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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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nachdeme er sie gefangen gesetzet, starb sie in der gefangenschaffk

«tn das jähr 32Ü. Procopius. Jornandes.

'Amalaricus, ein König der West - Gothen in Spanien ,war ein söhn Alariei, den Clodovaus an. 307. in der schlachtumaebrachc, und Tbeodogisen, einer rochier Theodorici, Kö-nigs der Ost-Gothen. Gefalricus, der natürliche söhn Alarici,fetzte sich auf den thron, und behauptete solchen bis an.> u. daihn Theodoricus, als Vormund seines enckels Amalarici, her-unter stieß, und lebenslang bis am >26. die rLgierung führte,worauf Amalaricus selbst das Reich übernahm. Dieser hattesich bereits an. 317. mit Clothilden, Königs Clodovai in Franck-reich tochter, vermählet, die er hernach, weil sie den Ariani-schen glauben nicht annehmen wollen, so übel tractiret, daß,da sie es ihren brüdern klagen ließ, selbige alsobald auf raachebedacht waren. Einer derselben, Childedertus, griff an. ,41.Amalaricum an; dieser nahm die flucht, ward aber-verfolgt,und bey Narbonne , oder, wie andere wollen, zu Barceuonaumgebracht, und zwar nach etlicher meynung von Thcudisoder Theudas, welcher Stallmeister bey Thcodorico gewesen,und dem Amalarico folgte. Gregor, Turon. lib. III. IJidor. istchron. Procop. lib. I. &c.

Hmalariuss, genannt Fortunatus , wurde zu Lmevil erzo-gen , und war ein discipul des bekannten Alcuim. Die wichti-gen Verrichtungen, so ihm Carolus M. auftrug, machten, daßer dem Bißthum Trier , welches er an. 81 u bekam, nicht selbstvorstehen konnte, sondern es andern tüchtigen Personen zu ver-walten überließ. Der Kayser schickte ihn an Michaelem Curo-palatem, den Orientalischen Kayser, wohin ihn Petrus , Abt zuNonantule im Modcnefischen, begleiten muste. Er verrichteteauch diese gesandschaht sehr wohl, und starb bey seiner zurück-kauft , um das iahr 814. Man schreibet ihm ein buch von dertaufe zu, welches er Carolo M. soll debicirt haben, und daswir unter dem nahmen deö Alcuini haben. Der tractat de di-vinis Officiis ist nicht von ihm, sondern von dem folgenden ge-macht worden. Brovperni , annal. Trev. lib. VIII. Sammarh.Lall. Strmond. not. ad Theod. Aurel. Mir am , not. ad Ho-nor. August. Cavc. Hu Pm. &c.

Amalarius, von einigen auch Fortunatus genannt, ist vonallen ftribenten mit dem vorhergehenden vermenget worden,bis an. 1611. Sirmondus den unterschied zwischen beyden infeinen noten über den Ennodiuni gezeiget. Er war Diaconus ,nicht aber Bischoff zu Metz, wie Honorius Augustodunensis ,noch weniger aber Ertz-Bischoff zu Lyon , wie Ufferius vorge-geben. Ludovicus Pius befahl ihm, de ecciesiasticis scu divi-nis Officiis zu schreiben, schickte ihn auch an. 831. nach Rom ,sich von den kirchen-gebräuchen unterrichten zu lassen, da er beyseiner zurückkunft einen tractat de Ordine antiphonario verfer-tigte , welche beyde wercke in der Libliotsieca Patmm zu finden,und von Browero dem Amalario von Trier zugeeignet werden.Sonst wird ihm noch ein buch unter dem titul Fonna institutio-nis Canonicorum & Sanctimonialium canonice viventium bey-geleget , so von dem Concilio zu Aachen an. 816. approbtrt wor-den ', welches aber nicht wohl seyn kan, weil Amalarius da-mals noch sehr jung gewesen. D'Acheri hat 3. briefe von ihmheraus gegeben. Honor. August, de lum. eccl. Stgebert. in ca-tal. Ademar. dAngouleme , in chron. Sirmond. not. ad tom.II. Concil. Gall. Ackeri , tom. VII. spicil. Mir am , in not. adHon. August. Buluz. in not. ad Agobard .

