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Ober-Teutschlan- hatte, welches auch diesem letztern, der beyTiberio beschuldiget worden, als ob er seine tochter mit Sejanisöhn hätte verheurathen wollen, das leben errettet hat. Tadt.
annal. iib. 111 . c. 20. & 21. üb. IV. c. 72. üb. VI. c. 30.
Aprosita , oder die unbefteigliche insul, eine von den Ca-narischen Eylandcn iin Atlantischen ineer. Einige halten esvor Porto santo , nebst Madera. Sanson hält es vor die insulBorondon, sonst Ombrio, und bey den Spaniern öfters la In-cantada, und la Nontomada genannt.
A vrostus, (Angehens) war zu Vintimiglia in dem Genue-
S » aus einem geschlechte, welches unterschiedene gelehrtee hervor gebracht, den 29. oct. an. 1607. gebohren. Erbegab sich in seinem funfzehenden jähre in den Augustiner - er-den , worinnen er es so weit brachte, daß er endlich Vicariusgeneralis der Congregativn unsrer lieben Frauen zu Genua wur-de. Er lehrte die Philosophie fünf jähr, worauf er an unter-schiedene örter in Italien rcisete, und sich an. 1639. zu Vene dig niederließ, um die Literas humaniores daselbst zu lehren.Eine von seinen vornehmsten thaten ist die aufrichtung der Au-gustiner-bibliotheck zu Vintimiglia, wovon er ein eigen buchgeschrieben, Bibliotheca Aprosiana genannt, welches zu Bono-nien an. 1673. gedruckt worden; aber so rar ist, daß auch ei-nige gezweifelt, ob es jemals gedruckt sey. Er hat im übrigennoch viele andere schriften heraus gegeben, aber eine grosse be-liebung getragen,seinen nahmen zu verstellen. Er war auch einglied der Aeademie der Incognitorum zu Venedig . Jußmiamicrittori Ligur. p. 63. Elffius , in encomiast. August. Sopran/,li icrittori Ligur. p. 21. Ltti Ital. regn. P. IV. üb. III. Mor-hof. polyhist. Placcius, in amica invit. Bayle.
t Aprosius, (Angelicus) war aus derjenigen classc, dieinan Augustiner-Eremiten nennet, und bekam von seinem ordendie würde eines General-Vicarii allererst, nachdem er schon zu-vor an unterschiedene örter in Italien gereiset, und zu Venedig die bumaniora in dem kloster St. Stephani gelehret hatte. Erstarb vermuthlich um das jähr 1680. weil man von dieser zeit anweiter nichts von ihm gehöret. Seine Bibliotheca Aprosiana,davon aber nur allein die drey ersten buchstaben des alphabetsheraus gekommen, ist zu Bologna an. 1657. in i2wo gedruckt,und an. 1734. von Ioh. Christ. Wolfio mit einer vorrede undanmerckungen zu Hamburg wieder aufgeleget worden. SeineÜbrige schriften sind: Annotazioni all’ arte degli Amanti delPietro Michiele , unter dem nahmen Oldauro Scioppio ; dellapatria di A. Perfio Flacco; la Grillaia, curiositä erudite diScipio Glareano ; verschiedene streit-schriften, darinnen er denMarino wider den Ritter Stigliani vertheidiget; u. d. m. Ni-
ceron , memoir. tom. XXIV.
Aprosius, C Paulus Augustinus ) ein Rechtsgelehrter undmitgenosse der Florentinischen Academicorum , Apatüisti ge-nannt , war gebürtig von Vintimiglia, aus abgedachtem ge-fthlechte. Er studirte anfangs zu Genua , unter den Jesuiten ,begab sich hierauf nach Rom , die Rechtsgelehrsamkeit zu trei-ben , und wurde an. 1649. Doctor, setzte sich aber, nachdem ereine eurieuse bidliotheck gesammlet hatte, auf dem land - guth,um seine zeit in studiis zuzubringen. Er hat unterschiedeneschriften in Italiänischer spräche hinterlassen. Soprans scrit.Lig. Bayle.
