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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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lo Valesio überlassen, bey dessen posterität sie auch bis auf Ca-rolum lll. beständig verblieben. Als nun dieser an. 1525. oh-ne Ander starb,wollten sich seine schwestern des Hertzogthumchalseines erdtheils, anmassen, so aber vom Hofe widersprochen, undendlich dahin verglichen ward, daß sich des verstorbenen schwe-stern mit einigen andern ländereyen abfinden liessen, Alenconaber der Crone anheim fiel, da es denn in folgenden zeiten aber-mals eine apanage Francisei Valcsii, Hertzogs von Alencon ,ward. Nachdem aber auch derselbe keinen erben hinterließ,' hates die Crone wieder zu sich genommen, und Hertzog Friedrichenvon Würtemberg wegen gewisser anforderungen pfands-weiseauf eine zeitlang übergeben. Clergerie, hist. du Perche & d Alen-con. Sammartb. hiit. de la maison de France. Du ebene, antiqu.des villes. Thuan. Epen er. sylloge.

Alengon, ein Cardinal, siehe Philippus d'Alencon.

* Alenqon, (Carolus von) ältester söhn Caroli II. von Va-lois, Grafens von Alencon , und bruder des Cardinals Philippivon Alencon, Ertz-Bischoffs zu Rouen . Nachdem er nach sei-nes vatters tode die regierung eine zeitlang geführet, legte erdieselbe wegen des vielen Ungemachs, so sich dabey äusserte,nieder, und trat in dem kloster St. Jacob zu Paris in den Do-minicaner-orden. Seine Mutter, Maria von Spanien , wi-dersetzte sich zwar dem vorhaben ihres sohns aus allen ihrenbrassten, und beklagte sich bey dem Papst sehr dan'iber, welcherdarauf den Marggrafen von Montferrat ernannte diese fachevon gründ aus zu untersuchen, als aber dieser die erklärungthat, daß der beruffdes jungen ordens-manns rechtmäßig seye,so legte Carl von Alencon das klostcr-gelübd ab, und führteeinen unsträflichen Wandel; er war sehr demüthig, und hieltes für seine gröste freude zu Paris mit dem bettel-sack auf demrucken von Haufe zu Hause zu gehen, und für sein kloster allmo-.-sen zu begehren. Dieweil er auch hernach sich mit grossem fleißauf die studien legte, und ein geschickter Theologus ward, sowurde er den i z.jul. an. 136$. von dem König seinem vettern,zu einem Ertz-Bischoffen zu Lyon erhoben. Er starb an. 1375.den3. jul. auf seinem Bischöfflichen schloß Pierre Ancise. Sam-martb. Gall. Chr. tom. I. Anfelme , hist. geneal. tom. I.

Alendorff, siehe Allendorff.

Älenauer, Alenquer, oder Alanquer, ein ort in derPortugiesischen provintz Estremadura, von welchem ein ziemlichgrosser district seinen nahmen bekömmt. Er liegt nicht weit vondem auslauff des flusses Tajo, zwischen Lissabon und Santaren,und ist ordentlich den Königinnen von Portugall zu einem leibge-dinge gegeben worden, bis der König von Spanien PhilippusIII. den Don Diego de Silva, Graf von Salinas, zum erstenMaggrafen davon gemacht hat. Manuel de Fariay Soufa, epit.de las hist. Portugues . P. III. c. 20. P. IV. c. a. 10.

* Menius, (Julius) ein Jcsuite von Brescia , florirte umsjähr 1630. und schrieb unter andern ein buch von mathema-tischen demonstrationibus in Sinesischer spräche. Alegambe,hihi. script. S. J.

* Alemus, (Nicolaus) ein Edelmann aus Provence, Hatsich dadurch einen rühm erworben, daß er durch seine klugeVorstellung bey dem Präsidenten im Parlement, BartholomäoCassanäo, die publicirung des wider die Waldenser an. 1540.vom Könige Francisco I.gesprochenen harten Urtheils vor das malabgewandt. Er hielte nemlich jenem vor, daß einsmals imCollegio zu Antun, da sie beyde zusammen studiret hatten,die Mäuse exercitii gratia wären angeklaget worden, daß sieselbiges jähr die stadt verderbet hätten. Da hatte nun gedachterCassanäus die mäuse defendiret, weil sie noch nicht dreymal ci-tiret wären, zu dem auch die strassen der katzen wegen so unsi-cher wären, daß sie sich nicht getrauen börsten zu erscheinen,dadurch denn auch Cassanaus dazumal den proceß gewonnenhätte. Eben so unbillig wäre es auch, daß man nun einegantze stadt, ohne sie gehöret zu haben, verdammen wollte.Und dadurch wurde es so weit gebracht, daß das edict beyCassanäi leb-zeiten nicht zum Vorscheine kam. Unw. Lexic .