Amalasonte, Amalasuntha oder Adelschwinde, einetochter des Königs Theodorici der Ost-Gothen, war eine Pein-tzeßin von sonderbarem verstände, und sowol in der Griechischenund Lateinischen , als in andern sprachen dergestalt erfahren,daß sie mit allen völckcrn, so damals unter das Römische Reich gehörten, reden konnte. Sie heurathete Eutharicum, desThoristnundi ur - enckel, mit welchem sie Athalaricum oderEthelreichen gezeuget. Weil derselbe nur 8. iahr alt war, daihm sein vatter abstarb ,.so übernahm Amalasonte die regierung,führte auch solche sehr löblich und weislich, ließ der entleibtenmanner Symmachi und Voethii kindern ihr vätterlich erbe wie-der einräumen; machte mit den Francken, für welchen mansich sehr zu fürchten hatte, friede, brachte die schulen der gu-ten künsten in Italien in besser aufnehmen, und verordneteden Froffistorn ihre richtige besoldungen. Wiewol sie nun ih-ren fohn Ethelreich sehr weislich erziehen ließ, so ward sie dochvon den Gothischen Fürsten , die wenig von der tugend und gu-ten sitten hielten, genöthiget, ihnen denselben zu übergeben,damit sie ihn zum kriegs-wesen, dem vorwand nach, anführenmöchten, in der that aber verleiteten sie ihn ins verderben, ver-hetzten ihn wider seine eigene mutter, und wollten durchaus dasweibliche regiment nicht dulden; die mutter aber kam diesermeuterey vor, und ließ die unruhigen köpfe aus dem wege räu-men ; doch konnte sie nicht verhüten, daß ihr söhn nicht durchböse gesellschafft wäre verführt, und im 17. jähre seines altersdurch eine tödtliche kranckheit dahin gerafft worden. Hieraufübergab die Königin das Reich ihrem nahen vetter Theodato,der mit ihr geschwister-kind war, und recommendirte ihn demRath zu Rom aufs beste. Aber dieser verlohnte ihr solche wohl-that sehr übel, ließ sie in ein vestes schloß am Volsenischen see imToscanischen gefangen fetzen, und «11,334. im bade ersticken. Die-se untreu suchte Kayser Iüstinianus, mit welchem Anialasunkhavielfältig briefe gewechselt, und in gutem vernehmen gestanden

hatte , zu rächen, und fertigte Belisarium unter solchemvorwand ab, die Gothen in Italien ;u bekriegen, wodurchauch endlich der Untergang des Gothischen Reichs in selbigen-landen befördert worden. Procop. lib. 1 . de bell. Goth. c. 2.& 4. Caffiodor. lib. IX. ep> 21. & X. ep. 2. 3. & 4. Agath.Jornandes &c.

Amalbergis, siehe Hermanfried, König in Thüringen .Amaleck, ein söhn Eliphas, Esaus söhn, den er mit einerconcubiire Thiinna gezeuget. Von ihm kornmen die Ainaleki-ter her, ein volck, das den Andern Israel allezeit zuwider ge-wesen , und sie insonderheit bey ihrem auszuge aus Egyptensehr übel tractirt, dannenhero GOtt dem Könige Saul diegantzliche ausroltung dieser bösen und feindftligen narion befoh-len , welcher aber ihres Königs Agags verschonte, und umdeswillen von GOtt verworffen wurde, 1. Sam. XIV. & XV.David schlug sie auch, als sie in seinem abwesen Zlklag geplün-dert und verbrannt hatten, und nahm ihnen allen raub ab,1. Sam. xxx. 17. Hernach wurden noch die, so entronnenwaren, vollends aufgerieben, und ihr gantzes gefchiecht aus-gerottet. 1. Chron. V. Joßph. lib. II. c. 1. & lib. VI. c. 8 -Amalfi , Amalphi, Malphi, lal. Amelphis , eine stadtin der Neapolitanischen landschafft Principato citra , an demSalernitanischen Golfo, zwischen der stadt isalerno und demvorgebürge della Minerva, in einer fruchtbaren und lustigengegend gelegen. Sie hat einen Ertz - Bischoff, führet den tituleines Hertzogthums, und ist berühmt, wegen eines mit sehr gu-ten einkünften versehenen Ertz-Brschöfflichen sitzes, wegen descörpers des H. Andreä, welchen der Cardinal Petrus Capua-nus an. 1208. dahin bringen lassen, und weil derjenige, wel-cher den gebrauch der magnet-nadel erfunden, nahmens Fia-vius, von hier gebürtig gewesen. An. 146;. bekam AntoniusPiccolomini mit seiner geinahlin Maria, Ferdinandi I. zu Nca-polis tochter, dieses Hertzogkhum. Es wurde zwar nachgehenswiedenim zu der Cammer gezogen; allein um die mitte desXVII. feculi gab es der König in Spanien dem KayferlichenGeneral - Feld - Marschall, Octavio Piccolomini wieder; vonwelcher zeit an es beständig bey dieser familie geblieben, imhof.not. Proc. Iilip. lib. V. c. 14. Memorab. Ital.