* Apseus 1 wäre der Urheber einer aufruhr, fo die Palmy-renier erweckten, welche unter der regierung Aureliani , nach-deme solches Marcellinus, Gubernator in Orient, abgeschla-gen , einen gewissen Achilleum oder nach anderer ineynung An-tiochum , einen gefreundeten der Königin Zenobiä, zum Kay-ser ausrüsten. Aurelianus gienge demnach gerad auf Palmy-ram los , nähme die elende stadt ein, zerstörte selbige gäntzlich,und tödtete alle einwohner mit der scharffe des schwerdts, aus-genommen ihren ncu-erwehlten Kayser, dem er aus Verach-tung solle verschonet haben; in dem jähr Christi 273. Zosimus,
lib. 1 . Aurel. Viffor.
* Apsiies t waren gewisse 'völcker um den Pontum Euxinumund das land der Lazorum, denen Trajanus einen gewissen Ju-lianum zum Fürsten setzte, in dem jähr 107. Procop. bell.Goth.lib. IV.
* Apsinus, ein Sophist zu Athen , wäre ein groß-vattereines andern Sophisten Apsini, welcher unter der regierungConstantini um das jähr Christi 330. lebte. Apsinus, ausPhönicien , der von Philostrato sehr gelobet wird, lebte bisunter die regierung Philippi um das jähr 24;. Es kan auchseyn, daß er sich zu Athen aufgehalten hat, und vielleicht ebender erste Apsinus gewesen, von dem hier geredt worden. Eswäre auch ein anderer Apsinus von Gadara auf den grentzenSyriens und Palästinä, em Sophist von Athen , welcher unterder regierung Maximiani lebte im jähr 290. und den rang einesBürgermeisters hatte. Pbilojb. Soph. üb. L 1 X. Suidas .
* Apsus, jetzo Arziga, ein fluß im Griechischen Albanien ,welcher bey Durazzo in das Adriatische meer fällt. Strabe, VII.
5 . 486. Ptolemaus. Livius , XXXI. 27. Beym aussiusse diesesusses hatten ehemals König Philippus in Macedonien, und derRömische Bürgermeister Julius emander entgegen ihre lägeraufgeschlagen. i’'utarcbui,in Flamin , p. 370. Pompejus undCäfer lagen ebenfalls an diesem flusse mit ihren armeen, daß sieweiter nichts als der fluß Apsus scheidete. Cafar, bell.civ.lll.13.19. Die Cajjtus, XLI. Lucanus, V. 462. seq.
Apt, lat. Apta Julia, Vulgientium , am flusse CalÄvon , ei-ne Bischoffliche stadt in Provence , unter dem Ertz-Bischoffe;uAix , woselbst der Bischoff zu Apt der oberste Weyh-Btschoff ist,und Fürst von Apt genennet wird, auch vormals macht hattemuntze zu schlagen. Die stadt ist sehr alt, und war vormalseine von den grosten und berühmtesten der Cellischen GallierJulius Cäsar , von dem sie den nahmen trägt, hat sie durch ei-ne Römische colonie vermehret, und ist noch ein Überrest voneinem ampbitbeatro , nebst andern alten Monumenten, wieauch in dem Bischöfflichen pallast das epitaphium, so der Kah-ler Adrianus seinem leib - Hengste, nahinens Borysthenes, ge-macht , allda zu sehen. Die dürger zu Apt haben, dem Kayserzu schmeicheln, diesem seinem jagd - pferd ein kostbares grab»mahl von schwartzem marmor aufgerichtet, darvon man an.1604. als man in dem Hof des Bischöfflichen pallasts einen sod-bbunnen gegraben, den grabstein gefunden, dessen verblicheneund fast verderbte grabschrift Casaubonus und Peirescius glück-lich ergäntzt haben. Unter bet» Kayser Trajano ist diese stadt,nebst Aix, Marseille , Avignon und Arles des Juris ltalici oderLatinorum genoß gewesen. Im VI. feculo ist sie von denenLombarden geplündert und zerstört worden, auch wüste liegengeblieben bis zu ansang des VIII. fecuii , da sie wieder erhebtund angebauen worden, wie dann im IX. feculo eigeneGrafen allda regieret haben, bis daß sie im XI. feculo einefreye Reichs - stadt worden, jedoch hatte der Bischoff auchviel darinnen zu sprechen. Allein nach der Hand hat HertzvgCarl von Anjou ein