Alentackien, ein district in der Liefländischen provintz Esth-> land, zwischen dem see Peipus , und dem Fmnischen meer-busen, worinnen Teutsch-Narva die Haupt-stadt ist. Zeii.ceUar.

Alentejo , oder Entre Tajo y Guadiana, lat. Provin-«ia intra Tagum & Anam , oder Trans Tagana , die gröste pro-vintz in Portugall zwischen den beyden flussen Tajo und Guadia-na , ist ungefehr 36. meilen lang, und 44. breit. Die städte da-rinnen sind Evora , dkr sitz der alten Könige, Elvals, Portale-gre, Estremos, Beja , rc. Der boden ist sehr fruchtbar, und dieeimvohner von gutem verstände. Mariana , hist. Hisp. Vajioncel-tos, hist. Portug. Oliver a grandeza de Lisb. &c.

* Alenwick, eine kleine stadt in der provintz Northumber-land in Nord-Engclland.

*Alephante, ein sehr alter tempel, aufderküstevonBom-baim, in dem Königreich Decan, welcher, wie einige dafürhalten, von Alerandro dem Grossen erbauet worden. Diesertempel ist in einen felsen an dem ufer eines stroms , dessen' tiefe nicht zu erqründm, sehr künstlich eingehauen. Man siehetdaselbst verschiedene bilder, wie auch buchstaben, die niemandlesen kan. Vnyageur curieux, I. ch. 13. Luise, allgemeinNieder!. Dict.

Aleppo , Alep, Halep, oder Halab, wird von einigenvor der Alten Berrhöa, von andern vor Hierapolis gehalten.

