigte etliche wercke, unter andern eineHistorie vom gelobten lande, welche er dem Cardinal Taiüerandvon Perigord dedicirte. Morsn.

Alemannier, wurden etliche völcker in Teutschland genen-net , wovon hernach die gantze Teutsche nation den nahmenbekommen; gestalt denn dre Franzosen, Ikalianer und Spa-nier die Teutschen noch heutiges tages also nennen. Es hat ei-nigen fast scheinen wollen, als wären diese Alemannier ein gantzunterschiedenes volck von den Teutschen gewesen, weil Anto-ninus Caracaüa, zu dessen zeiten der Aiemarmirr am erstenD 4 gedacht