* Ainali, ein Gothisches volck, welchem die Ostrvgothen un-terwürfig waren. Jornandes. Caßiodorus, var. VIII. z. X. 2.

Amalia Elisabeth, eine tochter Graf Philipp Ludwigs zuHanau -Müntzcnberg, wurde den 29. jan. an. 1602. gebohren,und an. 1619. an Landgraf Wilhelmum V. von Hessen-Cassel vermählet. Sie ließ bey ihren Verrichtungen eine sonderlichehcrtzhafftigkeit und klugheit Herfür leuchten. Als sie von ihremgemahl an. 1637. zur vormünderin ihres Printzen WilhelmiVI. im testament ernennet worden, der Kayser aber solches vornichtig erkläret, und die landes - administration dem Landgra-fen von Darmstadt als nächstem agnaten auftruge, darnebenauch auf die unterfchreibung des Pragifchen friedens hart drun.ge, fieng sie zwar mit den Kayferlichen gewisse tractate an,unter der Hand aber ließ sie die Cron Schweden versichern,daß sie ihres verstorbenen gemahls vorhaben beständig fortsttzenwollte. Nun hatte sie sich bey diesen gefährlichkeiten nachGröningen retiriret; dem General Melander , welcher dieHeßifchen trouppen commandirte, konnte sie nicht recht trauen;von den Land-Ständen waren die meisten zum frieden mit demKayser geneigt, und droheten, daß, woferne die Landtzräfindarein nicht willigen wurde, sie sich nach einem andern Fürstenumsehen müsten; war also keine andere ausffuchr übrig, alsmit dem Kayser sich in nähere friedens, tractaten einzulassen,welche auch durch vermittelung des Churfürsten zu Mayntz den12. aug. an. 1638. zur richtigkeit kamen. Weil aber der 'Kay-ser über den artickul von der rcligions - freyhcit schwürigkeilcnhatte, gericth es mit der ratificanon ins steckem Indessen hal-te sie sich wieder nach Cassel begeben, und die landes-regierungwürcklich angetreten, worauf sie mit Franckreich und Schwe-den eine genaue offensiv - alliantz schlösse , und von erstgenann-ter Crone 280000. thaler.jährliche subsidien - gelber, ohne die220000. thaler, welche zu verstärckung der armee alsofvrt her-gegeben worden, erhielte. Die früchte von diestm bündniswaren, daß durch ihre trouppen der Kayserliche General Lam-boy im Hcrtzogthum Iülich an. 1642. bey der Kcmper land-wehre auf der Dt. Antont Heide, und an. 1648. bey Grcvm-bruch aufs Haupt geschlagen, auch das erste mal selbst gefangenwurde, daß sie an. 1646. sich des Fürstenthums Marpurq bemei-stcrte, und daß sie in dem Münsterischen friedens-schlusse ihremPrintzen das Fürstcnthum Hirschfcld nebst 600000. thlr. baaresgeld zur satisfaction vor die aufgewandte kriegs-kosten verschaff-te. Endlich starb sie an. 1631. den 8. aug. nachdem sie 12. iahrdie vormundschafft geführt hatte. Spener. iylloge. Pufendorff.de bell. Suec. Ziegler. labyr. theatr. Europ.

Amalius, (Theodoricus) siehe Eheodoricus, König derOst-Gothen in Italien .

Amalon, ein Hertzog von Champagne, wurde an. z-r.oder 393. trunckener weife im schlaf von einer wcibs-verfon um-gebracht , die er zu sich fuhren lassen, um sie mit gewall zuschänden. Selbige begab sich darauf zu König Guntram nachChalvns , der sie in schütz NahlN. Greg. Turon. lib. IV. c. 27.

Amalricus, (Amaldus) Ertz-Bischoff zu Narbonne ,begab sich anfänglich m den Cistcrcimser-orden, wurde Abt zu

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