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Einige nennen sie auch Larissa und Chalybon. Sie ist eine be-rühmte handels-stadt in Syrien an dem fluß Singa, zwi-schen Alcxandretta und dem Euphrat gelegen. Sie ist auf4. Hügel gebauet, auf deren höchstem ein castcll mitten in derstadt stehet, so mit starcken schwibbögen und gewölben be,vestiget, damit die erde von dem berge nicht abweiche, wel-ches schloß ohngefehr 2. Italiänische meilen im umkreis hat.Ausserhalb der stadt ist ein kleiner fluß, Coie, zu bewässerungder gärten, die einen Überfluß von guten pistacicn-nüssen geben.Die gebäude sind nur inwendig ausgezieret. Die gemachersind an den mauren alle mit marmel von unterschiedenen fär-ben überzogen, das tafelwerck aber mit güldenen schrillenund laubwerck treflich gemahlet. Von den allhier befindli-chen 26. mosqueen sind 7. sehr prächtig und mit bley bedeckt.Die gröste war vor zeiten eine Christen-kirche, und wie mansagt, von der heil. Helena erbauet. Es giebt auch zu Aleppo 3. Cdlegia , in welchen man die Grammatic, Philosophieund Mahometanische religion lehret. Man zehlt 40. Caravan-saras oder gemeine Herbergen vor die reisende und kauffleuthe,auch bey 50. öffentliche badstuben. Die Vorstädte sind großund volckreich, und meistens von Christen bewohnt, die ihreArchen allda besitzen. Die Griechen, deren bey 16000. alldazu finden, haben einen Ertz-Bischoff. Die Armenier habenauch einen Bischoff, und machenden nahe 12000. fielen aus.Der Jacobiten unter ihrem Bischoff sind nicht über 10200.Der Maroniten anzahl ist nicht über 1200. Die Catholischcnhaben 3. Archen, und sind etwan auch nur 12. bis 1320.Es wird allhier groß gewerb mit seiden-zeug, camelot vonziegen-haaren, seiffen, gall-äpfeln und valanede (so eineschale von eicheln ist, ohne welche die leder - bereiter ihr lcdernicht wohl zubereiten können ,) auch viel andern waaren, ge-trieben , daher finden sich kauffleuthe fast aus allen orten derWelt, Araber, Indianer, Perser, Franzosen , Jtaliäner,Engel-und Holländer, welche ihre Consuls zu beschutzung ih-rer gerechtigkeiten halten. Diese Handlungen aber geschehennicht, wie einige vorgeben, vermittelst der beyden flüffe desEuphrats und des Tygris : denn auf dem Euphrat ge-het es nicht an wegen der vielen mühten, dadurch das Was-ser zur befcuchtung des landes gezogen wird, und die schiff-fahrt verhindern, oder doch gefährlich machen. Der Tygeraber ist nicht sonderlich schiffbar, als von Bagdat nach Balso-ra, und ein dämm, so unter Mosul oder Ninive selbigenfluß abschneidet, verhindert vollends die schiff-fahrt von Bag-dat nach Aleppo . Diese stadt stehet unter einem Bassa, wel-cher das Gouvernement über das gantze land von Alepandret-ta bis an den Euphrat führt, und gemeiniglich ;oo. mann zurleibwache hat. So ist auch ein Aga oder Odrister in undausser der stadt mit 40°. Pferden, und noch ein anderer Aga,so 700. Janitscharen unter sich hat, und obrister Wachtmei-ster über die stadt-thore ist, deren schlüssel man ihm alle nachtbringet, so daß der Bassa selbst ohne seinen willen nicht hin-ein kommen kan. Das schloß stehet unter einem Commen-danten, der unmittelbar von Constantinopel geschickct wird,und über 200. musquetier, wie auch alles geschutze zu befehlenhat; ausser diesen ist noch ein Aga, oder Stadt-Hauptmannmit 300. musquetierern, samt einem Wachtmeister der schaar-wachen, die alle nacht in den Vorstädten die ronde thun.Aleppo ist so volckreich, daß an. 1385. innerhalb 3. Mona-ten 120000. mann an der pest daftlbst gestorben. Es ist indieser stadt ein sehr grosser getreyd-handel, und das land herumträgt viel körn, oliven, maulbcer-bäume und sciden-würmer.Der Hasen Scanderona ist 3. tagc-reisen davon. Sie hat 6.Italiänische meilen in umkreis, 10. thore und grosse Vorstädte,ist mit wällen, und an etlichen orten mit graben umgeben, dochnicht so vest als das castell. An. 637. nahmen die Mahome-taner diese stadt den Christen ab. Mango, der Tartar - Chain,verstörte sie an. 1260. bis auf den gründ. Der Turckische Kay-ser Selim eroberte sie an. 1313. und bekam daselbst einen un-glaublichen schätz. Sie wird nach Constantinopel und Cairovor die reichste stadt im gantzen Türckischen Reiche gehalten.Die Caravanen nach Mccha und Medina kommen hierauf zu,und der Sultan hat sich öfters in den Persischen kriegen hieraufgehalten. Tavern. reise-besthreib. lib.II.c.2. D'Herbelot. bibl.

Aleran, des Kaysers Ottonis I. schwester-sohn , wurdedurch ihn, wie einige vorgeben, zum ersten Marggrafen mSaluzzo gemacht; wiewol man in den glaubwürdigsten Nach-richten ivedcr von seiner mutter noch von ihm selbst etwas findet.

)lleria,, eine alte stadt auf der insul Corsica, mit einemBißthum. Sie liegt jetzo zerstört, und hat der Bischostseinen sitz zu Cervion mitten in der insul. Bey den ruincndieser stadt gehet ein fluß vorbey , gleichfalls Alcria, vonLeandro aber Tavignano genannt, welcher Ptolemäi Ro-thanus zu seyn scheinet.

*Alerto, oder Alerlo, (Johannes von) General derCar-meliter, hat in dem XIV. feculo gelebt. Er war von Toulou-st, und wurde an. 1321. in einem zu Montpellier gehaltenenCapitul zum Generalen erwchlet. Nachdem er feinem ordcnneun jähre lang mit grosser klugheit vorgestanden, hielt er «ehrinständig an,daß man ihm erlauben möchte, die übrige zeit seineslebcns als ein gemeiner Mönch zuzubringen. Dieses nun wur-de ihm, wiewol mit grosser mühe bewilliget, und nachdem ersein amt freywillig aufgegeben hatte, begab er sich in das kio-