brudsr des H. König Ludwigs, als erdurch heurathung der Gräfin Beatrix Graf in Provence wor-den, im XIII. feculo alles unter seine gewalt gebracht. An.136;. wurde allhier eine zusammenkunft der Geistlichkeit vonArles , Aix und Emdrun gehalten , wobey Wilhelmus de laGarde, Ertz - Bischoff von Arles , Ioh. de Piscis oder Peisoni,Ertz - Bischoff von Aix , und der Cardinal Bertrand de Decio,Erst-Bischoff zu Emdrun , gegenwärtig waren ; es wurdenauch 28. Gonstitutiones gemacht. Die hohe Stift allhier er-kennet St. Auspicium für ihren ersten Bischoff, und unter sei-nen Nachfolgern sind Leonius und Castor berühmt. Dieses Biß-thum begreift 33. Pfarreyen, und vier Adteyen, als St.Eusebe,hat Benedictiner-Mönchen, ValSainte, hat Cistertzer, St. Ca-tharine, hat Augustiner-Nonnen, und St. Croix, hat Cistertzer-Nonnen. B/gan/oi. de la Force. Nouv. descr. de France tom.IV. pag. 8ö. & 184· Ptt”‘ Üb. III. c. 4. Beuche, bist. de Prov.Gajjenä. vit. Peirescii. Sirmond. in not. adSidon. üb. IX. c.9.Sax. in Pontif. Arelat. Sammarth. Gall. tom. II. *
Aptera, Apteira oder Apteron , eine stadt auf der insulCreta, von dem Griechischen »vorte a 7 iri^o(, d. t. ohne flügel,weil nach der Poeten getichte die Sirenen allda ins meer gefal-len , nachdem sie vor bekummernis, daß sie von den Musen imsingen überwunden worden, ihre flügel verlohren; anjetzo helf,set sie Atteria und Paleocastro , hat ein casteü und Hafen. Ptt»
lern. Plin. &c.
Apteras, ein König auf der insul Creta, succedirte seinemvatter Cydon , und lebte A. M. 2476. A. C. i;og. um die zeit,da der König Cranaus zu Athen regierte. Ob er gleich sehrgottlos und ungerecht war, wurde er doch der Cretenjische Sa-turnus genannt. Nach ihm haben seine zwey söhne, Lapithasund Asterius, einer nach dem andern das regiment geführt.
Paufan.
Avteron, siehe Aptera.
* Aptis , (Raynuncius de) aus einem edlen geschlechte zuTodi, allwo er an. 1326. zum Bischoff erwehlet wurde. Alshernach an. 1349. sich ein innerlicher krieg erhub, ward er auSder stadt gejaget, und fein gantzcs archiv zerrissen und ver-brannt. Hierauf begab er sich nach Perugia , hinterliesse aberden berühmten JurisconFultum , BaldUM , zu seinem Vicariodaselbst. Die bürger zu Todi, welche, weil sie Orvieto feind-lich bestürmet, den Päpstlichen Legaten anzunehmen geweigert,dagegen aber Ludovicum, der mit dem bann beleget war, alsKaystr, und Petrum Corbarium, als Papst auf-und ange-nommen , und noch anderer verbrechen halber mehr in banngethan waren, sprach er davon an. 1334. im nahmen Inno-centii VI. völlig los, setzte sie auch in den qenuß aller ihrervorigen ehren - stellen und frcyheiten. Er starb zwey jähre dar-nach , und wurde in die stifts - kirche begraben. UgbeU. ital.
sacr. tom. I. p. 1353.
Apua, eine ziemlich grosse stadt in Ligurien , auf den To-scanifchen grentzen, zwey weilen von dem Apenninischen gedür-ge und den grentzen des Hertzogthums Parma gelegen;gehört dem Groß - Hertzoge von Toscana, der es von den Spa-niern wieder eingelöset. Vormals war es ein lehn von May-land.
Apui, find völcker in Süd - America in Brasilien . Ihrland liegt gegen dem Ursprünge des flusses Ganaxara, und beyder provintz, welche die Portugiesen Capitaina de Rio de Ia-neiro nennen.
)lpulejus, besser Appulejus, (Lucius) ein PlatonischerPhiloibphus , gebürtig von Madaura, einer stadt in Africa ,daher er Äser genennet worden ; sein vatter hieß Thefeus, undseine mutter Salvia , eine anverwandtin Plutarchi und desPhiloibphi Sexti. Er lebte nn II. feculo, unter der regiming-es Kayfers Hadriani und der beyden Antvninorum. Er stu-
dirle